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Kapitalistischer Freihandel führt zu globaler Verarmung
Von Peter Haisenko
Die Welt, die Weltwirtschaft, würde besser funktionieren, wenn alle Länder und Staaten die Güter selbst herstellten, die sie brauchen und im eigenen Land herstellen können. Sobald solche Güter importiert werden, weil sie im Ausland billiger sind, beginnt ein Teufelskreis, der beide Seiten in einen Strudel der Verarmung treibt.
In einer modernen Volkswirtschaft können nur wenige Länder alles eigenständig produzieren. Das ist kein Problem. Deswegen wird Handel betrieben. Denken wir da an Agrarprodukte, die nur in besonderen Klimata angebaut werden können. Oder an Rohstoffe, die im jeweiligen Land einfach nicht aus dem Boden geholt werden können, weil es sie nicht gibt. Die müssen importiert werden, wenn man sie haben will. Im Gegenzug gibt es Produkte, zu deren Herstellung manche Länder nicht in der Lage sind wegen mangelnder Fertigkeiten. Werden diese Güter grenzübergreifend gehandelt, in ausgeglichener Wertigkeit, erwachsen daraus keine Probleme. Jeder produziert was er kann und importiert, was er nicht selbst bewerkstelligen kann. Es darf nur ausgeglichene Handelsbilanzen geben, deren Ausgleich auch über mehrere Stationen/Länder erfolgen kann. Weltwirtschaft kann nur so dauerhaft funktionieren.
Von dem Moment an, wenn ein Land Güter importiert, die es selbst herstellen kann, importiert, weil sie in einem anderen Land billiger hergestellt werden, beginnt der Teufelskreis. Und zwar auf zwei Ebenen. Doch widmen wir uns zuerst dem Umstand, warum die Produktion im einen Land billiger sein kann als in einem anderen. Im Normalfall liegt das an den Löhnen und Arbeitsbedingungen und an unterschiedlichen Vorschriften bezüglich Umweltschutz. Das bedeutet, dass das Land, das Billigwaren importiert, seine eigenen Sozial- und Umweltvorgaben Beiseite legt, wenn es um andere Länder und Gewinngier geht. Das ist ein koloniales Verhalten. Wir wollen saubere Luft und Umwelt, ordentliche Sozialstandards, aber wie ihr lebt, ist uns schnurzegal. Hauptsache bei uns ist alles fein. Dem ist aber nicht so.
Im Importland gehen Wissen und Fähigkeiten verloren
Es beginnt damit, dass Fähigkeiten im Importland verloren gehen. Selbst wenn wir wollten, könnten wir zum Beispiel nicht mehr Textilien in ausrechendem Maß selbst herstellen. Wollten wir wieder Steinkohle fördern, müssten wir uns zuerst Fachleute aus dem Ausland, zum Beispiel aus der Türkei, ins Land holen, um wieder zu lernen, was fahrlässig aufgegeben worden ist. Die Liste ist lang. Aber es gibt auch die andere Seite und die ist nicht weniger fatal. In einer Zeit, die keinen permanenten Mangel an Industriegütern kennt, eben heute, ist die Marktwirtschaft ausgehebelt. Sie wurde ersetzt durch Käuferkartelle. Die stellen die Länder, die billig produzieren, in gegenseitigen Wettbewerb. Wenn es bei euch teurer wird, ziehen wir weiter in das nächste Billigland. Auf diese Weise haben die Billigländer keine Möglichkeit, ihre Sozial- und Umweltstandards den Importländern auch nur näher zu bringen. Sie bleiben gefangen in einem kolonialen Zustand.
Wie tropische Agrarstaaten verarmt wurden
Ich erwähne hierzu die Mittel- und Südamerikanischen Agrarstaaten, die ich bereisen durfte. In den Städten dort finden sich immer noch großartige Bauwerke aus dem späten 19. Jahrhundert. Heutzutage fragt man sich, wie die entstehen konnten, in diesen heute armen Ländern. Die Antwort ist einfach. Damals herrschte Mangel an den tropischen Produkten, die Länder gemäßigter Zonen haben wollten. Das heißt, es herrschte ein gesunder Wettbewerb zwischen den Käuferstaaten und die Preise für die exotischen Produkte waren so angemessen, dass sie nicht nur für Bauwerke ausreichten, sondern auch, dass die einfache Bevölkerung gut davon leben konnte.
