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Friedrich Merz wiegt Deutschland in den grünen Wasserstoff Traum

Von Wilfried Schuler

Mit stolzgeschwellter Brust kehrte unser Kanzler aus Indien zurück. Im Gepäck eine Lieferzusage für 500.000 Tonnen Ammoniak jährlich. Chefsache. Er hat sich als getreuer Sachwalter von Robert Habeck erwiesen und führt dessen groteske und destruktive  Ammoniak-zu-Wasserstoff-Strategie fort. Dass Habeck selbst schon vor langer Zeit davon abgerückt ist, stört ihn nicht im Geringsten.

Der Kanzler weiß es nicht und kein Wissender hat es ihm je erzählt. Als man Churchill vor 80 Jahren im Parlament entgegen rief “Die Tatsachen sind gegen sie”, war die trockene Antwort, “umso schlimmer für die Tatsachen”  Genau so wenig schert sich Merz um die Tatsachen.

Siehe Video aus 2024 min   22´30 – 23´30

Wie man sieht, auf Armeslänge zu Habeck, steht Frau Professor Veronika Grimm, die Vorsitzende des Wasserstoff Rates. Sie nimmt diese äußerst bedeutsamen Botschaften regungslos hin. Man fragt sich betroffen, ob sie überhaupt verstanden hat, dass diese Aussagen das Potential in sich haben den Wasserstoff Zirkus sofort zu stoppen. Wo war ihr kritischer Verstand in diesem Augenblick. Dafür gebührt ihr kein sechsstelliges Jahreseinkommen! Oder ist sie schwerhörig?

Von Indien zu Namibia

Wer erinnert sich noch, dass RWE im Oktober 2025 eine Vereinbarung,  jährlich 250 000 Tonnen Ammoniak aus Namibia zu beziehen, mit fadenscheinigen Begründungen gekündigt hat. Ist diese Nachricht etwa an der Regierung vorbei gegangen? Wohl kaum. Das Wasserstoff-Projekt in Namibia war für einige Jahre Chefsache bei Habeck. Es war die prächtige Fata Morgana am Horizont der Grünen. Allerdings rückte  sie, synchron mit der Fortschreibung des Kalenders in die Zukunft. Asymptotisch nannte der Mathe Lehrer das 1962. Für immer unerreichbar.

Die Gründe für den Stopp in Lüderitzbucht sind offensichtlich und schnell erklärt. Die Anlage wird, wenn überhaupt jemals, nicht zum geplanten Zeitpunkt in Betrieb gehen. Nach Jahren der Propaganda und der Vorbereitung hat der Bau immer noch nicht begonnen.

1. Denn mit des Geschickes Mächten...
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20251/denn-mit-des-geschickes-maechten-ist-kein-ewger-bund-zu-flechten-und-das-unheil-schreitet-schnell/ 

2. Stolpersteine in Namibia. 
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20242/stolpersteine-in-der-namib/ 

3. Der Hochlauf des Wasserstoffs wird zum Absturz.
https://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/wissenschaft-und-technik-2025/der-hochlauf-des-gruenen-wasserstoffs-wird-zum-absturz/ 

RWE hatte gar keine Wahl. Um nicht im Strudel der Fehlplanungen ihrer Partner in Namibia fortgerissen zu werden, mussten sie aussteigen. Die eigene, schlimme Fehleinschätzung wird deshalb aber nicht ungeschehen gemacht, nur getarnt.

Ein möglicher Grund für den Ausstieg seitens RWE liegt nämlich in der Tatsache begründet, dass die Ammoniak/Wasserstoff-Variante eine Verlustrate in der Größenordnung von über 80% aufweist. Um eine kWh aus dem deutschen Netz entnehmen zu können, werden über 5 kWh unterwegs verschwendet. Vielleicht ist diese Tatsache, wenn auch spät, jemandem aufgefallen und er hat den Alarmknopf gedrückt.

Wie Frau Reiche den indischen Ammoniak sehen müsste

Hat Friedrich Merz denn die Fachleute seiner Regierung konsultiert? Eventuell die studierte Chemikerin Frau Reiche? Sie hat ja bereits in der Merkel-Zeit intensiv an der Stilllegung von Kraftwerken mitgearbeitet, sich dazu bekannt und Besserung gelobt. Als ehemalige Vorsitzende des Wasserstoff-Rates wäre sie die erste Adresse zur Klärung solcher Probleme. War sie involviert? Die Sprengkraft dieser Frage liegt auf der Hand.

Hier die technischen Details des  epochalen Ammoniak-Geschäftes.

500 000 Tonnen Ammoniak bestehen aus 412 000 Tonnen Stickstoff und 88 000 Tonnen Wasserstoff. Damit diese Information nicht untergeht - der Heizwert des Stickstoffs ist Null. Sein Import ist zu nichts gut. Nur tote Masse auf dem Tanker zu horrenden Kosten. Laut Literaturangaben der Firma Uhde, Lieferant des Ammoniak Crackers, muss man 20% des importierten Ammoniaks verbrennen, um damit den besagten Cracker heizen zu können. Es bleiben folglich nur noch 70 000 Tonnen Wasserstoff zur Nutzung übrig. Bei einem Heizwert von 33,3 kWh/kg und einem Wirkungsgrad von 45% für ein thermisches Kraftwerk könnten auf diesem Weg 1,05 TWh Elektrizität bereitgestellt werden. Da AKWs wie Grohnde oder Isar 2 jährlich 10 TWh geliefert haben, müsste man 30 x 500 000 Tonnen Ammoniak aus Indien importieren, nur um die Lücke, die von den drei letzten AKWs hinterlassen wurde, zu schließen.  Müßig zu sagen, dass dieses Loch mit importiertem Ammoniak nicht zu stopfen ist. 

