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Smartes Silber schlägt Dow-Feistling

Von Hans-Jörg Müllenmeister

Der Dow-Jones-Aktienindex liegt in den letzten Zügen. Viele Aktienfans sehen ihn schwer atmend, aber noch als ständig anschwellende Größe im Ring. Genau in der zeitlich veränderbaren Proportion liegt die Kraft: Das David-gegen-Goliath-Spiel kennt in der nahenden Endphase nur einen Gewinner: das smarte Silber. Nur ganz selten gibt es in der Historie extrem gute Einstiegspunkte für ein Silber-Engagement. Wann und warum es zum lang ersehnten Comeback des volatilen Weißmetalls gerade jetzt kommt, davon ist hier die Rede. Es bleibt spannend für den Anleger, von Runde zu Runde im Verwirrspiel des irren Weltfinanz-Casinos.

Zusammenhängende Ratio-Werte

Das Elegante an der Beziehungszahl Dow zu Silber ist, dass sie viele Marktgrößen zugleich abbildet, die aufeinander einwirken. In einem früheren Beitrag „Silber: Countdown zum Jahrhundertpreis“ widmeten wir uns dem Verhältnis der ungleichen Brüder Gold & Silber. Die Chartisten nennen es schlicht „die Au/Ag-Ratio“. Erinnern wir uns: Extrema im Chart tauchen immer dann auf, wenn es zu erratischen Hoch-Tief-Bewegungen kommt. Hier betrachten wir einen anderen Weckruf, nämlich das fiktive Preisverhältnis zwischen dem Dow-Jones-Index und dem Silberpreis. Beide Ratio sind zeitlich verschwippt und verschwägert.

Punktueller Stafettenlauf durch die Geschichte

Im Laufe der „Goldenen Zwanziger“ stieg diese Ratio (Dow/Silber) auf etwa 600, um in der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren auf unter 200 zu fallen. Bei einem „Fall“ frohlockt der Silberfan. Nach dem Zweiten Weltkrieg kletterte das Dow-Silber-Verhältnis erneut bis Mitte der 1960er-Jahre auf über 750. Anschließend sank es inflationsbedingt und infolge der Silber-Spekulation der Gebrüder Hunt bis Anfang der 1980er-Jahre auf 15. Bedenken Sie immer: Je kleiner die Ratio, umso stärker fällt Silber ins Gewicht, denn es steht ja im Nenner. Der Abschwung der Edelmetallpreise nach 1980 ließ die Ratio auf den Rekordwert von 2400 steigen.

Neuzeitliche Marktmanipulation

2012 lag das Verhältnis nur noch bei 400 und damit schon wieder unter dem Niveau des langfristigen Mittels von 470. Was tat sich im Vergleich zu 1913? Nun, es sind die ausgeprägten Hochs und Tiefs im Silberpreis. Die Ursachen dafür liegen in der zunehmenden Marktmanipulation durch gewisse Strandräuber. Gehen Sie als Privatanleger ruhig davon aus, dass es heute keine ehrlichen Märkte mehr gibt. Die Kurse werden im Schatten-Casino von einer gewissen Clique ausbaldowert; sie spiegeln nicht die realen Marktkräfte wider. Diese Silberfische spielen mit gezinkten Flossen.

Zudem führten Kreditexpansion und Luftgeld dazu, dass die Finanzinstrumente trügerische Scheinkurse gebären. Seitdem die Zentralbanken hemmungslos Geld aus dem Nichts „zaubern“, fällt das Dow-Gold-Barometer (Ratio). Gold gewinnt also immer mehr an Wert gegenüber den Aktien: Heute reichen 15 Unzen Gold, um den Dow Jones zu kaufen. 2008 wären es 22 Unzen Gold gewesen. Aktuell steht das Verhältnis Dow/Ag bei 1.400. Im Jahr 1980 waren es 17:1. Sollte das Verhältnis auf die langfristige Trendlinie fallen, könnte das Verhältnis sogar auf 5 fallen.

Sicherlich können Sie sich vorstellen, dass der Dow noch auf 10.000 Punkte verkommt. Bei einem Dow/Gold-Verhältnis von 1:1 (wie 1980!) bedeutet das: Der Goldpreis stünde dann auch bei 10.000 US-D. Indes verläuft die Trendlinie eher in Zielrichtung 0,5: Selbst wenn der Dow nur auf 10.000 Punkte sinkt, stünde damit der Goldpreis bei 20.000 US-D und das Silber bei über 1.600 US-D je Feinunze.

Das Aschenputtel Silber verdünnisiert sich – es wächst zum Giganten heran

Der Tausendsassa Silber hat neben seiner industriell genutzten Vielseitigkeit auch eine monetäre Ader. Wenn auch spät, so rückt das weiße Metall als inflationssicheres, wertstabiles Gut mehr und mehr in den Fokus der Anleger. Zudem begünstigt die inflationäre Geldmengenausweitung einen Preisanstieg. Außerdem erschöpfen sich die abbaubaren geologischen Silbervorkommen, und zwar schneller als die Goldressourcen. Seit März 2020 ist das Gold/Silber-Verhältnis von 126 auf heute 110 gefallen. Silber steigt ja erfahrungsgemäß etwas schneller als Gold. Das ist ein typisches Indiz für eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Diese nachhaltige Aufwärtsbewegung bei Gold und Silber steht m.E. bevor. Jeder Investor kann an der faszinierenden Silber-Story teilhaben und davon profitieren.

