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Die Menschheit braucht Ziele und Pläne, um eine gute Zukunft zu erreichen

Von Peter Haisenko 

Wer kein Ziel hat, kann auch keinen Plan haben, ein Ziel zu erreichen. Ohne Ziel ist jeder Weg gleichzeitig der richtige und der falsche. Seit gut 100 Jahren treibt die Menschheit ziel- und planlos dahin. Die gierigen „Eliten“ haben aber ein Ziel und deswegen obsiegen sie über die planlose Masse.

Bis 1914, also bis zum Beginn des Ersten Weltkrieg, wurde weltweit eine offene Diskussion darüber geführt, wie, wohin und mit welchen Mitteln sich die Menschheit zu ihrem Besten entwickeln soll. Das fand vor allem in Deutschland und Frankreich statt, während die englischen Eliten ihr Ziel schon lange fixiert hatten. Das British Empire wollte die Weltherrschaft erringen. Das Mittel zum Zweck war militärische Überlegenheit und der Kapitalismus. Im jungen Deutschen Reich hingegen blühte der Humanismus und der sollte möglichst allen Menschen ein Leben bringen, das so gut wie möglich ihren Bedürfnissen entsprach. Man folgte der Vorgabe des Königs von Preußen, Friedrich des Großen, der das am 17. Juni 1740 so formuliert hatte: "Jeder soll nach seiner Façon selig werden". Genau diese Philosophie war eine der Grundlagen für die enormen Entwicklungen in deutschen Landen und im folgenden Deutschen Reich.

So war der Humanismus und mit ihm das Deutsche Reich der natürliche Feind des Kapitalismus und der Weltbeherrschungsphantasien machtgieriger Briten. Der gleichzeitig diskutierte Kommunismus ist es nicht, denn der verlangt – wie der Kapitalismus – nach Unterwerfung unter ein starres System, das Menschen gegen Menschen ausspielt, zum Erhalt der Macht gieriger Eliten. Mit dem Ersten Weltkrieg ist der Gedanke des Humanismus begraben worden und seitdem gibt es nur noch einen Dualismus zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Also zwischen zwei Systemen, die gleichermaßen untauglich sind, möglichst vielen Menschen Lebensglück und Frieden zu bringen. Seit 1990 hat der Kapitalismus „gesiegt“ und die Menschheit taumelt ziellos Richtung Abgrund. Geld und deren Besitzer haben die Macht und deren Ziele sind nicht am Glück der Massen orientiert. Am Weltfrieden schon gar nicht.

Sehnsucht der Menschheit – der Weltfrieden

Der Weltfrieden wird als irrationale Phantasie von Spinnern und als unmöglich bezeichnet. Aber ist es nicht genau der Weltfrieden, der die Grundlage für ein glückliches Leben auf Erden ist? Der das erklärte Ziel aller Menschen sein sollte? Ohne Frieden ist alles nichts und so wäre es ein Leichtes, das erste universelle Ziel für die gesamte Menschheit aufzustellen: Den Weltfrieden. Das aber kann nur möglich sein, wenn man das Credo von Friedrich dem Großen ernst nimmt: "Jeder soll nach seiner Façon selig werden". Die Lebensumstände auf den Kontinenten der Welt sind vielfältig und genauso vielfältig müssen die Modelle sein, die den Menschen in ihren jeweiligen Regionen Glück und Zufriedenheit bringen können. Man betrachte dazu beispielhaft das Modell Bhutan im Himalaja. Aber über allem muss der Wille, das Ziel und der Plan zum Weltfrieden stehen. Das große Problem dabei ist, der Kapitalismus funktioniert nicht ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung.

Unterhalb des Weltfriedens gibt es dann eine Fülle unterschiedlicher Ziele, die darauf warten, diskutiert und aufgestellt zu werden. Das ist während der letzten 100 Jahre nicht geschehen. Die Technik hat sich rasant entwickelt und man hat es versäumt, dem Ziele zur Seite zu stellen. Wo will die Menschheit hin? Kann es das Ziel sein, Arbeit nur noch von Maschinen und Robotern verrichten zu lassen und die Menschen gebrauchen ihre Körper nur noch zum Stemmen von Gewichten in Fitnessstudios? Kann es der Wunsch der Menschen sein, dass Produkte nur noch in Megafabriken hergestellt werden, um diese dann mit Megaschiffen über die Welt zu verteilen? Wollen die Menschen wirklich immer nur das Billigste, ohne Rücksicht auf ihre eigene Zukunft? Wollen wir wirklich alles durchführen, was der Stand der Technik erlaubt? Wie sinnvoll ist „KI“, 5G und die totale Vernetzung? Hat mal jemand gefragt, ob selbstfahrende Autos überhaupt ein überzeugendes Ziel sein können? Der Beispiele und Fragen gibt es viele und es wird nicht einmal der Versuch unternommen, Antworten zu finden.

