------------------------------------

-------------------------------------

---------------------------------------

Einer für alle – alle für einen!

Von Hans-Jürgen Geese 

Am 1. Oktober im Jahre 1891 öffnete eine der besten Universitäten der Welt ihre Pforten. Unter den ersten zugelassenen Studenten befand sich Herbert Hoover, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten. Die Universität wäre nicht gegründet worden, wenn nicht ein 16jähriger Junge Jahre vorher in Florenz verstorben wäre. Er war das einzige Kind von Jane und Leland Stanford, die zum ewigen Andenken an ihren Sohn und als Gabe für die Menschheit diese Universität gründeten. Leland Stanford war einer der reichsten Männer seiner Zeit.

Was nur wenige wissen und was gemeinhin im Zusammenhang mit diesem Mann unterschlagen wird, ist, dass Leland Stanford ein großer Verfechter für das Prinzip der Genossenschaften war und sogar selbst, bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1893 über dieses Thema an der Universität lehrte. Zitat: „Genossenschaften bringen die besten Potentiale und die besten Einflüsse des Menschen hervor, zum Segen des Einzelnen und zum Segen der Gemeinschaft.“

Heute wird an der Stanford Universität nichts mehr über Genossenschaften gelehrt. Nicht nur das. Nicht an einer einzigen aller Eliteuniversitäten der USA wird etwas über Genossenschaften gelehrt. Das Thema ist sozusagen tabu. Leland Stanford sagte im US- Kongress im Jahre 1887: „Die Übernahme der Prinzipien von Genossenschaften wird im Laufe der Zeit dazu führen, dass die meisten Industrien in diesem Land Genossenschaften sein werden.“ War der Mann ein Prophet oder nur ein reicher Spinner?

Wladimir Iljitsch Lenin

Während der Zeit der Propagierung der Neuen Ökonomischen Politik (NEP) sagte Lenin im Jahre 1923: „Nur noch eine Sache bleibt zu tun und das ist, dass wir die Menschen so aufklären, dass sie die Vorteile verstehen, die in der Beteiligung aller an der Arbeit von Genossenschaften liegen. Das bleibt noch zu organisieren... Es braucht keine anderen Techniken, um den Sozialismus voranzutreiben.“

Es ist wahrscheinlich schwierig, heutzutage den Geist des Herrn Lenin mit neuer Glaubwürdigkeit auszustatten, um eine Idee wie eine Mission in der Welt zu verbreiten. Der Mann wurde sozusagen bis auf Weiteres ausgemustert. Sein Werk rottet auf dem Müllhaufen der Geschichte. Suchen wir uns daher einen Papst für diese, meiner Meinung nach unbedingt erforderliche Missionierung.

Papst Leo XIII

Im Jahr der Gründung der Stanford Universität, im Mai des Jahres 1891, präsentierte Papst Leo XIII seine Enzyklika Rerum Novarum (Rechte und Pflichten von Kapital und Arbeit) der Welt, ein Protest der Kirche, die endlich gegen die schreienden Ungerechtigkeiten Stellung bezog, die den verelendeten, ausgebeuteten Arbeitern jener Zeit angetan ward.

Der Papst sprach sich nicht gegen das Privateigentum aus, meinte aber, dass es gerechter verteilt sein müsse, denn alles auf Erden gehöre doch allen. Daher sollten so viele Menschen wie möglich Eigentum erwerben können. Vor allem auch in Gemeinschaft. Vor allem auch in Genossenschaften. Zitat: „Verbietet ein Staat dennoch die Bildung solcher Genossenschaften, so handelt er gegen sein eigenes Prinzip, da er ja selbst, ganz ebenso wie die privaten Gesellschaften unter den Staatsangehörigen, einzig aus dem natürlichen Trieb des Menschen zu gegenseitiger Vereinigung entspringt.“

Mondragon, Spanien, 1956

Der katholische Priester Jose Maria Arizmendiarrieta gründet die Genossenschaft mit Namen „Mondragon“, die schließlich zur erfolgreichsten Genossenschaft in der Welt wird. Zu der Genossenschaft gehört später dann eine ganze Infrastruktur von Dienstleistungen für die Menschen, wie z.B. Schulen, eine Universität, Büchereien, Forschungseinrichtungen etc. Diese Genossenschaft ist heute eine Gemeinschaft von etwa 80.000 Menschen. Mondragon basiert auf den Werten von Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Dazu kommen noch ethische Anforderungen des Gründers: Ehrlichkeit, Offenheit, soziale Verantwortung und die Sorge um den Nächsten.

