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Warum beteiligt sich Israel diesmal nicht am Angriffskrieg gegen den Iran?

Von Peter Haisenko 

Donald Trump hatte den Iran auf Wunsch oder Weisung Israels angegriffen. Zum ersten Angriff wurde er durch Netanjahu genötigt, indem dieser als erster losgeschlagen hatte. Während dieser ersten Angriffswelle hat die iranische Verteidigung Israel schwerste Schäden zugefügt. Da gibt es einen Unterschied zwischen USA und Israel.

Der Iran, Persien, hat während der letzten Jahrhunderte kein Land angegriffen, musste aber einige Angriffe hinnehmen. 1944 hat England Persien überfallen und die Kontrolle und den Gewinn über das persische Öl geraubt. Teheran durfte nur knapp fünf Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf des Öls für sich behalten. So, wie es die Engländer auch mit dem jungen Irak nach dem Ersten Weltkrieg gemacht hatten, nachdem sie das Osmanische Reich mit einem Angriffskrieg zerschlagen hatten. Um 1950 war der Iran eine Demokratie. Der demokratisch gewählte Präsident Mossadeq hat 1952 den völkerrechtswidrigen Zugriff der Engländer auf das iranische Öl beendet. Das durch den Krieg gegen Deutschland geschwächte England konnte dem nichts entgegensetzen und so hat London die USA aufgefordert, mit der CIA einen Umsturz herbeizuführen. Roosevelts Neffe setzte dann den Schah ein und das hatte nichts mit Demokratie zu tun. Das war der Anfang des Ärgers, den der Iran seither erleiden muss.

Mit dem Ende des Schah und seiner Schreckensherrschaft erklärten die USA den Iran zum Feind. Es folgten Sanktionen über Sanktionen, die allesamt nicht von der UNO gedeckt waren. Seit dieser Zeit behaupten die USA, der Iran wolle „die Bombe“ bauen, obwohl Teheran den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben hatte. Seither erfahren wir jedes Jahr, dass der Iran nächstes Jahr, diesmal ganz bestimmt, die Bombe haben würde. Der Iran wurde von Israel mehrfach angegriffen, verfügte aber nicht über taugliche Abwehrmittel. Daraufhin erklärte Teheran Israel – verständlicherweise - zum Erzfeind. Das wiederum nahm Israel als Rechtfertigung, weitere Angriffe auf den Iran zu fliegen und hochrangige iranische Führer zu ermorden.

Bildung besiegt Masse

Der moderne Iran hat ein ausgezeichnetes Bildungssystem und entsprechend hervorragende Wissenschaftler. Die machten sich trotz der Sanktionen und Embargos unter anderem daran, im Iran Abwehrwaffen gegen Israel zu entwickeln. Die Raketentechnik des Iran hat sich zur Weltspitze entwickelt. Das wäre nicht geschehen, hätten die USA und Israel den Iran einfach in Ruhe gelassen. Die Bewaffnung des Iran ist also eine direkte Folge der aggressiven Politik der USA und Israels gegen Teheran. Nichtsdestotrotz hat sich die iranische Führung ihren hohen moralischen Standard erhalten. Der Iran greift nicht an, sondern reagiert nur spiegelgleich auf die Angriffe. Das tut er aber jetzt derart effektiv, dass die USA und Israel zunächst klein beigeben mussten und eine Waffenruhe ausgerufen haben.

In bekannter Hinterhältigkeit haben die USA diese Waffenruhe aber nicht benutzt, um Frieden zu schließen. Sie und auch Israel haben die Zeit genutzt, ihre Arsenale vor Ort wieder aufzufüllen. Das hat länger gedauert, als vom US-Militär angenommen, aber kaum war es so weit, haben die USA wieder ihre Angriffe aufgenommen – und wieder passende Antworten erhalten. Wie gewöhnlich greifen die USA auch diesmal Zivilisten, Krankenhäuser, Schulen und Brücken an. Flächenbombardements, die die USA so lieben, bleiben aber aus, denn die B 52-Bomber wären leichte Ziele für den Iran. Israel hingegen hat den Iran diesmal – noch – nicht angegriffen, arbeitet sich aber unter fortlaufenden Brüchen der Waffenstillstände mit Bombardements an den Zivilisten im Libanon, Gasa und Syrien ab. Warum bleiben Angriffe auf den Iran direkt aus?

Der nächste Schlag wird Israel vernichten

Bei der Angriffswelle auf den Iran im Frühjahr dieses Jahres hat sich Israel eine blutige Nase eingehandelt. Die Gegenschläge des Iran haben verheerende Schäden in Israel angerichtet. Netanjahu hat strenge Strafen verhängt für jeden, der über diese Schäden berichtet, in Wort oder Bild. Israels Depots für Abwehrwaffen sind leergeräumt und es gibt logistische Probleme im Land. Der „Iron Dome“ kann die modernen iranischen Raketen kaum noch abwehren. Israel weiß um den hohen moralischen Standard Irans und weiß so auch, dass Teheran keine Angriffe auf Israel starten wird, solange er nicht von Israel beschossen wird. So mussten sie diesmal die USA auffordern, die Angriffe allein durchzuführen. Das war nicht so schwierig, wegen Trumps manischen Hasses auf den Iran. Und natürlich wegen der Demütigung, die Teheran den USA zugefügt hat.

