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Ein Kreuz mit dem Kreuz – Das Problem der Multikultis mit dem Berliner Schloss

Von Hubert von Brunn

Gerade noch rechtzeitig vor Pfingsten ist es tatsächlich gelungen, dem Neubau des Berliner Stadtschlosses im Herzen der Stadt die Krone aufzusetzen: Eine 17 Tonnen schwere Kuppel-Laterne mit einem vergoldeten Kreuz, womit der 644 Mio. teure Prachtbau eine Höhe von 68 Meter erreicht. Bereits im Vorfeld hat dieses Kreuz, das eine wohlhabende Unternehmerin aus ihrer Privatschatulle finanziert hat, für erregte Diskussionen gesorgt. Jetzt, da dieses Symbol unserer christlichen Kultur in den Berliner Himmel ragt, spucken die linken Multikulti-Jünger Gift und Galle.

Geben wir der kontroversen Diskussion doch erst einmal eine historische Basis. Preußen-König Friedrich Wilhelm IV. hat das Kreuz sowie das Spruchband mit Bibel-Texten (darüber wird noch zu reden sein) an der Basis der großen Kuppel im Jahre 1854 anbringen lassen. Der tief religiöse König galt als „Romantiker auf dem Thron“, der daran glaubte, einen göttlich verklärten Staat aufrichten zu können. Er war aber auch Herrscher, der gerade (1848/49) eine Revolution zu überstehen hatte und dafür sorgen musste, dass wieder Friede in seinem Reich einkehrt. Der Glaube an Gott als oberste Maxime der menschlichen Existenz erschien ihm der einzig richtige Weg zu sein, um Obrigkeit und Volk wieder zu versöhnen. Darüber mag man streiten, aber mit Unterdrückung hat dieser gedankliche Ansatz jedenfalls nichts zu tun. Und noch eine historische Reminiszenz: War es nicht Friedrich der Große, einer von Friedrich Wilhelms Vorfahren, der den Ausspruch getan hat: „Ein jeder möge nach seiner Façon selig werden“ und gemäß dieses Mottos die in Frankreich verfolgten Hugenotten als Siedler ins Land geholt hat. Abgesehen von dem wirtschaftlichen Nutzen, den er sich dadurch gesichert hat, war das im Denken jener Zeit doch sehr liberal, beinahe multikulti. 

Das Kreuz auf dem Dach verhindert angeblich die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit anderen Kulturen 

Zurück zum Stadtschloss. Wäre Corona nicht dazwischen gekommen, hätte im September 2020 tatsächlich eine Teileröffnung stattfinden können. Kosten und Zeit einiger maßen im Plan – für Berliner Verhältnisse eine Sensation. Wenn das „Humboldt Forum“ dann eines Tages in Betrieb geht, werden dort Dauerausstellungen wie das Völkerkundemuseum (bisher in Dahlem) zu sehen sein, wechselnde Events und Vorträge stattfinden, die sich mit den unterschiedlichen Kulturen dieser Welt beschäftigen. Das ist gut so und man kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen diese Angebote wahrnehmen. Aber was ist daran schädlich, dass auf der Kuppel dieses Gebäudes, in dem das alles vonstatten geht, ein Kreuz steht? Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat darauf eine klare Antwort: Er sieht in dem Kreuz „eine falsche Überschrift“ über dem Humboldt Forum. „Das Kreuz ist ein eindeutig religiöses Zeichen, seine Inhalte klar definiert. Seine Alleinstellung konterkariert nahezu alles, was wir mit dem Humboldt Forum wollen: Zeigen, wie mehrdeutig vielfältig, verschlungener, breiter und tiefer unsere Wurzeln tatsächlich sind.“ Na toll! Hätte man neben dem goldenen Kreuz noch einen silbernen Halbmond auf der Kuppel angebracht, wäre das für Herrn Lederer wohl schon erträglicher gewesen. Er nennt sich „Kultursenator“, doch ich frage mich ernsthaft, welcher Kultur er sich zugehörig fühlt. Der deutschen/europäischen jedenfalls nicht, und damit ist er fehl am Platze. 

