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“Der Staatsstreich” – politisch unkorrekt, hoch spannend – und der Wirklichkeit sehr nah

Eine Rezension von Hubert von Brunn

General Berndt von Roddeck reicht es. Lange genug hat er das politische Schmierentheater in Berlin beobachtet und ist überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen war, seinen lange gehegten und hinter den Kulissen minutiös vorbereiteten Plan von einem Staatsstreich in die Tat umzusetzen. Von Roddeck ist ein Soldat von altem Schrot und Korn und der Eid, den er als Offizier geschworen hatte, nämlich das deutsche Volk zu schützen und notfalls mit seinem Leben zu verteidigen, ist die durch nichts zu erschütternde Richtlinie seines Lebens. Als hoher Militär hat er Zugang zu hoch brisanten, geheimen Informationen, nimmt an internen Gesprächsrunden im Kanzleramt teil, weiß um das eifersüchtige Kompetenzgerangel der Geheimdienste untereinander – und je mehr er davon mitbekommen hat, umso größer wurde seine Abscheu vor dem verlogenen, die Bürger für dumm verkaufenden Nullsummenspiel, das sich Demokratie nennt.

Jeder Minister, jeder Staatssekretär, jeder Abgeordnete denkt nur in der Kategorie von Legislaturperioden. In diesen vier Jahren heißt es, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, mit ausgefahrenen Ellbogen eine bestimmte Position zu erobern oder sich mit langer Zunge nach oben zu schleimen. – Diesen Leuten, so von Roddecks tiefste Überzeugung, geht es nicht darum, ihre Macht einzusetzen, um dem Volk zu dienen und Schaden von im abzuwenden, sondern allein darum, die mit dem Amt verbundenen persönlichen Vorteile auszunutzen, möglichst zu mehren, um dann irgendwann sagen zu können: “Danke, das war’s, mir reichts, nach mir die Sintflut.” Und Besserung ist nicht in Sicht. Nach den nächsten Wahlen mögen sich die Kräfteverhältnisse im Farbenspiel der Parteien verschieben – ändern wird sich nichts. Die, die gerade an der Macht sind, werden wieder ihr eigenes Süppchen kochen, die anderen werden mit lauten Phrasen, aber wirkungslos dagegen opponieren – bis zur nächsten Wahl.

Nachdem General von Roddeck das begriffen hatte, hat er begonnen, ein schlagkräftiges Netzwerk aus Reserveoffizieren der Bundeswehr aufzubauen. Sukzessive hat er “seine Leute”, also ehemalige Militärs, die ihm treu ergeben sind und die seine Idee von der Notwendigkeit einer radikalen Veränderung teilen, an verschiedenen sensiblen Stellen eingeschleust. Dort sammeln sie so viele Informationen wie sie bekommen können und warten nur auf den Tag X, an dem es losgeht. Dann ist es soweit.

Den Autoren Peter Orzechowski und Robert B. Thiele – der eine Jurist, der andere ein erfahrender Publizist und beide Reserveoffiziere der Bundeswehr – ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der alles bisher Dagewesene in diesem Genre in den Schatten stellt: Ein spannender Politthriller, kombiniert mit beißender Gesellschaftskritik und mit einer gehörigen Portion Ironie mit Blick auf die herrschenden Machteliten. Sehr authentisch der Tonfall, mit dem die Militärs untereinander kommunizieren (für Zivilisten mitunter etwas befremdlich), bestens informiert über örtliche Gegebenheiten und solide Recherche, was die tatsächlichen rechtlichen Gegebenheiten anlangt. Mit der allenthalben eingebrachten Sachkenntnis wird der “Staatsstreich” zu einem Roman, in dem das Undenkbare möglich erscheint; die ironisch-distanzierte Erzählhaltung macht das Buch zu einem wahren Lesevergnügen. “Ein politisch unkorrekter Roman”, heißt es im Untertitel. – Einerseits schon, aber andererseits…? 

Deutschland befindet sich in einer bedrohlichen Krise. Aufgerüttelt durch Migrationskrise und innere Unruhen unternimmt ein General der Bundeswehr den Versuch, sein Vaterland wieder auf Kurs zu bringen. Sein Ziel: die herrschenden Parteieliten und die politisch gesteuerten Massenmedien entmachten. General von Roddeck stützt sich auf ehemalige Reservisten der Bundeswehr, die als Mitglieder einer Geheimgesellschaft in die entscheidenden Schaltstellen der Republik eingesickert sind. Ihr Vorbild: der Staatsstreich des 20. Juli 1944; ihre Rechtfertigung: ihr grundgesetzlich garantiertes Recht auf Widerstand.

Die deutsche Kanzlerin mobilisiert die ihr loyal verbliebenen Kräfte in den Geheimdiensten, um den Putsch zu zerschlagen. Auch die USA sind durch den plötzlichen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und rund ums Mittelmeer alarmiert. Ein nachrichtendienstlicher Grabenkrieg beginnt: Kann, wird, soll der Staatsstreich gelingen, trotz aller Gegenmaßnahmen – der legalen und der illegalen?

Die Autoren, ein Fachjournalist und ein Jurist, beide ehemalige Offiziere der Bundeswehr, eröffnen mit diesem Politthriller eine völlig neue Perspektive der politischen Situation unserer heutigen Bundesrepublik.

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