Sie werden schwerlich etwas gegen die Logik vorbringen können, die aus den bisher geschilderten Geschehnissen hervorgeht. Schon gar nicht gegen die Prinzipien der Menschlichkeit, die doch in all diesen Bemühungen stecken. Und die Genossenschaftsunternehmen der Geschichte sind bis auf den heutigen Tag vorwiegend große Erfolge. Warum also haben sich die Genossenschaften nicht weiter ausgebreitet und wurden zu dem Segen der Menschheit, der sie doch potentiell werden könnten?

Genossenschaften sind von Politikern unerwünscht, da sie Freiheit versprechen

Im Jahre 2004 berichtete der Journalist Ron Suskind von einem Gespräch, das er mit einem der engsten Berater von George W. Bush führte. Man kann wohl davon ausgehen, dass es sich bei dem Gesprächspartner um Karl Rove handelte. Der erklärte Suskind, wie die neue Realität in der Welt aussieht: „Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, dann schaffen wir unsere eigene Realität. Und während du diese Realität studierst, so fleißig wie es dir eigen ist, werden wir wieder handeln und andere, neue Realitäten schaffen, die du dann auch studieren kannst, und so wird es dann weitergehen. Wir sind Schöpfer von Geschichte.“ Henry Kissinger hatte Jahre vorher bereits Ähnliches gesagt: „Es gibt zwei Arten von Realisten: Diejenigen, die die Fakten manipulieren und diejenigen, die diese Fakten überhaupt erst schaffen. Der Westen braucht nichts mehr als Männer, die in der Lage sind, ihre eigene Realität zu schaffen.“

Wenn Sie das alles verdaut haben, dann wundern Sie sich über nichts mehr auf dieser Welt, denn diese Verrückten haben dieses Denken tatsächlich umgesetzt. Im Verbund mit den Mächtigen in der Wirtschaft, in den Geheimdiensten, mit den Militärs, mit den Wissenschaftlern und so weiter. Die könnten sogar eines Tages das Wetter beeinflussen. Experimente laufen seit vielen Jahren. Warum? Weil das Wetter als Waffe eingesetzt werden kann.

In dieser neuen Welt der allmächtig Herrschenden kommen Genossenschaften nun mal nicht vor, sie sind geradezu deren Feind, denn wenn die Welt der Wirtschaft von Genossenschaften beherrscht würde, dann könnten die Menschen tatsächlich in Freiheit leben. In Freiheit! Die schlimmste aller denkbaren Möglichkeiten. Und so zogen die Mächtigen dieser Welt aus, die Genossenschaften nicht nur weitestgehend zu vernichten, sondern die Idee überhaupt zu unterdrücken. Sie werden jetzt sagen, aber es gibt sie doch noch, die Genossenschaften. Das ist korrekt. Aber sie führen ein jämmerliches Dasein. Sie sind weit davon entfernt, das führende Wirtschaftsprinzip auf Erden zu werden. 
Anmerkung der Redaktion: Bis vor etwa zwei Jahren gab es Genossenschaften, die in Deutschland Windkraftwerke aufgestellt und betrieben haben. Dann wurden die Gesetze so geändert, dass es praktisch nur noch für Großkonzerne möglich ist, überhaupt an der Ausschreibung für solche Projekte teilzunehmen, weil die verpflichtende Teilnahme an der Ausschreibung bereits einen Kapitaleinsatz von etwa 500.000,- € erfordert und der ist verloren, wenn der Zuschlag nicht erteilt wird. 

Das Overton-Fenster

Das Overton-Fenster (entwickelt von dem amerikanischen Politikwissenschaftler Joseph Overton) beschreibt den Bereich der Ideen, der von der Öffentlichkeit zu einer gegebenen Zeit akzeptiert wird. Die Messungen besagen, dass seit Jahren das Vertrauen der Bürger in die gewählten Vertreter, in das Parlament, in die Justiz und selbst in die Demokratie gesunken ist. Und dann: Menschen, die nach 1980 geboren wurden, halten das Leben in einer Demokratie für weniger wesentlich als Menschen, die um 1960 geboren wurden. Wenn Sie das Verhalten der Mehrheit der Menschen in Zeiten von COVID beobachten, dann wird Sie das nicht überraschen.

