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Bertelsmann-Stiftung irrt: Deutschland braucht keine Zuwanderung!

Von Peter Haisenko

Wenn die Bertelsmann-Stiftung Studien veröffentlicht, dann unterstützten deren Ergebnisse zumeist die Position der Regierung. So sollte es nicht verwundern, dass in der neuesten die Notwendigkeit dargestellt wird, Deutschland bräuchte bis 2060 eine jährliche Zuwanderung von 260.000 Menschen, respektive zehn Millionen insgesamt. Das ignoriert die gegenteiligen Stimmen, die durch die Digitalisierung einen dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen voraussagen.

Bis in die 1970-er Jahre war es der Normalfall, dass ein Familienmitglied, meist der Vater, mit seiner Arbeit den Lebensunterhalt für die ganze Familie verdient hat. Seit 1950 hat sich die Produktivität in Deutschland um mehr als das Fünfzigfache gesteigert. Wo ist also der ganze Fortschritt geblieben, wenn heutzutage oftmals beide Elternteile arbeiten müssen, manchmal in mehreren Jobs, um die Familie ernähren zu können? Stellt sich die Frage: Was ist da so gründlich schief gelaufen?

Durch den Einsatz elektronischer Datenverarbeitung werden mehr und mehr vormals arbeitsintensive Tätigkeiten überflüssig. Seit Jahren wird davor gewarnt, dass mit der “Industrie 4.0” Millionen Arbeitsplätze einfach verschwinden werden und Millionen Menschen keine Arbeit mehr haben. In Deutschland ist im Jahr 2018 Arbeit im Wert von etwa 250 Milliarden € geleistet worden, die in Deutschland nicht verbraucht, also nicht benötigt wird. Das ist der Außenhandelsüberschuss, für den Deutschland nichts anderes als wertlose US-Dollar bekommt, die es nicht einmal behalten darf. (Mehr dazu hier: https://www.anderweltonline.com/wirtschaft/wirtschaft-2013/wie-sind-die-deutschen-goldreserven-entstanden-und-warum-haben-wir-heute-so-wenig-davon/ )

Ordentliche Löhne für sinnvolle Tätigkeiten

250 Milliarden entsprechen der Leistung von fünf Millionen Arbeitnehmern – angenommen jeder erhält durchschnittlich 50.000 €/Jahr. Um das nochmals zu verdeutlichen: In Deutschland verrichten fünf Millionen Menschen Arbeiten, die in Deutschland nicht gebraucht, nicht konsumiert werden. Diese Arbeit könnte ersatzlos eingestellt werden. Anders ausgedrückt: Wenn wir von gleichbleibenden Arbeitszeiten und Löhnen ausgehen, haben wir in Deutschland ein Reservoir von fünf Millionen Arbeitnehmern. Tatsächlich ist es aber so, dass die unteren Löhne so lange angehoben werden müssten, bis die Preise für deutsche Waren so weit gestiegen sind, dass die Nachfrage entsprechend zurückgeht, bis Deutschland eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz hat. Das, nur das, würde den Regeln der Marktwirtschaft entsprechen, die es nicht mehr gibt.

Der nächste Punkt ist die allgemeine Tarifpolitik, die junge Leute veranlasst, unnütze Berufe zu ergreifen. Unnütz in dem Sinn, dass sie nicht produktiv sind, sondern einem Bürokratie-Monster dienen, das die Wirtschaft ganz allgemein behindert. Es ist zwar Tradition, aber für mich unverständlich, dass Büroberufe besser bezahlt werden als fordernde Tätigkeiten im Gesundheitswesen oder am Bau. Dass Kaufleute besser bezahlt werden als Ingenieure. IT-Experten zählen für mich zu den Ingenieursberufen. Kein Wunder also, dass wir Mangel an Ingenieuren haben, dafür aber Überfluss an Kaufleuten und Juristen. Dass wir Mangel an Pflegern und Krankenschwestern haben, aber hinreichend Personal in der Verwaltung.