Dieser Zustand passte den gierigen Kapitalisten nicht. So begannen sie, mit viel Kapitaleinsatz und auch militärischer Gewalt in diesen Ländern große Agrarkonzerne aufzubauen, die in kurzer Zeit den Mangel in einen Überfluss umwandeln konnten. Und schon rauschten die Preise in den Keller. Ein Mangelmarkt wurde zu einem Paradies für Käuferkartelle und die Staaten verarmten, weil sie keine ordentlichen Preise mehr durchsetzen konnten. Kam dann eine Regierung auf die Idee, diese Agrarkonzerne zu verstaatlichen, zum Wohle des Volks, dann dauerte es nicht lang, bis diese Regierung von außen gestürzt wurde. Geht ja gar nicht, dass sich da sozialistische Ideen etablierten. Im 20. Jahrhundert geschah dann dasselbe mit Staaten, die auf großen Ölvorkommen saßen. Man denke da an den Irak, Bagdad kurz nach dem Ersten Weltkrieg oder den Iran 1952 oder Libyen 2011. Mit allen unredlichen Mitteln wurde und wird verhindert, dass die auf einen grünen Zweig kommen, gar darüber bestimmen, zu welchem Preis sie an wen verkaufen können. Es gibt keine Lieferanten-Kartelle, die den Käuferkartellen trotzen könnten. Auch die OPEC ist nur ein Papiertiger. Dasselbe erleben wir auch im inländischen Agrar- und Milchmarkt.
Kapital kennt keine Heimat
Adam Smith, der englische Wirtschaftstheoretiker, hat in seinem dritten, letzten Werk erkannt, dass das Kapital keine Heimat kennt. Dieser dritte Band ist weitgehend unbeachtet geblieben, obwohl Smith selbst diesen als seinen wichtigsten bezeichnet hat. Er hatte erkennen müssen, dass es den Kapitalisten gleichgültig ist, wo sie ihren Gewinn herstellen. Hauptsache Gewinn so hoch wie möglich. Das gilt bis heute. Als es noch Staaten gab, deren Regierungen das Wohl ihrer Bürger am Herzen liegt, wurden Zölle erhoben, um die ungezügelte Ausbeutung zu mildern, bestenfalls zu beenden. Und natürlich die eigene Industrie zu schützen vor Billigimporten, die die eigene Wirtschaft zerstören werden. Der geradezu zur Religion erhobene Freihandel ist in Wahrheit eine Orgie der Gier, die die Strukturen letztlich aller Volkswirtschaften zerstört. Eben auch die der Importeure, denn in diesen Ländern wird dann wegfallende produktive Arbeit durch sinnlose weil unproduktive Bürokratie ersetzt. Da sind wir dann gut gerüstet für die Verwaltung der zu erwartenden Mangellage, die kommen wird, weil wir verlernt haben, für uns selbst zu sorgen.
Die kapitalistische Gier ist nicht zukunftsfähig, weil der Blick immer nur auf den schnellen Gewinn gerichtet ist. Man will ja seinen Bonus haben und was danach ist, darum sollen sich die nächsten kümmern. Mit dem Freihandel liegt es ähnlich. Es werden schnelle Gewinne gemacht ohne Rücksicht auf nachhaltige Zerstörung bewährter Strukturen. Auf Erden gibt es nun mal unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Kulturen und Gegebenheiten natürlicher Art. Wir haben aber nur diesen einen Planet und wenn alle Menschen in Würde leben können sollen, dann müssen schwächere oder unterentwickelte geschützt sein. Und nein, nicht alle Menschen müssen auf demselben (Konsum-)Niveau leben. Aber sie sollten zumindest das Niveau erreichen können, was ihren Fähigkeiten entspricht. Gerade daran werden sie gehindert, indem sie ausgebeutet werden von denen, die es können.