Silber war in der Geschichte – relativ betrachtet – noch nie so günstig zum Goldpreis wie aktuell. In der Rezession im Jahr 1991 benötigte man fast 100 Unzen Silber. Neulich bedurfte es sogar 127 Unzen Silber, um eine Unze Gold zu kaufen. All dies geht einher mit mehr Absicherungsappetit gegen das drohende Ungemach der Weltwirtschaft. Angesichts der industriellen Bedeutung von Silber liegt die faire Gold-Silber-Ratio bei höchstens 5:1. Silber hat gegenüber Gold also ein enormes Aufholpotential.

Eine medizinische Anwendung für Silber: Todfeind der Mikrowelt

Seit der Antike ist die antibiotische Wirkung von Silber bekannt. Man legte z.B. eine Silbermünze in Milch, um den Kuhsaft länger frisch zu halten. 1928 entdeckte Alexander Fleming das Penizillin, und schon geriet die antibiotische Wirkung von Silber durch die Pharmakraken in Zwangsvergessenheit. Und neulich? Chinesische Wissenschaftler entdeckten „erneut“, diesmal das sogenannte kolloidale Silber, das sogar SARS-Viren den Garaus macht. Deswegen kurz etwas zum kolloidalen Silber, denn das könnte Sie als Gesundheitsfreak interessieren.

In der wässrigen Dispersion entstehen positiv geladene Silber-Ionen, die sich aus den Partikeln hochreiner Silber-Anoden herauslösen. Diesen Teilchen fehlt ein Elektron. Die Reinheit des Wassers (Aqua destillata aus der Apotheke) hat höchstes Gebot, ebenso das Becherglas, in dem die Elektrolyse stattfindet, sonst entstehen schädliche Silbersalze.

Die Partikel von kolloidalem Silber ‒ erzeugt von einem Elektrolyse-Gerät ‒ bestehen aus etwa 15 Atomen; sie haben einen Durchmesser von bis zu 5 Nanometer. Ein einzelnes Silber-Ion misst aber nur 0,115 Nanometer im Durchmesser, dagegen ist ein Bakterium bis zu 690.000 mal größer. So ein nützliches Elektrolyse-Gerätchen habe ich mir schon lange vor Corona-Unzeiten zugelegt, denn kolloidales Silber ist, wenn man es kauft, unnötig teuer. Anwendung: Etwa nach dem Zähneputzen mit ein bis zwei Teelöffel voll kolloidalem Silber gurgeln. „Teaspoon silver a day keeps the doctor away“.

Großer Spread beim Silber-Investment

Derzeit sehen wir exorbitanten Spread zwischen An- und Verkaufskursen mit mehr als 20%. Derartiges ist in aktuell angespannter Marktlage Usus. Das heißt: Um mit dem Kauf einer Silbermünze in die Gewinnzone zu kommen, muss sich diese also um mehr als 20% verteuern. Kurzfristige Strategien sind da wenig erfolgversprechend. Weil Papiersilber um die 14 US-D notiert, ergibt sich dadurch ein enormes Aufgeld. Reduzieren lässt sich dieser Nachteil, wenn man physisches Silber in sogenannte Zollfreilager einlagert.

Kleine Gedankenexperimente mit allem Silber dieser Welt

Die „Lebensrestlaufzeit“ des Silbers auf unserer Erde ‒ großzügig angenommen ‒ ist spätestens in etwa 30 Jahren erschöpft, genauer gesagt, industriell verbraucht. Legen wir eine Jahresweltproduktion von rund 25.000 Tonnen Silber dem folgenden Experiment zugrunde.

Mit der jährlich geförderten Silbermenge wollen wir gedanklich, als Silberdraht gezogen, diesen um den Äquator der Erde legen. Wir fragen: Welchen Durchmesser müsste der Silberdraht haben? Erstaunlich, aber der Draht hätte einen Durchmesser von nicht ganz 9 mm. Ein dreißigmaliges Umspannen (30 Jahresförderungen) würde sämtliches Silber der Erde beanspruchen.

Experimentieren wir weiter. Jetzt wird's spannend. Wir trennen den Äquator-Silberring auf und löten noch einen Meter Draht hinzu. Wir fragen, wie viel Abstand durch die 1-m-Umfangserweiterung zwischen Erdoberfläche zum Silberdraht entsteht? Hätten Sie das gedacht? Denn es sind tatsächlich 1/2π = 15,7 cm! Das gleiche Gedankenexperiment können wir z.B. auch für den Jupiter machen, mit seinem gut elfmal größeren Umfang zur Erde. Verblüffend, auch da sind es 15,7 cm. Warum? In der Rechnung kürzt sich der Radius heraus, egal wie groß/klein die Kugel ist. Probieren Sie's mal mit einem Fußball aus. Der kann gerne selbst aus Silber sein; er wöge 44 kg.

Seien Sie „auf Draht“ und mit Silber gut gerüstet für die Zukunft

Zuletzt schneiden wir uns in Gedanken ein 5-cm-Stück vom Silberdraht der Weltjahresproduktion ab, so dass wir damit – wie historische Krisenzeiten es lehrten ‒ den Lebensmittelbedarf für eine Person für eine Woche decken, also bezahlen können. Das wäre also ein Silberdrahtstück von rund 5 cm Länge. Es entspricht dem Gewicht einer Silbermünze: eine Unze Silber mit 31,1 g.

Heute bekommen Sie für dieses Drahtstück (eine Unze) gerade einmal 15 Dosen Ravioli. In nicht allzu ferner, vager Zukunft können Sie dafür eine Woche fürstlich speisen. Da gewinnt die Redewendung „auf Draht sein“ für den smarten Silberfan sogar eine opulent-leckere Bedeutung.

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