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Welches Land auf Erden ist noch souverän?
Von Hans-Jürgen Geese
Im Jahre 984 (oder etwas früher) entdeckte der Wikinger Erik der Rote die Insel Grönland. „Grön“ bedeutet „grün“ in skandinavischen Sprachen. Erik kannte also bereits die Grundregel aller Marketingregeln: Übertreiben. Er wollte schließlich viele Wikinger ins Land locken. Und sie kamen tatsächlich. Die Kolonie zählte in ihrer Blütezeit etwa 2.500 Einwohner.
Als im Jahre 1721 der Pastor Hans Egede erschien, um die Menschen auf Grönland zum christlichen Glauben zu bekehren, erlebte er den Schock seines Lebens. In den zwei Siedlungen fand er nicht einen einzigen Menschen vor. Die Bauernhöfe waren verfallen. Wo waren all die Menschen geblieben? Diese Frage ist bis auf den heutigen Tag nicht beantwortet. Es ist ein wahres Mysterium.
In unserer Zeit gehört Grönland mit seinen 57.000 Einwohnern zum dänischen Königreich. Formell haben die Grönländer weitgehende Unabhängigkeit erreicht. Sie haben ihr eigenes Parlament, und nur wenige Entscheidungen müssen noch mit der Regierung in Dänemark abgestimmt werden. Aber die Grönländer haben eben keine 100 %ige Unabhängigkeit. In Fragen der Außenpolitik und der Sicherheit bestimmt Dänemark nach wie vor wo es lang geht. Und vor allem: Das Geld kommt aus Dänemark. Die Dänen finanzieren das großzügige Gesundheitswesen, das Bildungssystem, und sie zahlen auch die Renten der Grönländer.
Keine Frage daher: Grönland ist de facto kein souveräner, unabhängiger Staat. Unabhängigkeit bedeutet doch wohl: Freiheit von äußerer Kontrolle, von äußerer Autorität. Der unabhängige, freie Mensch kann für sich selbst sorgen. Er kann auch für sich selbst denken und seine eigenen Entscheidungen treffen.
Wie kann Grönland unabhängig werden?
Frage: Können die 57.000 Grönländer sich selbst versorgen? Antwort: Nein, das können sie nicht. Was sich die Grönländer daher wünschen: Unabhängigkeit von Dänemark, aber Beibehaltung der Transferzahlungen. Denn das dänische Sozialsystem ist nur schwer zu übertreffen. Und wer wollte das auch schon versuchen?
Nun, das ist sicherlich nicht die Ambition vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump. In seiner liebenswürdigen Art hat er aber schon mal den Köder ausgeworfen: Eine Million Dollar für jeden Grönländer. In der Welt von Donald Trump kann man jeden Menschen kaufen. Es ist nur eine Frage des Preises.
Natürlich hat Trump auch gedroht, notfalls die gewaltige U.S. Militärmaschinerie zum Einsatz zu bringen. Allerdings nur, wenn es denn unbedingt sein muss.
Es steht also schlecht um die Unabhängigkeit von Grönland mit seinen Grönländern. Die können sich ihre Unabhängigkeit, ihre Freiheit, schlicht und einfach nicht leisten. Sie können nicht für sich selbst sorgen. Theoretisch schon, denn es gibt genug Ressourcen, die man vermarkten könnte. Aber es bräuchte erhebliche Investitionen, viele Milliarden von Dollar, die die 57.000 Grönländer nicht haben.
Wie die Vereinigten Staaten von Amerika Grönland übernehmen werden
Die Dänen haben sich nach Trumps Forderung des Anspruchs auf Grönland groß aufgeregt. Auch einige der europäischen Politiker erhitzten ihr Gemüt fürchterlich: „Das geht doch wohl gar nicht. Skandal! Was bilden sich diese Amerikaner nur ein?“ Oder so ähnlich. Alles jedoch lediglich Theater. Denn die Amerikaner werden Grönland übernehmen. So oder so.
