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Ford Model T 1908

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Weniger ist mehr

Von Hans-Jürgen Geese 

Im Jahre 1913 begann der Automobilpionier Henry Ford die Fließbandproduktion seines berühmten „Model T“. 189.000 Einheiten liefen in jenem Jahr vom Band.

Das war mehr als die Hälfte aller in den U.S.A. produzierten Automobile. Es dauerte nicht mehr als 93 Minuten bis ein fertiges Auto vom Band rollte. Bald war Ford in der Lage, den Preis von $ 950 auf $ 360 zu senken. Seine Investoren waren entsetzt. Die verlangten Profitmaximierung. Vor Gericht erklärte Ford:
„Sinn und Zweck unseres Unternehmens ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und Autos herzustellen, die sich die Amerikaner leisten können.“ Und er fügte hinzu: „Ein angemessener Profit ist gerechtfertigt, aber kein überzogener Profit.“

Ford war außerdem geradezu besessen von der Idee, dass jedes einzelne Teil seiner Autos in den Vereinigten Staaten von Amerika hergestellt werden musste. Er verlangte, dass seine Firma die totale Kontrolle über jeden einzelnen Schritt in der gesamten Logistikkette hatte. Nur so übte er die völlige Kontrolle über die Produktionskosten aus. Und nur so hatte Ford selbst auch 100 % Kontrolle über die Qualität jedes einzelnen Teiles.

Also kaufte er Wälder für die notwendigen Hölzer, er kaufte Stahlfabriken, Eisenbahnen, Schiffe, Kohle- und Eisenminen, Glasfabriken und so weiter.

Die Arbeiter bei Ford erhielten die höchsten Löhne im Lande. Sie waren stolz auf ihren Arbeitsplatz und auf das Produkt ihrer Arbeit, das sie sich auch selbst leisten konnten. Perfektion war ihrer aller Maxime.

Die Firma Ford heute lebt in einer völlig anderen Welt

Henry Ford starb im Jahre 1947. Seine Firma existiert noch heute. Allerdings hat sich inzwischen vieles im Hause Ford radikal geändert. Das Sagen hat nicht mehr ein Firmenboss, der auch der Firmeneigner ist. Die Firma gehört den Investoren von Wall Street, sie gehört Firmen wie Vanguard und BlackRock. Die wollen nur eines: Maximalprofit für ihre Anteilseigner.

Heutzutage kommt etwa die Hälfte der Teile der Ford Automobile aus dem Ausland in Übersee, jenseits des amerikanischen Kontinentes. „Just in Time“ ist die magische Formel. Und natürlich muss der Preis stimmen. Arbeitsplätze in Amerika interessieren die Damen und Herren von Wall Street nicht die Bohne.

Leider hat Ford damit auch die Kontrolle über die Lieferketten verloren. Und so geschah es über die letzten Jahre mehrmals, dass zwar die Autos vom Fliessband rollten. Aber sie waren nicht endgültig fahrbereit. Gewisse Teile fehlten und mussten nachträglich eingebaut werden.

Wir erleben heute ein Phänomen, das sich die Finanzialisierung der Welt nennt. Nicht mehr Unternehmer wie Henry Ford haben das Sagen, sondern Investoren, die dann die Unternehmensleiter als Angestellte einsetzen und herumdirigieren, auf dass vor allem ihre finanziellen Interessen durchgesetzt werden. Und wenn dabei das eigene Land vor die Hunde gehen sollte, dann sei das eben so.

Was ist ein Auto?

Das „Model T“ hatte vier Räder, einen Motor, nebst anderen Teilen, die Sie auch heute noch in Autos wiederfinden. Die Funktionsweise eines Autos von 1913 unterscheidet sich nicht wesentlich von einem Auto heute. Aber selbst unter Berücksichtigung des Kaufkraftwertes, werden Sie heute in den U.S.A. kein Auto mehr zu einem äquivalenten Preis von 360 Dollar kaufen können.

