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Gefangen in der Matrix

Gedanken von Werner Roth 

Schon Max Weber formulierte vor gut einem Jahrhundert: „Man soll nicht aus dem Verhalten einzelner Menschen auf die Struktur eines Apparates schließen.“ Nur eine strukturelle Analyse, und nicht die Betrachtung von austauschbaren Individuen, erklärt, warum bestimmte Entscheidungen immer wieder getroffen werden. Genau darin liegt ihre größere Substanz. 

Die Idee, dass die Menschen von einer unsichtbaren Macht hinters Licht geführt werden, ist in der Vorstellung einer Matrix, wie im Plot des gleichnamigen Films, eindrücklich verkörpert. Der Begriff „Matrix“ soll hier vornehmlich dazu dienen, die Struktur der real existenten Weltbeherrschung anschaulicher und begreifbarer zu machen. 

Das Phänomen des Belügens der Beherrschten durch die Herrscher ist nicht neu, aber das weitflächig implementierte Konstrukt der verdeckten Machtausübung ist historisch betrachtet relativ jung. Es machte ja früher auch nie Sinn, denn die von Gottes Gnaden Regierenden waren ganz offiziell der höchsten transzendenten Macht verantwortlich und nicht den Untertanen. 

Erst mit der Einführung der Schimäre einer „Volksherrschaft“, der Demokratie, schien es für die wirklich Herrschenden sowohl möglich, als auch äußerst vorteilhaft, sich hinter einem vorgeschalteten System zu verstecken. Eine fantastische Gelegenheit tat sich so auf, denn „Die im Dunkeln sieht man nicht…“ 

Der damalige Ministerpräsident Bayerns Horst Seehofer brachte das 2010 plakativ zum Ausdruck: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“. 

Wie kommt eigentlich das ganze „Wissen“ in Ihren Kopf? 

Vor allem aufgrund des technischen Fortschritts sind wir alle fest im „Imperium der Lügen“ eingebunden und sollen von den Dingen nur das mitkriegen, was der Herrschaft genehm ist. Dazu wird auf allen möglichen Ebenen und Feldern getrickst, getäuscht, manipuliert und gelogen, das es eine wahre Freud‘ ist. So ein System kann man eben auch gut und gerne als „Matrix“ bezeichnen. 

Wer sich dem Motto von Anderweltonline „Aus Freude am Denken“ verbunden fühlt, kann mal darüber nachdenken, woher und wie denn das, was man als sein persönlich erworbenes Wissen bezeichnet, ins Gehirn gelangt. Aus eigenem Erleben und Erfahrung stammt in unserer „Wissensgesellschaft“ ziemlich sicher nur ein kleiner Teil. 

Den allergrößten Teil, der unser Wissen über die Welt bildet, kommt zweifelsohne über die Schule bis hin zur Uni, von nahe stehenden Personen aus Familie und persönlichem Umfeld, aus Büchern (für versprengte Sonderlinge) und den Massen-Medien. Also aus der Gesellschaft, in der man lebt. 

Dummheit war und ist DER nachwachsende Rohstoff, mit dem sich das meiste Geld verdienen lässt. 

Wer demnach wirkmächtigen Einfluss auf Bildungseinrichtungen und Medien auszuüben in der Lage ist, der hat schon mindestens die halbe Miete zur Kontrolle des Wissenstransfers. Die Denk- und Verhaltensmuster, die über Familie und Umfeld erworben werden, stehen allerdings der vollständigen Kontrolle im Wege. 

Deshalb müssen diese überholten Traditionen wie Familie, Bräuche, Traditionen und Riten auch möglichst mit Stumpf und Stiel ausgemerzt werden. Schaut man sich die traditionsfreien, orientierungslosen und verwirrten Massen im güldenen Westen so an, scheint das prächtig funktioniert zu haben. Abgestumpftheit, Verblödung und damit einher gehende Aggression, wohin man auch schaut. 

Das Phänomen der Matrix ist mehrgleisig angelegt. Hauptsächlich sind da die flächendeckende Zerstörung der menschlichen Denkfähigkeiten und die Implementierung von „Wissen, das die Welt nicht braucht“ bzw. was den Herrschenden in die Hände spielt. Das vorläufige Endresultat dieser Manipulationsoperation mittels der Matrix-Strukturen kann in jeder Innenstadt im „Imperium der Lügen“ bewundert werden. 

Die Illusion einer wertebasierten Weltordnung zerfällt.“ 

Selbst wenn man aus dem System ausbricht und raus geht, so geht das System nicht so leicht aus einem selber heraus. Das System steckt prinzipiell jedem in den Knochen bis ins Mark. Und bei manchen offensichtlich ganz besonders fest eingebrannt. „Du kannst jemanden aus dem Ghetto (System) holen, aber nicht das Ghetto (System) aus ihm.“ 

„Sie müssen verstehen, dass die meisten dieser Menschen nicht bereit sind, sich vom System abzukoppeln. Und viele von ihnen sind so abgestumpft, so hoffnungslos abhängig davon, dass sie es mit allen Mitteln verteidigen werden.“ So spricht Morpheus, der Anführer der Widerständler im Film Matrix (1999). 

