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Das Leiden der Träumer und Idealisten

Von Hans-Jürgen Geese 

“Alles Gescheite ist schon gedacht worden; man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.” Goethe. Wie recht hat er, der Goethe, gibt es doch viele vergessene Männer und Frauen der Geschichte, deren Lehren uns nur durch Zufall enthalten blieben oder die uns gar absichtlich unterschlagen wurden.

Oder auch jene, die ein so unverdient kümmerliches Dasein in den Annalen der Geschichtsschreibung einnehmen, dass es sich wahrlich lohnt, an ihr doch so reiches Leben und ihre wichtigen Botschaften zu erinnern. Ich möchte hier Ihre Aufmerksamkeit auf gleich fünf Männer in dieser Kategorie lenken, die ein großes Thema vereint. Eines aber vorneweg: Auf einer Schule lernen Sie nicht, was diese Männer, allesamt Genies, lernten. Wie einer von ihnen sagte: Auf der Schule wirst du konditioniert, zusammengestaucht, du wirst reduziert auf ein Maß, das es dir fast unmöglich macht, der Mensch zu werden, der du durch die Gnade Gottes werden könntest. Es sei geklagt, dass die Erfüllung eines prallen Lebens leider nur wenigen Menschen gegeben ist. Dabei müsste doch gerade hier, mit diesem einen Ziel vor Augen, die Erziehung und Bildung ansetzen. Wie kann Verschwendung von Leben überhaupt erlaubt sein? Und niemand regt sich darüber auf. Ja, die Tragödie der menschlichen Existenz liegt darin, dass die meisten von uns leider sterben, ohne je die Musik gespielt zu haben, die betörend wunderbar in uns angelegt ist. Wir alle kamen doch auf diese Welt mit so großen Träumen und Plänen.

Die Irrwege des Schicksals

Am 11. Mai 1920 fand in England die Hochzeit des Jahres statt. Der König, George V. und Gemahlin, Queen Mary (Maria von Teck) waren selbstverständlich zugegen, wie andere Adlige der High Society. Der Vater der Braut war Lord Curzon, Außenminister seiner Majestät, der keinen Zweifel hegte, dass seine Tochter Cynthia einen vielversprechenden jungen Herrn an diesem wunderbaren Tag zu ihrem Ehemann machte. Der Name des Gatten: Oswald Mosley.

Sollten Sie jemals den Namen dieses Mannes gehört haben, dann erscheinen vor Ihrem geistigen Auge jetzt wahrscheinlich in schwarzen Hemden oder gar Uniformen gekleidete Männer, die eine Ähnlichkeit mit den Nazis haben. Aber bei Mosley von dem Hitler der Engländer zu sprechen ist völlig überzogen. Dass es zwischen den beiden gewisse Verbindungen und Sympathien gab, ist allerdings nicht zu leugnen. Daher mag es Sie nicht überraschen zu erfahren, dass dieser doch so hochgeborene Herr, ein Adliger mit einem edlen Stammbaum, der Hunderte von Jahren zurückgeht, dass dieser einstige Liebling der Götter während des Krieges eingesperrt wurde. In der Hysterie der Zeit galt er als der potentielle Statthalter Hitlers in England. Die Tochter des ehemaligen Außenministers erhielt Hausarrest. Dabei hätte der adlige Oswald Mosley in den 20-er Jahren, oder auch später, durchaus der Premierminister Englands werden können. Was war nur in diesen Kerl gefahren? Warum zerstörte er sein Leben?

Zwei Hauptgründe. Zum einen hatte er ein soziales Gewissen. Er wollte nicht zulassen, dass die Ärmsten der Armen in seinem England dahinvegetieren mussten. Er, der auf dem Gutsherrenhof seines Großvaters aufgewachsen war, auf dem wie in einer großen Familie für alle gesorgt wurde, stand unter Schock, als er dann in London erlebte, dass in den Slums die Menschen wie Tiere gehalten wurden. Was war mit der Würde des Menschen? Waren diese Menschen denn nicht auch Engländer? Warum schafften diese Politiker nicht die Slums ab?

