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Teil des maroden US-Energienetz - ein Drahtverhau bei Wind und Wetter 

Amerikas Absurditäten: die US‑Rüstung boomt, das US-Energienetz verfällt

Von Hans-Jörg Müllenmeister 

Heuer im Juni: 250 Jahre Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten  – und ein Energienetz, das wirkt, als sei es im selben Jahrhundert entworfen worden. Ein Land, das Milliarden in High‑Tech‑Waffensysteme steckt, aber seine elementare Infrastruktur wie ein Stiefkind sträflich vernachlässigt.

Dass das US‑Energienetz in diesem Zustand ist, liegt weniger an technischem Unvermögen als an seiner Struktur.  Viele Stromleitungen in den USA liegen „überirdisch“. Es existiert kein einheitlicher Betreiber, keine zentrale Verantwortung, keine durchgehende Strategie zur Modernisierung. Stattdessen verteilt sich das Netz auf hunderte regionale Versorger, private Unternehmen und unabhängige Netzbetreiber. Das ist ein historisch gewachsenes Geflecht, das eher einem Fleckerlteppich gleicht als einem nationalen Infrastrukturprojekt. Die alten Holzmasten bestehen meist aus Western Red Cedar oder Douglasie. Wenn man da übers Land fährt, bietet sich ein armseliger Anblick, vergleichbar mit einem Land aus der Dritten Welt. Jeder dieser Netz-Akteure folgt seiner eigenen Investitionslogik und seiner kurzfristigen Profitgier. Langfristige Resilienz, Modernisierung oder überregionale Koordination bleiben dabei zwangsläufig auf der Strecke. 

Keine Investitionen in die Energiesicherheit 

Hinzu kommt, dass die USA weit stärker als Europa Naturgewalten ausgesetzt sind: Hurrikans, Tornados, Eisstürme, Waldbrände, extreme Hitzeperioden. Ein größtenteils oberirdisches Überlandnetz ist solch himmlischen „Störgrößen“ schutzlos ausgeliefert – und selbst gezielte Sabotageakte haben gezeigt, wie leicht verwundbar die Infrastruktur ist. Eine flächendeckende Erdkabelverlegung wäre technisch die optimale Lösung, doch sie kostet ein Vielfaches der Freileitungen. Für ein Land mit einem der größten Energienetze der Welt wäre das ein finanzielles Jahrhundertprojekt. Und erneut zeigt sich, wie die USA ihre Prioritäten setzt: Für militärische Großprogramme stehen jährlich dreistellige Milliardenbeträge bereit, für die Modernisierung der zivilen Infrastruktur dagegen kaum.

Dabei ist die Herausforderung in den USA ungleich größer als in Europa. Die Distanzen sind gewaltig: Energie muss über Tausende Kilometer transportiert werden – von den Windparks in den Great Plains zu den Küstenmetropolen, von den Wasserkraftwerken im Nordwesten zu den Industriezentren im Mittleren Westen. Ein solches Land bräuchte dringend ein hochmodernes, robustes und tief integriertes Übertragungsnetz. Stattdessen hängt es an Leitungen, die vielerorts aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammen und keineswegs für die heutigen Lasten ausgelegt waren.

Und doch gäbe es eine Vision, die das Problem an der Wurzel packen könnte: ein unterirdisches Netz, das mit supraleitenden Leitungen arbeitet – idealerweise sogar bei Umgebungstemperatur. Das wäre tatsächlich ein „Gamechanger“ wie die Erfindung des Internets. Ein solches System wäre nicht nur wetterfest, sondern nahezu verlustfrei. Strom könnte über den Kontinent transportiert werden, ohne dass unterwegs ein Drittel der Energie in Wärme verpufft. Die Leitungen wären kompakt, sicher, unempfindlich gegen äußere Einflüsse und könnten enorme Energiemengen übertragen. Es wäre die Infrastruktur einer echten Energiezukunft.

Doch diese Zukunft bleibt vorerst Theorie. Supraleitung bei Raumtemperatur ist bislang ein wissenschaftliches Versprechen, kein industrieller Standard. Und selbst wenn sie morgen verfügbar wäre, würde der Bau eines solchen Netzes Investitionen erfordern, die selbst die gigantischen Militäretats der USA in den Schatten stellen würden. Genau hier liegt das Paradox: Ein Land, das ohne Zögern Milliarden in Hyperschallraketen, Tarnkappenbomber und globale Militärpräsenz investiert, scheut die Kosten für eine Infrastruktur, die seine eigene Bevölkerung schützt und seine Wirtschaft langfristig stabilisieren würde. 

