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Greta und wie sich die Wissenschaft infantilisiert

Von Peter Haisenko 

Wer würde sich auf die “Expertise” pubertierender Jugendlicher verlassen wollen, insbesondere dann, wenn es um existenzielle Themen geht? Warum also wird Greta zu Klimakonferenzen eingeladen und darf dann dort auch noch Reden halten? Ist das nicht eine Bankrotterklärung der Wissenschaft?

Wenn Sie krank sind, würden Sie dann lieber Rat bei einem erfahrenen Mediziner suchen oder einen bevorzugen, der frisch von der Uni kommt? Oder gar einen Student, der noch nicht einmal sein erstes Semester absolviert hat? Gerade in der Medizin haben sich Regeln etabliert, dass komplizierte Operationen nur noch von Chirurgen durchgeführt werden sollen, die bei einem Mindestmaß von diesen Operationen schon ausreichend Erfahrungen gesammelt haben. Würden Sie ihre jugendlichen Kinder um Rat fragen, wie Sie Ihr Geld anlegen sollen oder wofür es ausgegeben werden soll? Der Beispiele könnten viele genannt werden und jedesmal wäre die Antwort eindeutig: Für einen Ratschlag bevorzugt man Ratgeber, die aufgrund ihrer Bildung und Erfahrung Vertrauen verdienen. Geht es ums Klima, ist das offensichtlich anders.

Erinnern wir uns doch mal an unsere eigene Jugend und auch die folgenden “Lehrjahre”. Wer von uns könnte retrospektiv behaupten, er wäre im Alter unter dreißig reif genug gewesen, qualifizierte Anweisungen zu geben, die über die Zukunft der Menschheit bestimmen werden? In den 1960-er und 1970-er Jahren haben wir im Gymnasium gelernt, dass das Öl in 30 Jahren verbraucht sein wird; dass dann keines mehr gefördert werden kann. Ja, die Atomkraft war die Lösung für dieses elementare Problem und logisch, wir waren glühende Anhänger der Atomkraft. Die konnte uns die Zukunftsangst nehmen, die uns fälschlicherweise von den Lehrkräften eingetrichtert worden ist.

Qualifiziertes Agieren erfordert Wissen und Erfahrung

Hätte man nicht auf Wissenschaftler aus Russland gehört, die schon in den 1950-er Jahren eine ganz andere Theorie zur Entstehung von Erdöl propagiert haben, hätte man nicht an neuen Orten nach Öl gebohrt und auch keines mehr gefunden. Denn wenn das Öl tatsächlich zur Neige gegangen wäre, wäre auch niemand auf die Idee gekommen, die Kernkraft auch nur in Zweifel zu ziehen. Ohne die wäre es einfach nicht gegangen. Die Realität ist aber ganz anders verlaufen. Immer neue Lagerstätten wurden entdeckt und das Öl fließt immer noch und immer mehr. So musste auch die Lehrmeinung an Schulen korrigiert werden und plötzlich waren die Lehrer “grün” und gegen Kernkraft. Etwa von den 1980-er Jahren an wurde den Schülern vermittelt, dass die Höllenmeiler abgeschaltet werden müssten. Sofort und unwiederbringlich. Und jetzt? Oh Wunder, manche Klimahysteriker fordern plötzlich eine Renaissance der Kernkraft – wegen des Klimas. In Deutschland allerdings noch sehr verhalten.

Diese Beispiele machen eines deutlich: Wissenschaft muss sich ständig hinterfragen. Genau das ist es, was dereinst an den Unis gelehrt worden ist. Je mehr Erfahrung man in seinem Leben gesammelt hat, desto klarer wird die Erkenntnis, wie viele Dogmen von den “allermeisten Wissenschaftlern” vehement vertreten wurden, die sich dann als falsch erwiesen haben. Zu oft hat sich herausgestellt, dass gerade die geschmähten “Querdenker” richtig lagen, zumindest richtiger als die Vertreter der “Mehrheitsmeinung”. Ach ja, die Erde ist keine Scheibe....

Aber hätten wir das als junge Menschen erkennen können? Wären wir in der Lage gewesen, uns einen eigenen qualifizierten Standpunkt zu erarbeiten, der von dem abweicht, was die postulierte “Mehrheit aller seriösen Wissenschaftler” als die unumstößliche Wahrheit darstellt? Ja, wären wir in der Lage gewesen, die Thesen überzeugend zu vertreten und zu begründen, die uns gelehrt worden sind? Hätten wir einer Diskussion standhalten können, gegen eine gut begründete abweichende These? Nein, wir hätten nur wie ein Plattenspieler immer die gleichen “Argumente” anführen können, die wir “gelernt” haben, ohne eigene und vielleicht neue Argumente ins Feld zu führen.

Postpubertierende Mädchen sagen den Wissenschaftlern, was zu tun ist

Als Flugkapitän mit dann bereits 10.000 Stunden Erfahrung habe ich öfter erlebt, dass ein junger Copilot überfordert war von der Situation und damit, wie ich diese behandelt und zum Erfolg geführt habe. Manch einer von diesen hat anschließend bekannt, dass er mit meinem Vorgehen nicht einverstanden war, die Situation anders eingeschätzt hatte als ich, jetzt aber gelernt hat, wie man mit dieser Situation umgehen kann, eben wenn man über genügend Erfahrung und die zugehörigen Fähigkeiten verfügt. Sie selbst verfügten anschließend über mehr Erfahrung und auch Wissen. Wohlgemerkt, handelt es bei diesen jungen Piloten um Personal, das solide ausgebildet ist in einer Weise, die sie befähigt, selbst ein Flugzeug zu führen, aber es mangelte eben an Erfahrung. Genau deswegen muss ein Pilot ein Minimum an Flugstunden, angesammelt haben, bevor er sich als Kapitän in Alleinverantwortung qualifizieren darf. Um es hier klar zu sagen: Hätte der unerfahrene Copilot das Kommando gehabt, wären diese Flüge nicht pünktlich gelandet an dem Ort, für den sie vorgesehen waren.

