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Erdogan und Netanjahu: Das Zukreuzekriechen der Deutschen muss ein Ende haben

Von Hubert von Brunn

Es ist schon bemerkenswert, was für eine Chuzpe und unverfrorene Arroganz manche ausländische Politiker in ihrem Verhalten Deutschland, dem deutschen Volk und deutschen Regierungsvertretern gegenüber an den Tag legen. Vorneweg natürlich Erdogan und seine Vasallen, jetzt auch noch der israelische Rechtsaußen Netanjahu. – Und wie reagieren unsere Regierung und die staatstragenden Medien auf diese Respektlosigkeiten? Vorsichtig formuliert: sehr verhalten. Offen gesagt: ausgesprochen feige!

Wochenlang vor dem Referendum hat Recep Tayyip Erdogan die Deutschen kollektiv als „Nazis“ beschimpft. Das ist ihm nicht eben mal so aus Versehen rausgerutscht. Nein, das war eine bewusste und mehrfach wiederholte Provokation, willfährig unterstützt von den gleichgeschalteten Medien, die die Kanzlerin in Hakenkreuz-Uniform mit Hitler-Bärtchen auf den Titelseiten abbildeten. Man mag zu Frau Merkel stehen wie man will, aber solche Geschmacklosigkeiten sind nicht zu akzeptieren. Ganz ehrlich: Wenn irgendjemand es wagte, mich öffentlich als „Nazi“ zu beschimpfen, wäre dieser Mensch keines Wortes mehr würdig, das ich mit ihm wechselte. Diplomatie geht anders, ich weiß. Dennoch sind die Reaktionen unserer Häuptlinge (zusammengefasst) beschämend: „Na ja, das war nicht nett, aber die Türkei ist doch unser Partner, irgendwie. Wir wollen die Tür nicht zuschlagen. Wir müssen im Gespräch bleiben.“ – Ja schon, aber nicht mit eingezogenem Schwanz. Herr Erdogan braucht uns mehr als wir ihn. Also: Wo bleibt das natürliche Selbstbewusstsein?

Die Türkei wirbt um Wirtschaftshilfe, ausgerechnet von den „Nazis“

Wie sehr die Türkei uns braucht, zeigt sich jetzt, da der Vize-Premier Mehmet Simsek ganz unverhohlen um deutsche Wirtschaftshilfe wirbt. Na klar! Nachdem die EU ihre Unterstützungsprogramme für die Türkei mittlerweile eingestellt hat (4,45 Mrd. Euro für den Zeitraum 2014 bis 2020), sollen es nun ausgerechnet die deutschen „Nazis“ richten. Wir sollen Eurer auf rasanter Talfahrt befindlichen Wirtschaft mit Milliarden-Spritzen auf die Beine helfen? Ja geht’s denn noch? Als erstes wäre da einmal eine formelle Entschuldigung für diese unsäglichen Nazi-Vergleiche angebracht. Aber der Kalif von Ankara denkt nicht einmal im Traum daran. Lieber schickt er seine Vasallen voran, die verkünden, es sei an der Zeit, „zu einer Normalität in den Beziehungen zurückzukehren“. Das wäre durchaus wünschenswert, aber die Vergiftung der Beziehungen in den letzten Wochen und Monaten haben nicht die Deutschen verursacht. Da seid ihr Türken in der Bringschuld.

Die Folgen der brachialen Politik des Egomanen Erdogan bekommt das türkische Volk schon heute zu spüren: Erwerbslosenrate bei 12,1 Prozent, Tendenz steigend. Der Tourismus ist massiv eingebrochen und nach dem Referendum werden noch weniger Deutsche (und andere Europäer) Lust verspüren, ihren Urlaub in der Türkei zu verbringen. Multinational agierende Unternehmen haben aufgrund der Rechtsunsicherheit ihre Zelte in der Türkei bereits abgebrochen, andere werden folgen, Neuinvestitionen wird es vorerst nicht geben. Die türkische Lira verliert täglich an Wert. – Dieser von ihm höchstpersönlich verursachte Niedergang der Wirtschaft wird Erdogan noch böse auf die Füße fallen. Demonstrationen gegen seinen Allmachtsanspruch in den Großstädten werden brutal von der Polizei niedergeknüppelt, Journalisten und oppositionelle Politiker, Künstler und Intellektuelle sitzen im Knast. Wo bleibt die Rote Karte aus Berlin, die Erdogan deutlich macht, dass er sich nicht alles erlauben darf?