Die meisten Teile in einem Auto heute sind völlig überflüssig. Man könnte problemlos ein funktionstüchtiges Auto zu einem Bruchteil der Kosten der heutigen Autos herstellen. Aber darum geht es nicht. Es geht um Profitmaximierung. Früher konnte man die Scheibe per Kurbel nach unten und oben drehen. Heute geht das per Knopfdruck. Früher war es ein Kinderspiel, die Kurbel zu reparieren. Heute kostet die Reparatur hunderte von Dollar.

Ein Freund zeigte mir sein Auto, bei dem ein Warnlicht aufleuchtet, das aber nicht mit einem Defekt im Auto verbunden ist. Er ließ den Fehler reparieren. Der Spaß kostete fast tausend Dollar. Dann fing das Ding wieder an, aufzuleuchten. Mit so einem Warnlicht in Aktion bekommt er keine Zulassung vom „TÜV“.

Früher konnten Sie entweder ihr Auto selbst reparieren oder Sie kannten einen Automechaniker, der das für Sie erledigte. Heute müssen Sie in die Werkstatt. Das Auto heute ist kein Auto mehr. Das Auto heute ist ein Geschäftsmodell. Es geht nicht um den Segen für die Menschen. Es geht um Maximalprofit.

Alles ist ein Geschäftsmodell

Sie erleben die totale Kontrolle über unsere Welt durch diese Finanzfritzen. Es geht nur noch um Geld, das Leute in Finanzfirmen „verdienen“, ohne dafür zu arbeiten. Denn mit Geld zu spielen kann man doch wohl nicht als Arbeit bezeichnen. Man könnte auch eine andere Charakterisierung solcher Tätigkeiten anführen. Aber ich will mich zurückhalten.

Donald Trump ist die Extremform von solchen Leuten. Er führt momentan eifrig Krieg gegen den Iran. Nicht, um diesen Krieg zu gewinnen, denn das kann er nicht. Worum geht es also? Nun, es geht zum Teil auch darum, dass er durch den Krieg die Aktienkurse in Amerika, wie bei einem Jojo, hoch- und runterzwingen kann. Und bei jeder Kursschwankung, die er mit seinen Aussagen selbst herbeiführt, wird sein Clan und werden seine Kumpel groß verdienen. Wieviel? Hunderte von Milliarden Dollar. Hunderte von Milliarden Dollar. Und dann behaupten doch tatsächlich manche Menschen, dass dieser Krieg völlig sinnlos sei.

Die Herausforderung für über 90 % der Menschheit liegt nun darin, unser Leben nicht mehr als Geschäftsmodell zu leben. Warum? Weil wir uns das einfach in Zukunft nicht mehr leisten werden können.

Es gab einst eine stillschweigende Übereinkunft zwischen reich und arm. Die Reichen wurden immer reicher, aber es blieb genug für den Rest der Bevölkerung übrig, so dass sich diese Mehrheit ein einigermaßen anständiges Leben leisten konnte. Inzwischen haben die Reichen diese Übereinkunft gebrochen und kennen keine Kontrolle mehr über ihre Gier. Die sind völlig durchgeknallt. Sie wollen die Welt regieren. Ihre Macht breitet sich daher heute auch über die Politiker aus, die alle, direkt oder indirekt, gekauft sind. Sobald Geld in die Politik Einzug erhält verschwinden Moral, Anstand, Ehre und sämtliche Versprechungen an das Volk. Die Regierung verwandelt sich in eine kriminelle Vereinigung.

Unsere Lebensweise muss sich ändern

Der Deutsche galt einst als gebildet, ehrlich, fleißig und stolz auf sein Land und sein Volk. Der Deutsche war überall auf der Welt hoch geachtet. So wie auch die Produkte der Deutschen in allen Ländern hohes Ansehen genossen. Wenn Sie als Deutscher vorgestellt wurden, dann brachte man Ihnen Respekt entgegen.

Das alles muss zurück kommen. Der Deutsche muss wieder als Deutscher leben. Und nicht als Kopie von Dummschwätzern und ehrlosen Verbrechern aus irgendeinem drittklassigen Land, wie zum Beispiel Amerika.

Der Franzose muss wieder Franzose sein. Der Spanier muss wieder Spanier sein. Der Däne muss wieder Däne sein. Und der Deutsche muss wieder Deutscher sein.

Was braucht der Mensch zum Leben?

