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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 45
Abwegiges – Schwurbeleien - Unsinn
Eine Satire von Werner Roth
Oh Herr! Sie haben Augen, aber sie sehen nicht. Sie haben Verstand, aber sie nutzen ihn nicht. Sie reden von Liebe, aber sie fühlen sie nicht. Sie hassen und hetzen, um Hass und Hetze zu bekämpfen. Sie fordern das Gute, und tun das Böse. Bitte erlöse sie!
Wenn Ihnen das zu religiös ist, haben Sie den allgemeinen Trend zum Eschatologischen, also zur, in Religiosität eingetauchten, Überzeugung vom Ende der Menschheit bzw. der Welt gründlich verpasst.
Denn Armageddon, das Ende der Zeit, der Tod, das Weltende und die daraus erfolgende Vollendung der Schöpfung ist doch gerade „der heißeste Scheiß“ bei den Hipstern unter den Herrschern. Wobei das eigentlich sowas von abgelutscht ist, denn vor gar nicht so langer Zeit tönte es schon einmal aus einem Sportpalast im Herzen Europas: „Und wir werden in den Krieg ziehen wie in einen Gottesdienst!“
Bibi, „der Gesalbte“ (vom wem wohl?), meinte: „Wir werden die Wiederkehr des Messias erleben. Wir werden es bis zur Wiederkehr des Messias schaffen“. Worin unterscheidet der sich von dem Lautsprecher des Mannes mit dem Bürsten-Bärtchen? Gemeinsam ist denen, dass sie beide keine Latten mehr am Zaun haben.
Grundsätzlich wurde schon immer das göttliche, die höchste überweltliche Macht, von denen missbraucht, die davon am Weitesten entfernt waren, um das Schlachtvieh, auch gerne Pöbel genannt, gegeneinander zum Niedermetzeln aufzustacheln.
Versöhnt sich Satan freiwillig mit Gott - aus Einsicht?
Der kanadisch-chinesische Historiker und Spieltheoretiker Professor Jiang Xueqin bezeichnet den derzeitigen Konflikt als einen zwischen messianischen Endzeit-Sekten. Die eint die Idee einer Erlösung nach einer vorherigen großen Zerstörung. Das verbindet alle Extremisten, ob christlich-fundamental, jüdisch-zionistisch oder schiitisch-islamistisch. Weil die alle hinter dem einem Gott herlaufen, steigen die sich halt auch ständig auf die Füße. „Wois hoid so eng is, neba dene andan…“
Damit hier keine Unklarheit aufkommt, sei erwähnt, dass der religiöse Zinnober dieser Radikalen mehr mit Satanismus, als mit wahrer und ehrlicher Spiritualität, die die Grundlagen jeder Religion sind, zu tun hat. Die sind eher wie ein hungriger Wolf, der vorgibt, dem Veganismus zu frönen. Denn das Fundament von echtem und tiefem Glauben, also die Anerkennung einer höheren Macht, ist Liebe, die untrennbar mit Demut verquickt ist.
Die aktuellen Konflikte sind jedenfalls nicht nur ein geopolitischer Machtkampf, sondern ein Zusammenstoß verschiedener Zivilisationsmodelle und Weltanschauungen. Bei der Ukraine und Iran „handelt es sich um zwei Fronten desselben Kampfes mit einem gemeinsamen Feind und gemeinsamen Werten“, wie Alexander Dugin – Vorsicht! Russe! - kaum zu widerlegen, formuliert.
Das ist tief in den jeweiligen Volksempfindungen verankert. So ist auch für den aufgeklärten, liberalen und saturierten Bildungsbürger westlicher Prägung dabei ein Verstehen der Russen oder der Mullahs kategorisch ausgeschlossen. Das sehen aber alle anderen Parteien auch so, bezogen auf deren spezifische Gegner. „Wo dad ma do sonst hi kemma? Jo mei, wenns olle so macha, in Graba na.“
Das westliche System ist mehr als fett genug für die Schlachtung.
