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Politisch unkorrekte Wortwahl und die Wiederkehr der Lynchjustiz

Von Peter Haisenko 

Mit Abscheu mussten wir die politischen Prozesse erleben in kommunistischen Reichen. Besonders abstoßend empfand ich immer, wenn die Delinquenten anschließend öffentlich Abbitte leisten mussten. Einen ähnlich ekelerregenden Fall müssen wir jetzt erleben, im Fall des verdienten Fußballtrainers Friedhelm Funkel.

Was ist geschehen? Nach der krachenden Niederlage des 1. FC Köln bei Bayer Leverkusen suchte der Kölner Trainer Funkel im Interview nach Worten, dieses Versagen zu erklären. Noch ganz unter dem frischen Eindruck dieses Debakels sagte er über die Qualität einiger Leverkusener Spieler: „Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre, äh, ja, den ein oder anderen Ausdruck darf man ja nicht mehr sagen...Durch ihre Spieler, die halt so schnell sind.“ Das genügte, einen gewaltigen Shitstorm bei den selbsternannten Wächtern über die politisch unkorrekte Sprache auszulösen. Allein das wäre schon schlimm genug, aber was dann kam, ist nur noch zu vergleichen mit dem Schauspiel, das nach politischen Prozessen zu ertragen war oder mit Auftritten von gefolterten Kriegsgefangenen: Die selbsterniedrigende Abbitte.

Es war Zufall, dass ich diesen Auftritt der Abbitte des Friedhelm Funkel im Fernsehen erlebt habe. Mit gesenktem Haupt, wie ein geprügelter Hund, versuchte Funkel seine Blitzanalyse zu „erklären“, zu relativieren. „In dem Interview bei Sky bezog ich mich einzig auf die enorme Schnelligkeit von Leverkusens Spielern“, sagte der 67-jährige verdiente Trainer. „Nichts anderes war gemeint, nichts anderes wollte ich damit sagen.“ Und nein, das ist einfach nicht die Wahrheit. Was Funkel nicht ausgesprochen hat, ist, dass es einfach Tatsache ist, dass viele dunkelhäutige Spieler schneller laufen können als ihre weißen Kollegen. Der Shitstorm, der nichts anderes ist als Lynchjustiz, hat ihn genötigt, seine durchaus korrekte und gegenüber den Nichtgenannten lobende Analyse zu verleugnen. Was aber kann so falsch sein, wenn jemand eine bekannte Tatsache ausspricht?

Die „Schere im Kopf“ bei Menschen, die anders denken

Seit vielen Jahrzehnten beobachten wir, wie negroide Sportler die Laufwettbewerbe dominieren. Usain Bolt ist der König der Kurzstrecke und auch Marathonläufe werden oft von ebendiesen gewonnen. Und nein, es sind nicht nur Menschen aus Afrika, wie Usain Bolt zeigt. Gemeinsam ist ihnen aber die dunkle Hautfarbe. Vor langer Zeit war das einfach zu beschreiben: Neger können meist schneller laufen als Weiße und Asiaten. Kann das „rassistisch“ sein, im negativen Sinn, wenn man besondere positive Merkmale einer bestimmten Herkunft oder Hautfarbe zuordnet? Muss man sich dafür gar entschuldigen? Wenn es nach den selbsternannten Sprachwächtern geht, wohl schon. Wo sind aber dieselben Sprachwächter, wenn sich Ethnien oder ganze Staaten als „auserwählt“ oder von Gott bevorzugt erklären? Setzen die nicht den Rest der Welt herab als minderwertig? Ist das rassistisch? Dazu habe ich von den Sprachwächtern noch nichts gehört.

Mit dem Internet hat sich eine mediale Lynchjustiz etabliert, die reale Auswirkungen hat. Die andersdenkende Menschen zwingt, bei jedem Wort, gesprochen oder geschrieben, aufzupassen, dass sie nicht den Zorn der Sprachwächter erregen. Das wird die „Schere im Kopf“ genannt. Schlimm daran ist vor allem, dass sich zu viele diesem Diktat unterwerfen, weil sie nicht gelyncht werden wollen oder zu wenig Rückgrat haben, zu ihren Worten zu stehen. Aber ist das nicht ein Zustand, den eine moderne Demokratie überwunden haben sollte? Ist das nicht ein Rückfall in die Rechtlosigkeit des „Wilden Westens“ oder die Zustände der Inquisition und Hexenverbrennungen? Wer sich heutzutage „politisch unkorrekter“ Aussagen „schuldig“ macht, wird zwar nicht mehr erschossen oder verbrannt wie unter Stalin, aber gesellschaftlich ausgegrenzt und nicht selten finanziell ruiniert. Da hilft es auch nichts, wenn sich der Delinquent nach allen Regeln des gültigen Rechts in keiner Weise schuldig gemacht hat. Die Lynchjustiz der Sprachwächter hat sich über das Gesetz erhoben.