Langfristige Prognosen sind Kaffesatzleserei

Will man folglich einem Mangel an Fachkräften begegnen, muss marktwirtschaftlich gehandelt werden in dem Sinn, dass die Gehälter in Mangelbereichen solange ansteigen müssen, bis es diesen Mangel nicht mehr gibt. Zum anderen ist es so oder so dringend notwendig, das gesamte Vorschriftenmonster drastisch zu entschlacken. Natürlich muss das sukzessive vonstatten gehen, denn ein wesentlicher Grund für die geringe Arbeitslosigkeit in Deutschland sind die Bürokratie und sinnlose Vorschriften. Ich denke, es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn ich sage, dass hier das Potential liegt, für die nächsten fünf Millionen Arbeitskräfte, die in den Produktivsektor verlegt werden können. Man kann also leicht erkennen, dass der von den Bertelsmännern prognostizierte Arbeitskräftebedarf von zehn Millionen damit schon abgedeckt ist – ganz ohne Zuwanderung.

Bis hierhin habe ich die “Industrie 4.0” noch gar nicht beleuchtet. Tatsache ist, dass bei der rasanten Entwicklung niemand, wirklich niemand eine Voraussage treffen kann, was in nur fünf Jahren sein wird. Vieles deutet darauf hin, dass manche Produkte bald gänzlich von Maschinen gefertigt werden und Menschen nur noch zur Beseitigung von Störfällen gebraucht werden. Auch Ingenieure können ungleich effizienter arbeiten mit der Unterstützung intelligent gestalteter Komputer. In der Hinsicht sind wir sowieso schon sehr weit und gerade deswegen ist es sehr schwierig, eine Prognose über den weiteren Fortschritt zu erstellen. Wie viele Arbeitskräfte also tatsächlich in zehn oder dreißig Jahren benötigt werden, ist heute reine Kaffeesatzleserei. Eines sollte aber jedem klar sein: Es muss umstrukturiert werden, so oder so. Umstrukturiert in der Weise, dass Bezahlungsstrukturen komplett umgekrempelt werden müssen, die ja heute schon nicht mehr richtig funktionieren.

Herkömmliche Modelle funktionieren nicht mehr

Nun zum Rentenproblem, das ja angeblich nach Zuwanderung verlangt. Mit einer Industrie 4.0 oder weiter ist der Zustand nicht auszuschließen, dass kaum noch Menschen in der Produktion benötigt werden. Das bedeutet, dass die Produktivität des einzelnen noch weiter ansteigt. Das heißt aber auch, dass immer weniger Menschen für ihre Arbeit im Produktivbereich bezahlt werden können/müssen. Auf der anderen Seite wird aber wegen der höheren Lebenserwartung die Nachfrage im Dienstleistungs-/Pflegebereich weiter ansteigen. Hierzu kann tatsächlich eine Prognose seriös sein. Aber dieser Arbeitsbereich ist unproduktiv, eben reine Dienstleistung. Wir werden also eine zunehmende Verschiebung von Arbeitsnotwendigkeiten haben, weg von der Produktion, hin zur Dienstleistung. Das zeigt aber schon auf, dass die herkömmlichen Modelle nicht mehr funktionieren können, bei denen letztlich alles davon abhängt, dass und wie produktive Arbeit bezahlt wird. Auch die Bezahlung von Dienstleistungen.

