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Kurz und Bündig

Die kleinen Kommentare #1/2019

Weltfrauentag: Zwangsverordneter Feiertag für die Hauptstadt

Nun hat man mir als Bürger der Hauptstadt also einen neuen Feiertag verordnet: Weltfrauentag! Ich sitze da, ärgere mich, dass ich gestern die damit einhergehende Tatsache von geschlossenen Geschäften nicht auf dem Schirm hatte und die Vorratsbeschaffung also ausbleiben muss. So geht’s, wenn man sich auf routinemäßige Abläufe wie den freitäglichen Einkauf verlässt und die Irrsinns-Geschwindigkeit unterschätzt, mit der der rot-rot-grüne Senat Gesetze – sofern ideologisch motiviert – durchzupeitschen in der Lage ist.

Erinnern wir uns: Wenn es um die Installation von Toiletten für das „dritte Geschlecht“ geht (AKK lässt grüßen), wenn es um den Rauswurf von missliebig gewordenen Staatssekretären geht (die Senatorinnen Ramona Pop, Dilek Kolat und Regine Günther lassen grüßen), oder wenn es eben wie jetzt um die zwanghafte Bestimmung des 8. März zum gesetzlichen Feiertag geht (Clara Zetkin lässt grüßen) – dann sind unsere R2G-Ideologen ganz fix bei der Sache. Für wichtige politische Entscheidungen, die der Mehrheit der Berliner – ja, doch, es gibt hier nicht nur Minderheiten – unter den Nägeln brennt (z.B. Verwaltungsreform, Mietpreisexplosion, Kriminalitätsbekämpfung, BER…) kriegen die im Roten Rathaus nichts auf die Reihe. Aber was die Mehrheit der Bevölkerung will, interessiert die schon lange nicht mehr. Hätte man die Berliner befragt, hätten sie sicherlich gute Vorschläge für einen zusätzlichen Feiertag vorgebracht – aber ganz bestimmt nicht den 8. März.

Und was soll ich jetzt mit diesem bescheuerten Feiertag anfangen? An der Stelle gebe ich mal ein sehr persönliches Statement von mir preis. Ich war und bin weiß Gott ein Freund und Liebhaber der holden Weiblichkeit. Es waren ja nicht gerade wenige, die mir im Laufe der Jahre begegnet sind und die auch – zumindest für eine gewisse Zeit – eine Rolle in meinem Leben gespielt haben. Meine jetzige Lebensgefährtin und ich, wir haben gerade – am Rosenmontag!!! – unser 15-Jähriges gefeiert und ich schätze, wir werden – so Gott will – zusammen alt werden. Wir beginnen jeden neuen Tag mit einem Küsschen und wenn ich einkaufe, was in der Regel mein Job ist, bringe ich immer ein kleines Blumensträußchen mit. Gegenseitiger Respekt, Achtung und Zuneigung ist eine Selbstverständlichkeit unter zivilisierten Menschen, zumal wenn sie in Liebe verbunden sind. Dazu muss man mir keinen „Frauentag“ verordnen.

Aber Halt!! Es soll ja gar nichts gefeiert werden. Die Abgeordnete der Grünen, Anja Kofbinger, jedenfalls hat, nachdem der Weltfrauentag im Berliner Parlament mit R2G-Mehrheit durchgepeitscht war, verkündet, der 8. März sei „nicht zum Feiern da“, verbunden mit ihrer Hoffnung, „dass dann noch mehr Menschen an der Demonstration für Frauenrechte teilnehmen“. Ah ja. Wie ich den Lokalnachrichten im Radio soeben entnehmen durfte, formiert sich am Alex just zu dieser Stunde eine entsprechende Demo. Ich soll jetzt also rausgehen, bei diesem scheußlichen Mistwetter mit Regen und Sturm, mich mit den Öffentlichen auf den Weg nach Mitte machen (mindestens 45 Minuten) und dann dort im Kreise Feminismus-bewegter Frauen und Männer irgendwelche Parolen skandieren, etwa: „Frauen an die Macht!“ oder „Wo Frauen sind, wird alles gut!“ – Nee, Freunde nicht mit mir. Da nehme ich lieber meine Frau zu Hause in den Arm, gebe ihr einen dicken Kuss und wir trinken gemütlich ein Gläschen Wein zusammen. Das machen wir übrigens auch, wenn nicht „Weltfrauentag“ ist. HVB, 08. März 2019