Eine neue, bessere Welt war die Mission seines Lebens

Der zweite Grund hatte mit dem Krieg zu tun. Als der Erste Weltkrieg begann, meldete er sich zu der neu gegründeten Luftwaffe, die vor allem zur Erkundung des Feindes eingesetzt wurde. Diese Flieger waren – auf beiden Seiten – allesamt Gentlemen. Es war damals durchaus üblich, dass, wenn man einen Feind abgeschossen hatte, man am nächsten Tag mit einem Kranz über dem Flugplatz des Gegners auftauchte, und diesen als Zeichen des Respektes abwarf. Das waren noch Zeiten. Fallschirme waren zwar bekannt, wurden aber nicht benutzt, da sie eventuell zur Feigheit verleiten konnten. Mosley kämpfte später auch in der Infanterie. Am Ende, 1918, lag die Blüte seiner Generation in der Erde Frankreichs begraben.

Wenn Sie einst mit ehemaligen Soldaten des Zweiten Weltkrieges sprachen, dann stießen Sie auf Menschen, die sich schuldig fühlten, schuldig, weil sie überlebt hatten in diesem Schlachthaus. Es hätte ihnen nichts ausgemacht, mit den Kameraden zu sterben. Daraus ergab sich eine prägende Perspektive ihres weiteren Lebens. Manche erlebten es als Geschenk. Andere erlebten es als Strafe.

Mosley wollte nicht eingestehen, dass seine Kameraden für nichts und wieder nichts in diesem Krieg gefallen waren. Die Erinnerungen, die Alpträume der Erfahrungen trieben ihn an in dem Drang, diesen Tod von fast 900.000 Männern mit einer Art heiliger Erfüllung zu rechtfertigen. Nur eine neue, eine bessere Welt konnte diesem so sinnlosen Kriege letztendlich noch einen Sinn geben. Und genau diese neue, bessere Welt war die Mission seines Lebens. All der Glamour und Glanz, die Attraktivität des reichen Adligen, die Beziehungen zu den Mächtigen seiner Zeit, sein Geld, die brillante Rhetorik, sein Draufgängertum, die Arroganz des offenen Herausforderns der alten Welt dienten diesem einen Zweck.

Seine Analyse Anfang der 30er Jahre ist auch eine erschreckende Anlayse unserer heutigen Zeit. Er sagte: Die Schwäche des englischen politischen Systems liege in der Schwäche des parlamentarischen Systems. Das Parlament und damit die Parteien seien unfähig, zu regieren. Daher haben Kräfte außerhalb des Parlamentes die Macht an sich gerissen. Damit meinte er das internationale Finanzkapital, welches – seiner Meinung nach – das Land lediglich ausbeuten wollte, aber keinerlei Interesse an dem Wohl der Menschen im Lande, keinerlei Interesse an Kultur, Geschichte, Ethik und Gott hatte.

Wenn Geschichtsschreibung unangenehme Manner tötet

Sein Ausweg bestand in der Verfolgung von zwei Zielen: England durfte zum einen auf keinen Fall an Kriegen in Europa teilnehmen. Zum anderen musste sich England auf sich selbst und sein Empire besinnen und sich von dem Rest der Welt isolieren. Innerhalb des Empires wollte man autark werden. Er nannte sein Konzept “land fit for heroes” (ein Land passend für Helden). Das alles hatte er übrigens bereits 1932 durchdacht, also bevor Hitler an die Macht kam. Mosleys stärkster Kontrahent: Churchill. Churchill, der Mann mit den ewigen Schulden, wollte Krieg mit Deutschland. Warum? Das bleibt sein großes Geheimnis. Sie kennen doch Churchill? Na klar. Und Mosley? Oswald Mosley ist das Paradebeispiel dafür, wie die offizielle Geschichtsschreibung unangenehme Personen einfach verschwinden lässt. Weil die Geschichtsschreibung Winston Churchill zum Helden machen sollte. Mal ehrlich: Haben Sie je von Mosley gehört?

