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Kurz und Bündig

Die kleinen Kommentare #1/2019

Hannovers OB verlangt eine „geschlechtergerechte Verwaltungssprache“

In Hannover, so wird behauptet, würde das beste Hochdeutsch gesprochen. Nun, damit dürfte es jetzt vorbei sein, nachdem sich OB Stefan Schostok (54, SPD) ohne Not eingereiht hat in die Phalanx der Sprachverhunzer. Auf sein Betreiben hin wurde in der niedersächsischen Landeshauptstadt vor kurzem nämlich die „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ herausgegeben. Demnach gilt dort die Grundregel: „Überall da, wo es möglich ist, sind geschlechtsumfassende Formulierungen zu verwenden.“ Hannover will also das Männliche wie das Weibliche aus der deutschen Sprache tilgen, damit sich künftig auch all jene angesprochen fühlen, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren und durch den Gebrauch der normalen deutschen Sprache diskriminiert wurden. So heißt es in der Erklärung für diese intellektuelle Glanztat.

Einige Beispiele aus dem Gender-Wörterbuch: Redepult statt Rednerpult; Wählendenverzeichnis statt Wählerverzeichnis; antragstellende Person statt Antragsteller; Teilnahmeliste statt Teilnehmerliste…! Und wenn eine sprachliche Verbiegung partout nicht möglich ist, muss der so genannte Gender Stern * gesetzt werden, also z.B. Oberbürgermeister*in. Bei dem Begriff „Amtsschimmel“ würde aber selbst dieser Kniff nicht funktionieren. Angesichts eines solchen geballten Schwachsinns kann man sich nur an den Kopf greifen und man muss sich fragen, ob das Oberhaupt einer deutschen Landeshauptstadt wirklich keine wichtigeren Probleme zu bewältigen hat. Lehrer und Sprachwissenschaftler sind empört über diesen schwerwiegenden Eingriff in die deutsche Sprache und die tradierten Sprachgewohnheiten. Prof. Manfred Bierwisch (88) etwa, ein renommierter Sprachwissenschaftler, beklagt: „Solche Regelungen und die angeblich geschlechtsgerechte Sprache sind schlechtes bis falsches Deutsch.“

Da bedient sich der Alte Herr in seiner Kritik einer sehr moderaten Wortwahl. Tatsächlich sind solche Aktionen ein kruder Angriff auf eines unserer wichtigsten Kulturgüter: unsere deutsche Sprache. Eine lebende Sprache wie die deutsche ist ständigen Veränderungen unterworfen – in der Semantik wie in der Orthographie. Das ist ganz normal und solche üblicherweise prozesshaft vonstatten gehende Weiterentwicklungen können von einer bestehenden Kultursprache mühelos absorbiert werden. Was aber gar nicht geht, sind derart gewaltsame Eingriffe in einen über Jahrhunderte gewachsenen Sprachduktus, der allen Muttersprachlern vertraut ist und nicht zuletzt auch als Identifikationsmerkmal einer bestimmten Sprache wahrgenommen wird.

Der grammatische Genus „der, die das“ ist eben etwas anderes als das gleichmacherische „the“ im Englischen. – Ist das etwa der längerfristige Plan dahinter? Soll sich die von unnötigen und von älteren Menschen überhaupt nicht mehr zu verstehenden Anglizismen durchsetzte Alltagssprache jetzt auch noch in der Grammatik den Vereinfachungen des Englischen nähern? Schon lange ist es den links-grünen Ideologen ein großes Anliegen, originär deutsches Kulturgut madig zu machen und jeden, der sich dazu bekennt, als nationalistischen, faschistischen, frauenfeindlichen, rassistischen Neonazi zu brandmarken. So einfach ist das. Für mich ist der Oberbürgermeister von Hannover mit seiner „geschlechtergerechten Verwaltungssprache“ ein intellektueller Tiefflieger, der mangels anderweitiger Gelegenheiten auch mal in der Bild-Zeitung in Erscheinung treten wollte. Armes Würstchen, kann ich da nur sagen, und vertraue darauf, dass die Hannoveraner mehrheitlich nicht so verblödet sind, diesen Kaspar bei den nächsten Kommunalwahlen wieder zu wählen. HVB, 28. 01. 2019

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