Hannovers OB verlangt eine „geschlechtergerechte Verwaltungssprache“

In Hannover, so wird behauptet, würde das beste Hochdeutsch gesprochen. Nun, damit dürfte es jetzt vorbei sein, nachdem sich OB Stefan Schostok (54, SPD) ohne Not eingereiht hat in die Phalanx der Sprachverhunzer. Auf sein Betreiben hin wurde in der niedersächsischen Landeshauptstadt vor kurzem nämlich die „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ herausgegeben. Demnach gilt dort die Grundregel: „Überall da, wo es möglich ist, sind geschlechtsumfassende Formulierungen zu verwenden.“ Hannover will also das Männliche wie das Weibliche aus der deutschen Sprache tilgen, damit sich künftig auch all jene angesprochen fühlen, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren und durch den Gebrauch der normalen deutschen Sprache diskriminiert wurden. So heißt es in der Erklärung für diese intellektuelle Glanztat.

Einige Beispiele aus dem Gender-Wörterbuch: Redepult statt Rednerpult; Wählendenverzeichnis statt Wählerverzeichnis; antragstellende Person statt Antragsteller; Teilnahmeliste statt Teilnehmerliste…! Und wenn eine sprachliche Verbiegung partout nicht möglich ist, muss der so genannte Gender Stern * gesetzt werden, also z.B. Oberbürgermeister*in. Bei dem Begriff „Amtsschimmel“ würde aber selbst dieser Kniff nicht funktionieren. Angesichts eines solchen geballten Schwachsinns kann man sich nur an den Kopf greifen und man muss sich fragen, ob das Oberhaupt einer deutschen Landeshauptstadt wirklich keine wichtigeren Probleme zu bewältigen hat. Lehrer und Sprachwissenschaftler sind empört über diesen schwerwiegenden Eingriff in die deutsche Sprache und die tradierten Sprachgewohnheiten. Prof. Manfred Bierwisch (88) etwa, ein renommierter Sprachwissenschaftler, beklagt: „Solche Regelungen und die angeblich geschlechtsgerechte Sprache sind schlechtes bis falsches Deutsch.“

Da bedient sich der Alte Herr in seiner Kritik einer sehr moderaten Wortwahl. Tatsächlich sind solche Aktionen ein kruder Angriff auf eines unserer wichtigsten Kulturgüter: unsere deutsche Sprache. Eine lebende Sprache wie die deutsche ist ständigen Veränderungen unterworfen – in der Semantik wie in der Orthographie. Das ist ganz normal und solche üblicherweise prozesshaft vonstatten gehende Weiterentwicklungen können von einer bestehenden Kultursprache mühelos absorbiert werden. Was aber gar nicht geht, sind derart gewaltsame Eingriffe in einen über Jahrhunderte gewachsenen Sprachduktus, der allen Muttersprachlern vertraut ist und nicht zuletzt auch als Identifikationsmerkmal einer bestimmten Sprache wahrgenommen wird.

Der grammatische Genus „der, die das“ ist eben etwas anderes als das gleichmacherische „the“ im Englischen. – Ist das etwa der längerfristige Plan dahinter? Soll sich die von unnötigen und von älteren Menschen überhaupt nicht mehr zu verstehenden Anglizismen durchsetzte Alltagssprache jetzt auch noch in der Grammatik den Vereinfachungen des Englischen nähern? Schon lange ist es den links-grünen Ideologen ein großes Anliegen, originär deutsches Kulturgut madig zu machen und jeden, der sich dazu bekennt, als nationalistischen, faschistischen, frauenfeindlichen, rassistischen Neonazi zu brandmarken. So einfach ist das. Für mich ist der Oberbürgermeister von Hannover mit seiner „geschlechtergerechten Verwaltungssprache“ ein intellektueller Tiefflieger, der mangels anderweitiger Gelegenheiten auch mal in der Bild-Zeitung in Erscheinung treten wollte. Armes Würstchen, kann ich da nur sagen, und vertraue darauf, dass die Hannoveraner mehrheitlich nicht so verblödet sind, diesen Kaspar bei den nächsten Kommunalwahlen wieder zu wählen. HVB, 28. 01. 2019

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