Mit der hochgelobten Demokratie funktioniert nichts mehr

Dann die Politik als solche. Es darf nicht diskutiert werden, ob Demokratie nach westlichem Muster wirklich die beste Regierungsform ist. Dabei sollte doch jedem denkenden Menschen bewusst sein, dass es noch nie so viele und zerstörerische Kriege gegeben hat wie im Zeitalter der Demokratie. Jedenfalls in dieser Hinsicht hat diese Form der Demokratie jämmerlich versagt und müsste allein deswegen auf dem Prüfstand stehen. Das Gegenteil ist Realität und das Machtinstrument „Demokratie“ wird mit allen Mitteln „verteidigt“. Ja mit Gewalt durchgesetzt, wenn jemand einen anderen Weg ausprobieren will. Gerade in Deutschland zeigt sich doch, dass mit der hochgelobten Demokratie nichts mehr funktioniert, weil es keine Instanz mehr gibt, die mit einem Machtwort dem größten Wahnsinn Einhalt gebieten kann. So, wie es ein Kaiser oder König noch konnte, zum Wohl seiner Untertanen.

Die Menschheit wurstelt vor sich hin, ohne Ziel und Plan. Ganz anders die (Geld-) Mächtigen. Sowohl im Kapitalismus als auch im Kommunismus gibt es Pläne. Zwar eher kurzfristige und in beiden Systemen wird Planerfüllung eingefordert – koste es, was es wolle und wieder fragt niemand nach dem Sinn. Ist es wirklich sinnvoll, Landmaschinen in Sauriergröße zu bauen, die dann einem einsamen Fahrer ganz allein den ganzen Erntevorgang aufbürden? Hat man da eingerechnet, wie viel Arbeits- und Materialleistung in der Herstellung der Agrargiganten steckt? Ist diese Bilanz wirklich positiv, auch unter dem Aspekt der Ökologie? Oder wird hier verfahren nach der Maxime der Faszination des Machbaren? Es ist zu befürchten, wobei sich da eine unheilige Allianz gebildet hat, zwischen genialen Ingenieuren und gierigen Kaufleuten. Der Ingenieur lebt von der Faszination des Machbaren und der Kaufmann von der Faszination der damit ermöglichten Gewinne.

Es fehlt das Regulativ eines gesellschaftlichen Konsens, wohin die Entwicklung der Menschheit und der Gesellschaften führen soll. Dazu kommt ein uraltes Grundproblem, das wohl in der Natur mancher Menschen liegt. Dazu zitiere ich Professor Dr. Hermann Oberth, den Begründer der Raumfahrt, einen der klügsten Köpfe, den die deutsche Kultur je hervorgebracht: „Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schuft stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen. Daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen, und infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt.“ Genau diese Situation haben wir heute, eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken. Wieder steht die Frage im Raum: Wollen wir das so und kann man dagegen überhaupt etwas tun?

Wer genügend Geld zusammengerafft hat, wird hofiert

Man könnte, wenn, ja wenn die Menschheit ein Ziel hätte. Es gab Zeiten, da gab es ein Regulativ gegen solche schurkischen Emporkömmlinge. Die Mittel hießen Ehre, Anstand und Moral. Und kaiserliche Instanzen, die darüber wachten, inklusive eines gesellschaftlichen Konsens’, der Schurken aus der „feinen Gesellschaft“ ausschloss. Schon lange gilt das nicht mehr. Wer genügend Geld zusammengerafft hat, wird hofiert, ohne Rücksicht darauf, mit welchen Methoden der Reichtum entstanden ist. Das ganze funktioniert aber nur, weil es keine ausdiskutierten Ziele gibt, ja nicht einmal andiskutierte. Wäre es nicht der Sache wert zu überlegen, ob es ein Ziel sein soll, eine Gesellschaft aufzubauen, deren Basis Rechtschaffenheit, Anstand, Moral, Gemeinsinn und Ehrlichkeit ist? Und Weltfrieden? Wer wollte da widersprechen? Außer denjenigen Schurken, die sich an die Spitze der „Eliten“ gesetzt haben.

