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Donald Trump steuert in die richtige Richtung

Von Peter Haisenko 

Noch weiß niemand so ganz genau, was Donald Trump machen wird, wenn er im Amt ist. Vor allem, wenn man seine aus den Wahlkampfreden herausgerissenen „Zitate“ betrachtet, die von den Systemmedien verbreitet worden sind. Der künstliche Nebel beginnt sich allmählich zu lichten. Nicht nur seine Reaktion auf den letzten Affront Obamas lassen hoffen, sondern auch sein letzter Tweet des Jahres 2016. Es sieht so aus, als ob Trump die Probleme der USA – und damit der ganzen Welt – genau erkannt hat und das einzig Richtige tun will.

Auch wenn man mich dafür als Populist beschimpfen wird, vertrete ich die Auffassung, dass man nahezu alle, ich wiederhole: alle Probleme der Welt auf eine Ursache zurückführen kann: Das andauernde und unmäßige Außenhandelsdefizit der USA. Dieser Umstand zwingt die US-Regierung geradezu zu ihrem abscheulichen Handeln, das der Welt so viel Leid und Tod gebracht hat. Nicht zu vergessen Massenverarmung, Ausbeutung und prekäre Arbeitsverhältnisse. In diesen sozialen Spannungsfeldern begründen sich letztlich Massenmigration, Terrorismus und wachsende Spaltung der Gesellschaften. Das humanistische Gegenmodell ist wiederum so einfach, dass es schnell als populistisch abgetan wird: Wer in angemessenem Wohlstand in einem gesunden sozialen Umfeld leben kann, wird weder seine Heimat verlassen, noch seinen Lebensstandard durch terroristische Aktionen gefährden wollen.

Außenhandelsdefizit der USA von gigantischem Ausmaß

Es ist eine alte, aber vergessene Binsenweisheit, dass Wirtschaft und Währung eines kriegführenden Landes den Bach runter gehen müssen. Die USA führen andauernd Krieg und so widersprechen der Stand des US-Dollars und die angeblich starke Wirtschaft der USA allen Regeln. Das war nicht immer so. Der Vietnamkrieg hat die USA an den Rand des Zusammenbruchs geführt und Präsident Nixon sah sich gezwungen, in einem selbstherrlichen Akt 1971 die Grundlage des bis dahin einigermaßen funktionsfähigen Systems von Bretton Woods aufzukündigen: Die Goldbindung des US-Dollar. Von da an konnten die USA nach Belieben Geld drucken und sie tun es bis heute. Seither haben die USA ein steil ansteigendes Außenhandelsdefizit aufgebaut, das sich – außer Großbritannien – sonst kein Staat erlauben kann. Unverständlich bleibt, warum die Welt das akzeptiert hat und weiterhin akzeptiert. Aber wer will schon jemandem widersprechen, der den größeren Revolver in der Hand hält und oft genug demonstriert hat, dass er diesen auch abfeuert.

Das offizielle Außenhandelsdefizit der USA beträgt etwa 1.000 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Rechnet man aber die Einnahmen aus dem Finanzsektor mit ein, also die Einnahmen, die durch ein US-dominiertes Finanzsystem und den immanenten Betrug generiert werden, so muss das US-Defizit mehr als verdoppelt werden. In anderen Worten heißt das, dass in den USA jeden einzelnen Tag Waren und Dienstleistungen konsumiert werden im Wert von etwa sechs Milliarden Dollar, für die dort keinerlei Arbeit geleistet wird. Sie werden „bezahlt“ mit Geld, das aus dem Nichts einfach hergestellt wird. Dieser Umstand ist es, der es unumgänglich macht, das eigentlich schon lange gescheiterte Weltfinanzsystem mit immer abenteuerlicheren Mitteln am Leben zu erhalten. Bricht es zusammen, können die Amerikaner ihre Importe nicht mehr „bezahlen“ und sie müssten ihren Lebensstandard um etwa 40 Prozent reduzieren. Dass das sogar zu Bürgerkrieg führen könnte, ist selbsterklärend.