Es ist ein interessanter Gedanke, die Sache mit der „verbrannten Erde hinterlassen“ in Bezug auf das Verhältnis zwischen dem Hegemon USA und der EU zu betrachten. Die US-Deepies und deren Vorbilder, den Inselaffen auf ihrem absaufenden Seelenverkäufer, UK geheißen, sehen den Kontinent immer schon als Schlachtfeld, auf dem bei einem Rückzug alles zerstört wird, was noch da ist.
Über die EU-Eliten merkt Thomas Karat an, die propagieren die „NATO, als wäre sie eine wohlwollende Versicherung, eine moralische Gemeinschaft, ein gemeinsames Schicksal, eine Familie. (Nur), Familien proben nicht dreißig Jahre lang die nukleare Vernichtung ihrer Mitglieder.“ Diese Ideen sind schon seit Beginn der NATO schriftlich dort fixiert. Ist das dann noch naiv oder mehr als nur grenzdebil?
Ob wieder Nero-Befehle erteilt werden, wie das mal im letzten Reich, dem dritten, getan wurde? In der Ukraine könnte das jetzt passieren. Die militärische und geografische Realität ist schwer weg zu diskutieren und am Ende wird die immer über die Ideologie triumphieren, besonders in Zeiten des Zusammenbruchs.
Die Parole für diesen ganz normalen Wahnsinn ist mit dem bekannten Filmtitel „Stirb langsam!“ perfekt in Worte gefasst.
Kommt der „Mission Accomplished“ Moment a la George Dabblju Bush für Gelbhaar noch?
Wann wird endlich vom „Imperium der Lügen“ in seinem Machtbereich das spektakuläre brandneue Quizformat „Wer wird Multimillionär?“ ausgerollt, quasi als Upgrade der über Jahre bis heute beliebten Show ähnlichen Namens? Nachdem die USA jetzt wieder mal läppische 10 Millionen als Kopfgeld für den neuen Chamenei aufgerufen haben, wäre das doch auch eine Option, die aktuelle Menschenjagd mit großem Unterhaltungsfaktor zu versehen.
Doch leider war dieser Hilferuf aus Washington D.C. nach nicht mal 2 Tagen wieder einkassiert. Da freut man sich mal auf eine echt aufregende Reality-Show und dann ist‘s wieder nichts. Oder könnte das auch ein genialer Twist in der Storyline sein, wie beim jetzigen Syrien-Präsi? Der war doch früher auch ziemlich weit oben auf der Kopfgeldliste, ebenso mit 10 Mios dotiert und nun ist er „very best Friend“ im White House.
Der Chamenei jun. macht allerdings den Eindruck, als sei der wirklich so, wie er selbst von sich sagt. Unbestechlich und aufrichtig. Damit ist er natürlich raus aus der „ehrenwerten Gesellschaft“ des „Imperium der Lügen“. „Wea braucht scho so an Eahlichkeidsfanatika? Schleich di! Zum Deifi mit dia! Ehländiga…“
Alles kommt irgendwann wieder, aber anders als gedacht.
Diese verdammten Perser haben es auch schon vor 2.500 Jahren probiert und jetzt versuchen sie’s wieder. Die Niederwerfung des Okzidents. In deren Focus standen damals zwar „nur“ die Helenen, weil im Rest ja fast nur Barbaren hausten. Wobei die Griechen von heute aber so was von am Arsch sind, dass man denen noch was in den Beutel für milde Gaben stecken müsste. „Des sang de im Fernsäh oiwei so.“
In der Gegenwart sind diese vermaledeiten BRICS dahinter. Ohne die hätten die modernen Perser, wie schon 333 vor Issos bei der Keilerei, die Beine in die Hand genommen und hätten sich mit vollen Hosen verdünnisiert.
Denn „das sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist kein fairer Kampf. Wir schlagen auf sie ein, während sie am Boden liegen, und genau so sollte es sein“, plusterte sich der Kriegsminister Pete Hegseth schon mal in der angesagten Pose auf.
Wiewohl, trotz des „Dekapitierungsangriff“ (Scott Ritter), also die gewaltsame oder operative Abtrennung des Kopfes vom Rumpf, verliert das „Imperium der Lügen“ nicht nur militärisch, sondern noch mehr strategisch und wirtschaftlich. Kulturell sowieso, mit ihrem Regenbogen-Tralala und LGBTQ+ Paraden, den Klima- und Genderwokemist-Themen, getränkt in Doppelmoral mit einem kräftigen Schuss Feigheit. Es versinkt in Panik. Geschüttelt, nicht gerührt.