Genau diese Schurken haben Ziele und deswegen sind sie so erfolgreich. Sie können ihre Pläne umsetzen, weil es keinen Gegenplan gibt. Sie können mit der Menschheit ihr grausames Spiel spielen, weil das Fehlen von Zielen und Plänen beim Rest ihnen diese Freiräume gestattet. Sie machen einfach und werden immer dreister, weil ihnen niemand Einhalt gebietet, gebieten kann. Hilfreich für sie ist auch, dass sie ihr erstes Ziel schon lange erreicht haben: Die totale Kontrolle über die Medien und damit über die öffentliche Meinungsbildung. Auch die wird verbissen verteidigt wie die Demokratie und jegliche „Gegenöffentlichkeit“ wird mit allen Mitteln bekämpft. Es darf nicht geschehen, dass sich kluge und integre Menschen zusammenfinden, die so lange auf offensichtliche Missstände hinweisen, bis sich eine öffentlichkeitswirksame Diskussion über das Grundproblem entfalten kann: Das Fehlen von Zielen und Plänen, wie sich die Mehrheit der Menschen die Zukunft wünscht.

Interessant an diesen Betrachtungen ist, dass es ausgerechnet Krieg ist, der Menschen Ziele gibt. Sei es die negative Seite, nämlich die Zerstörung eines „Feindes“ oder der kollektive Wille, ja die Notwendigkeit, Kriegsschäden zu reparieren. Aber auch das gehört zu den Plänen der Zerstörer, denn nach einem Krieg haben Menschen Besseres zu tun, als über hehre Ziele für die fernere Zukunft nachzudenken. Auch wer in andauernder Angst gehalten wird, sei es vor einem angeblichen Feind, Terrorismus, dem Klima oder einem Virus, der hat gar keine Zeit, über den Mangel an echten Zielen nachzudenken. Solange aber nicht erkannt wird, dass es nicht gut enden kann, wenn man ziel- und planlos dahinwurstelt, wird die Zukunft so aussehen, wie die Herren des Geldes es wünschen.

Die Welt steht an einem Wendepunkt

Man kann es als einen Endkampf bezeichnen. Den Kampf zwischen Gut und Böse. Was aber ist gut und was böse? Genau darum muss es gehen und um diese Frage einigermaßen beantworten zu können, muss eine breite Diskussion genau darüber geführt werden. Eine offene Diskussion ohne Vorbehalte, bei der nicht wieder von vornherein ein Teil der Beiträge und Ideen ausgeschlossen wird, weil sie die Macht der „Eliten“ gefährden könnten.

Vor 100 Jahren hat diese Diskussion stattgefunden und sie zog sich über lange Jahre hin. Es war auch eine spirituelle Diskussion. Mit dem Ersten Weltkrieg war sie beendet und wenn die Menschheit den ewigen Kriegen, Not, Hunger und Elend entkommen wollte, dann ist es höchste Zeit, genau diese Diskussion wieder aufzunehmen. Die Generalfrage muss lauten: Wo wollen wir als Menschheit hin? Wie wollen wir leben? Wie soll eine ideale Gesellschaft sein? Jawohl, eine ideale, denn Herbert Frankl hat es schon gesagt: „Man muss immer das Beste zu erreichen suchen, damit wenigstens etwas Passables dabei heraus kommt.“ So kann ich nur sagen, die Menschheit braucht positive Ziele und Pläne, um überhaupt eine Zukunft zu haben.

 

Weil das Grundproblem der Welt das Finanz- und Wirtschaftssystem ist, das all das Schlechte im Menschen fördert, Gier und Habsucht, gehört die Diskussion gerade darüber zu einer der ersten Pflichtaufgaben. Auch im Sinn des Weltfriedens, denn der ist nur möglich mit einem System, das dem Humanismus verpflichtet ist. In diesem Sinn stellen wir unser Modell “Die Humane Marktwirtschaft” zur Diskussion. Damit Sie da mitdiskutieren können, besorgen Sie sich ihr eigenes Exemplar, indem Sie es direkt beim Verlag hier bestellen oder in Ihrem Buchhandel erwerben.

Eine erweiterte Betrachtung zu Sinn und Unsinn von ziellosen Entwicklungen finden Sie hier:
https://www.anderweltonline.com/wirtschaft/wirtschaft-2019/wirtschaft-und-gesellschaft-machen-wir-vielleicht-alles-falsch/

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