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Schiffe unter Billigflaggen sind leichte Beute
Von Peter Haisenko
Im Jahr 2018 waren 6.398 Handelsschiffe in Panama registriert. Panama hat die mit weitem Abstand größte Anzahl an Handelsschiffen unter seiner Flagge auf den Meeren. Nur 302 Schiffe der deutschen Handelsflotte fuhren im gleichen Jahr unter der deutschen Flagge. Nicht nur die deutschen Reeder sparen so eine Menge Geld. Aber was ist der wahre Preis für diese „Fahnenflucht“?
Jedes Schiff auf See und jedes Flugzeug in der Luft ist Staatsgebiet des Staates, unter dessen Flagge es registriert ist. Erst sobald es angelegt hat, gelandet ist, unterliegt es der Gesetzgebung des Landes, in dem es angedockt hat. Das hat Konsequenzen. Die zeigten sich bereits vor etlichen Jahren, als somalische Piraten vor dem Horn von Afrika Schiffe aufbrachten. Während Schiffe unter deutscher Flagge von der deutschen Marine geschützt werden müssen, trifft das auf Schiffe deutscher Eigner, die unter einer Billigflagge fahren, nicht zu. Nach Seerecht hat die deutsche Marine nicht einmal das Recht, schon gar nicht die Pflicht, diese Schiffe aus der Hand von Piraten zu befreien. Am Beispiel Panamas ist leicht zu erkennen, dass dieser kleine Staat nicht in der Lage ist, „seine“ 6.398 Schiffe in irgendeiner Weise zu beschützen.
Nahezu alle Schiffe der sogenannten Schattenflotte sind in Billigflaggen-Ländern registriert. Werden diese überfallen, aufgebracht in piratischer Manier, geplündert oder gar „beschlagnahmt“, inklusive der Fracht, läuft keiner dieser Angreifer Gefahr, in einen Konflikt mit dem Flaggengeber zu kommen. Er kann es einfach nicht. Was sollten denn Antigua oder Barbuda tun, um den piratischen Aggressor zur Rechenschaft zu ziehen? Sie können nicht einmal ihre Marine als Geleitschutz zur Verfügung stellen. Außer einem leichten Küstenschutz haben die keine Marine, die weltweit operieren könnte. Nebenbei bemerkt war das der Anlass, warum das Deutsche Reich vor dem WKI eine Flotte aufbauen musste. Die deutschen Schiffe mussten vor englischen Übergriffen geschützt werden können. Nicht umsonst wurden die Engländer damals das „hinterhältige Piratenvolk“ genannt.
Iranische Schiffe fahren unter iranischer Flagge
Und wieder sind es allen voran England und die USA, die arrogant frech Schiffe kapern und berauben. Auch Frankreich ist da nicht untätig. Ebenso Kiews Ukraine. Die versenkt Schiffe mit russischer Fracht, die unter einer Billigflagge fahren, wo immer sie es können. Selenskij weiß, dass er Gegenaktionen von Panama etc. nicht zu fürchten braucht. Die Frage sollte aufkommen, wer da der Schuldige für diese Zustände ist. Kann man Kiew für die Akte der Piraterie verdammen oder sind die Reeder die Verantwortlichen, die ihre Schiffe aus purer Gewinnsucht aus dem Schutz ihrer Heimatstaaten nehmen? Allerdings hat Selenskij jetzt bei seinen verzweifelten Rundumschlägen auf zivile Objekte und Zivilisten einen gravierenden Fehler gemacht. Er hat ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer angegriffen und dabei einen iranischen Seemann ermordet. Dieses Schiff hatte nur ziviles Handelsgut an Bord.
Dieses Schiff fuhr unter iranischer Flagge und folgerichtig hat Teheran angekündigt, dieses Verbrechen zu ahnden. Kiew wiederum hat sich wie üblich nicht entschuldigt, sondern vielmehr mit seinem „Erfolg“ geprahlt. Offensichtlich hat Kiew übersehen, dass der Iran über mächtige Raketen verfügt, die die Ukraine und Kiew mit ihrer tödlichen Ladung erreichen können. Kiew ist kaum in der Lage diese Waffe abzufangen, wenn sie denn abgeschossen werden sollte. Hier sehen wir deutlich den Unterschied zu Schiffen, die unter einer Billigflagge operieren. Während Angriffe auf solche Schiffe folgenlos bleiben, wird das bei dem iranischen Schiff nicht so ablaufen. Theoretisch könnte Teheran internationale Gerichte anrufen und eine Entschädigung fordern. Dass können die aber auch lassen, denn die westlich dominierten Gerichte werden Teheran nicht angemessen behandeln. Es wird interessant werden, wie der Westen auf einen iranischen Vergeltungsschlag reagieren wird. Sind Sie da auch schon so gespannt wie ich? Schon der Angriff Selenskijjs wurde nicht abgemahnt.
