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Warten auf Waterloo

Von Hans-Jürgen Geese 

Die Selbstüberhebung des modernen Menschen wird ihn in seinen Untergang führen. Bedeutet diese arrogante Selbstüberhebung doch die Verachtung der Erkenntnisse von tausenden von Jahren menschlicher Erfahrungen. Es ist tragisch und belustigend zugleich, die Dilettanten in der westlichen Welt am Werkeln zu beobachten. Diese Wichtigtuer. Diese Ignoranten. Diese Kriegstreiber. Nichts als Verachtung sollte man über sie ausschütten und sie aus ihren Ämtern verjagen.

Diese Möchtegernherrscher gehen tatsächlich davon aus, dass unsere Vorfahren Idioten waren und dass erst sie, sie heute, sie, die erlauchten und aufgeklärten und von der Moderne geliebkosten Politiker, endlich den lang ersehnten Segen der Glückseligkeit über diese Welt bringen werden. Gnade uns Gott!

Diese Betrüger werden Ihnen täglich in den Nachrichten vorgeführt. Die reden und reden und reden. Und nichts passiert. Kein Problem wird gelöst. Ja, Betrüger sind sie, allesamt. Schauen Sie sich um in Ihrer Welt. Das ist doch nicht alles vom Himmel gefallen. Wer ist verantwortlich? Wer ist dafür verantwortlich?

Und in drei oder vier Jahren wird eine neue Bande von moralisch, menschlich und fachlich völlig unfähigen Gestalten vorgeben, regieren zu wollen. Ohne jede Qualifikation. Ohne einen Lebenslauf, der von großen Leistungen nur so strotzt.

Noch dazu werden Menschen aus aller Welt eingeladen, doch bitte bei diesem Tanz des Wahnsinns in den Untergang mitzumachen. Vollkost und Logis gratis. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Gerechtfertigt mit Argumenten, die ein Kind als Schwachsinn entlarven kann. Aber es geht schon längst nicht mehr um Argumente. Emotionen herrschen. Und damit verbunden der Schein. Vor allem um den Schein von Demokratie. Dauernd reden die davon. In der Tagesschau und in diesen grausigen, geistlosen Talkshows. Nur ganz langsam wacht das Volk auf, fragt: „Die werden uns doch wohl nicht etwa belügen und betrügen und verdummbeuteln? Wir haben schließlich Demokratie. In China und Russland haben die keine Demokratie. Wollen wir etwa so wie in Russland oder in China leben?“

China hat keine Demokratie

Ja, es stimmt, China hat keine Demokratie. Frage: Warum aber sollte es China und die Chinesen interessieren, dass sie keine Demokratie haben? Um es Ihnen auf gut deutsch klar zu machen: „Was schert es eine deutsche Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt?“ Die deutsche Eiche steht da in Souveränität und Gelassenheit. Und so sieht China die Welt. Die haben auch Eichen in China.

China hat den Kolonialismus des Westens überlebt und sogar den Kommunismus aus Russland. China heute ist China wie vor 2.500 Jahren. China ist wieder China. Soll China sich etwa ändern, nur weil da ein paar Verrückte in Washington oder London oder Paris wieder mal eine tolle Idee haben?

Die Kultur der Chinesen beruht auf den Lehren von Konfuzius (551-479 BC). Der Mann suchte pragmatische Lösungen für die Herausforderungen des Lebens. Er pries den Segen von harter Arbeit, von großen Familien und von der Verehrung der Vorfahren. Und der Führung durch einen Herrscher. Einen. Denn wie kann ein Volk in Harmonie leben, wenn zehn Parteien sich dauernd streiten?

Um große Familien aufzuziehen ist Sparsamkeit eine unbedingte Voraussetzung. Wenn Sparsamkeit eine Tugend ist, dann ist Verschwendung ein Übel.

Und Sie werden es nicht glauben: Bildung, so Konfuzius, sei das Fundament einer gesunden Gesellschaft in China. Nebst der Formung eines guten Charakters. Diese moralische Integrität muss sich in allen Teilen der Gesellschaft ausbilden. Vor allem aber in der Hierarchie. Nur die Besten, die mit den vortrefflichsten Qualifikationen, nur die Besten sollen eine Gesellschaft führen und verwalten. Die Führungskräfte müssen daher beweisen (beweisen!), dass sie diese wichtigen Aufgaben in der Gesellschaft in Verantwortung wahrnehmen können.