Diesen Mechanismus von harmloser Äußerung, Shitstorm durch die Sprachwächter und devoter Selbstbezichtigung als Eingeständnis der „Schuld“ musste vor kurzem auch die Spitzenpolitikerin der Berliner Grünen, Bettina Jarasch, erleben. www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2021/die-gruene-sprachpolizei-ruestet-auf-die-naechste-buecherverbrennung-droht/

Die pauschale Bezeichnung „Afrikaner“ ist in mehrfacher Hinsicht unkorrekt

Der „Witz“ an diesen Vorgängen ist, dass diese Sprachwächter zumeist keine Ahnung haben, worüber sie reden. Wer aus Negern Afrikaner macht, um politisch korrekt zu erscheinen, hat keine Ahnung von Afrika. Er setzt pauschalisierend Nordafrikaner mit Negern gleich. Fragen Sie mal einen Ägypter oder Marokkaner ob er einverstanden ist, mit den Negern im Süden auf eine Stufe gesetzt zu werden. Aber ja, natürlich sind die Afrikaner, nur keine Neger. Und auch unter den Negern selbst gibt es gewaltige Unterschiede.

Da haben wir die eher arabisch eingemischten der Ostküste Afrikas, schlank, laufschnell und hochgewachsen, und die eher plumpen Bewohner der Westküsten im äquatorialen Bereich. Ein Massai des kenianischen Hochlands ist ganz anders als ein Zulu im Süden oder ein Buschmann im Südwesten. Zählen die Buren Südafrikas auch zu denjenigen, die politisch korrekt als „Afrikaner“ bezeichnet werden könnten? Nein, wer Menschen aus Afrika pauschal als Afrikaner zusammenmischt, hat sich nicht nur einer sprachlichen Differenzierung beraubt, er wird auch nicht die Zustimmung der unterschiedlichen Ethnien erhalten. Die dürfen durchaus stolz sein auf manche Eigenschaften, die sie von anderen abheben. Natürlich ist die pauschale Bezeichnung als „Neger“ auch zu wenig differenziert, aber immerhin ist das eine Unterscheidung zu Gunsten der nichtnegroiden Bewohner in Nord- und Südafrika. Und um das auch noch anzumerken, sind es nicht die Westafrikaner, die sich besonders durch die Fähigkeit zu schnellem Laufen hervortun.

Das Vorgehen der Sprachwächter erinnert an Zustände in Hitlers oder Stalins Reich

Hilft es wirklich dem Seelenheil, wenn jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird? In Zeiten, wo alles dokumentiert ist durch unzählige Aufnahmen mit Kameras, die jeder mit dem Smartphone mit sich führt? Aufnahmen, die dann durchs Netz toben und fallweise Existenzen vernichten, wenn sie spontan geäußert – nach Meinung der selbsternannten Sprachpolizei – nicht hundertprozentig politisch korrekt sind? Sollte es nicht eher ein Merkmal einer freien Gesellschaft sein, dass offen über alles in jeder Form gesprochen werden darf? Ohne das Verbot bestimmte Worte auch nur auszusprechen? Was macht es mit dem Gehirn, der Selbstachtung, dem Selbstbewusstsein, wenn man zwar frei denken, den Gedanken aber nicht aussprechen darf? Hat das noch etwas mit einer freiheitlichen Gesellschaft zu tun? Mich jedenfalls erinnert das Vorgehen der Sprachwächter eher an die Zustände in Hitlers oder Stalins Reich.

Es findet auf allen Ebenen statt. Wer Einwände gegen die Corona-Politik vorbringen will, stellt dem leider mehr oder weniger freiwillig voraus, dass er kein „Corona-Leugner“ sei. Wer etwas Positives über Russland sagen will, muss vorausschicken, dass „in Russland auch nicht alles bestens ist“, wenn er die Gefahr minimieren will, als „Putin-Versteher“ an die Wand gestellt zu werden. Welcher Bereich ist davon nicht betroffen? Werfen wir dazu noch einen Blick auf Friedhelm Funkel. Es ist nur noch traurig, abstoßend, ekelhaft, zusehen zu müssen, wie er sich selbst erniedrigt, um nicht gelyncht zu werden. „Ich bin total überrascht, dass ich da so angegriffen wurde. Und das hat mich auch ein Stück weit traurig gemacht“, sagte er und beteuerte: „Wenn ich da missverstanden worden bin, tut es mir leid. Jeder, der mich kennt, weiß, wie ich bin. Ich habe mit so vielen Spielern aus allen Kontinenten zusammengearbeitet und es hat mir immer Spaß gemacht.“