Zuerst versuchte Mosley sich in der Partei der Konservativen, dann wechselte er zur Labour Partei über, als der einzige Adlige dort. Er leistete 1929 einen erheblichen Beitrag zum Wahlsieg von Labour, erhielt aber nicht mal einen Sitz im Kabinett. Mosley lebte in einer Zeit des Mittelmaßes, unter mittelmäßigen Politikern. Sie hatten Angst vor ihm und versuchten, ihn zu isolieren. Am 30. Mai 1929, am Abend des Wahlsieges, sagte Mosley im hohen Pathos jener Zeit: “Bevor wir diese Szene der Sterbenden verlassen, wollen wir etwas vollbringen, das die Last der Leidenden auf Erden erleichtern wird. Bevor wir gehen, wollen wir etwas Großes für England vollbringen. Jenseits der Verfehlungen aller Menschen und aller politischen Parteien, werden wir, die Männer der Kriegsgeneration, voranmarschieren, und wir werden marschieren und marschieren, bis der Zweck unseres Daseins erfüllt und unser Opfer gesühnt sein wird. Heute, an diesem großen Tag, marschieren wir in ruhigem, machtvollen Selbstvertrauen, denn an unserer Seite marschiert die unwiderstehliche Kraft der Seele Englands.”

Churchill oder Mosley?

Es besteht kein Zweifel, dass der Mann wirklich meinte, was er da sagte. Ein Verrückter? Ein Idealist? Wenn Sie so wollen. Und was passierte dann? Nun, er gründete 1932 seine eigene Bewegung, die “British Union of Fascists” (BUF). Die Bewegung hatte nie mehr als 100.000 Anhänger. Versammlungen wurden schließlich verboten. Die schwarzen Hemden wurden verboten. Alle gegen einen. Mosley hatte keine Chance, wie immer man auch sein Unterfangen bewerten mag. Der Rest ist Geschichte. England nahm am nächsten Krieg teil und verlor damit die Kontrolle über das Empire, welches nach dem Kriege zerfiel. Heute ist das Land eines der Armenhäuser Europas, kontrolliert vom Finanzkapital. Das Parlament ist nach wie vor eine Schwatzbude von völlig unfähigen Politikern.

In Mosleys Welt standen die Interessen Großbritanniens und die Interessen Deutschlands nebeneinander. Sie überkreuzten sich nicht. Daher trat er für einen Vertrag mit Deutschland ein (was auch Hitler anstrebte). Nur ein Frieden mit Deutschland könne das Empire erhalten. Er sollte Recht behalten. Churchill irrte. Churchill war im wahrsten Sinne des Wortes “gekauft.” Mosley erkannte: Die Expansionspolitik der großen Länder führt früher oder später immer zum Krieg. Das gleiche gelte für ungehemmten globalen Handel. Seine Alternative? Führernationen. Wobei man darüber reden müsse, wie diese Führer ausgewählt werden.

Aber bestimmt nicht so wie heute, in den Zeiten des totalen Wahnsinns. Seit über drei Wochen sitze ich hier nun und kann nirgendwo hin. Das passierte in den letzten 18 Monaten jetzt schon fünf Mal. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Weil eine Frau von 41 Jahren das so beschlossen hat. Nach einer Beratung mit sich selbst. Denn das berühmte Parlament ist irgendwo aber eben nicht im Parlament. Heute, ganz modern, nennt man das Demokratie ohne Demokratie. Und ist trotzdem Demokratie? Obwohl es wie Faschismus aussieht? Man hat, anstandshalber, als Mäntelchen der Unschuld, “Black Lives Matter” und ähnliche Unterhaltungs-Veranstaltungen draufgelegt. Und eben keine martialischen Männer an der Spitze. Sondern ahnungslose Frauen, die unschuldig in Kameras grinsen. Oswald Mosley träumte einen alten Traum. Einen sehr alten Traum. Lassen Sie mich 500 Jahre zurückgehen.