Was Sie nicht in den Nachrichten hören ist, dass die Amerikaner jetzt in Nuuk, der Hauptstadt von Grönland, ein gigantisches Botschaftsgebäude bauen, das sie allerdings vorläufig „Konsulat“ werden nennen müssen. Hat Dänemark den Antrag auf Eröffnung eines Konsulates abgelehnt? Nein, Dänemark hat zugestimmt.
Und dann haben die Amerikaner schon mal ein paar Millionen Dollar an die grönländische Regierung überwiesen. Um genau zu sein: 12 Millionen. Nur mal so. Und natürlich werde man großzügig wichtige soziale Projekte unterstützen.
Und eine arktische Bildungsallianz wurde ins Leben gerufen, ebenfalls finanziell großzügig ausgestattet, die den Grönländern Zugang zu den Universitäten in den U.S.A erlaubt.
Und die Amerikaner werden demnächst mal so richtig den Tourismus ankurbeln.
Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen, natürlich erscheinen jetzt immer öfter Vertreter amerikanischer Firmen mit eindrucksvollen Plänen, um die Wirtschaft zu entwickeln. Und zwar mit Milliarden. Damit endlich der Wohlstand in Grönland ausbrechen kann. So wie es die Grönländer natürlich verdienen. Wie konnten sie es nur erlauben, sich so schäbig von den Dänen behandeln zu lassen?
Das Paradies U.S.A. lockt also und investiert bereits in einem Ausmaß wie es Dänemark niemals wird tun können. Das dauert alles eine gewisse Zeit. Aber der Ausgang ist absehbar und fast schon unausweichlich. Ohne dass auch nur ein einziger Schuss fällt. Warum also all diese unfreundlichen Aufgeregtheiten in Europa? Mal ehrlich: Es war doch schon immer so. Siehe zum Beispiel Bundesrepublik. Nun, zumindest seit dem Zweiten Weltkrieg. Oder etwa nicht?
Vertreter der amerikanischen Regierung haben ein neues Zeitalter ausgerufen. Mit Donald Trump vorneweg: „Wir scheren uns einen Dreck um internationale Verträge und sonstige Abmachungen. „Might is right“ (die Macht hat recht), und der Dollar herrscht sowieso.“ So einfach. „Und wenn ihr nicht hören wollt, dann werdet ihr die Auswirkungen unserer Macht physisch zu spüren bekommen.“
Der Fall Ukraine
Es gibt unterschiedliche Listen der rohstoffreichsten Länder der Welt. Einige weisen die Ukraine auf Platz 14 aus. Andere auf Platz 5. Nun, es steht außer Frage, dass die Ukraine eines der rohstoffreichsten Länder der Welt ist.
Frage: Wie ist es überhaupt möglich, dass eines der rohstoffreichsten Länder der Welt die ärmste Bevölkerung in Europa aufweist?
Russland ist bekanntlich das rohstoffreichste Land auf Erden. Abgesehen von Russland finden Sie auf der Liste der rohstoffreichsten Länder kein einziges europäisches Land. Außer der Ukraine. Ist das nicht erstaunlich?
Noch einmal: Wie konnte es nur dazu kommen, dass die Ukraine nicht von blühenden Landschaften überzogen ist, sondern von Millionen frischer Gräber?
Am 24. August 1991 wurde die Ukraine unabhängig. Zumindest formal. Russland hätte das sicherlich verhindern können. Aber die russische Regierung beschloss damals, dass diejenigen Teile der ehemaligen Sowjetunion, die unabhängig werden wollten, unabhängig werden konnten. Und der Warschauer Pakt wurde aufgelöst. Russland tat alles, damit endlich der ewige Frieden auf Erden ausbrechen konnte.
Aber Russland musste natürlich seine eigene Sicherheit bewahren. Und dazu gehörte und gehört, dass man keine feindlichen Raketen an den Grenzen haben will. Wer will das schon? Auch Amerika würde das niemals zulassen.
Warum hat sich also die ukrainische Regierung nach dem 24. August 1991 nicht darauf konzentriert, das Land zu einem der wohlhabendsten Länder in Europa zu entwickeln? Warum wollten die unbedingt in die NATO? Warum?