Israels “Iron Dome” wird mittlerweile als “Ironic Dome” verspottet.
Die Sorgen sind mehr als berechtigt, wenn man weiß, dass das Pentagon (warum eigentlich nicht „Pentagramm“?) nun schon von Japan und Süd-Korea Raketen zurückfordert. Sie siegen zwar an allen Fronten, wie wir aus „unseren“ Medien erfahren, aber irgendwas ist ja immer.
Der Westen in seiner Gesamtheit, Herrscher wie die Mehrheit der Beherrschten, ist in einer völligen physischen, moralischen, geistigen und wirtschaftlichen Erschöpfung angelangt. Der alte Ex-Schlapphut Larry C. Johnson merkt an, der „Iran habe die Welt in dieselbe Lage gebracht, in der es selbst war – Armut und Knappheit.“
“Noch nie haben so wenige über so viele geherrscht.” Die Aussage, die Aldous Huxley zugeschrieben wird, müsste mal langsam umgeschrieben werden. Denn die beharrlich kleiner werdende westliche Einflusssphäre im Hier und Jetzt konterkariert den zweiten Teil erheblich.
Weil das „Imperium der Lügen“ Gefangener in seinem eigenen Sumpf des Größenwahns ist, wird sich mal wieder auf Winston Churchill bezogen: „In Kriegszeiten ist die Wahrheit sehr kostbar, und sie braucht eine Leibwache aus Lügen, um sie zu schützen.“
Der große Draufhauer Mike Tyson haut die Faust aufs Auge: „Jeder hat einen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt.“
Bei Alexander Wendt kann man lesen: „Dem Kollaps geht eine Gesellschaft noch etwas schneller entgegen, wenn sehr viele Inkompetente innerhalb kurzer Zeit in die herrschende Gesellschaftsebene aufsteigen.“ Das zeigt sich eben auch im Kleinen.
So ist das mit dem früher mal als Verspottung von „verstrahlten“ Esoterikern gemeinte „seinen Namen tanzen“, inzwischen im Mainstream nicht mehr wegzudenken. Also, das mit dem Rumgehoppse, Gezappel, dem „Move“, dem „Grooven“ halt.
Gerade in den Werbe- und Politiker-Selfie-Clips. In einer Welt, in der es sowieso nur noch eine Meinung, nämlich die richtige, gibt, braucht Kommunikation nur noch die richtigen Vibes. Einfach alles viel einfacher eben… Aber keinesfalls aus der Reihe tanzen, gelle.
Die ganze Welt, unsere Umgebungen, die Zeitgenossen selbst, sind vollgepfropft mit Codes, Erkennungszeichen, Haltungszeichen, in einer unablässig aufdringlichen und schon aggressiven Weise, dass es immer unmöglicher wird, seine Ruhe zu finden - und zu haben. Symbole (Regenbogen), Kleidung, Frisur, Tatoos, Piercings, Musikgeschmack, Gang, Ausdrucksweise, Essen, Style, und und und, sind dermaßen bedeutungsschwanger aufgeladen, dass es eine wahre Freud‘ ist.
Die Deutschen machen das, frei nach Richard Wagner, um dessen selbst willen.
Es wird langsam Zeit, dem Frieden einen Grabstein zu stiften. Darauf könnte stehen: „Dem Frieden seinen Frieden“, „Friede sei mit Dir“, „Ruhe hier für immer“, „Zum ewigen Frieden“ (wie von Kant) oder was ähnlich Hohles und Schwachsinniges.
Natürlich grätscht die Unruhestifterin Caitlin Johnstone da wieder ungebührlich dazwischen: „Die Welt wird niemals Frieden finden, solange wir zulassen, dass solche Kreaturen über uns herrschen.“
Wer sich jetzt reif für die Couch fühlt, sollte folgendes bedenken. Was ist der Unterschied zwischen einem Psychotherapeuten und einer Hundehütte? Eine Hundehütte ist für den Hund und ein Psychotherapeut ist für die Katz.
Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/