Im unsicheren Umfeld – Silber als Retter

In diesem Zusammenhang: Selbst wenn man diese strukturellen Defizite ausblendet, baut sich global ein geopolitisches Unwetter zusammen: Handelskonflikte, Ressourcen-Knappheit, technologische Abhängigkeiten und politische Polarisierung. In solchen Zeiten suchen viele Menschen nach etwas, das nicht von Währungen, Regierungen oder digitalen Systemen abhängt. Seit Jahrtausenden gelten Edelmetalle als solche Konstanten – kulturell verankerte Symbole für Beständigkeit.

Silber nimmt dabei eine bemerkenswerte Doppelrolle ein. Es steht einerseits für Stabilität in unsicheren Zeiten, andererseits ist es das Schlüsselmetall der Energiezukunft. Silber ist der beste elektrische Leiter, den die Natur bietet. In Photovoltaikzellen, Leistungselektronik, Transformatoren und Hochleistungskabeln ist es unverzichtbar. Und sollte eines Tages ein unterirdisches, hochmodernes Übertragungsnetz entstehen – vielleicht sogar mit supraleitenden Komponenten bei Umgebungstemperatur –, wäre Silber ein zentrales Element dieser Technologie.

Damit entsteht ein faszinierender Kontrast: Während die Staaten Milliarden in Rüstung, Raumfahrt oder geopolitische Machtprojektionen investieren, liegt ein Teil der Zukunftsfähigkeit paradoxerweise in einem Metall, das seit der Antike als Wertaufbewahrung dient. 

Silber verbindet das Archaische mit dem Modernen, das Private mit dem ganzen System. Es ist ein stiller Hinweis darauf, dass Stabilität manchmal dort entsteht, wo man sie am wenigsten vermutet: in einem Material, das sowohl Krisenzeiten überdauert als auch die Energie-Infrastruktur von morgen ermöglichen könnte.

Im Vergleich dazu präsentiert sich das europäische Übertragungsnetz – bei allen Schwächen – deutlich stärker integriert. Große Teile sind staatlich reguliert, über Landesgrenzen hinweg koordiniert und folgen gemeinsamen technischen Standards. Während Europa versucht, ein Netz zu harmonisieren, das ganze Regionen verbindet, ringen die USA mit einem System, das sich kaum über Bundesstaatengrenzen hinweg einigen kann. Der Kontrast könnte kaum größer sein. Um allein mit dem Stand des Europäischen Verbundnetz gleich zu ziehen, würden die USA mit ihren über 60.000 Kilometer Hochspannungsleitungen und Millionen Kilometer Verteilnetz einige Jahrzehnte benötigen. Plakativ gesagt: 

Raumfahrt „Wir fliegen zum Mars“ schafft Prestige – Stromnetze schaffen nur Ärger. Die US-Politiker denken in 24‑Monats‑Zyklen. Lobbygruppen bestimmen die Prioritäten. Polit-Spektakel wird belohnt, Substanz bestraft. Erst wenn ein Problem so übergroß wird, sodass es alle betrifft, entsteht Druck auf Washington. Auch bei uns in Deutschland macht sich taktischer „Reform-Schlendrian“ breit – die Symbolpolitik erobert die Bühne. Verrückt: Das System belohnt genau diese Dynamik.

Da fragt man sich: Wann kehrt wieder Vernunft und Besonnenheit ins Weltgefüge? Wahrscheinlich erst, wenn die Kosten des Unvernünftigen nicht mehr zu stemmen sind. Wenn die Bürger genug haben, dann entsteht ein kollektiver Wunsch nach Stabilität und Verlässlichkeit. Das ist kein moralischer, sondern ein pragmatischer Prozess. 

USA vs. China: Zwei Energie‑Supermächte, zwei völlig verschiedene Systeme

Die Vereinigten Staaten und China stehen genau vor derselben Herausforderung: ein gewaltiges Territorium mit Strom zu versorgen, das geografisch, klimatisch und wirtschaftlich extrem heterogen ist. Doch die Art und Weise, wie beide Länder diese Aufgabe angehen, könnte kaum unterschiedlicher sein.

