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Ein Fluxkompensator wäre schön, aber eben Illusion

Von Sigrid Petersen 

Ich denke, ein letztes Mal werde ich mich an dieser Stelle einem Energiewendethema widmen.
Aus zwei Gründen. Erstens ist über dieses Thema eigentlich von Kritikerseite alles gesagt und sämtliche Kritik hat sich als richtig herausgestellt oder ist dabei, sich als richtig herauszustellen. Und zweitens nähert sich endlich auch sukzessive das Ende des Narrativs „Menschgemachter Klimawandel“ und wird damit die Energiewende von dieser Seite aus beerdigen.

Dass es in Deutschland am längsten dauern wird, ist auch schon oft genug festgestellt worden. Die bislang Regierenden werden platt an der Wand gelandet sein müssen, erst dann werden sie (vielleicht) die begangenen Fehler sehen können. 

Ein Fluxkompensator („Zurück in die Zukunft“), um die Vergangenheit korrigieren zu können, wäre schön, ist aber eben Illusion. 

Also, nun doch noch einmal ein kleiner Aufsatz zu den unmöglichen Erzählungen, wie die Energiewende „uns“, wenn denn richtig gemacht, in die helle Zukunft führen wird. 

Ich habe mir einmal die Mühe gemacht – in STÜNDLICHER Jahresabrechnung – zu prüfen, wie es denn nun ausschauen würde mit der verlässlichen Stromversorgung bei gleichzeitiger möglichst hoher Unabhängigkeit von den Nachbarländern, hätten wir doch nur genug Speicherkapazitäten. Und da wird ja zunehmend mit Batterien geliebäugelt, weil H2-Strom zu teuer würde. 

Dazu habe ich die stündliche Stromproduktion und den stündlichen Stromverbrauch des Jahres 2024 herangezogen.

Also Stromproduktion EE+Fossile.

Und genau hier liegt der Punkt! Denn man muss feststellen, dass man mit Jahres-, Monats- oder sogar Wochenbilanzen keine validen Aussagen über notwendige Speicherkapazitäten machen kann. Und selbst die stündliche „Abrechnung“ ist noch lange nicht aussagekräftig genung, um die tatsächlich notwendige Speicherkapazität zu bestimmen, da Strombedarfe und generierte Strommenge sekündlich schwanken, so dass ein Stundenmittelwert immer noch sehr ungenau ist. Die Stunde liefert beispielsweise insgesamt einen Stromüberschuss, innerhalb dieser Stunde ist allerdings Importstrom notwendig geworden und mehr Strom exportiert worden als der Stundenüberschuss ausmacht. 

Die Ergebnisse sind so erschreckend wie lächerlich. Alleine auf Batterien gesetzt, ist es fast völlig egal, ob man nun 200 GWh oder 600 GWh Speicherkapazität installieren würde. Die von den Batterien eingespeiste Strommenge würde im 1. Fall 11% und im 2. Fall 14% des Stromdefizits in den Zeiten von Strommangel tragen, jeweils über 83% des Defizits müssten nach wie vor über Importe gedeckt werden. Was in diesem Falle ca. knapp über 10% bzw. knapp unter 10% der selbst produzierten Strommenge (nicht der Last, die in den Bildern dargestellt ist) ausmacht.

Man könnte nun die Erneuerbaren und die Batteriekapazitäten soweit aufstocken, dass genug Überschussstrom vorhanden wäre um die Batterien so aufladen zu können, sodass kein Import mehr notwendig wäre. Dadurch würde der Export massiv steigen. Also Strom für die „Anderen“. Oder natürlich nicht nur den dann anfallenden Überschussstrom für die Batterieladung verwenden, sondern auch hierfür die EE-Kapazitäten erhöhen. Damit allerdings wäre die Energiewendler-Idee ad absurdum geführt. 

Man sieht, die Erfolge wären riesig gewesen.

Da muss flexibilisiert werden! 

Der daraus folgende Gedanke für die Flexibilisierung nun Wasserstoff zu speichern und zu verstromen ist die naheliegende Lösung/Losung der Energiewendler. Auch wenn man weiß, dass das die teuerste Variante ist, Strom herzustellen, da die Verluste bei bis zu 80% der Eingangsenergie liegen. 

Laut EU-Regeln ist es ein Muss, wenn der Strom und Wasserstoff als „grün“ gelten soll, dass die Erneuerbaren eigens für die Elektrolyse installiert werden müssen. Mit der hier angenommenen Elektrolysekapazität und der installierten Leistung onshore und PV, wäre der Import durch Wasserstoffelektrolyse um beinahe die Hälfte (bei 200 GWh) bis fast 65% (bei 600 GWh) kompensiert.

Variante ohne EU-Regel

Nun stellt sich allerdings heraus, dass selbst unter zusätzlicher Verwendung des Überschussstromes, der von der jeweiligen Batteriekapazität nicht mehr aufgenommen werden kann, der Export sich zwar auf Null reduziert, sich der Import aber nur sehr geringfügig reduziert. Um den Import auf so gut wie Null zu reduzieren, müssten die Erneuerbaren um 20% erhöht werden, um dann den Überschussstrom von 4,5% auf 12,5% des produzierten EE-Stroms zu erhöhen.

Auch sehr sinnvoll 

Bild 2a: 2024 mit Elektrolyse-Strom auch aus Überschussstrom allgemeiner EE und verschiedenen Batteriekapazitäten

Man sieht, die Erfolge sind gigantisch.

Auf Grund des Preises, wie auch der eingeschränkten Möglichkeiten, Wasserstoff in Deutschland herzustellen, ist man vorerst inzwischen auch davon abgekommen, ihn in größerem Umfang zur Verstromung zu missbrauchen. An seine Stelle sollen wieder Gaskraftwerke und Gas-und Dampfturbinenkraftwerke als Backup installiert werden. Immerhin zusammen mit fast 80 GW. Die sollen zwar H2-ready gebaut bzw. umgebaut werden, dann allerdings stünde man wieder vor dem gleichen Kostenproblem. An dieser Stelle sei auf den ersten Absatz verwiesen. 

Kosten? Ach was! 

Nun einmal nur grob zu den Kosten. Rechnet man mit 200.000 MWh Batteriekapazität (ohne Elektrolyse), schlüge die MWh der Batterie mit 700€ zu buche (reine Investitionskosten, ohne Betriebskosten, ohne Eingangsstrom, etc). (Den Preis für die Megawattstunde bei einer Batteriekapazität von 600 GWh möchte ich hier gar nicht angeben – dazu muss man sich nur Bild 1 anschauen). Bei durchschnittlichen Kosten für die importierte Megawattstunde im Jahr 2024 von 80€/MWh hätten die Kosten für den auszugleichenden Defizitstrom bald um den Faktor 2 höher gelegen. 

Sinnvoll, oder? 

Da die Kosten für die Megawattstunde „Wasserstoffstrom“ noch deutlich über dem Preis der Eingangsenergie (EE-Strom für die Elektrolyse mit 65% Umwandlungsverlust und für die Rückverstromung noch einmal mit ca. 15% Verlust + Investitionskosten für Elektrolyseur, deren Betriebskosten, etc) liegen muss(!), soll das hier nicht weiter betrachtet werden.

Die Aussagen, dass der so gewonnene Strom auch deutlich günstiger ausfallen kann, bezieht sich auf die möglichen Befreiungen von Steuern, Abgaben und Umlagen sowie den Zertifikatshandel. Wer dann wohl diese Differenzbeträge am Ende bezahlt? 

Wer denkt sich sowas aus? Und warum wohl? 

Schiller nannte sie Brotgelehrte

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