Ohne großen Aufschrei verzichten viele Menschen halt auf Demokratie. Sie sind dem Staat sogar dankbar, dass der ihre eigentlichen Aufgaben übernimmt, für sie denkt und für sie entscheidet. Den modernen Menschen wurde der Gehorsam eingedrillt, sie werden mehr und mehr passiv, ziehen sich mehr und mehr zurück in eine geschützte Welt, die sie, wie sie glauben, vor allem mit digitalen Techniken bewältigen können. Und diese beliebten digitalen Spielzeuge halten sie gleichzeitig unter Kontrolle. Karl Rove, George Bush und Henry Kissinger finden das wahrscheinlich alles ganz großartig. Alles unter Kontrolle. Man könnte wohlwollend und hoffnungsvoll aber auch sagen: Die Mehrheit der Menschen unserer Zeit befindet sich in einem tiefen Schlaf. Sie kennen ja die Geschichte von Dornröschen. Jemand müsste halt mal vorbeikommen...

Auch der moderne Kapitalismus will keine Genossenschaften

Aber das Persönlichkeitsprofil des modernen, gehorsamen, passiven Massenmenschen ist nur ein Grund, warum Genossenschaften heute nicht die Attraktivität haben, die man eigentlich erwarten könnte. Der Hauptgrund: Genossenschaften passen nun einmal nicht in die Wirtschaftsideologie unserer Zeit, die von freien, selbstregulierenden Märkten schwärmt, die keine Grenzen kennen – weder geographisch noch finanziell, noch moralisch, noch in irgendwelchen anderen Dimensionen. Das Ideal (was aber keiner auszusprechen wagt) sind Monopole, globale Monopole, digitale Monopole wie Facebook, Google, Twitter. Oder Monopole wie Amazon. Diese Firmen gehören Investoren, die mit Geld spielen, um aus Geld noch mehr Geld zu machen, ohne irgendwelche Beschränkungen. Immer mehr Geld aus Geld, bis in alle Ewigkeit. Dieses Lieblingsspiel unserer Zeit, ohne Arbeit reich zu werden, kann man nicht mit Genossenschaften spielen. Was soll das also, diese Verrücktheit mit den althergebrachten Genossenschaften? Wir alle wissen doch, dass ohnehin immer mehr und mehr Produktionsabläufe automatisiert werden. Maschinen werden uns ernähren. Und der Mensch? Nun, der Mensch ist immer weniger wichtig. Auf den kann demnächst eigentlich völlig verzichtet werden.

Und Sie, Sie faseln von Gemeingut, Gemeinschaft? Sie faseln von Menschlichkeit? Sind Sie wahnsinnig! Gerade umgekehrt. Alles soll, muss, muss unbedingt privatisiert werden, mit einem Preis versehen, so dass alles, aber auch wirklich alles, eine Ware für den Markt ist. Und, wie gesagt, auf dem Markt kann man dann mit dem Geld spielen, kaufen und verkaufen, dass es eine Freude ist. Die Anlagenberater, die Investoren, die Millionäre, die Milliardäre dieser Welt, die alle lachen sich tot, wenn sie von Genossenschaften hören. Die Genossenschaften, sagen sie, diese Firmen aus der Mottenkiste, die gehören beseitigt oder bestenfalls aufgekauft und verwertet. So wie alles und jeder auf dieser Welt. Geld, Geld regiert die Welt.

Kennen Sie die Geschichte vom Großen und vom Kleinen? Sie müssen sich entscheiden ob Sie der neuen großen Welt angehören wollen oder ob Sie im Kleinen, in Ihrer Familie, in Ihrem Freundeskreis, in Ihrer Gemeinde, in ihrem eigenen, unabhängigen, freien Land Glückseligkeit suchen.

Genossenschaften in Deutschland

Genossenschaften haben in Deutschland eine lange Tradition. Diese Tradition geht bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Männer wie Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch beschäftigten sich vor allem auch mit den finanziellen Unzulänglichkeiten der Arbeiter und gründeten Darlehnskassen, die das Geld der Arbeiter verwalteten und ihnen halfen, ein eigenständiges Dasein aufzubauen. Genossenschaften wurden schnell zu einem großen Erfolg, da der Deutsche von Natur aus dazu neigt, sich zu organisieren. Nirgends auf Erden gibt es – bezogen auf die Bevölkerung – so viele Vereine wie in Deutschland. Ihre Zahl beträgt etwa 620.000, mit einer Mitgliederzahl von über 50 Millionen! Die Anzahl der Genossenschaften in Deutschland beträgt etwa 7.500 mit mehr als 20 Millionen Mitgliedern. Die meisten Genossenschaften in Deutschland sind Genossenschaftliche Banken und Wohnungsbaugenossenschaften. Aber Genossenschaften sind in allen Wirtschaftszweigen zu finden. Selbst Schulen und Krankenhäuser werden als Genossenschaften betrieben. Der Deutsche ist eigentlich, von Natur her der perfekte Genossenschaftsmensch.