Die manipulierten Währungsparitäten
Um das Bild abzurunden, muss man noch die Währungspolitik betrachten. Allen Ländern, die Billigprodukte herstellen, wird ein angemessener Wert ihrer Währung verweigert. Sie ist gnadenlos unterbewertet. Blicken wir auf die Stundenlöhne. Fakt ist, dass eine Näherin in Bangladesch nur einen Bruchteil des Lohnes erhält, der einer europäischen Kraft für dieselbe Arbeit zusteht. Jedenfalls wenn die Landeswährung in Euro oder Dollar umgerechnet wird. Das ist ein wesentlicher Faktor, dass diese Billigproduktion überhaupt eine sein kann. Die betroffenen Länder haben keine Möglichkeit sich dagegen zu wehren, denn die Wechselkurse werden von den großen Industriestaaten diktiert. So müssen die Wechselkurse als erstes richtiggestellt werden. Es muss gelten, dass gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt wird, egal in welcher Währung oder in welchem Land.
Allein diese Korrektur würde bereits die Vorteile von Billigimporten dahinschmelzen lassen, bis es sich nicht mehr lohnt. Auch hieran lässt sich erkennen, wie sehr die Unsitte der Auslagerung von Produktion in Billigländer ebendiesen schadet, weil sie ausgebeutet werden und so auf keinen grünen Zweig kommen können. Diese Auslagerung ist die Fortführung des Kolonialismus in getarnter Weise. Die betroffenen Länder können sich nicht dagegen wehren, es sei denn, sie verweigern ihre Mitarbeit. Das aber würde die eh schon jämmerliche Lage dort nochmals verschlimmern. Arbeitslose en masse und keine Devisen, um Produkte einzukaufen, die im Land benötigt aber nicht bezahlt werden können. Finanzierung durch Schulden? Das dürfen nur die USA und in kleinerem Maß die westlichen Industriestaaten.
Die Welt braucht einen Neustart
Betrachtet man das ganze Schlamassel, kann man nur zu einem Schluß kommen: Das gesamte Weltwirtschafts- und Finanzsystem muss komplett neu aufgestellt werden. Das bestehende System schützt und fördert nur die Gier der Industriestaaten und ihrer mehr oder weniger anonymen Anführer aus dem „Geldadel“, die Oligarchen. Genau dem muss die Grundlage genommen werden. Es wird einen Systemwechsel geben müssen, der zuverlässig die Bildung von Milliardenvermögen verhindert, die größer sind als manche Staatshaushalte und so die Politik dominieren können. Wir müssen zurückfinden zu ehrlichem Handel zu fairen Bedingungen und dazu zählen auch faire Wechselkurse.
Kann es da eine Lösung geben? Ja, es kann. Lesen Sie das Werk „Die Humane Marktwirtschaft“ von Peter Haisenko. Sie werden erstaunt sein, wie einfach es sein könnte, zu einer gerechten Welt, allgemeinem Wohlstand und dauerhaftem Frieden zu finden. Frieden, weil die für Krieg benötigten Kapitalmengen einfach nicht mehr da sind. Dieses Werk ist so aufgestellt, dass es jeder verstehen kann, weil das ganze überflüssige Finanzlatein nicht verwendet wird. Ja, es ist so einfach, dass es schon in die rechte Ecke gestellt werden könnte. Aber ist es nicht so, dass uns gerade diese künstliche Verkomplizierung in das Schlamassel getrieben hat, das sich als untauglich für allgemeinen Wohlstand und Frieden gezeigt hat? Schöpfen Sie Hoffnung durch das Wissen, dass es möglich ist. Bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrem Buchhandel.
Um das klarzustellen, „Die Humane Marktwirtschaft“ hat nichts mit sozialistischen Ideen gemein. Im Gegenteil stellt sie eine funktionierende Marktwirtschaft wieder her und Käuferkartelle wird es nicht mehr geben. Die Humane Marktwirtschaft wird den Menschen Wohlstand und Freiheit in einem Maß schenken, das bislang utopisch erschien.