Der utopische Staat

Die meisten Menschen werden wohl eine positive Vorstellung von dem Konzept des Paradieses haben. So erklärt sich die Attraktivität dieses Örtchens. Denn nicht nur in der Bibel wird vom Paradies geschwärmt. Die Menschen allen Zeiten ließen beim Träumen vom Paradies ihrer Phantasie freien Lauf und erfanden die prächtigsten Paradiese – zumindest in Gedanken. Auf die Idee, eine der vielen Konzepte mal endlich in die Tat umzusetzen, auf diese Idee ist bisher noch niemand auf Erden verfallen. Theoretische Paradieskandidaten zur Auswahl gibt es wahrlich bereits viele. Homer im alten Griechenland schwärmte von Atlantis. Ovid später in Rom schwärmte vom Goldenen Zeitalter. Wenn Sie einen Zettel zur Hand nähmen, würde Ihnen sicherlich auch zu diesem Thema einiges einfallen. Und ich wette, dass die wichtigsten Kriterien bei 1000 Menschen mehr oder weniger übereinstimmen würden. Sie ist nämlich ganz einfach, diese Sache mit dem Paradies. Man müsste nur die richtigen Leute da mal ranlassen. Allerdings, in all den Utopien, die ich über die Jahre gelesen habe, kamen nie, nicht ein einziges Mal, Politiker vor. Das sollte uns wahrlich zu denken geben.

Utopia (1517)

Im Jahre 1517 kam der Roman “Utopia” des englischen Staatsmannes Thomas Morus heraus. Dass der Mann als eingefleischter Idealist bezeichnet werden kann, sehen Sie allein daran, dass er im Augenblick der Prüfung nicht mal dem König einen Kompromiss zusprach und dafür seinen Kopf verlor, der dann auch noch in London aufgespießt zur Schau gestellt wurde. Es ist leider so, dass die Träumer dieser Welt oftmals an der Realität scheitern, die sich dummerweise nicht bekehren lassen will. Hier sind einige Auszüge aus dem Roman des Herrn Morus, der Ihnen einen Einblick in diese wunderbare Welt Utopia geben wird:

“Außerhalb des Senats oder der Volksversammlung über Angelegenheiten der Gemeinschaft Beschlüsse zu fassen, wird für Hochverrat gehalten. Dies ist, wie sie sagen, deshalb so festgesetzt, damit das Volk nicht Gefahr läuft, durch eine Verschwörung des Staatsoberhauptes unterdrückt zu werden.”

“Ein einziges Gewerbe üben alle Männer und Frauen gemeinsam aus: den Ackerbau. Von ihm ist keiner befreit; in ihm werden alle von Kindheit an unterwiesen, teils theoretisch, teils praktisch.”

“Und nun erwäge noch, wie wenige doch ein lebensnotwendiges Gewerbe betreiben, weil ja doch, da wir alles nach Geld und Geldeswert messen, viele völlig unnütze und überflüssige Tätigkeiten ausgeübt werden.... Man kann leicht ausrechnen, wie wenige Stunden ausreichen, um eine Menge guter Arbeit zu leisten.”

“So werden doch alle Kinder in die Wissenschaften eingeweiht, und ein großer Teil des Volkes, Männer wie Frauen, verwenden zeitlebens jene Freistunden zu wissenschaftlicher Beschäftigung.”

“Ferner lehnen sie grundsätzlich sämtliche Rechtsanwälte ab, da diese die Prozesse auf durchtriebene Weise führen und die Gesetze spitzfindig auslegen.” “Den Krieg verabscheuen sie aufs äußerste.”

Der Sonnenstaat (1623)

Tommaso Campanella veröffentlichte das Werk 1623 in Frankfurt. Es ist anzumerken, dass all diese utopischen Staatsromane viele Gemeinsamkeiten aufweisen, denn der Mensch ist nun mal Mensch und, wie gesagt, der Mensch hat in der Tat eine recht konkrete Vorstellung davon, wie idealerweise das Paradies auf Erden aussehen soll. Die Schriftsteller kannten wohl alle das Werk “Staat” in dem sich der griechische Philosoph Plato erstmals über den idealen Staat ausließ. Sie kupferten aber auch voneinander ab. Hier einige Auszüge aus dem Sonnenstaat:

“Nach Vollendung des ersten und noch vor dem dritten Lebensjahre lernen die Kinder... Zur gleichen Zeit führt man sie auch in die Werkstätten der Handwerker, damit sich ihre Begabung frühzeitig kundtut.”

“Wenn aber ein Verbrechen gegen die Freiheit des Staates begangen worden ist, so erfolgt die Hinrichtung ohne Erbarmen sofort.”