Wie tollwütige Hunde....
Warum also hat Selenskij diesen Angriff durchgeführt, trotz der direkten Gefahren, die er mit sich bringt? Die iranische Führung behauptet, er wäre auf Anweisung Israels durchgeführt worden. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen könnte er dazu führen, dass Europa nach einem Vergeltungsangriff Teherans auf Kiew in den Krieg gegen Iran eintreten könnte. Zum anderen ist Israel daran interessiert, jegliche Versorgungsmöglichkeit des Iran aus Russland über das Kaspische Meer zu stören. So oder so, darf man da die Khasarenverbindung zwischen Selenskij und Netanjahu außer Acht lassen? Schließlich sind beide Länder in ernster Gefahr, ihre Staatlichkeit zu verlieren, wegen ihrer andauernden Kriegstätigkeiten und kompromisslosen Haltung. Israel hat versucht, einen weiteren Staat in seinen Krieg gegen den Iran einzubinden, den sie zur Zeit nicht wagen weiter zu führen. Siehe hier:
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20262/warum-beteiligt-sich-israel-diesmal-nicht-am-angriffskrieg-gegen-den-iran/
Versicherungsgesellschaften brechen Verträge
Wir sehen an diesem Beispiel, welcher Unterschied besteht, zwischen Schiffen unter Billigflagge und Schiffen, die unter dem Schutz der Flagge ihres Heimatlandes fahren. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt. Die Schiffsversicherer wie zum Beispiel Lloyd´s of London. Eben kam die Meldung, dass einige Versicherungsgesellschaften eingestellt haben Schiffe zu versichern, die eine Verbindung zu Saudi-Arabien haben. Es wird berichtet, dass man sich vorbereitet, sogar bestehende Verträge nicht mehr einhalten zu wollen, wegen der Attacken der Houthis im Roten Meer. Wofür sind Versicherungen dann noch gut? Das ist in etwa so, wie wenn man Zahnweh hat und die Versicherung beendet deswegen ihren Vertrag – bevor man beim Zahnarzt war. Ebenso verhalten sich diese Versicherer, wenn sie die Schiffe der „Schattenflotte“ nicht mehr versichern wollen. Ohne Versicherung können Schiffe manche Häfen nicht mehr anlaufen. Versicherungen als willige Helfer der NATO?
Hätten wir eine Welt, in der gierige Kapitalisten nicht Heerscharen von Juristen beschäftigen, die nichts anderes zu tun haben, als Lücken in Gesetzen aufzuspüren und auszunutzen, hätten wir eine bessere, funktionstüchtigere Welt. Je mehr versucht wird, mit weiteren Gesetzen Lücken zu schließen, desto mehr tun sich auf. Das alles ist eine Folge des Verlusts von Anstand und Ehre. Ja, das Kapital kennt keine Heimat und Ehre und Anstand sowieso nicht. So haben die Kapitalisten auch keine Skrupel, den eigentlichen Sinn von Gesetzen zu umgehen. Hauptsache, der Gewinn kann gesteigert werden. Ohne Rücksicht auf Folgen, die sich erst später zeigen. So ist das auch mit der „Fahnenflucht“ für Schiffe. Selbst für Kreuzfahrtschiffe, denn auf denen gilt das Gesetz des Flaggenstaats und das kann je nach Land auch Sozialstandards haben, die unseren nicht entsprechen. Schattenflotten gäbe es nicht, wenn jedes Schiff unter der Flagge des Eigentümerlandes führe. Die Welt wäre eine bessere, wenn auch dieser Betrug am Steuerzahler verboten wäre und jeder Angreifer auf zivile Schiffe würde sich gut überlegen, ob er diesen Angriff durchführen will.
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Wie angebracht, ja notwendig es war für das Deutsche Reich, eine Flotte aufzubauen, mag man daran erkennen, wie England das DR mit Seeblockaden überzogen hat. Kaiser Wilhelm II hat England ausdrücklich versichert, dass er die Deutsche Marine kleiner halten wird als die englische. Aber kann dem ein notorischer Lügner Glauben schenken? Ja, das meiste Übel dieser Welt ging von England aus und das ist bis heute nicht beendet. Lesen Sie dazu das Werk von Peter Haisenko „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“. Bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es bei Ihrem Buchhandel.





