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DSK, Oralsex und Gewalt

Von Peter Haisenko 17.07.2011

Vielleicht haben Sie schon einmal gesehen, wie ein wagemutiger Mann seinen Kopf in das geöffnete Maul eines Löwen steckt? Diese Zirkusnummer wird aus gutem Grund nicht zur Nachahmung empfohlen.

Vorwürfe von erzwungenem Oralsex erzeugen bei mir immer ein ungläubiges Schaudern. Ich erachte diese grundsätzlich als frei erfunden. Auch im Fall DSK (Dominique Strauss-Kahn). Wie soll erzwungener Oralsex funktionieren? Sobald der Penis im Mund eines „Opfers“ steckt, ist die Täter-Opfer-Beziehung komplett umgekehrt - zumindest dann, wenn das „Opfer“ noch Zähne im Mund hat.

Es sind Fälle bekannt geworden, wo ein Opfer eines gewaltsamen Zungenkusses dem Täter die Zunge abgebissen hat. Aua! Es schaudert mich, jetzt an ein anderes Körperteil zu denken. Selbst wenn der Täter dem Opfer eine Waffe an den Kopf hält, begibt er sich in die Gewalt des „Opfers“, denn es ist nicht auszuschließen, dass das „Opfer“ in einer letzten Zuckung dem gefährlich exponierten Penis massiven Schaden zufügt – bis(s) zur Teilamputation.

So, wie das Verhältnis zwischen Artist und Löwe für die Löwenmaulnummer auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut sein muss, ist es auch mit der Nummer mit Mund, Zähnen und Penis. Vorwürfe von „erzwungenem Oralsex“ sollten also meiner Meinung nach immer sehr kritisch beurteilt werden.

Im Übrigen ist es jetzt, nachdem der Vorwurf erstmal existiert, vollkommen gleichgültig, wie die Affäre und der Prozess DSK ausgehen wird. Nichts wird sich ändern. Die Welt wird genauso gespalten bleiben, wie bisher. In diejenigen, die DSK alles zutrauen und die, die von Anfang an davon überzeugt waren, dass DSK aus politischen Gründen verladen worden ist. Ein Zweifel bleibt immer.

Das ist die Gemeinheit an einem derartigen Vorwurf – er ist nicht mehr aus der Welt und dem Bewusstsein zu entfernen. Dabei spielt dann keine Rolle, wie absurd ein Vorwurf gewesen sein mag. General Kießling lässt grüßen.

(Zur Erinnerung: General Kießling wurde 1983 mit dem absurden Vorwurf der Homosexualität dauerhaft beschädigt.)

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