Während die USA ihr Energienetz behandeln wie ein museales Relikt und ungern angehen, modernisiert China seine Infrastruktur mit der stoischen Selbstverständlichkeit eines Landes, das Zukunft nicht inszeniert, sondern baut. In Washington verschleißt man sich an Zuständigkeiten, Lobby-Interessen und ideologischen Ritualkämpfen, ein politisches Affentheater, das mehr Energie frisst, als das Netz am Ende liefern kann. Und weil sich mit Transformatoren, Leitungen und Umspannwerken kaum Schlagzeilen gewinnen lassen, flüchtet sich die amerikanische Politik lieber in Projekte, die glänzen, ohne zu tragen: Marsvisionen, geopolitische Muskelspiele, symbolische Milliardenprogramme. Peking dagegen zieht Leitungen quer durchs Land, als gäbe es Fleißkärtchen für jedes fertiggestellte Kilometerstück, und koppelt Regionen, Speicher und Erzeuger zu einem System, das nicht beeindrucken will, sondern funktionieren.  

Zwei Systeme, zwei Mentalitäten: hier ein Land, das seine kritische Infrastruktur vernachlässigt und sich dann wundert, warum sie bröckelt; dort eines, das sie als strategisches Fundament begreift und entsprechend stärkt – leise, zielstrebig, wirksam. 

Die USA verschläft ihre Zukunft durch Untätigkeit  

All das ergibt ein Bild, das sich kaum übersehen lässt: Während die USA mit Vorliebe in Projekte investieren, die spektakulär aussehen und politisch gut klingen, aber wenig mit der alltäglichen Funktionsfähigkeit des Landes zu tun haben, setzt China auf das Unspektakuläre, das Fundamentale, das Wirksame. Die einen träumen vom Mars, die anderen bauen „irdische“ Leitungen, Speicher und Netzknoten. Die einen pflegen eine aufgeblasene Rhetorik, die anderen konzentrieren sich auf die nüchterne Arbeit, die ein Land tatsächlich zukunftsfähig macht. Und genau hier, in diesem Kontrast zwischen symbolischer Selbstdarstellung und stiller Infrastrukturarbeit, zeigt sich, wer seine „Hausaufgaben“ macht – und wer lieber übermorgen redet, statt heute zu handeln. 

Mit Verlaub: Das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten palavert großmäulig mit Drohungen, Länder-Annexionen und Zöllen und vernachlässigt sträflich sein Energierückgrat. Dagegen stärkt China zielstrebig sein landesweites Energienetz mit Fleiß und kluger Voraussicht. Da gibt es kaum ein Rätselraten, wer von beiden am Ende die Weltherrschaft erringt. Auch wir in Deutschland müssen uns an die eigene Nase fassen, wir, die wir gern die schlechten Allüren von Onkel Tom unkritisch zollfrei importieren.  

Genauer: In den USA dominiert ein fragmentiertes, historisch gewachsenes System, das aus hunderten privaten und regionalen Netzbetreibern besteht. Die Infrastruktur ist oft alt, teils aus den 1960er‑Jahren, und Modernisierungen scheitern regelmäßig an politischen Blockaden, Genehmigungsprozessen oder dem Widerstand einzelner Bundesstaaten. Das Ergebnis ist ein Netz, das zwar leistungsfähig sein kann, aber anfällig bleibt: Stromausfälle, Engpässe, Blackouts und ein schleppender Ausbau erneuerbarer Energien sind die Folge. Die USA investieren immens in Rüstung, Hightech und geopolitische Machtprojektion, aber das marode Rückgrat der eigenen Wirtschaft – das Energienetz – bleibt vielerorts unterfinanziert.

China aber setzt auf radikale Zentralisierung und langfristige Planung. Der Staat entscheidet, wo Leitungen gebaut werden, welche Regionen Energie produzieren und welche sie verbrauchen. Dadurch kann China gigantische Infrastrukturprojekte in Rekordzeit umsetzen. Ultra‑Hochspannungsleitungen transportieren Strom über tausende Kilometer – etwa von den windreichen Steppen der Inneren Mongolei oder den Solarfeldern in Xinjiang bis in die Industriezentren an der Ostküste. Während die USA über Jahre über eine einzige neue Leitung schwadronieren, baut China in derselben Zeit ein ganzes Netz aus „Stromautobahnen“.

Auch beim Energiemix zeigt sich der Unterschied: Die USA setzen weiterhin stark auf Gas und Öl, ergänzt durch einen regional begrenzten Anteil erneuerbarer Energien. China dagegen baut erneuerbare Kapazitäten im industriellen Maßstab, installiert jährlich mehr Solar- und Windkraft als jedes andere Land und kombiniert das Ganze mit Großspeichern, Wasserkraft und einem massiven Ausbau der Kernenergie. Kohle bleibt zwar noch dominant, aber der Trend geht klar in Richtung eines integrierten, diversifizierten Systems.