Hier passt eine Aussage von Karl Rove, früher stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, in Bezug auf unsere derzeit vorgespiegelte Realität recht gut: „Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, erschaffen wir unsere eigene Realität. Und während ihr diese Realität studiert – so sorgfältig ihr wollt –, werden wir erneut handeln und weitere neue Realitäten erschaffen, die ihr dann ebenfalls studieren könnt, und so wird sich alles fügen.“ 

In Kurzform: „Wir verarschen euch ohne Ende. Da könnt ihr machen, was ihr wollt.“ 

Bei all den Verwirrungen, drohenden Rollatoren-Putschen und Plandemien… 

In einer idealen Welt würde der menschliche Lebenstakt der Beschleunigung, die Weisheit der Hybris, die Vernunft dem Utopismus und die Verantwortung der Gier vorgezogen. Aber ideal und real sind halt zwei verschiedene Paar Schuhe. 

Schon Walter Lippman hat in seinen Schriften zur Public Opinion, der öffentlichen Meinung, erschreckend wirklichkeitsnah angemerkt: „Ein Führer oder eine Interessengruppe, die sich die aktuellen Symbole zu eigen machen kann, ist der Herrscher über die aktuelle Situation.“ 

Jacques Ellul spitzt das noch zu: „Ein Beispiel für die radikale Entwertung des Denkens ist die Verwandlung von Wörtern in Propaganda; dort wird die Sprache, das Instrument des Geistes, zu „reinem Klang“, zu einem Symbol, das direkt Gefühle und Reflexe hervorruft.“ 

Mit Worten kann etwas Immaterielles, Geistiges durch die Reaktionen, die sie auslösen können, in tatsächlich Materielles transformiert werden, was man sonst nur der Magie zuschreiben würde. 

Es gibt viel zu viele, die zwar schauen, aber nicht sehen wollen. 

Daher sollen sich diese ach so verdrießlichen missmutigen Quertreiber alle mal nicht so anstellen und sich ein wenig mehr von der guten Laune der führenden Eliten anstecken lassen. Die sind grad so besoffen von ihrer Macht, dass man sich den irgendwann zwangsläufig folgenden Kater gar nicht vorstellen mag. 

Aber „Nix blaibt wias is“. Und was man heute ignoriert, trifft einen morgen selbst. David Mamet weist auf eine dieser parasitären Gewinnerklassen hin, die unbeirrbar im Sinne der Matrix tätig sind: „Das ist eine Industrie, die auf der bewussten und profitablen Vernebelung des Offensichtlichen beruht.“ 

Dirk Schwarzenberg beschreibt die Denkweise der bestens abgesicherten „Untouchables“ dieser Vernebelungsindustrie (=sämtliche Bildschirmhackfressen und die Strippenzieher dahinter) gegenüber dem populistischen Pöbel des Populus: „Was für uns kein Problem darstellt, sollte euch auch nicht kümmern.“ 

Diese sehr einfache und obendrein dreiste „Haltung“ verdeutlicht imposant das reale Verhalten unserer „Elite“. Bertolt Brecht dagegen nannte den „plebejischen Blick“, immer alle Erniedrigten und Beleidigten mitdenken und immer den Mächtigen auf die Finger schauen — und bei Bedarf auch hauen! „Hod dea des eanst gmoand? Wia däppad woa dea denn?“ 

Das Luftschloss als Bunker. 

Welche von „Fletchers Visionen“ stimmen eigentlich nicht? Kennen Sie den Film? Schade, wenn nicht. Da werden Dinge ausgesprochen, die eigentlich unsagbar sind. Auch die Sache mit dem „Deep State“. Natürlich total lächerlich gemacht dargestellt, sonst dürften sie ja nicht gesagt werden. Freilich waren in den 90ern die Zügel ohnehin noch etwas lockerer. 

„Sämtliche, wirklich ausnahmslos sämtliche „Verschwörungstheorien“ der letzten vier Jahre haben sich als zahnschmelzharte Fakten erwiesen.“ Das hat der schon als „Verschwörungstheoretiker“ geborene Michael Sailer festgestellt. „So a varuggta Hund, oda?“ 

Gibt es da einen Plan? Einen? Es gibt tonnenweise Pläne! Fürs Publikum sichtbar werden sie in den offiziellen Narrativen. Das ist ja das Problem. Die Herrschenden über uns, die der Matrix Futter geben, haben zwar das eindeutige Ziel, weiterhin die Weltbeherrscher zu bleiben, nur mit den Plänen und den Geschichten drumrum, dies zu erreichen, ist das, nun ja, kompliziert. Denn keiner der bisherigen Pläne scheint wirklich hundertprozentig aufzugehen. 