Und dann natürlich die wichtigste Frage: Welch Inkompetenz und Korruption ist nötig, um die Ukraine zu dem ärmsten Land in Europa herunterzuwirtschaften?
Souveränität als Traum
So wie im Fall Grönland haben sich unsere lieben Freunde in Amerika auch für die Ukraine ein spezielles Wirtschaftsmodell ausgedacht, um an die Ressourcen zu kommen: Das Land zu zerstören, die Bevölkerung zu reduzieren, um dann ganz billig die Ressourcen zu vereinnahmen, vor allem das fruchtbare Land.
Da hatten die Ukrainer einst ihre Souveränität, bis ihnen irgendjemand eine phantastische Geschichte erzählte, die Geschichte von einem Traum, der sich allerdings in einen Albtraum verwandelte. Sie haben alles verloren. Man hat sie benutzt, betrogen, und sie haben es bis zum heutigen Tag nicht durchschaut.
Selbst wenn die Ukrainer das Unmögliche geschafft und Russland besiegt hätten, sie wären niemals die Sieger gewesen. Sie wären immer nur Sklave. Oder tot.
Der Fall Iran
Iran/Persien ist eines der ältesten Kulturländer auf Erden. Die renitenten Iraner sind nun in ihrer Sturheit nicht bereit, sich dem westlichen Wirtschaftssystem zu unterwerfen, mit dem die Amerikaner die Welt beglücken wollen. Die im Iran, so die Geschichte vom bösen Iraner, die im Iran haben keine Demokratie. Wobei wir doch alle aus der Schule und von den Medien wissen, dass eine Demokratie überhaupt erst einmal die Voraussetzung für ein anständiges Leben ist. Das weiß doch ein jeder. Daher sind der Iran und Russland und China und Kuba und ähnliche rückständige Länder unser Feind. Klar. Und ein Feind gehört bekämpft.
So oder so ähnlich muss doch wohl die Geschichte um den bösen Iran lauten. Oder haben Sie sonst irgendeine Erklärung, warum um alles in der Welt demnächst die Amerikaner den Iran angreifen wollen? Der Iran hat doch Amerika nichts getan. Warum also wollen die verrückten Amis den Iran angreifen? Alle Welt schüttelt fassungslos den Kopf. Alldieweil Donald Trump, wie immer, die ganz großen Worte schwingt. Selbst das Wort „Größenwahn" reicht da nicht mehr aus.
Der Iran ist eigentlich ein souveräner Staat, der nichts anderes will als in Ruhe gelassen zu werden. Die Iraner haben jedoch feststellen müssen, dass ihr Land kein souveräner Staat ist. Es sei denn, die Iraner werden diesen Krieg gewinnen.
Die Schicksalsschlacht der Menschheit
Es mag viele von Ihnen erstaunen: Sollte es zum Krieg kommen, dann wird der Iran für uns kämpfen. Der Iran wird für uns alle kämpfen, und wir können nur hoffen, dass der Iran diesen Kampf gewinnen wird. Sollte der Iran untergehen, dann sieht es wahrlich sehr, sehr schlimm um das Schicksal der Menschheit aus.
Amerika allerdings muss untergehen und Dreck fressen und Demut lernen. Das haben sich die Amis redlich verdient, nach all dem Elend, das sie in mehr als 100 Jahren über die Welt gebracht haben.
Ein neues Zeitalter wird dann anbrechen. Vom Zeitalter der Konkurrenz des kapitalistischen Systems wird ein Übergang zum Zeitalter der Kooperation stattfinden. Nicht gegeneinander kämpfen, sondern miteinander auskommen.
Wobei die Souveränität von Staaten oder sonstigen autonomen Gebieten von allen anderen Gebieten anerkannt wird. Warum? Weil es die Bevölkerung so will.
Es ist doch wohl nichts einfacher als eine Bevölkerung zu befragen, unter welcher Regierung sie zu leben wünsche. Wenn sie sich aber eine neue, ihre eigene Regierung schaffen will, dann soll sie es in Gottes Namen tun.