Es hat einfach gute Gründe, warum ältere, also erfahrene Arbeitnehmer und Beamte besser bezahlt werden. Erfahrung und angesammeltes Wissen ist eben nur zu ersetzen durch Erfahrung und angesammeltes Wissen. Auch deswegen gibt es Gesellen und Meister. Und jetzt sehen wir uns an, was die “überwiegende Mehrzahl” der Wissenschaftler tut, die sich als Experten in Klima und Corona gerieren. Sie holen sich die postpubertierende Greta und lassen sich von einer 16-Jährigen, jetzt 18-Jährigen, ihre Prognosen “bestätigen”. Schnell kommen andere Jugendliche dazu, die gerade mal das Abitur geschafft haben, wenn überhaupt. Die werden uns als Vorbilder präsentiert, erhalten breiten Raum in den Medien und niemand fordert sie auf, ihre Anliegen doch mal mit eigenen Worten vorzustellen. Die plappern munter das nach, was sie von ihren Vorbetern aufgeschnappt haben, ohne es auch nur hinterfragen zu können. Ist denn bei denen eine einzige dabei – ja, es sind vor allem Mädchen – die auch nur eine Ahnung hat von Meteorologie oder Thermodynamik? Oder gar der Wirkung von CO2 in der Atmosphäre? Muss man auch nicht, wenn man nur wie ein Plattenspieler das wiederholt, was man gerade als “in” erkannt haben will.

Mangelnder Sachverstand wird durch externe “Berater” kompensiert

Welches Niveau müssen “Wissenschaftler” haben, die sich als Zeugen und Verstärker nicht einmal halbgebildete Jugendliche aussuchen, um ihre kruden Thesen in die Welt zu tragen? Dasselbe gilt natürlich für Politiker, aber wer von denen verfügt schon über passendes Fachwissen. Das merkt man auch daran, dass zig Millionen ausgegeben werden für “Berater”, obwohl man doch annehmen sollte, dass Minister selbst über so viel Sachverstand verfügen, dass sie alleinverantwortlich mit ihren Staatssekretären ihren Fachbereich führen können sollten. Das gilt im Übrigen auch für Manager und Vorstände, die so zurecht als “Nieten in Nadelstreifen” identifiziert worden sind.

Um noch kurz bei Politikern zu bleiben, werfen wir einen Blick auf Frau Baerbock. Auch die hat keinerlei Fachkenntnisse erworben, die sie qualifizieren können, kompetent über Klima oder Energie auch nur zu reden. Wen wundert es da, wenn sie von “Kobolden” für Akkus spricht und Energie im Netz speichern will? Da hilft ein abgebrochenes Studium der Politologie einfach gar nichts. Aber das reicht aus zu erkennen, wie und wen man nach vorne stellen muss, um seine Ideologie zu verbreiten. Bei Barbock sehe ich noch ein, dass sie die FfF-Jungspunde toll findet, denn die könnten tatsächlich noch mehr Ahnung vom Thema haben als sie selbst. Aber gestandene Wissenschaftler?

Wer Greta hofiert, hat seine eigene Kompetenz schon aufgegeben

Wer in welchem Bereich auch immer fordert, man müsse die Stimmen von Jugendlichen oder Kindern mehr in die Entscheidungsfindung einbeziehen, sie mit 16 wählen lassen, der ist entweder noch nie erwachsen geworden oder wünscht sich Hilfe von denjenigen, die er leicht manipulieren kann. Eben weil er weiß, dass diese gar nicht in der Lage sind, aus eigenem Wissen und Erfahrung einen eigenen fundierten Standpunkt zu haben.

Wer also eine Greta und ihre Jünger einlädt, auf großen Konferenzen zu sprechen, ihnen applaudiert, der infantilisiert sich selbst, verleugnet seine eigene Ausbildung oder hat diese nur auf dem Papier bestätigt bekommen. Oder er betreibt brutale Propaganda, indem er diese infantilen Nachplapperer überhöht und so mißbraucht. Jeder ernsthafte Wissenschaftler sollte sich zu Tode schämen, wenn er sich zur Untermauerung seiner Thesen ungebildete Jugendliche zur Hilfe nimmt. Wer das tut, wer Greta hofiert, der hat seine eigene Kompetenz schon aufgegeben. Er hat sich und seinen Berufsstand infantilisiert und jeder wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit beraubt. Solche “Wissenschaftler” sind bestenfalls noch als Kindergärtner zu gebrauchen. Da bewegen sie sich dann wenigsten in einem Umfeld, das ihrem Niveau entspricht und ihren kruden Thesen bedingungslos folgt. Unwidersprochen, denn qualifiziertem Widerspruch können sie nicht standhalten. 

Zu diesem Thema hat sich Hubert von Brunn auch schon geäußert, natürlich etwas anders: 
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/klimawandel-forderungen-aus-wolkenkuckucksheim/ 
 

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