Die Deutschen müssen sich also wieder auf sich selbst besinnen. Und zwar so wie nach einem Kriege. Ein Neuanfang ist notwendig.

Zuerst geht es um die Lebensgrundlagen: Essen und Trinken, Kleidung, Wohnen, Gesundheit, Bildung, Sicherheit.

Die Befriedigung dieser Lebensgrundlagen muss garantiert sein. Von der Gemeinschaft. Um das zu erreichen, muss sich der Einzelne für eine Zeit den Anforderungen der Gemeinschaft unterordnen. Es geht schließlich um das Überleben unseres Volkes. Und damit um das Überleben Ihrer Kinder und Enkel.

Wir müssen uns besinnen auf die Philosophie von Menschen wie Henry Ford, die wussten, dass, wenn man sein Leben nicht selbst kontrolliert, dass dann eben dieses Leben von jemand anderem kontrolliert wird. Man nennt das in letzter Konsequenz Versklavung. Wollen Sie, dass Ihre Nachfahren in Versklavung leben?

Also, ganz einfach: Was in Deutschland hergestellt werden kann, das wird in Deutschland hergestellt. Importe werden durch hohe Zölle sehr beschränkt.

Genau so wurde Deutschland zur Wirtschaftsmacht im 19. Jahrhundert. Genauso wurden die U.S.A. zur Wirtschaftsmacht im 19. Jahrhundert. Nicht durch Freihandel. Eine Lachnummer. Frei durch Freihandel? Wirklich? Das ist doch absurd.

Übertrieben dargestellt: Deutschland muss noch einmal von vorne anfangen und seine Gesellschaft und seine Wirtschaft so gestallten, dass für jeden Deutschen ein sinnvoller Arbeitsplatz vorhanden ist und dass jeder Deutsche frei und in Würde von Arbeit leben kann. Das ist die Basis von jedem lebenswerten Leben.

Ein Deutscher ist keine Fremdkopie

Wie wäre es mit Genossenschaften? Genossenschaften sind eine deutsche Wirtschaftsform. Genossenschaften sind Ausdruck wahrer Demokratie.

Wie wäre es mit mehr Landwirten und mehr Gärtnern und mehr Förstern? Die Verbundenheit mit dem Boden, die Verbundenheit mit den Wäldern ist Ausdruck einer deutschen Lebensweise. Und natürlich brauchen wir mehr Handwerker.

Wie wäre es mit wahren Eliteuniversitäten? Die Herausforderung des Geistes zu Höchstleistungen ist Ausdruck der deutschen Demut vor dem, was die Welt im Inneren zusammenhält. Dazu gehört vor allem auch das deutsche Ingenieurwesen. Wir müssen unbedingt Wege finden, um die Energiefrage zu lösen. Die begabtesten Ingenieure sollten sich auf diese Aufgabe konzentrieren.

Ignoriert den Rest der Welt

Wir sollten den Rest der Welt über eine Anzahl von Jahren einfach ignorieren, bis wir unsere eigene Identität wiedergefunden haben.

Sollen die mit KI herummachen und sollen die in China oder Indien oder wo auch immer einen völlig anderen Weg gehen. Was geht uns das an?

Das Einsparpotential ist gigantisch

Nein, es braucht keine Werbung. Nein, es braucht nicht eine Vielzahl von Banken. Nein, es braucht keine Bundeswehr. Es braucht aber eine Sozialpflicht für jeden Jugendlichen. Für Jeden. Zum Beispiel 2 Jahre. Wie sonst soll jemals wieder Gemeinschaft gelernt werden? Diese Jugendlichen können in vielen Bereichen der Gesellschaft eingesetzt werden. Auch in einer Verteidigungsgemeinschaft.

Wie hoch ist der Anteil der Lebensmittel, die weggeworfen werden? Das darf nicht mehr passieren. Und wie viel Schrott steht da in den Supermärkten?

Warum ist die Qualität der Gebrauchsprodukte so mäßig? Die Qualität der Produkte muss massiv verbessert werden. Die sollen „ewig“ halten.

Und noch einmal: Was in Deutschland hergestellt werden kann, wird in Deutschland hergestellt, also Schuhe und Hemden und vor allem auch alle Medikamente. Und fast alles andere ebenfalls. Das Handwerk regiert.