Das Absurde der Unternehmung tritt klar zu Tage

Einschließlich aller Nebenoperationen für den Betrieb einer Großanlage ist es konservativ, 13 kWh/kg  für die Herstellung von grünem Ammoniak zu veranschlagen.

500 000 x 1000 kg x 13 000 Wh/kg  = 6,5 TWh

Aus 6,5 TWh Sonnen- und Windstrom in Indien würden 1,05 TWh Energie aus dem Netz in Deutschland. Es ist müßig, das Lächerliche dieses Tatbestandes in Prozent auszudrücken.

Zum Abschluss

Wie bereits dargelegt, ist es prinzipiell unmöglich, eine chemische Großanlage nur mit Sonnen- und Windenergie zu betreiben. Ein beigestelltes großes Kraftwerk ist zwingend erforderlich. Damit wäre aber das grüne Dogma zerstört. Deshalb wird dieser Weg nie beschritten werden. Das Vorhaben ist unwiderruflich zum Scheitern verurteilt.

Kein „Hydrogen-Ready-Kraftwerk“ in Deutschland wird jemals seinen unterirdischen Wirkungsgrad beweisen müssen, da der vorgesehene Brennstoff aus Indien dafür nicht verfügbar sein wird. Die im Augenblick geplanten 10 GW Gaskraftwerke würden bei 50 % Auslastung, 44 TWh jährlich abgeben können. Zu ihrem Betrieb müssten 98 TWh Wasserstoff entsprechend 3 Millionen Tonnen jährlich bereitgestellt werden. Das wiederum würde einen Import von 21 Millionen Tonnen Ammoniak erfordern. Zur Orientierung. Die Weltproduktion liegt bei ca. 190 Mio. Tonnen.

Das grandiose 500 000 Tonnen Ammoniak-Geschäft wird mt betretenem Schweigen enden. 

Die Sondierung  der Vorgeschichte demaskiert das Ganze als Schaufenster Projekt

Im September 2024 hatte RWE eine Absichtserklärung über den Kauf von 250 000 Tonnen grünes Ammoniak mit der indischen Firma AM Green abgeschlossen. Zu dieser Zeit existierte aber bereits eine ältere Vereinbarung mit Hyphen in Namibia, die vor diesem Zeitpunkt getroffen wurde. Dieses Papier über ebenfalls 250 000 Tonnen wurde im Oktober 2025 mit vorgeschobenen Begründungen seitens RWE annulliert. Der Vertrag den RWE mit AM Green hat, wird nicht mehr erwähnt. Wurde er annulliert? Die jetzigen 500 000 Tonnen werden von Uniper importiert. Nicht von RWE. Hat RWE das Geschäft auf Uniper übertragen? Eine verworrene Lage. Die unter anderem die Aufrichtigkeit von RWE mit einem Fragezeichen brandmarkt.  Der Gipfel der Merkwürdigkeiten liegt aber woanders.

Indien ist einer der größten Importeure von Ammoniak und hat 2024 fast zwei Millionen Tonnen importiert. Wieso sollte man grünes Ammoniak nach Deutschland exportieren?

Dem Fachmann ist bekannt, dass die Verwendung von Wasserstoff in der Chemischen Industrie mit hohem Wirkungsgrad geschieht. Wenn man aus Wasserstoff Ammoniak herstellt beträgt die Ausbeute nahe 100%. Dem gegenüber steht die vorsätzliche und horrende Verschwendung wenn Wasserstoff als Energieträger verwendet wird. Wie konnte es zu dieser armseligen, überflüssigen Vorstellung kommen, bei dem die Regeln der Vernunft und die gerade von der Regierung so viel beschworene „Wissenschaft“ derart schamlos missachtet werden? 

Das nicht Gesagte ist noch viel schlimmer. Es eröffnet den Blick in eine trostlose deutsche Zukunft.

Es gab eine Zeit in der die Presse berichtet hätte, dass Deutschland einen bedeutenden Teil der Anlagen liefern wird, die man in Indien benötigt. Eventuell hätte die Meyer Werft ihren neuen Wasserstoff oder Ammoniak Tanker vorgestellt. Deutsche Ingenieure und Techniker bauen Anlagen mit unseren Bauteilen. Nichts dergleichen. Wird Indien die Ausrüstung bauen? Oder soll China liefern? Die Leitung  des Projektes ist zur Gänze in indischer Hand. Wer würde daran zweifeln.

Benötigt man Deutschland etwa nur noch als Kunden? Diese Perspektive ist erschreckend. Laut Pressenotizen plant man ein Exzellenz Zentrum in Indien und eine Vereinheitlichung von Normen. Ehemalige grüne Staatssekretäre werden zukünftig in der Wüste von Punjab deutsches Bürokratentum und grüne Ideologie kultivieren. Sie werden in klimatisierten Büros residieren und sechsstellige Einkommen beziehen. Während in Deutschland der Strom knapp wird. Man wird grüne Energie exportieren, derweil hunderte Millionen Bauern auf dem Land Kuhfladen und Kamel Dung zum Kochen verbrennen. Als 1969 noch Kohle in Deutschland gefördert wurde, war der Heizwert alles so genutzten indischen Kuhdungs ( 4 kWh/kg )höher als der Heizwert der jährlichen deutschen Kohleproduktion.

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