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Nach dem Kolonialismus ist nun der Antisemitismus im Fokus der Weltverbesserer: Luther und Wagner stehen auf der Abschussliste

Von Hubert von Brunn

Nachdem das mit den Attacken gegen die vermeintlich verdammungswürdige koloniale Vergangenheit (sprich: Mohrenstraße) im letzten Jahr nicht so recht funktioniert hat, haben die linksintellektuellen Weltverbesserer in der Hauptstadt jetzt ein neues Betätigungsfeld entdeckt, auf dem sie sich mit ihrer überbordenden Weisheit und ihrer moralischen Überheblichkeit austoben können: Antisemitismus!

Ein eigens vom Senat beauftragter Politikwissenschaftler aus Leipzig mit dem schönen Namen Felix Sassmannshausen hat sich an die drängende Aufgabe gemacht, die Straßen und Plätze in Berlin dahingehend zu untersuchen, ob bei den Namensgebern eventuell ein Bezug zum Antisemitismus, zum Antizionismus oder zum religiösen Antijudaismus gegeben sein könnte. Und siehe da: Der fleißige Sachse ist fündig geworden und hat 290 nach historischen Personen benannte und nicht koschere Straßen und Plätze ausfindig gemacht. Ganz oben auf der Liste der seiner Meinung nicht mehr akzeptablen Namen stehen so prominente Persönlichkeiten wie Richard Wagner, Martin Luther, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche … Das Dossier des Politikwissenschaftlers empfiehlt nicht weniger als 50 direkte Umbenennungen. Dazu gehören zu den oben Genannten: Kronprinzendamm, Arnimplatz, Bodestraße (dann muss man auch das berühmte Bodemuseum umbenennen), Treitschkestraße, Hindenburgdamm, Bismarckstraße…

Wo keine Bildung vorhanden ist, gibt es auch keinen Respekt vor Geistesgröße

Stellt sich die Frage: Was soll das ? – Nun, die Antwort liegt auf der Hand. Haben sich doch schon vor Jahren hochrangige Politiker der Grünen (z.B. Fischer, Trittin, Roth…) deutlich dafür ausgesprochen, dass alles Deutsche von der Landkarte verschwinden und Platz machen sollte für andere Ethnien. Die Verleugnung alles Deutschen ist in diesen Gehirnen axiomatisch verankert und deren Jünger führen diese antideutsche Haltung nun fort, indem sie die Namen historisch bedeutsamer Persönlichkeiten aus dem Stadtbild verbannen wollen. Was für ein armseliges Geschichtsbewusstsein ist das? Man muss kein Fan von Wagner-Opern sein (ich bin es nicht), aber dem künstlerischen Schaffen dieses Musik-Genies gebührt Respekt und Anerkennung. Gleiches gilt für Luther. Er hat dem unsäglichen Ablasshandel der Katholischen Kirche ein Ende gesetzt und vor allem hat er mit seiner Bibel-Übersetzung das Fundament der christlichen Glaubenslehre dem normalen, akademisch nicht gebildeten Volk zugänglich gemacht.

Aber weder herausragende geistige Leistungen noch künstlerisches Schaffen von epochaler Qualität sind für diese minderbemittelten Dünnbrettbohrer, die sich da als Bilderstürmer aufspielen, von Bedeutung. Ihnen geht es ganz allein darum, ihre verquase antideutsche Ideologie durchzusetzen. Wo keine Bildung vorhanden ist, da kann es auch keinen Respekt vor der Leistung von Genies geben. Dann wird es ja auch nicht mehr lange dauern, bis „Der Ring des Nibelungen“, „Rheingold“ und andere Werke Wagners aus dem Programm der deutschen Opernhäuser gestrichen werden. Ein ähnliches Schicksal, wie es vor kurzem Tschaikowskys „Nussknacker“ beim Berliner Staatsballett widerfahren ist. Siehe hier:
www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2021/das-nussknacker-ballett-ist-politisch-nicht-korrekt-abgesetzt/
Waren es dort kolonialistische und vermeintlich diskriminierende Implikationen, ist es nun eben die Antisemitismus-Keule, die immer gern hervorgeholt wird, wenn es darum geht, auf Deutschland und die Deutschen einzudreschen. Die Wagner-Festspiele in Bayreuth werden eingestellt und das Theater auf dem „grünen Hügel“ wird umgebaut zu einer Asylanten-Unterkunft mit integrierter Moschee.

Antisemitismus: Sakrosankt gegen jedwede kritische Betrachtung

Bei der Umbenennungsarie der Mohrenstraße (inkl. U-Bahnhof) haben die bilderstürmenden Weltverbesserer ja erst einmal einen grandiosen Flop hingelegt. Brachten sie doch als erste Alternative den russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka ins Spiel. Bis sich herausstellte, dass Herr Glinka ein ausgewiesener Antisemit war. Dumm gelaufen. Dann hat man intensiv nachgedacht (?) und geforscht, um schließlich eine geniale Lösung zu finden: Die Mohrenstraße soll künftig nach Anton-Wilhelm-Amo benannt werden, einem 1703 im heutigen Ghana geborenen und in Deutschland aufgewachsenen schwarzen Philosophen. Ich habe damals mehrfach darüber berichtet:
www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2020/gibt-es-eine-neue-pandemie-die-mohren-paranoia/
und
www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2021/der-schwarze-philosoph-ist-willkommen-der-deutsche-heino-nicht/

Dann hat man festgestellt, dass die Sache mit dem Kolonialismus in der breiten Öffentlichkeit kein besonderes Interesse hervorruft. Aber durch den Fauxpas mit Herrn Glinka ist man auf ein Thema gestoßen, das in Deutschland immer zieht: Antisemitismus. Jetzt haben die links-grünen Weltverbesserer endlich ein Sujet gefunden, an dem sie sich nach Herzenslust abarbeiten können – und kein staatstragendes Medium wird es wagen, ihnen ernsthaft zu widersprechen. Dieses Tabuthema ist hierzulande als solches gesetzt und sakrosankt gegenüber jedweder kritischen Betrachtung. Dabei – und das will ich an der Stelle nicht unerwähnt lassen – ist der Antisemitismus keineswegs ein deutsches Phänomen. Jesus hat die jüdischen Geldwechsler aus dem Tempel gejagt und die ersten überlieferten Pogrome gegen Juden haben schon im Mittelalter in Spanien stattgefunden. Nicht dass ich die Verfolgung von Juden (oder jeder anderen Religionsgemeinschaft) gutheiße, aber bei der Bearbeitung dieses Themas drängt sich doch die Frage auf: Wie kommt es, dass ausgerechnet die Juden in so vielen anderen Kulturen, in denen sie sich niedergelassen haben, derart angefeindet und verfolgt wurden? – Diese Frage lasse ich hier einfach mal im Raum stehen.

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