Genossenschaften sind gelebte Demokratie

Sie müssen sich eines klarmachen: Der Kampf gegen Genossenschaften ist ein Kampf gegen Demokratie. Und umgekehrt. Demokratie ist nicht teilbar. Entweder sie existiert in der Gesellschaft, in allen Teilen der Gesellschaft, überall, oder sie existiert eben nicht. Allein daran können Sie schon erkennen, dass wir in Deutschland nicht in einer Demokratie leben. Wobei eben der Bereich der Politik lediglich einen kleiner Ausschnitt der Gesellschaft darstellt. Um Demokratie zu leben, müsste sie sich vor allem auch im Wirtschaftsbereich austoben können. Und gibt es etwas Demokratischeres als eine Genossenschaft?

Das Kleine ist der Feind des Grossen. Das viele Kleine kann nicht von den Großen kontrolliert und beherrscht werden. Daher muss allein schon die Idee vom erfolgreichen, unabhängigen, vielen Kleinen unterdrückt werden. Und wenn die Idee nicht aus der Welt geschafft werden kann, weil sie eben so verdammt mächtig ist, dann will man sie zumindest auf ihr kleinstmöglichstes Maß reduzieren. Von Anfang an. Das beste Beispiel dafür sind die Schülergenossenschaften in Deutschland. Ja, die gibt es tatsächlich. (www.schuelergeno.de)

Das Motto: „Was einer allein nicht vermag zu schaffen, das schaffen viele.“

Als ich vor Jahren zum ersten Mal von Schülergenossenschaften erfuhr, war ich ganz begeistert. Als ich mich dann mit der Realität von Schülergenossenschaften in Deutschland beschäftigte war ich ganz enttäuscht. Denn von dem Potential der Idee wird nicht mehr als höchstens 1 % genutzt. Allein schon die Anzahl sagt aus, wie erfolglos diese brillante Idee in der Wirklichkeit dahindümpelt. Seit dem Projektbeginn im Jahre 2006 gibt es in Deutschland, bei 16.901 Allgemeinbildenden Schulen (Stand 2019/20), nicht mehr als 150 Schülergenossenschaften. Und dann müssten die sich mit ernsthaften Ideen beschäftigen, nicht nur mit Cafés und Kiosks. Wie wäre es mit „gigantischen“ Ideen? Der kreative Saft müsste spritzen, dass es eine wahre Freude ist. Und dann bitte mehr Selbstvertrauen.

Das Konzept ist ganz einfach: Schüler haben eine Geschäftsidee, sie organisieren sich in Form von einer Genossenschaft, die von einer wirklichen Genossenschaft der Gemeinde oder Stadt betreut und beraten wird. Lassen wir mal die ganze Bürokratie beiseite, die gemeinhin in Deutschland die Menschen heimsucht und alles ungemein erschwert.

Ich frage Sie: Wie kann es sein, dass sich nicht Hunderttausende von Schülern, Lehrern, Eltern begeistert auf diese Idee stürzen und sie in ihrer eigenen Welt umsetzen? Hier können die Schülerinnen und Schüler das wirkliche Leben studieren, Ideen ausbrüten und in Gemeinschaft umsetzen. Sie können sich in bestmöglicher Form auf das Leben vorbereiten, sie können in bestmöglicher Form Demokratie lernen. Die Schülergenossenschaften müssten doch eigentlich auf dem Stundenplan ganz, ganz oben stehen. Oder außerhalb der Schulzeit aufblühen. Wenn es denn irgendeine Idee gibt, die Deutschland je wieder an die Spitze bringen wird, dann diese. Was sind das nur für Menschen, die da in unseren Schulen hausen? Die haben doch tatsächlich das Potential einer der größten Ideen der Menschheit total verpennt. Und nennen sich Lehrer. Wenn sie aber nicht mal diese Idee lehren....