Jedes Jahr finden über drei Tage überall in China Prüfungen statt, bei denen sich Millionen von Bewerbern um eine der heiß begehrten Positionen in der Verwaltung bewerben, die sich jahrelang auf diese Prüfungen vorbereitet haben. Die Besten der Besten sollen eben nicht bei einer Bank arbeiten oder in einem Marketingbüro, sondern für die Gemeinschaft, für das eigene Volk. Es ist eine Ehre, für das eigene Volk zu arbeiten. Eine Ehre. Können Sie sich das vorstellen?

Wenn Sie als Chinese die Gesellschaften im Westen betrachten, dann schütteln Sie heute nur noch verständnislos den Kopf. Das Chaos im Westen, in dem es vor allem darum geht, dass jeder sich so gut wie möglich bereichert. Individuell. Das hat doch mit wahrem Leben nicht viel zu tun. Die Menschen im Westen haben ihre Vorfahren, ihre Traditionen und ihre Kultur und damit sich selbst verloren.

Russland hat auch keine Demokratie

Auch in Russland gibt es Eichen. Auch hier demonstriert das Bild von der Eiche und der Wildsau sehr gut die Situation Russlands gegenüber dem Westen.

Und auch Russland ist es, wie China, nach Zeiten der Bedrängnis durch äußere Kräfte, gelungen, die Ausländer rauszuschmeißen und die eigene Identität wiederzufinden.

Von Peter dem Grossen bis zu Vladimir Putin haben russische Herrscher versucht, Anschluss an den Westen zu finden. Man hat sie immer vor den Kopf gestoßen. Heute ist es gar so schlimm, dass in Ländern im Westen, wie zum Beispiel in Amerika und vor allem in Großbritannien, ein regelrechter Russenhass besteht. Auch die Bundesregierung frönt mit Vorliebe einer vorgespielten moralischen Überlegenheit, und kommt sich dabei ganz groß vor.

Was den Westen heute vom Osten unterscheidet ist, dass der Westen an die Macht des Geldes für Einzelwesen glaubt. Und das als Reichtum betrachtet. Der Westen lebt in einer Phantasiewelt, auch Lalaland genannt. Es ist die Welt der Wunder und Wirren und des Wohlstandes für Wenige. Und des Betruges.

Der Osten hingegen ist fest verankert in den Grundlagen des wahren Lebens. In der Gemeinschaft. Der Osten konzentriert sich auf das Herstellen von Dingen, die man zum Leben braucht. Die Menschen im Osten leben in der Realität.

Der Westen hat über die letzten 500 Jahre die Welt beherrscht. Mit dem Spiel des Kolonialismus. Jetzt, wo die im Osten dieses alte Spiel der Herrschaft nicht mehr mitspielen wollen, haben wir ihnen den Krieg erklärt. Nein, die Chinesen, die Russen, die Iraner und viele andere wollen nicht mehr mitspielen. Sie wollen sich ihre eigene Welt aufbauen und, so weit wie möglich, den Westen ignorieren.

Könnte es daher, muss es daher zu einem Krieg kommen? Zu spät. Der Krieg tobt bereits seit etwa vier Jahren in der Ukraine. Und es sieht nicht gut aus für den Westen. Der Osten wird diesen Krieg gewinnen. Und dann?

Konferenz der Koalition der Willigen in Paris

Nun, der Westen geht trotzdem nach wie vor davon aus, dass er den Krieg gewinnen wird. Denn der Westen gewinnt doch immer. Über 700 Militärstützpunkte hat Amerika über die Welt verteilt. Und der Westen hat die NATO. Hat China 700 Militärstützpunkte? Nein. Hat Russland 700 Militärstützpunkte? Nein. Und 700 ist noch immer nicht genug. Die wollen auch Militärstützpunkte in der Ukraine. Für Russland wäre das eine existentielle Bedrohung. Russland wird das also niemals erlauben. Aber was kümmert das die erlauchten Herren aus dem Westen?

Vor ein paar Tagen trafen sich alle diese Unterstützer der Ukraine zu einem Stelldichein in Paris. Die Stimmung war vortrefflich. Zelensky war anwesend. Und auch die Immobilienhaie Steve Witkoff und Jared Kushner aus Amerika. Man umarmte sich, man scherzte und lachte. Ja, die Stimmung war großartig. Haben Sie die Bilder gesehen? Man hätte unmöglich den Eindruck gewinnen können, dass es hier um Krieg geht, bei dem täglich hunderte von Menschen sterben.

In Paris wurde uns Bürgern im Westen demonstriert, dass die angeblichen Herrscher dieser Welt in einer von uns völlig abgesonderten Realität leben. Und leider auch in einer völlig anderen Realität als die Russen und die Chinesen.