Die Vereinigten Staaten von Amerika werden auseinanderbrechen. So wie es 1861 bereits hätte geschehen müssen. Der amerikanische Bürgerkrieg war kein Krieg, bei dem es um die Freiheit der Sklaven ging. Es ging um die Freiheit der Amerikaner. Die im Süden wollten ihre Souveränität. Sie wurde ihnen verweigert. Denn der Norden erklärte den Aufmüpfigen im Süden den Krieg.
Das Ende der Bundesrepublik
Sobald die Amerikaner ihr Imperium verloren haben werden und sich wieder um sich selbst kümmern müssen, werden sie endlich ihre Soldaten abziehen und damit den Europäern erlauben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Einige in Amerika haben bereits die Zeichen der Zeit erkannt. In Moskau wimmelt es nach wie vor von amerikanischen Geschäftsleuten, die früh genug ihre Kontakte erneuern wollen. Russland, das rohstoffreichste Land auf Erden, wird wieder seine angestammte Rolle spielen. Das mit der Eroberung Russlands hat nun mal vorerst nicht geklappt. Pragmatiker schreiben nach Niederlagen ihre Verluste ab und versuchen sich mit einer alternativen Strategie.
Und in Deutschland? Das Ende der Bundesrepublik wird die Stunde Null sein. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden die Deutschen zum ersten Mal die Chance haben, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.
Sollte es dazu kommen, dann lege ich Ihnen ans Herz, niemals zu vergessen, dass es die Iraner waren, denen wir und viele andere die Freiheit verdanken. Die Iraner werden für ihre Freiheit und für unsere Freiheit einen sehr hohen Preis zahlen müssen.
Wir fassen zusammen: Heute, zu Beginn des Jahres 2026, sind nur ganz wenige Länder souverän. Fast alle Länder unterliegen fremden, feindlichen Zwängen.
Nur wenn ein Land über Atombomben verfügt, wird es heute ernst genommen. Nur wenn es Zugang zu ausreichend billiger Energie hat, wird es überhaupt wirtschaftlich erfolgreich sein können.
All die aktuellen Zwänge werden einem neuen System von freiwilliger Kooperation weichen müssen, damit endlich eine humane Welt ihre Chance erhält.
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Damit alle Staaten Souveränität erreichen können, bedarf es eines vollkommen neuen Finanz- und Wirtschaftssystems. Eines Systems, das die Bildung von Milliardenvermögen unmöglich macht und so das Primat des Kapitals über die Politik bricht. Ein solches Modell gibt es bereits. Es ist „Die Humane Marktwirtschaft“ von Peter Haisenko. Und wie steht es um die Souveränität Deutschlands? Lesen Sie dazu das Werk von Wolfgang Schimank „Ist Deutschland ein souveräner Staat?“. Sie denken dabei nur an die USA? Weit gefehlt. Tatsächlich sind es die EU-Verträge, die eine Souveränität aller EU-Staaten untergräbt. Bestellken Sie diese wegweisenden Werke direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie diese in Ihrem Buchhandel.
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Ist es nicht beeindruckend, wie Hans-Jürgen Geese vom anderen Ende der Welt die Lage auch in Deutschland treffend analysiert? Da können wir Ihnen nur empfehlen, das Werk desselben Autors zu genießen. Mit dem Titel „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ spannt Geese den Bogen von Neuseeland zu Deutschland. Seine messerscharfen Analysen zeigen auf, wie die Bürger weltweit von den immer gleichen Akteuren mit den immer gleichen Methoden unterdrückt und ausgebeutet, ja zu Sklaven gemacht werden. Täuschen Sie sich nicht. Was Geese in Neuseeland wie unter dem Brennglas aufzeigt, findet auch in Deutschland statt. Es ist nur nicht so leicht zu erkennen. „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ ist erhältlich im Buchhandel oder bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier.
Hier können Sie eine Rezension zu diesem Werk ansehen:
https://www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2020/ausverkauf-vom-traum-neuseeland-wie-ein-bluehendes-land-verramscht-wurde/