Und, Sie werden es kaum glauben, im Gegensatz zu den US., wo Sie eben nicht mehr Genossenschaftswesen an den Universitäten studieren können, ist das in Deutschland tatsächlich möglich. Wir haben also die komplette Infrastruktur des Wissens und Lernens und Praktizierens bereits aufgebaut. Es ist alles vorhanden. Und (fast) nichts geschieht! Eltern, ich fordere euch auf, geht zu den Schulen und fordert eine Schülergenossenschaft. Besser noch, mehrere Schülergenossenschaften. Wie soll sonst jemals etwas aus euren Kindern werden?

Die Lehre aus den Erfahrungen der Republik Guria

Guria ist eine Region Georgiens. In der Zeit zwischen 1904 bis 1906 führten die Sozialdemokraten von Guria eine Revolution durch, die Freiheit und eine Art von Demokratie ins Land brachten, wie sie bisher noch nie gesehen ward auf Erden. Die Ereignisse in Guria sind nur wenig bekannt. Der große russische Schriftsteller Leo Tolstoi verfolgte das Geschehen begeistert und schrieb (Übersetzung vom Autor):

„Was in Guria geschieht ist von immenser Bedeutung. Obwohl ich mir bewusst bin, dass die Menschen in Guria noch nie etwas von meiner Existenz gehört haben..., bitte sagt ihnen: „Es gibt einen alten Mann, der zwanzig Jahre lang unermüdlich wiederholt hat, dass alle Übel der Menschheit in der Tatsache begründet liegen, dass die Menschen immer erwarten, dass Hilfe von außen kommen wird, um ihr Leben zu organisieren. Und wenn sie feststellen, dass die Autoritäten ihnen nicht helfen und nicht für Ordnung sorgen, dann beginnen sie, die Autoritäten anzuklagen und zu verdammen. Was geschehen müsste, ist genau das, was in Guria geschieht, nämlich, das Leben so zu organisieren, dass kein Bedarf an irgendwelchen Autoritäten besteht.“ Vier Jahre nachdem die Republik Guria von der russischen Armee zusammengeschossen wurde, starb Leo Tolstoi.

Keine Ausreden!

Freiheit ist nicht die Freiheit des Einzelnen. Kein Mensch ist eine Insel. Wenn Sie sich unterdrückt fühlen, dann ist das Ihre eigene Schuld. Sie brauchen nichts weiter zu tun, als sich zu organisieren. Und wie wir gehört haben, gibt es doch bereits in Deutschland viele, viele Vereine, die die Menschen zusammenbringen. Na also. Was tun? Einfach nur die Menschen zusammenbringen. Wobei es zwar die feine deutsche Art ist, einen Verein anzumelden und so. Aber es muss wirklich nicht unbedingt sein. Es geht auch einfacher. Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, Sie müssen sich organisieren, organisieren, organisieren! Nein, Sie müssen dabei nicht mit allen anderen Menschen einer Meinung sein. Aber Respekt und Toleranz zeigen. Und der zweite wesentliche Punkt ist: Alle Menschen, mit denen Sie sich organisieren, müssen für die Freiheit einstehen. Den Rest werden Sie schon ausklamüsern. Das ist alles. Machen Sie mal!

Anmerkung von Peter Haisenko:
Nach Lesen dieses beeindruckenden Textes von Herrn Geese ist mir aufgefallen, dass unsere „Humane Marktwirtschaft“ nach den Prinzipien der Genossenschaften aufgebaut ist, ohne dass ich bei der Erarbeitung dieses neuen Wirtschaftsmodells daran gedacht habe. Betrachtet man aber „Die Humane Marktwirtschaft“ genauer fällt auf, dass sie gleichsam das Modell einer Genossenschaft ist, und zwar auf nationaler Ebene. Mit dem revolutionären Ansatz des „Wertspeichers“, in dem alle Überschüsse gesammelt werden und dann wiederum allen zur Verfügung stehen, wird der gesamte Staat zu einer großen Genossenschaft. Geschützt gegen gier-getriebene Angriffe von moderner Technologie, nämlich der „Blockchain-Technologie“. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil, inwieweit „Die Humane Marktwirtschaft“ nahezu alle Probleme der Gegenwart auflösen kann. Bestellen Ihr Exemplar „Die Humane Marktwirtschaft“ nach Haisenko/von Brunn direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrer Buchhandlung. Und vergessen Sie nicht das große Werk von Herrn Geese: "Ausverkauf vom Traum Neuseeland", ebenfalls erschienen im AnderweltVerlag. 

Nach oben