Der globale Schuldenberg kann niemals mehr abgetragen werden

In welchem ursächlichen Zusammenhang steht nun das US-Außenhandelsdefizit mit dem Elend der „Dritten Welt“? Dem Elend, dem wir unter anderem Massenmigration verdanken? Die Antwort ist wiederum so einfach, dass manch einer geneigt sein wird, mich auch an der Stelle als Populisten zu beschimpfen. Würden in Entwicklungsländern, in denen für den Westen produziert wird, Löhne in anständiger Höhe bezahlt, Löhne, die Kinderarbeit überflüssig machten, dann hätten Produkte aus diesen Ländern einen höheren, gerechteren Preis. Deutschland, Europa, eigentlich die ganze Welt außer den USA hätten damit kein Problem. Im Gegenteil könnten dann in diese Länder unsere hochwertigen Industrieprodukte in größerem Maßstab exportiert werden und alles wäre besser – für alle. Ganz anders sieht es für die USA aus. Höhere Preise für Importprodukte würden das Außenhandelsdefizit explodieren lassen, denn in den USA werden keine konkurrenzfähigen Produkte hergestellt, die diese Länder importieren wollten. Vergessen wir nicht, dass sogenannte US-Produkte wie Modeartikel und Elektronik nicht im eigenen Land hergestellt werden. Es sind nur amerikanische Handelshäuser, die auf die Fremdprodukte ihr Firmenzeichen anbringen lassen und dann den Verkaufsgewinn kassieren. Apples I-Phone wird auch in Taiwan produziert.

Der Schuldenstand der westlichen Länder ist schon seit Jahrzehnten so hoch, dass man gesichert davon ausgehen kann, dass diese Schulden niemals mehr beglichen werden. Obama hat die US-Schulden verdoppelt auf jetzt über 20.000 Milliarden – nominal. Die USA schulden also jedem einzelnen Mensch auf Erden etwa 3.000 Dollar – nominal, real dürfte es noch viel mehr sein. Ein globales Insolvenzverfahren ist also längst überfällig. Dass ein solches noch nicht einmal angedacht worden ist, hat einen einfachen Grund: Die USA könnten anschließend ihre Importe nicht mehr bezahlen – dieses Mal real –, weil anschließend das grün bedruckte Papier aus US-Produktion nicht mehr ohne reale Gegenleistung akzeptiert werden könnte. Die Folgen? Siehe oben. Hier kommt nun Donald Trump mit seinem Konzept „Make America Great Again“. Der Geschäftsmann Trump hat diese Problematik offensichtlich verstanden und er weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Finanzsystem zusammenbricht. In diesem Sinn muss sein Tweet gesehen werden: „Buy American and Hire American“, den er als die zwei einfachen Regeln für sein Regierungshandeln vorgestellt hat. (Amerikanische Waren kaufen und amerikanische Arbeiter einstellen.)

Trump will nicht mehr „Weltpolizist“ spielen – und das ist gut so!

Nun könnte man diese einfache Maxime wieder als populistisch bezeichnen, denn Ähnliches kennt man schon aus Großbritannien, seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Bezeichnung „Made in Germany“ sollte Briten abhalten, deutsche Produkte zu kaufen. Dieser Schuss ist nach hinten losgegangen und „Made in Germany“ wurde weltweit zum Gütesiegel für Qualitätsware. Dass der Plan der Briten damals gescheitert ist, hat einen ganz einfachen Grund: Er kann nur funktionieren, wenn gleichzeitig die kriegerischen Abenteuer eingestellt werden – und Great Britain war zu der Zeit alles andere als friedlich unterwegs. Donald Trump hat wohl auch das erkannt. Er will nicht mehr den „Weltpolizist“ spielen und erteilt auch den Regime-Changes eine Absage. So könnte sein Plan funktionieren, vor allem dann, wenn er sein Vorhaben durchzieht, Importprodukte mit hohen Zöllen zu belegen und damit unattraktiver zu machen. Warum aber ist es so wichtig für das Gesunden der Welt und vor allem der USA, dass die USA ihre Außenhandelsbilanz wieder in einen ausgeglichenen Bereich bringen?

Zunächst wieder siehe oben. Bevor die USA zulassen können, dass das gesamte Finanzsystem grundrenoviert wird, also ein globales Insolvenzverfahren die unbezahlbaren Schulden annulliert, muss die amerikanische Außenhandelsbilanz ausgeglichen sein. Das geht aber nur, wenn innerhalb der USA wieder ausreichend und in konkurrenzfähiger Weise produziert wird. Dazu ist es notwendig, für eine Übergangsphase den inneramerikanischen Markt mithilfe von drastischen Importzöllen zu schützen, zu privilegieren. Genau das hat Donald Trump in seinen Wahlkampfreden gefordert und jetzt mit seinem Tweet zum Jahresende zum offiziellen Programm gemacht. Kein Wunder also, dass er von den Vasallen des Kapitals und des Militärisch-Industriellen-Komplex´ so vehement angegriffen wird, denn das bedeutet auch, dass er das Ende des ungerechtfertigten, ausbeuterischen, unanständigen und betrügerischen Luxus der Finanzmafia, der unproduktiven Parasiten, einläutet, ja sogar einläuten muss. Auch ich sehe keine andere Möglichkeit, Amerika wieder großartig zu machen und gleichzeitig aus dem Teufelskreis zu befreien, Dominanz, Tod und Verderben über die ganze Welt bringen zu müssen.