Mit das Kernproblem ist dabei, dass faktisch sämtliche Prämissen, auf denen diese Pläne und die damit einhergehenden Narrative aufgebaut sind, Lügen sind. Und die können enttarnt werden. Das passiert gerade, historisch betrachtet, in Hyperschallgeschwindigkeit, allerdings sind (immer noch) große Teile der Insassen des „Imperiums der Lügen“ verbunkert in ihren Luftschlössern und weigern sich, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Wir sind doch „die Guten™“? 

Nichts ist so wie es scheint und nichts wird so bleiben wie es ist.“ 

Die gegenseitige Aufschaukelung von genehmigten Kommunikationskanälen, sprich der Propaganda-Matrix, und der Bevölkerung bedingt eine totale Niveaueindampfung des Verstandes bis knapp überm Nullpunkt. Die Botschaften überwältigen die Kleingeister „penetrant charmant“, wie dies ein Vertrieblerspruch plastisch ausdrückt. So wird eine Mentalität verstärkt, die das Denken selbst als belastend und langweilig brandmarkt. 

All dies basiert auf der materiellen Weltsicht und die ist beschränkt auf das Messbare und zwängt die Komplexität des Universums in ein messbares, algorithmisches, „wissenschaftliches“ System. Alles nicht-messbare wird ausgeblendet oder messbar gemacht. Das uralte Motto: Alles, was nicht passt, wird passend gemacht. 

Zugegeben, für manches wird das schwierig. Wie schwer ist eine Seele? Wie viel Zentimeter misst ein Gedanke? Doch das ist natürlich, selbstverständlich, auf jeden Fall, ganz sicher Kokolores. Wobei die nicht-messbaren Dinge in wesentlichen Teilen die Welt ausmachen. Aber „die Wissenschaft“ wird sicher einen Weg finden, alles das in die 96% des Universums einzubeziehen, wovon „die Wissenschaft“ ganz offiziell keine Ahnung hat und für die Begriffe wie schwarze Energie und schwarze Materie erfunden wurden. 

Dann gibt es da auch noch diese Art kluger Leute, die „das anders sehen“, die die „rote Pille“ genommen haben, die Opposition, die Bekämpfer der Matrix. Die setzen sich allerdings überwiegend aus Querköpfen, Unangepassten und Nonkonformisten zusammen. Durch die Bank selbstständig denken könnende Individualisten. Zumeist Einzelgänger. Das macht machtvollen Widerstand so schwierig bis unmöglich. 

Ich gehör jetzt nicht mehr zur Norm. Ich trag jetzt die Nonkonformisten-Uniform.“ 

Diesen selbst-ironischen Sponti-Spruch aus den späten 70ern kann die Masse, die sich im Mainstream der Matrix-Vorgaben wohlfühlt, wahrscheinlich gar nicht mehr verstehen. Die Konformisten und Mitläufer sind als klassische Herdenmenschen die idealen Propagandaopfer, deren einzige Stärke die einheitliche Masse ist. Wie immer, gebündelt hinter der Macht. Faschisten eben. 

Übrigens klärt die Matrix-Wahrheitsmaschine beruhigend zur „roten Pille“ auf: „Der Begriff wird heute oft von der Alt-Right-Bewegung und Männerrechtlern genutzt, um den Übergang zu einer antifeministischen, verschwörungsideologischen oder rechtsextremen Weltanschauung zu beschreiben.“ „Des koost da ned ausdengga…“ 

Wir sind Menschen und wir sind beschränkt. Durch unsere Sinne, durch unseren nicht unbeschränkten Verstand. Durch unsere Vorprägungen, genetisch wie erfahrungstechnisch. Trotzdem ist der freie Wille - grundsätzlich - da. Zwar eingeschränkt im Sinne des physikalischen und menschlichen Rahmens, aber darin frei. Und das ist eine ganze Menge. 

Zu unterscheiden, was einem das System unterjubeln will und einer echten Information, braucht‘s immer auch das entsprechende "Gfui". Das kann man nicht messen. Die ur-alt Weisheit dabei nie vergessen: "Die Dosis macht das Gift!" 

Whitney Webb meinte mal: „Es ist wichtiger denn je, für das zu kämpfen, was uns menschlich macht.“ So soll’s sein… 

Da darf auch die Erinnerung an Olli Kahn nicht fehlen: „Weiter! Immer weiter!“ 

Zum Abschluss gibt’s noch Hoffnungsvolles, denn „wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.“ Blöd halt, wenn’s der Widerschein eines Atomblitzelein ist… 

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

 

 

 

 

 

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