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Siemens Unternehmenspolitik vom Feinsten: Entlassungen in Deutschland, neue Fabriken in den USA – Donald Trump ist zufrieden

Von Hubert von Brunn 

Da hat er sich aber gefreut, der Joe Kaeser, dass er beim Top-Promi-Dinner beim „Welt-Wirtschaft-Forum“ in Davos direkt neben Donald Trump sitzen durfte. Dieses Erlebnis hat ihn dann gleich so beflügelt, dass er bei seiner Vorstellung mit gezieltem Understatement kokettierte: „Ich arbeite für Siemens“, um dann von Trump zu hören, worauf er gewartet hatte: „Wenn er sagt, er arbeitet für Siemens, meint er, er ist der Präsident von Siemens – aber das ist okay.“ Welch eine großartige Inszenierung, man könnte beinahe darüber schmunzeln.

Was der Siemens-Boss dann aber in beinahe devoter Haltung zum Besten gab, war ganz und gar nicht mehr zum Lachen. Er lobte Donald Trump für dessen Steuerreform und verkündete, dass sein Unternehmen entschieden hätte, Entwicklung und Produktion der neuen Generation von Gasturbinen in die USA zu verlegen. Über dieses Statement kann man nur staunen. Noch vor wenigen Wochen hat der Konzern verkündet, die Nachfrage nach Gasturbinen sei massiv eingebrochen und deshalb sehe man sich genötigt, weltweit knapp 7.000 Mitarbeiter zu entlassen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Und man käme leider auch nicht umhin, hierzulande mehrere Werke zu schließen.

Was für eine verlogene Bande! Was für ein rücksichtsloser Turbokapitalismus! Das Schicksal Tausender treuer Mitarbeiter im Mutterland des Konzerns interessiert den Vorstandsvorsitzenden einen Dreck. Hauptsache Steuern sparen, Hauptsache die Aktionäre noch reicher machen. Geld, Geld, Geld – etwas anderes zählt nicht. Von sozialer Verantwortung keine Spur. Die Siemens-Mitarbeiter, die demnächst ihren Job verlieren, werden begeistert sein, dass sich der US-Präsident ausgesprochen lobend über Kaesers Versprechen geäußert hat. Klar doch, nur weiter so! Wenn dem Siemens-Beispiel noch ein paar weitere deutsche Großkonzerne folgen, dann wird „Make America Great Again“ schon gelingen. Die (noch) boomende deutsche Wirtschaft wird dann ihre Entwicklungszahlen halt etwas nach unten korrigieren müssen. Aber was soll’s? Wenigstens wird sich dann die Außenhandelsbilanz zwischen Deutschland und der USA etwas ausgeglichener darstellen, dafür aber Käsers persönliche Bilanz neue Höhenflüge verzeichnen. Darüber wird sich Donald Trump sehr freuen und Käser auch.

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