Der wesentliche Unterschied zwischen den USA und Israel ist in diesem Konflikt, dass Teheran dem Mutterland der Amerikaner keine Schäden zufügen kann, Israel jedoch schon. Ein neuerlicher Angriff Israels auf den Iran könnte die Existenz Israels in Frage stellen. So sehen wir hier zwei Verbündete, deren Ausgangssituationen sich wesentlich unterscheiden. Ein Krieg mit den USA kann nicht beendet, gewonnen, werden durch massive Schäden innerhalb der USA. Der Krieg mit Israel hingegen kann für Israel vernichtend enden. Bis zur Beendigung der Staatlichkeit dieses Terrorregimes. So muss die „Drecksarbeit“, wie sie schon von deutschen Politikern gennant worden ist, von den USA übernommen werden. Wie gesagt, kommt das Trump mit seinem manischen Hass auf den Iran nicht ungelegen und die Israel-Lobby in USA ist glücklich. Währenddessen wird Israel von den USA wieder aufmunitioniert.

Das US-Militär wahrt einen Sicherheitsabstand

Den USA haben die Raketen des Iran fürchten gelehrt. Sie haben ihre großen Kriegsschiffe, Flugzeugträger, aus der Reichweite der iranischen Raketen genommen. Es gibt noch eine Entwicklung, die die Position der USA und Israels weiter verschlechtert. Der Iran arbeitet nicht mehr mit dem amerikanischen GPS, das leicht zu stören ist. Sie nutzen jetzt das chinesische System BeiDou (BDS), das nur schwer zu stören ist und eine bessere Genauigkeit bietet. Das stellt die US-Technik vor große Probleme, denn die Iranischen Raketen und Drohnen können jetzt nicht mehr mit elektronischen Maßnahmen abgefangen werden. Auch das wissen die Israelis. Klar gesagt: Die Israelis haben die Hosen voll und werden den Teufel tun, Teheran die moralische Rechtfertigung zu liefern, Gegenschläge auf ihr Gebiet auszuführen. Das wäre nahe am Selbstmord.

Der gesamte Vorgang im Nahen und Mittleren Osten zeigt wieder einmal auf, wie verlogen die Positionen der USA und des gesamten Wertewestens sind. Da wird immer behauptet, man könne mit Russland und allen anderen „Schurkenstaaten“ nur aus einer Position der Stärke umgehen. Die Erfahrung zeigt das Gegenteil auf. Mit den USA, Israel und ihren Vasallen kann man nur verhandeln aus einer Position der Stärke. Allerdings sind diese „Verhandlungen“ und ihre Ergebnisse nichts wert. Sie halten nur solange, bis diese kriegsgeilen Imperatoren glauben, sich wieder in der Position der Stärke zu befinden. Israel wird den Iran sofort wieder angreifen, sobald sie ein Mittel gegen die iranischen Raketen gefunden haben. Für die USA sieht es etwas anders aus. Wenn der Iran weiterhin konsequent bleibt, könnte er erreichen, dass die USA ihre Militärbasen am Persischen Golf räumen müssen und das wars dann mit ihrer Übermacht dort.

Kein Geld, kein Krieg

Die USA haben aber noch ein größeres Problem. Sie sind pleite. Allein während des letzten Jahres hat sich ihr Schuldenstand um 3.000 Milliarden erhöht, steht jetzt bei 39.500 Milliarden Dollar. Das heißt, dass sie Israel nur mit weiteren Schulden finanzieren können. Aber dieser rapide Anstieg der US-Schulden, der auch dem Krieg gegen den Iran geschuldet ist, könnte in absehbarer Zeit dazu führen, dass der US-Dollar nicht mehr akzeptiert wird als Bezahlung für Importe. Es ist sowieso unverständlich, warum der Dollar immer noch so hoch gehandelt wird, denn es ist eine alte Regel, dass die Währung eines kriegsführenden Staats den Bach runter geht. Man bedenke: Die USA waren während ihrer gesamten Existenz nur 19 (In Worten neunzehn) Jahre nicht im Krieg.

Dieser Schuldenstand der USA könnte folglich zur Lösung der Probleme führen, die durch die Aggressionen der USA und Israels entstanden sind und entstehen. Wenn die Welt erkennt, dass alle Länder, die mit den USA Handel treiben, die Kriege der USA finanzieren und dann dementsprechend handeln, wird aus den USA ganz schnell ein zahnloser Tiger, der nur noch ein Bittsteller sein kann. Für Israel gilt dasselbe. Waffen und Krieg kosten nunmal eine Menge Geld und das muss man sich auch leisten können. Dasselbe gilt auch für Kiews Ukraine. Dort wäre der Krieg schon lange beendet, ohne die Zuwendungen aus dem Westen.

Die USA haben ihre finanzielle Unterstützung bereits deutlich heruntergefahren während Europa, die BRD allen voran, weiterhin Schulden in irrsinniger Höhe aufnimmt, um den Ukraine-Krieg am Laufen zu halten. Auch das kann schnell ein Ende finden, wenn das gesamte westliche Finanzsystem mit dem Dollar zusammenbricht. Das ist überfällig und geschieht jetzt hoffentlich bald, denn nur so kann die Welt aus dem Kriegsmodus zum Frieden finden. Allerdings nicht aus Vernunft oder Einsicht, sondern nur, weil sie es einfach nicht mehr können und Massenproteste zu befürchten sind, wenn die Bürger begreifen, dass Krieg immer zu Lasten ihres Wohlstands geht. Das gilt für jedes Land und jeden Krieg. Vergessen wir nicht, der Ukraine-Krieg wurde angefangen, um Russlands Wirtschaft zu zerstören. Russland befindet sich aber in der Situation, dass es einen Schuldenstand hat, der gegen Null geht. So, wie China auch. Wem wird folglich die Zukunft gehören? 

Der Schuldenstand der USA: Es ist zu erkennen, dass er mit der Zunahme kriegerischer Akte exponentiell zunimmt. 

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