Die Vorstellung dieser Politiker in Paris, dass es zu einem Waffenstillstand kommen werde und dass sie Truppen schicken werden, die den Waffenstillstand überwachen, diese Vorstellung ist an Absurdität gar nicht mehr zu überbieten.

Warum um alles in der Welt sollte Russland einem Waffenstillstand zustimmen?

Die Phantasievorstellungen dieser Europäer beruhen nach wie vor auf einem ideologischen Weltbild der Konfrontation. Der Konfrontation. Nicht des Friedens.

Sonst hätten sie längst die Grundforderungen der Russen anerkannt, denn es ist doch demokratisch möglich, die Menschen in den umstrittenen Gebieten zu befragen, unter wessen Herrschaft sie gerne leben möchten. Und das Ergebnis gilt dann. Das ist doch Demokratie, oder? Die Russen würden dem zustimmen. Die Bewohner würden dem zustimmen. Aber die Europäer nicht. Und übrigens:

Warum sollten Immobilienfritzen aus Amerika über das Schicksal von Europa mitbestimmen? Was haben die da in Paris verloren? Das ist doch alles ein Witz.

Genauso sieht das Wladimir Putin. Es ist ein Spiel. Ein makabres Spiel. Und er spielt mit so gut er kann. Alldieweil die wirklichen Entscheidungen auf dem Schlachtfeld stattfinden. Die Russen und die Chinesen managen die Amerikaner, um den drohenden Weltkrieg zu vermeiden. Denn das Problem für einen Psychopathen liegt darin, mit einer Niederlage fertig zu werden. Psychopathen akzeptieren in ihrer Selbstbesessenheit nur einen Sieg als möglichen Ausgang eines Konfliktes. Amerika kann also gar nicht verlieren. Das ist unmöglich. Per Definition. Per Erwartung. Amerika ist schließlich das von Gott auserwählte Land.

Anschlag auf Wladimir Putin

Vor kurzem fand ein Drohnenangriff auf die Residenz von Wladimir Putin statt. Mit Hilfe der CIA. Letztes Jahr wurde sein Hubschrauber bedroht. Dennoch fanden weitere Telefonate zwischen Putin und Trump statt, die Trump, in der ihm eigenen Weise, stets als positiv charakterisierte. Es konnte gar nicht anders sein. Schließlich ging es um ihn. Wie immer. Trump ist der Superstar. Der Messias.

Ja, es ist ein Spiel. Natürlich haben die Russen das alles durchschaut. Sie verstehen auch, wie Propaganda im Westen funktioniert. Sie verstehen vor allem, dass Donald Trump nicht der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Denn was Donald Trump da als Politik praktiziert, hat mit den Versprechungen und Plänen vor seiner Wahl so gut wie nichts zu tun. Er hat uns alle getäuscht. Die Frage drängt sich also auf: Was ist nur in den Mann gefahren, dass er dermaßen sich selbst und das amerikanische Volk belügt und betrügt?

Trump ist wahrscheinlich nicht mehr als eine Marionette. So wie Friedrich Merz nicht mehr ist als eine Marionette. In dem chinesischen Auswahlsystem wären sie beide durchgefallen. Aber im Westen gelten andere Kriterien.

Im Westen regiert Geld die Welt. Die Politiker im Westen wollen sich bereichern. Ergo die Annahme: Die Ukraine ist reich. Da muss doch viel zu verdienen sein. Eines Tages. Auch durch Trump. Denn was soll er in drei Jahren machen, wenn wieder einmal das Ensemble im Theater Washington ausgetauscht wird? Seine Frage bleibt nur noch wie weit er die Bedrohung der Welt vorantreiben muss?

Was kommt nach Venezuela?

Da hatte Donald Trump eine eindrucksvolle Armada vor der Küste Venezuelas versammelt und seine Forderungen an die Regierung in Caracas gestellt. Über Monate passierte nichts. Aber irgendetwas musste doch schließlich passieren. Trump konnte doch wohl unmöglich einfach abziehen. Unvorstellbar.

Und so kam es zu dem Entführungsspektakel. Trump erklärte sich als der große Sieger, obwohl sich in Venezuela selbst nichts wirklich bisher geändert hat. Abgesehen von Tod und Verderben, das die Amerikaner zurückließen. So wie immer, wenn sie sich in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen.

Die ganze Aktion völlig illegal. Ein Kriegsakt ohne eine Kriegserklärung. Wobei selbst die Androhung von Gewalt laut UNO bereits einen Kriegsakt darstellt. Und all die verhängten Sanktionen ebenfalls. Aber warum sollte ein amerikanischer Präsident sich um solche Kleinigkeiten Sorgen machen. Er tut was er tut, weil er es tun kann. „Might is right“, sagt man in Amerika. Die Macht hat Recht.