Das Land ist der Ursprung alles Lebens

Der Engländer John Claudius Loudon (1782 – 1843) ist der erfolgreichste Schriftsteller von Gartenbüchern weltweit. Seine „Encyclopaedia of Gardening“ (1822) hatte zum Ziel, alle Gesellschaftsschichten in England mit den Geheimnissen der Gartenkunst vertraut zu machen. Gärtnern als Lebensstil. Die Natur sollte immer im Zentrum alles Lebens stehen. Und zwar sowohl auf dem Lande als auch in den Städten.

Im Jahre 1938 nahmen allein in London 65.000 Bewohner an dem Wettbewerb der „London Garden Society“ teil. In London. In einer Stadt.

In Neuseeland sagen wir: „No water, no life. No land, no life.“

In unserer Gemeinde pflegen wir das Konzept vom „survival garden“ (Überlebensgarten), der hier im Norden Neuseelands das ganze Jahr über produktiv ist. Gemeinsam arbeiten, gemeinsam säen und pflanzen, gemeinsam ernten, gemeinsam überleben.

Jeden Tag säen oder pflanzen. Jeden Tag ernten. Nur so kann der Mensch überleben. Dieses Konzept kann man nicht als Kopie auf Deutschland übertragen. Aber man kann eine maximale Annäherung an dieses Konzept entwickeln. Und dann mal sehen wie weit man das vorantreiben kann.

Ich will Ihnen keine Angst machen

Nein, wirklich nicht, ich will Ihnen keine Angst bereiten, sondern Hoffnung stiften, denn wir Deutschen haben es in uns, eine neue Welt, eine bessere Welt zu schaffen, wenn denn die alte Welt zusammenbrechen sollte. Und vielleicht ist das gar ein Segen. Denn diese, unsere derzeitige Welt, wurde uns aufgezwungen. Es war nicht unsere freie Entscheidung.

Unsere derzeitige Welt wurzelt nicht in der Welt unserer Vorfahren. Es ist nicht unsere Art, dem Gelde nachzujagen. Das ist nicht Teil unserer Kultur. Das ist nicht Teil unseres Erbes. Das ist nicht Teil der Verbundenheit mit unserem Land.

Und damit überlasse ich Sie Ihrem Schicksal: Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann mögen Sie schmunzeln oder gar lachen. Das ist in Ordnung. Ihnen wird das Schmunzeln und Lachen schon noch vergehen. Sollten Sie allerdings einen besseren Vorschlag haben, dann verneige ich mich vor Ihnen. 

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Betrachtet man den „Fortschritt“ unserer Gesellschaft, getrieben von den Kapitalmächtigen, dann kann man kaum anders als von einem „Todeskult“ zu sprechen. Alles Urmenschliche wird pervertiert zu Gunsten maximalen Profits und maximaler Kontrolle. Das hat Karl Pongracz analysiert und ist zu dem Befund gekommen, dass die Menschlichkeit untergehen muss, wenn wir es zulassen, dass es einfach so weiter geht. Lesen Sie das flott geschriebene Werk „Todeskult“ und Sie werden erkennen, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrem Buchhandel.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Ist es nicht beeindruckend, wie Hans-Jürgen Geese vom anderen Ende der Welt die Lage auch in Deutschland treffend analysiert? Da können wir Ihnen nur empfehlen, das Werk desselben Autors zu genießen. Mit dem Titel „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ spannt Geese den Bogen von Neuseeland zu Deutschland. Seine messerscharfen Analysen zeigen auf, wie die Bürger weltweit von den immer gleichen Akteuren mit den immer gleichen Methoden unterdrückt und ausgebeutet, ja zu Sklaven gemacht werden. Täuschen Sie sich nicht. Was Geese in Neuseeland wie unter dem Brennglas aufzeigt, findet auch in Deutschland statt. Es ist nur nicht so leicht zu erkennen. „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ ist erhältlich im Buchhandel oder bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier. 

Hier können Sie eine Rezension zu diesem Werk ansehen: 
https://www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2020/ausverkauf-vom-traum-neuseeland-wie-ein-bluehendes-land-verramscht-wurde/ 

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