Tommaso Campanella, ein aufsässiger Dominikanermönch, der sich regelmäßig mit weltlichen Herrschern und der Inquisition anlegte, verbrachte etwa 27 Jahre im Gefängnis und musste eine Anzahl von Folterungen über sich ergehen lassen. Dass er 1639 im Alter von 70 Jahren in Paris eines natürlichen Todes starb, ist ein Wunder. Er hat es wahrlich verdient, dass wir noch heute seine Werke lesen.

Neu-Atlantis (1638)

Francis Bacon war ein gewiefter, selbstbewusster und dazu auch noch aufklärerischer Politiker, bis man ihm – nach einem Rechtsstreit – durch Begnadigung nahelegte, sich anderen Dingen zu widmen. Ein Fingerzeig der Götter. Und so wurde aus Francis Bacon der Naturwissenschaftler, der dann seinen Ruhm begründete. Neu-Atlantis baut auf einem Werk Platos aus dem Jahre 360 BC auf.

Bacon geht von einer Elite des Volkes aus, die für das Wohlergehen und für den Fortschritt aller verantwortlich ist. Hier finden Sie einen Naturwissenschaftler am Werk, der Natur und Mensch in einem System von Harmonie ausbalancieren will. Das Werk ist leider unvollendet. Entweder ist es bewusst unvollendet geblieben, bevor sich Bacon mit den sozialen Fragen in Neu-Atlantis beschäftigte und damit indirekt Kritik an seinem Herrscher geübt hätte, oder aber er hat sich bewusst 1626 aus dem Leben geschlichen. Die alte Leier: Aus irgendeinem Grunde ist Kritik an Herrschern unter den Herrschern noch nie populär gewesen.

This shit has to go!” (“Dieser Scheiß muss verschwinden!”)

Ich bin wenigen Menschen “begegnet”, die ich als Genie einstufen würde. Mit einem dieser Herren möchte ich Sie jetzt, zum Schluss, bekannt machen. Er wurde 1916 geboren und starb im Jahre 2017 im Alter von 101 Jahren.

Am 19. August 1974 fand eine Sternstunde der Menschheit statt. Zwei aussergewöhnliche Manner trafen sich, um über die Zukunft der Menschheit zu sprechen. Larry King, einer der ganz großen Journalisten und Talkmaster des letzten Jahrhunderts (er starb im Januar dieses Jahres) interviewte einen damals so gut wie unbekannten Ingenieur, Designer, Wissenschaftler (und noch viele andere Titel könnte man aufzählen) mit Namen Jacque Fresco. Sollten Sie Englisch verstehen, dann empfehle ich Ihnen, sich unbedingt dieses Interview auf youtube anzuhören. Vergessen Sie nicht, das Gespräch fand 1974 statt!!!

Jacque Fresco reiste viele Jahre um den Globus, um seinen Traum einer besseren Welt der Menschheit vorzustellen. Seine Präsentationen deckten alle wichtigen Themen des Zusammenlebens von Menschen, der Gemeinschaften der Zukunft ab: Vom Design, der Technologie der Häuser und Städte, von Ökologie und Ernährung bis zu den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Auf all diesen Gebieten kannte er sich aus. Dabei blieb der kleine Mann immer äußerst bescheiden. Er konnte es sich leisten, frank und frei die Dinge beim Namen zu nennen. Und er nahm weiß Gott kein Blatt vor den Mund. Wenn er die Übel dieser Welt aufgezählt hatte, dann machte er oftmals eine kleine Pause, schaute mit diesen großen Augen in die Kamera und sagte: “This shit has to go!”