Ist das nicht ebenso wahnsinnig wie der Vorgang, dass man sich als subjektiv und objektiv Gesunder auf eine Krankheit testen lassen muss um zu beweisen, dass man gesund ist und am Leben teilnehmen darf? So, wie der verdiente und ehrenhafte Friedhelm Funkel seine Integrität verteidigen muss, indem er nachlegt: „Ich weiß nicht mehr genau, was mir da durch den Kopf gegangen ist. Aber ich bin weit, weit, weit davon entfernt, irgendjemanden anzugreifen. Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht, und das werde ich auch bis zu meinem Lebensende nicht machen.“ Genauso klangen die „Schuldeingeständnisse“ nach Prozessen in Diktaturen. ‚Ich habe Stalin schon immer verehrt und ich bitte um Verzeihung, dass es mir nicht gelungen ist, meine stete Verehrung für unseren großen, weisen Führer lückenlos und unmissverständlich auszudrücken.’ So oder so, es half nichts, er wurde erschossen, so, wie Funkel jetzt immer der Ruch des Rassismus anhaften wird. Mit seinem Kotau vor den Sprachwächtern hat Funkel auch noch seine Ehre verloren. 

Wird aus den selbsternannten Sprachwächtern eine offizielle Sprachpolizei?

Wie wird das weitergehen? Wie wird sich das entwickeln mit einer grünen Kanzlerin Baerbock? Die Grünen und Linken waren schon immer ganz vorn dran, wenn es darum geht, unsere Sprache zu kontrollieren, zu verarmen und zu versauen. Andersdenkende in Schubladen zu schieben, in die sie nicht gehören. Nachdem sich Baerbock sofort als Russlandhasserin offenbart hat, die das „Regime Putin“ mit schärferen Sanktionen aus dem Amt jagen will, muss man erwarten, dass sie aus den selbsternannten Sprachwächtern eine offizielle Sprachpolizei machen wird. Schon jetzt werden die Sprach- und Sittenwächter der links-grünen Antifa mit Staatsgeldern unterstützt. Ganz vorn dran die Ex-Stasi-Tante Kahane.

Was also könnte eine Frau Baerbock im Kanzleramt daran hindern, eine Sprachpolizei zu installieren und „falsche“ Redewendungen unter empfindliche Strafen zu stellen? Mit Denunziantentum, das belohnt wird? So, wie wir es jetzt schon erleben müssen mit Corona, wo der Bundespräsident selbst Denunzianten lobt. Mein Vater musste vor Stalins Schergen fliehen, weil er unbedacht ein falsches Wort gesagt hatte und dafür ins Todeslager für „Politische“ verbannt worden ist. Und damit das klar ist: Richtige Kriminelle wurden sanfter behandelt als politische Abweichler. Stalin und Hitler, alle Diktatoren wussten, dass sie zum Machterhalt die Sprache kontrollieren und „falsche Sprache“ bestrafen müssen, bis zur Todesstrafe. So weit sind wir noch nicht, aber schon jetzt reicht eine mediale Lynchjustiz aus, rechtschaffene Menschen ins soziale Aus zu verbannen und auf „Hartz IV“ zu setzen. Freiheit beginnt mit der Sprache. Freiheit und Demokratie, wo seid ihr geblieben?

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Wie nah sind wir bereits dran an Verhältnissen in Stalins Reich? Um das einschätzen zu können, sollte man aus erster Hand erfahren, wie sich das Leben unter Stalin angefühlt hat. Natürlich konnte man auch unter Stalin ein unauffälliges Leben führen, ohne direkte Repressionen. Aber wehe, man benutzte ein unbedachtes Wort und ein Politruk hat zugehört. Da kam zuerst einschüchterndes Gefängnis und anschließend die erniedrigende Abbitte und im Wiederholungsfall das Todeslager. Mein Vater konnte fliehen und so konnte er seine Geschichte für die Nachwelt aufschreiben. Es ist ein einmaliges Zeitdokument geworden, weil es kein anderes Werk im Westen gibt, das diese Zeit aus eigenem Erleben so eindrucksvoll schildert. Aber er zeigt auch auf, dass man „ganz normal“ leben konnte, mit Lebensfreude, solange man nicht in die Mühlen der Politik geriet. „Der Weg vom Don zur Isar“ ist ein spannender Roman, der eine andere Sicht auf Russland und seine Menschen eröffnet und so gerade heute verstehen hilft, was da im Osten abläuft. Insbesondere in der Ukraine, wo sich schon 1944 West- und Ostukrainer gegenseitig massakriert haben. Damals wie heute. Bestellen Sie Ihre Exemplare der zwei Bände direkt beim Verlag hier. 

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