Kommen wir auf das bereits erwähnte Spruchband – goldene Letter auf blauem Grund – an der Kuppel-Basis. Dort steht: „Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zu Ehren Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller deren Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ Eine Montage aus biblischen Zitaten, die man so heute gewiss nicht mehr wählen würde. Hier nun aber ist die Banderole Teil der authentischen Rekonstruktion des Schlosses, auf die man sich von Anfang an verständigt hatte – abgesehen von der hässlichen Ostfassade zur Spree hin. Was man sich da mit diesem Betonklotz, der überhaupt nicht zum Schloss passt, gedacht hat, erschließt sich mir nicht. Aber das ist hier nicht das Thema. Es geht um das Kreuz und es geht um die Bibelsprüche aus der Apostelgeschichte und dem Brief des Apostel Paulus an die Philipper. In Letzterem hat Paulus dazu aufgerufen, nur vor Christus zu knien und nicht vor dem römischen Kaiser. Zum sprichwörtlichen preußischen Militarismus passt das ja nun gar nicht. 

Multikulti-Futzis verleugnen ihre kulturelle Herkunft 

Die Kunstexpertin und Kuratorin Mahret Kupka trötet in das verstimmte Horn des Herrn Lederer und spricht von einer „vergebenen Chance für das Humboldt Forum. Eigentlich, so Kupka, sei geplant gewesen, dass das künftige Kulturzentrum religionsübergreifende Fragen vorurteilsfrei thematisieren soll. „Das Forum“, sagt sie, „hätte hier zeigen können, dass es sich tatsächlich mit den problematischen Aspekten auseinandersetzt.“ – Ach so. Jetzt, da das Kreuz die Kuppel ziert und das Spruchband in 50 Meter Höhe mithilfe eines Fernglases zu lesen ist, jetzt kann das Humboldt Forum diese angesprochenen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Kriegen diese professionellen Leugner der deutschen/europäischen Kultur eigentlich mit, wie lächerlich sie sich machen? Sind sie nicht auch groß geworden unter dem Kreuz als Zeichen der Zehn Gebote, der Bergpredigt, der Nächstenliebe? Begehen sie nicht auch die christlichen Feste wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten? Wohl schon – als Ansammlung von Feiertagen, aber ohne jeglichen Gedanken, was historisch dahinter steckt. 

Diese Multikulti-Futzis sind elende Schleimer, die ihre eigen kulturelle Herkunft und ihre Tradition verleugnen. Das ist zutiefst verachtenswert und wird in höchstem Maße peinlich, wenn man die Gegenposition aus dem Munde des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, zur Kenntnis nimmt: „Das Kreuz auf der Kuppel gehört als kulturelles und historisches Erbe dazu, und ich empfinde dabei kein Gefühl der Störung, zumal man diesen Kontext nicht verschleiern oder zwanghaft abschaffen will.“ Zumindest hier läuft der vorauseilende Gehorsam der multikulti Deutschverleugner ins Leere. Und das wird nicht nur hier so sein. 

Das Kreuz ist ein Zeichen von Zuwendung und Liebe 

An der Stelle sei mir ein persönliches Wort gestattet. In den 1950er Jahren aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen auf dem Lande, in einer streng katholischen Familie. Das Kruzifix hing über dem Küchentisch, der sonntägliche Kirchgang war Pflicht, ebenso wie die wöchentliche Beichte. Das war weiß Gott nicht immer witzig und der innere Widerstand wuchs. Den endgültigen Bruch mit der Kirche habe ich persönlich vollzogen, als ich mich in meinen Zwanzigern als Student intensiv mit der Geschichte der Katholischen Kirche und insbesondere der der Päpste beschäftigt habe. Da wurde mir klar, dass ich dieser Verbrecherorganisation nicht länger angehören möchte und bin aus der Kirche ausgetreten. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass ich die Zehn Gebote, die Lehre der christlichen Nächstenliebe, der Hilfsbereitschaft und des Humanismus verinnerlicht habe. Diese Tugenden kann mir bei aller Kritik, die ich an der institutionellen Kirche habe, niemand nehmen. Jesus hat schon zu seiner Zeit den Tempel gesäubert und die unverschämten Geldwechsler hinausgeworfen, weil er die einfachen Leute vor gewissenlosen Betrügern schützen wollte. Das würde er heute auch tun. Das Kreuz, an dem er gestorben ist, ist mithin kein Zeichen von Unterdrückung und Unterwerfung, sondern ein Zeichen von Zuwendung und Liebe. – Dort wo die linke Ideologie das Herz schon zerfressen hat, können derartige Erkenntnisse natürlich nicht reifen.

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