Das „Venus-Projekt“

Das Projekt seines Lebens, genannt Venus Projekt, lebt auch nach seinem Tode noch weiter. Hier ist die Adresse: 21 Valley Lane, Venus, Florida 33960, USA. Sollten wir jemals wieder die Erlaubnis zum Reisen erhalten und Sie Amerika auf der Liste Ihrer Reiseziele haben, vielleicht wollen Sie sich in Florida einige Prototypen von Aspekten des potentiellen Lebens der Zukunft anschauen. Das riesige Areal sollte und soll dazu dienen, eine ganze Stadt der Zukunft als Vorzeigeprojekt aufzubauen. Dazu ist es bisher noch nicht gekommen. Das hat wohl auch damit zu tun, dass der selbstbewusste und streitbare Jacque Fresco weder mit Politikern noch mit Bänkern (genauer gesagt, dem Geldsystem) irgendwas am Hut hatte. Für Geld hatte er nur Hohn und Spott übrig. Jacque war völlig frei in seinem Denken, nachdem er für viele der besten High Tech Firmen der Welt gearbeitet und ein Reihe von Patenten erworben hatte. Solche unabhängigen Denker sind nicht gefragt. Sie sind Störenfriede in den Plänen der Herrscher.

Die Prämisse seines Gedankengebäudes der Erläuterung des gesellschaftlichen Geschehens der letzten 100 Jahre ist, dass wir mit der Spezies der Politiker einen Menschenschlag an der Regierung haben, der nicht in der Lage ist, Probleme zu lösen. Die können das einfach nicht, selbst wenn sie wollten. Die haben das nun einmal nicht in ihrem Leben gelernt. Konsequenterweise ist die Voraussetzung für eine bessere Welt die Abschaffung der Politikerkaste. Sollten Sie an dieser Argumentation Zweifel hegen, kann ich Ihnen nur empfehlen, mal aufzuschreiben, was diese Elitepolitiker über die letzten 20 Jahre in Deutschland an Heldentaten vollbracht haben. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Die Volksvertreter müssen direkte Vertreter des Volkes sein, nicht der Parteien oder irgendwelcher Interessengruppen. Und diese Volksvertreter müssen in der Lage sein, die Probleme der Gesellschaft zu lösen. Können sie das nicht, dann werden sie abgewählt. Und zwar zu jeder Zeit, nicht einmal alle vier Jahre und ansonsten haben sie Narrenfreiheit, die, wie wir inzwischen gelernt haben, ausreicht, um ein Volk mit nur schwer revidierbaren Problemen zu belasten.

Ein moderner Politiker schafft sich seine Probleme selbst und versucht dann, die von ihm geschaffenen Probleme zu lösen. Die eigentlichen Probleme rührt er nicht an, darf er auch nicht, denn die sollen angeblich vom Markt gelöst werden.

Wenn diese Komiker von Politikern, die momentan mit allen Mitteln Krieg gegen ein Virus führen, mit derglichen Vehemenz Krieg gegen die Armut führen könnten, dann wäre die wahre Armut bald verschwunden. Aber es gibt einen Unterschied: Im Krieg gegen das Virus sind Trillionen zu verdienen. Der Krieg gegen die Armut ist angeblich ein Verlustgeschäft. Und so geht die anscheinend ewige Geschichte von Ausbeutung, Unterdrückung und Versklavung weiter und weiter. Dennoch: Wir wollen enden mit einer Einsicht und einem zuversichtlichen Trost:

“Drei Übel zu bestehn, bin ich geboren: Tyrannenmacht, Verdrehung, Heuchelei. Ich habe mir zum Beistand frank und frei die Liebe, Macht und Weisheit auserkoren.

Tommaso Campanella, 1568 -1639

Wie es am Ende der Einleitung zu “Neu-Atlantis” heisst: “Dies war mein Auftrag. Lies, und gehab dich wohl.”

 


Hans-Jürgen Geese zeigt uns mit seinen Analysen vom anderen Ende der Welt, wie in kleineren, überschaubaren Ländern Probleme und Entwicklungen wie unter dem Brennglas sichtbar werden. Man kann dort schon jetzt sehen, wohin der Weg auch bei uns führen soll. In diesem Sinn kann ich Ihnen nur empfehlen, sich mit dem Werk des Herrn Geese zu beschäftigen: „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ Er beginnt damit, wie in Neuseeland bereits 1984 das Modell gefahren worden ist, nach dem dann nach 1990 Deutschland und Europa in den Turbokapitalismus getrieben worden ist. Mich jedenfalls hat dieses Werk so beeindruckt, dass ich es ohne Zögern in den AnderweltVerlag aufgenommen habe. Bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrer Buchhandlung. 

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