Und so wird es also weitergehen. Fünf weiteren Ländern hat Trump gedroht. Darunter das friedliche Dänemark. Die Show muss weitergehen. Jeder Tag in Washington bietet einen großen Auftritt vom Präsidenten. „Sie haben alle Angst vor mir“, sagte er kürzlich und man sah in seinem Gesicht, er erfreute sich an diesem Gedanken. Sollen sie doch alle raten, wer sein nächstes Opfer sein wird.

Schauplatz Iran

Im Iran sind jetzt Demonstrationen ausgebrochen. Wie es der Zufall so will. Die Währung wurde geschwächt. Das Leben ist teurer geworden für die ohnehin gebeutelte Bevölkerung. Wie in Venezuela hat Amerika Sanktionen über das Land verhängt. Die Vorbereitungen für einen Angriff laufen auf Hochtouren.

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu besuchte kürzlich Washington. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. Abgesehen davon deutet noch vieles andere darauf hin, dass ein Angriff von Israel/U.S.A. auf den Iran bevorsteht.

Es ist unwahrscheinlich, dass der Angriff ähnlich wie im letzten Jahr ablaufen wird. Die Israelis werden sich etwas ganz besonderes einfallen lassen, um den gefürchteten Gegenschlag des Irans zu verhindern. Es könnte durchaus sein, dass der Angriff der U.S.A. gegen Venezuela ein Testlauf war. Denn es ist doch erstaunlich, dass die gesamte Verteidigung Venezuelas lahmgelegt war. Das Problem mit Elektronik ist, dass sie ausgeschaltet werden kann. Die Israelis, weltführend auf diesem Gebiet, werden sich hier einen großen Vorteil versprechen. Aber werden die Russen und die Chinesen einfach nur zuschauen?

Man kann den Iranern nur raten, einen Präventivschlag auszuführen. Mit allem was sie haben. Aber das werden die nicht tun. Und das wird ihr Verderben sein.

Amerika muss in einer Schlacht geschlagen werden

Ja, der Iran muss Israel angreifen. Am besten noch heute. Denn Tyrannei kann man nicht durch gut zureden beenden. Der Tyrann wird immer physische Gewalt einsetzen, um seinen Willen durchzusetzen. Bei Psychopathen gibt es keinen anderen Ausweg, als mit Gewalt zu antworten. Donald Trump ist ein Psychopath. Die Männer hinter Trump sind Psychopathen. Netanjahu ist ein Psychopath.

Bei den U.S.A. handelt es sich heute um einen Mafia-Staat. Gesetze gelten nicht mehr. Donald Trump ist ein Capo, ein hochrangiger Anführer. Er ist aber nicht der Don, der Boss der Organisation. Die Entscheidungsmacht liegt nicht bei ihm.

Die Chinesen und die Russen wissen das alles. Ihr Bemühen liegt vor allem darin, einen Weltkrieg zu vermeiden, der mit nuklearen Waffen ausgeführt wird. Aber Krieg wird es geben, geben müssen. Denn jeder Diktator braucht sein Waterloo.

Jeder Diktator versteht am Ende nur die Sprache der Gewalt. Auch Trump? Nun, Trump trifft keine Entscheidungen für oder gegen Krieg. Er gehorcht lediglich.

Solche Gedanken werden Trump daher nicht beunruhigen. Der macht sich eher Sorgen um die Epstein Akten. Die Gerichte haben entschieden, dass er die herausrücken muss. Aber er kann nicht. Es wäre das Ende seiner Präsidentschaft. 

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Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Ist es nicht beeindruckend, wie Hans-Jürgen Geese vom anderen Ende der Welt die Lage auch in Deutschland treffend analysiert? Da können wir Ihnen nur empfehlen, das Werk desselben Autors zu genießen. Mit dem Titel „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ spannt Geese den Bogen von Neuseeland zu Deutschland. Seine messerscharfen Analysen zeigen auf, wie die Bürger weltweit von den immer gleichen Akteuren mit den immer gleichen Methoden unterdrückt und ausgebeutet, ja zu Sklaven gemacht werden. Täuschen Sie sich nicht. Was Geese in Neuseeland wie unter dem Brennglas aufzeigt, findet auch in Deutschland statt. Es ist nur nicht so leicht zu erkennen. „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ ist erhältlich im Buchhandel oder bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier. 

Hier können Sie eine Rezension zu diesem Werk ansehen: 
https://www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2020/ausverkauf-vom-traum-neuseeland-wie-ein-bluehendes-land-verramscht-wurde/ 

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