Kurz gesagt: Die USA haben ein marktorientiertes, aber zersplittertes System, das unter Investitionsstau leidet. China hat ein autoritär gesteuertes, aber hochkoordiniertes System, das Geschwindigkeit und Flexibilität ermöglicht. Die Amerikaner kämpfen mit politischen Reibungsverlusten, die Chinesen mit Effizienzgewinnen durch Zentralisierung. Beide Modelle haben Schattenseiten – aber in puncto Netzmodernisierung und flächendeckender Versorgung liegt China deutlich vorne. 

China betreibt heute das größte und leistungsfähigste Stromnetz der Welt – 

sowohl bei der installierten Kapazität mit über 3000 GW; USA 1300 GW, als auch bei der jährlichen Stromproduktion. Die USA liegen deutlich dahinter, obwohl sie historisch lange führend waren. China: weit über 8600 Terra-Watt-Stunden, USA rund 4000 TWh. Das Reich der Mitte hat seine Stromproduktion seit  2000 verzehnfacht und bereits 2011 die USA abgehängt. Da müssten doch die Sturmglocken läuten. 

 Schlussbetrachtung

Am Ende zeigt sich ein paradoxes Bild: Eine Supermacht, die sich heuer auf ihre 250‑jährige Unabhängigkeit beruft, aber ein Energienetz betreibt, das weder der Gegenwart noch der Zukunft gewachsen ist. Ein Land, das Milliarden in militärische Schlagkraft, Prestigeprojekte und ferne Planeten investiert, während die Leitungen verrotten. Die USA könnten ein modernes, widerstandsfähiges Übertragungsnetz bauen – technisch wäre es möglich, wirtschaftlich wäre es zu verkraften. Doch politisch fehlt der Wille, und gesellschaftlich fehlt der Druck. Erst eine Krise von historischem Ausmaß würde die Prioritäten verschieben. Und diese naht mit Riesenschritten.

Und vielleicht liegt genau darin die stille Ironie unserer Zeit: Während Staaten mit immer größeren Summen um globale Machtprojektionen ringen, suchen wir Anleger im Kleinen nach etwas, das Bestand hat. 

Silber, dieses wiederentdeckte Metall, das seit Jahrtausenden als Wertanker dient, könnte zugleich ein wichtiger Baustein der Energiezukunft sein – ein Material, das sowohl die Vergangenheit überdauert hat als auch die Leitfähigkeit besitzt, die ein modernes Übertragungsnetz bräuchte. Es verbindet Stabilität mit Fortschritt, Tradition mit Technologie.

So schließt sich der Kreis: Die politische Großmacht setzt auf Waffen und Weltraum, der Einzelne auf das, was greifbar bleibt. Und während die USA weiter über ihre Prioritäten streiten, erinnert uns ein schlichtes wiederentdecktes Industrie-Edelmetall daran, dass Zukunftsfähigkeit nicht in Raketenstarts oder Rüstungsbudgets liegt, sondern im Erhalt des gesellschaftlichen Fundaments – die Energie, die alles am Laufen hält. 

Anleger aufgepaßt: China bleibt für Überraschung gut. Peking steuert inzwischen maßgeblich die rasante Aufwärtsbewegung des Silberpreises – weit stärker als die westlichen Märkte. Und wer zentral gesteuerte Märkte kennt, weiß: Ebenso schnell wie der Preis steigt, kann er über Nacht auch wieder abrutschen. Flapsig gesagt: Lassen Sie sich von erratisch hohen Silberpreisen nicht einlullen. Und noch ein Hinweis: In Phasen erratischer Marktbewegungen lohnt es sich, Vermögen in einem verlässlichen Rechtsraum abzusichern. Besonders Liechtenstein gilt vielen Anlegern als stabile Option, um Turbulenzen an den Märkten gelassener zu überstehen.

Silber erinnert wie kein anderes Metall an die alte Kaufmannsregel: Angebot, das sich verflüchtigt, und Nachfrage, die ungeduldig steigt, bestimmen den Preis. Am Ende entscheiden nicht Raketenarsenale, sondern Energiedominanz – und die stille Autorität eines strategischen Metalls, dessen Wert wir nicht aus der Hand geben. Es ist ein leiser Kommentar zur Gegenwart: Je unsicherer die Welt, desto größer das Bedürfnis nach etwas, das weder verrottet noch detoniert noch im entscheidenden Moment versagt.

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