Wenn Produktivität gesteigert wird, also weniger Arbeitsleistung zur Herstellung von Produkten benötigt wird, kann ein größerer Anteil des Einkommens für die Altersvorsorge verwendet werden, ohne Minderung der allgemeinen Lebensqualität. Wenn der Lohn wegen der Produktivitätssteigerung auch ansteigt, ohne zusätzliche Arbeitsbelastung, ist es zumutbar, einen größeren Anteil am Lohn für das Alter abzugeben. Schließlich ist die Steigerung der Produktivität der Leistung der Generation zu verdanken, die dann in Rente geht. Dass es der jungen Generation gut geht, hängt davon ab, was die ältere geleistet hat. Je weiter Automatisierung also fortschreitet, desto mehr muss über gänzlich andere Bezahlungs- und Verteilungsmodelle nachgedacht werden. Es muss dem Rechnung getragen werden, dass immer weniger Arbeit im Produktivsektor geleistet werden wird und mehr im Dienstleistungssektor. Man bedenke: Wo soll das Geld herkommen, mit dem die von Automaten produzierten Waren bezahlt werden?

Bürokratiemonster müssen entschlackt werden

Betrachtet man also die wahrscheinliche Entwicklung des Arbeitsmarktes insgesamt, wird sichtbar, dass Deutschland keinesfalls Zuwanderung benötigt. Schon gar nicht von Kulturfremden oder Unqualifizierten. Viel wichtiger ist eine gute und angepasste Bildungspolitik und eine Entwicklung neuer Bezahlungsstrukturen, die bislang unterbewertete Berufe attraktiv machen. Ingenieursberufe und solche im Pflegebereich. Bürokratiemonster müssen entschlackt werden, Bezahlungsstrukturen in Büroberufen unter diejenigen gezogen werden, die produzieren und Dienst leisten. Nur so wird es möglich sein, dem “Fachkräftemangel” in letzteren Bereichen zu begegnen. Wenn unsinnige Tätigkeiten abgestellt werden, sind genügend Arbeitskräfte vorhanden, die dann sinnvolle und notwendige Tätigkeiten verrichten.

Die technische Entwicklung hat die alten kapitalistischen Modelle, die eine zeitlang gut funktioniert haben, an ihre Grenzen gebracht. Zur Zeit wird aber versucht, mit krampfhaftem Festhalten an diesen überholten Modellen die Zukunft zu gestalten. Das kann nicht funktionieren und führt dann zu so absurden Studienergebnissen, wie sie die Bertelsmann-Stiftung jetzt vorgestellt hat. Man bedenke, wie viel Arbeit zum Beispiel im BAMF nur mit der Verwaltung der Migration geleistet werden muss. Da sind wir dann in der Nähe der alten Regel, dass sich ein Verwaltungsapparat ab einer gewissen Größe selbst verwalten kann/muss, ohne eine andere Aufgabe zu haben. Es braucht dazu nur ausreichend aufwendige Verwaltungsvorschriften. Ja, so bringt man auch Arbeitslose von der Straße, aber woher kommt deren Entlohnung?

Ausweg aus dem Dilemma: “Die Humane Marktwirtschaft”

Nicht nur die “Spezialisten” der Bertelsmann-Stiftung sind in überholtem Denken gefangen. Unsere Regierung mindestens ebenso. Es fehlt der Mut oder die Weitsicht, der modernen Welt, der Industrie 4.0, gerecht zu werden und unser Gesellschaftsmodell von Grund auf neu zu denken. Die Notwendigkeit dafür ist da, aber kaum jemand will das wahr haben. Vergessen wir nicht, ein Mehr Desselben ist meist keine Verbesserung und schon gar kein Fortschritt. Wir von Anderweltonline, dem AnderweltVerlag, Hubert von Brunn und ich, wir haben ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell entwickelt, das von Grund auf neu ist, alles infrage stellt und so zu einer Lösung findet, das den technischen und in Folge gesellschaftlichen Entwicklungen gerecht wird, mit einer zukunftstauglichen Lösung. Diese hat ein schlüssiges Konzept für die Altersversorgung und kommt definitiv ohne Zuwanderung aus. Überzeugen Sie sich selbst, dass eine goldene Zukunft möglich ist, - und zwar für die ganze Welt - indem Sie “Die Humane Marktwirtschaft” nach Haisenko/von Brunn lesen. Im Buchhandel erhältlich oder direkt zu bestellen vom Verlag hier.

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