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Nichts ist unmöglich: Toyota 

Das Wasserauto – Wenn Physik Urlaub macht und Marketing übernimmt

Ein Glosse von Hans-Jörg Müllenmeister 

Es gibt Ideen, die sind so putzig, dass man sie fast mögen möchte. 
Und dann gibt es das Wasserauto. Eine technische Fata Morgana, die immer dann auftaucht, wenn irgendwo ein Journalist „Wasserstoff“ hört, aber nur „Wasser“ mitschreibt.

Man möchte ihnen ein Glas Wasser reichen – nicht zum Tanken, sondern zum Runterkühlen.

Man könnte fast meinen, die halbe Welt wartet nur darauf, dass endlich jemand behauptet: „Dieses Auto fährt mit Wasser!“ – und schon werfen sie ihre Physikbücher ins Altpapier und jubeln wie beim Public Viewing.

Dabei ist Wasser chemisch gesehen ungefähr so energiegeladen wie ein ausgewrungener Teebeutel. Aber gut, wer braucht schon Energiebilanzen, wenn man stattdessen Hoffnung tanken kann. 

Die Grundidee: Wasser rein, Wunder raus

Nur leider funktioniert die Elektrolyse nicht mit Applaus, sondern mit Strom. Viel Strom. Mehr Strom, als die Brennstoffzelle später wieder zurückgibt.

Das ist ungefähr so clever wie ein Kühlschrank, der sich selbst kühlt, indem er die Tür offen lässt. Die Vorstellung ist ja herrlich: Man kippt Wasser ins Auto, drückt auf den Startknopf, und das Fahrzeug verwandelt sich in eine rollende Zaubershow. 

Toyota und der Mythos, der einfach nicht sterben will

Toyota baut eben keine Wasserautos.Toyota baut Wasserstoffautos.

Das ist ein Unterschied wie zwischen einem Gartenschlauch und einem Hochdruckreiniger. Aber weil „Wasserstoff“ für manche Menschen klingt wie ein kompliziertes Fremdwort, wird daraus in der Gerüchteküche schnell „Wasser“. Und schon hat man wieder eine Schlagzeile, die klingt wie ein Versprechen aus einem Teleshopping-Kanal:

„Jetzt NEU! Fahren Sie mit Wasser! Nur heute! Nur bei uns! Nur solange der Wasserhahn läuft!“ 

Warum der Unsinn trotzdem funktioniert

Weil viele Menschen Technik für eine Meinung halten. 
Weil „kostenloser Treibstoff aus Wasser“ so schön klingt. 
Weil man sich gerne als Teil einer geheimen Wahrheit fühlt, die „die da oben“ angeblich unterdrücken.

Und weil niemand Lust hat, sich mit Energiebilanzen zu beschäftigen. Dabei wäre es ganz einfach: Wenn ein System weniger Energie liefert, als man hineinsteckt, nennt man das nicht Innovation, sondern Fehler.

Oder eben „Wasserauto“. 

Der warnende Teil: Physik ist kein Wunschkonzert

Man kann sich Naturgesetze nicht aussuchen wie Toppings auf einer Pizza.

„Ich nehme gern die Emissionsfreiheit, die kostenlose Energie und die unbegrenzte Reichweite – aber bitte ohne Energieerhaltungssatz, der liegt mir schwer im Magen.“

So funktioniert das nicht. Die Physik ist die einzige Behörde, die sich nicht bestechen lässt. Nicht mal mit einem Eimer Wasser. 

Fazit: Humor hilft – aber Physik gewinnt

Das Wasserauto bleibt ein Märchen. Ein hübsches Märchen, zugegeben.

Eines, das man Kindern erzählen könnte, wenn man ihnen beibringen will, wie man nicht denkt.

Aber für Erwachsene gilt: Wer glaubt, ein Auto könne mit Wasser fahren, glaubt vermutlich auch, dass man ein Loch im Boot repariert, indem man ein zweites Loch daneben bohrt, damit das Wasser wieder raus kann.

Und deshalb fährt das Wasserauto auch in Zukunft nur an einem Ort: In der Fantasie – und dort bitte mit Sicherheitsgurt.

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