Begründete Hoffnung auf eine friedlichere Welt

Donald Trump hat sehr viel Geld. Im Zusammenhang damit wird ihm vorgeworfen, Mitglied der „Finanzelite“ zu sein. Das ist nicht der Fall. Schon vor mehr als zehn Jahren hat sich Trump geäußert, dass er eben nicht von der anglikanischen Finanzelite als gleichberechtigtes Mitglied anerkannt wird, trotz seines Reichtums. Die Auswahl seiner vorgestellten Regierungsmannschaft lässt auch Gutes hoffen, obwohl es von den Systemmedien anders dargestellt wird. Es sind dies vornehmlich „gefährliche alte Männer“, wie ich sie gern bezeichne, und Trump gehört dazu. Damit meine ich, dass es Männer sind, die wegen ihres Alters eigentlich ihre Karriere hinter sich und genügend Geld haben, deswegen niemandem mehr verpflichtet sind und so nur noch ihrem Gewissen folgen können, bevor sie vor das höchste Gericht treten müssen. Sieht man genauer hin, stellt man fest, dass diese Männer eben nicht anerkannte Mitglieder der anglikanischen Mafia waren, sondern „nur“ begabte und gut bezahlte Handlanger derselben. Wieder kein Wunder, dass sie präventiv schlecht beurteilt werden.

Die Verfechter der unregulierten Globalisierung behaupten immer wieder, diese wäre der Weg für Wohlstand und „alternativlos“. Wer aber ohne ideologischen Filter sehen kann, hat schon lange begriffen, dass dieser Weg nur vorübergehend zielführend sein kann; dass er zu einem Wettbewerb nach unten führen muss mit dem fatalen Ergebnis, dass letztlich niemand mehr die im Überfluss produzierten Waren kaufen kann, weil die Löhne dafür nicht ausreichen. Deswegen gilt: Globalisierung ja, aber mit strengen und vernünftigen Regeln. Das ist das Programm von Trump und man muss ihm nur genau zuhören, um das zu wissen. Donald Trump ist sicherlich kein Heiliger, aber seine bislang erkennbaren Ziele können die Welt in ein goldenes Zeitalter führen. Allein der Umgang mit Russland zeigt bereits, dass man sehr wohl auf eine friedlichere Welt hoffen darf, in der Toleranz gegenüber anderen nicht nur eine hohle Phrase der „westlichen Werte“ ist, die mit tödlicher Arroganz allen aufgezwungen werden sollen. Ich denke, wir, die wir nicht zur Finanzmafia und zu den Profiteuren des Militärisch-Industriellen-Komplex´ gehören, können mit großer Zuversicht ins neue Jahr schreiten.

Zum Abschluss erlaube ich mir nochmals den Hinweis auf „Die Humane Marktwirtschaft“ nach Haisenko/von Brunn. In diesem Werk stellen wir nicht nur ein revolutionäres System vor, das es in seiner Vollständigkeit noch nicht gegeben hat. Wir zeigen sogar einen Weg auf, der es selbst den maroden USA ermöglicht, in Zusammenarbeit mit dem Rest der Welt wieder auf die Beine zu kommen, ohne Gewalt und Betrug. Donald Trump steuert in die richtige Richtung und sein Weg kollidiert nicht mit den Vorgaben der Humanen Marktwirtschaft. Im Gegenteil könnte eine Kombination aus beidem zu wahrhaft paradiesischen Zuständen führen in derart kurzer Zeit, wie es niemand für möglich halten könnte, der sich noch nicht mit dem Modell der Humanen Marktwirtschaft nach Haisenko/von Brunn vertraut gemacht hat.


Warum sich die USA ein andauerndes Außenhandelsdefizit erlauben können und warum das nicht nur für die Weltwirtschaft, sondern letztlich für die USA selbst zerstörerisch ist, können Sie in diesem Grundsatzartikel erfahren: Die verschwiegenen Ursachen der Jahrhundertkrise

Wie positiv sich angemessene Löhne in der "Dritten Welt" auswirken würden wird in diesem Artikel beleuchtet: Kinderarbeit ist ein Luxusproblem