Die mir zugewiesene Erbschuld erkenne ich nicht an

Kommen wir zu Israel, wo Außenminister Gabriel in diesen Tagen auf Staatsbesuch war. Dass deutsche Politiker aufgrund der Historie dort regelmäßig zu Kreuze kriechen müssen, ist nichts Neues. Man setzt eine Kippa auf, legt einen Kranz in Yad Vashem nieder, macht ein betroffenes Gesicht und schüttet sich verbal Asche aufs Haupt. Dann ist alles gut. – Jetzt hat Gabriel aber kundgetan, während seines Israel-Besuchs auch regimekritischen NGOs kontaktieren zu wollen, um ein möglichst umfassendes Bild über die Stimmung im Lande gewinnen zu können. Beispielsweise wollte er mit „Breaking the Silence“ reden, einer Organisation von israelischen Ex-Soldaten, die der israelischen Armee aus eigener Erfahrung kritisch gegenüber stehen. Aber Netanjahu vertritt eine ähnliche Haltung wie Erdogan: „Wer nicht für mich ist, wer mich kritisiert, ist ein Volksverräter, ein Feind.“ Da Gabriel aber darauf bestanden hat, auch mit den oppositionellen Kräften im Land zu sprechen, hat Netanjahu kurzerhand eine geplante Begegnung mit dem deutschen Außenminister abgesagt – ein Affront ohnegleichen. Diese überbordende Arroganz kann man nur an den Tag legen, wenn man weiß, dass das Gegenüber sowieso klein beigeben wird.

Vor laufenden Kameras hat Gabriel abgewiegelt: Das sei nicht so dramatisch und Israel würde deshalb dennoch ein wichtiger Freund und Partner bleiben. Na klar – Asche auf unser Haupt – die brauchen Waffen, um die Palästinenser klein zu halten und um sich im Mittleren Osten als Atommacht großzutun. Deutsche Panzer sind nun mal die besten und die U-Boote und Fregatten aus deutscher Produktion sind auch nicht schlecht. Immerhin – so viel Mumm zeigte der deutsche Außenminister dann doch noch –, sei es schon höchst merkwürdig, wenn der Israelische Premierminister nach Deutschland käme und man ihm von Regierungsseite verböte, regimekritische Organisationen zu besuchen. Auf die Idee würde man nie kommen. Wir nicht, Netanjahu schon.

Wann findet Deutschland zurück zu einem gesunden Selbstbewusstsein?

Das ist das Ergebnis des immerwährenden Zukreuzekriechens, der seit Jahrzehnten von allen Seiten auf uns eingedroschenen Mähr von der Erbschuld. Ich bin 1952 geboren und ich habe nicht die geringste Schuld an den Gräuel der Nazis. Was sie getan haben, finde ich unsagbar schlimm und ich tue mit meinen Mitteln alles dafür, dass Derartiges nie wieder passiert. – So wie ich denkt die Mehrheit der Deutschen, die mit der „Gnade der späten Geburt“ gesegnet ist. Warum sollten wir uns also von durchgeknallten Egomanen und Machtpolitikern wie Erdogan oder Netanjahu beschämen und beschimpfen lassen? Ich will es nicht und ich wünsche mir eine Regierung, die genügend Power an den Tag legt, um sich das auch nicht länger gefallen zu lassen. Ich (Sternzeichen Waage) bin jederzeit für Kompromisse zu haben, aber zum Sündenbock stempeln lassen will ich mich nicht. Niemals!

Darf man sich angesichts dieser Laschheit und Konturlosigkeit unserer Häuptlinge noch wundern, wenn heimatverbundene Parteien wie CSU und AfD und deren Anhänger fordern, dass wir Deutschen endlich zu einem normalen, dem uns zustehenden Selbstbewusstsein zurückfinden, das sich dieses Volk in den 72 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erarbeitet hat? Diese Forderung ist „vox populi“, also die Stimme des Volkes – von den linken Gutmenschen abgetan als „populistisch“ und „neonazistisch“. Nach alledem, was ich höre, hat die Mehrheit des deutschen Volkes seine wahre Identität längst wiedergefunden. Nur man lässt es nicht zu, weil ausländische Kräfte nicht wollen, dass Deutschland stark und mächtig ist und die Regierenden nicht die Kraft und den Mut haben, das offensiv nach außen zu vertreten.

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Ergänzend dazu der Gastbeitrag von Stefan Räpple: Der deutsche Selbsthass muss endlich aufhören

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Die Sieger des Zweiten Weltkriegs, die Alliierten und allen voran die USA, haben den Deutschen nach 1945 eine Sicht auf die deutsche Geschichte verordnet, die Deutschland zum alleinigen Bösewicht abstempelt und (Kriegs-)Verbrechen der Alliierten völlig ausblendet ebenso, wie Verbrechen, die gegen Deutsche begangen worden sind, nach 1945 bis 1949. Während dieses Zeitraums sind mindestens 13,4 Millionen Deutsche ermordet worden, sei es in den Lagern auf den Rheinwiesen oder unter denjenigen, die aus den Ostgebieten vertrieben worden sind. Die Potsdamer Verträge, die die Vertreibung angeordnet haben, – die Gebiete sollten „vom deutschen Element gereinigt“ werden – haben keinerlei Schutz für die Vertriebenen vorgesehen. Es ist für das deutsche Selbstverständnis unumgänglich, dass auch diese Dinge aufgearbeitet werden und genau das habe ich getan in meinem Werk: England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert. Wer es gelesen hat, wird sich leichter tun, als Deutscher mit erhobenem Haupt durch das Leben zu schreiten. Im Buchhandel oder direkt zu bestellen beim Verlag hier.

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