
Beirut 1970
Israel zerstört gezielt die schönsten Orte im Umkreis...
Von Peter Haisenko
...sagt Tucker Carlson und bestätigt so meinen Eindruck, den ich schon vor beinahe 50 Jahren hatte. 1976 war ich das erste mal in Beirut und Tel Aviv. Beirut wurde zu Recht als das „Paris des Nahen Ostens“ bezeichnet und dem konnte ich damals nicht widersprechen. Aber Tel Aviv?
Auch der wohl bekannteste Journalist der USA, Tucker Carlson, hat die Samthandschuhe abgelegt. Er spricht jetzt Klartext zu dem, was Israel so treibt. Sehen wir uns also an, was er gerade gesagt hat. Allerdings kann ich seinen ersten Satz nur sehr bedingt bestätigen. Jedenfalls was den Zustand Israels vor etwa zehn Jahren betrifft, als ich das letzte mal dort war. Aber der Rest?
Tucker Carlson:
"Israel ist eines der hässlichsten Länder der Welt.“
„Die Israelis zerstören Beirut – und ich war schon an vielen Orten der Welt – Beirut ist einer der schönsten Orte der Erde. Es ist einfach ein Wunder, es ist wunderschön.
Und zu sehen, wie Israel es zerstört – eines der hässlichsten Länder der Welt. Seit 1948 wurde dort nichts Schönes gebaut. Entschuldigung, ich bin überall in diesem Land gewesen, und es stimmt.
Der Charakter dieses aufstrebenden Imperiums ist zerstörerisch. Und es trifft immer die Schönheit. Europa, nicht wahr? Beirut. Teile Syriens. Heilige Stätten. Teile des Iran, die ebenfalls sehr schön sein sollen – alles komplett bombardiert.
Es scheint, als wäre das auch ein Krieg gegen die Schönheit an sich.
Das ist nicht nur eine amerikanische Sichtweise – das ist eine christliche Sichtweise und überhaupt eine menschliche, globale Sichtweise.
Schönheit sollte bewahrt werden. Und doch scheint es ein gezieltes Bestreben der israelischen Armee zu geben, Schönheit zu vernichten. Ich wollte das nur mal gesagt haben, weil ich es wirklich beobachte."
Das ist harter Stoff, den Carlson da ablässt. Aber es deckt sich mit meinen Beobachtungen. 1976 war ich zuerst in Beirut. Es war beeindruckend. Französisches Flair, das ich auch in Damaskus vorfand. Freundliche tolerante Menschen, großartige Architektur und eine Lebensqualität, die Ihresgleichen kaum findet. Alles sauber und einladend. Ähnlich wie in Sotschi am Schwarzen Meer konnte man im März vormittags in den Bergen des Libanon-Gebirges Skifahren und am Nachmittag im Meer baden. Beirut war bei den Crews so beliebt, dass man kaum seinen Request dorthin zugeteilt bekam.
Dann der Kontrast
Dann war ich in Tel Aviv. Was für ein Kontrast! Im Vergleich zu Beirut war Tel Aviv ein Drecksladen. Die im Vergleich zu Beirut niedrigen Bauten zeigten den typischen Verfall, der oftmals an Fassaden in subtropischen Ländern zu beobachten ist. In zu vielen Ecken und Winkeln lag Schutt und Abfall herum. Nein, in Tel Aviv habe ich mich nicht wohlfühlen können. Aber ich hatte ein Erlebnis, das mich für den Rest meines Lebens begleiten sollte. Wie es der Zufall (?) wollte, saß ich in einem Strandcafé mit einem alten Juden an einem Tisch. Der sprach gut Deutsch und wir hatten ein interessantes Gespräch. Im Rahmen dessen sagte er etwas, was ich damals mit meiner Schulbildung nicht verstand. Er sagte: „Eigentlich müssten die Juden und die Deutschen die besten Freunde sein.“ Er sah mir mein Unverständnis an und fügte an: „Das verstehst du jetzt noch nicht, aber wir sind beide Opfer des Britisch Empires geworden.“ Es kostete mich etliche Recherchen und lange Zeit, bis ich das verstanden hatte. Natürlich hatte er Recht, aber das ist ein anderes Thema.
Israel hat Beirut zerstört und tut alles, damit dieses Juwel am Mittelmeer nicht zu alter Größe und Schönheit zurückfinden kann. Auch wirtschaftlich hat Israel den Libanon zerstört. Dazu sollte man wissen, dass Beirut eine der größten und besten Airlines beheimatete, die MEA, die Middle East Airlines. Die waren vom Zweiten Weltkrieg unberührt und etliche deutsche Piloten flogen für die, weil sie nach dem Krieg nirgendwo anders arbeiten konnten. Einige sind dann zur Lufthansa zurückgekehrt. Die Bildung im Libanon war vorbildlich und gute Ärzte von dort waren in Deutschland willkommen. Der Chefarzt der Lufthansa war aus dem Libanon. Ein feiner Mensch! Wie wir wissen, gibt es diesen laizistischen Staat in dieser From nicht mehr. Israel hat alles kaputt gemacht und da wundert sich jemand, dass die Libanesen Israelis nicht mögen.
Persien
1976 war ich auch das erste mal in Teheran. Es war sehr westlich, kurze Röcke und keine Schleier oder ähnliches. Aber die Angst vor der Savak, dem Geheimdienst, war allgegenwärtig. Es war die Zeit, als auch in Deutschland gegen den Schah protestiert wurde. Als dann 1979 Khomeini den „Islamischen Staat“ etablierte, mit Hilfe Frankreichs und der USA, war der Jubel darob überall. Ich selbst mahnte in Gesprächen mit Stewardessen und anderen an, dass ich nicht sehen kann, dass das gut ausgehen wird. Die Zeit gab mir recht. Wenn jetzt in der BRD über den Iran und seine Geschichte berichtet wird, wird das Wichtigste ausgelassen. Nämlich der Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadeq durch die CIA auf Anforderung Englands 1952. Der Schah wurde von den USA eingesetzt und da begann der ganze Ärger. Und nein, ich mag das Mullah-Regime nicht. Ich habe es öfters erleben dürfen. Für ausführlichere Informationen darüber lesen Sie dazu auch:
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20261/persien-und-die-ewige-schuld-englands/
Ein Jude gehorcht keinem Palästinenser
Im Jahr 2000 war ich um Weihnachten in Israel. Ich besuchte Bethlehem. Der Taxifahrer, ein israelischer Kriegsveteran, wollte uns erst nicht dorthin fahren. Er sagte, dort müsste er sich als Jude einem palästinensischen Polizisten unterordnen und das geht ja gar nicht. Nun, ich konnte ihn überreden und es hat sich gelohnt. Bethlehem war in einem erstklassigen Zustand. Alles sauber, die Häuser fein mit hellen glatten Steinen gebaut, die Straßen tadellos und die Menschen sehr freundlich. Kurz darauf rollten israelische Panzer durch Bethlehem und zerstörten rücksichtslos alles, was ihnen unter die Ketten kam. Sie schossen auf die schönen Häuser. Bethlehem ist nicht wiederzuerkennen.
Bei dieser Reise hatte ich aber noch ein anderes Erlebnis, das hoch interessant ist. Ich war auch auf dem Ölberg. Dort fiel mir ein großer Reisebus auf, aus dem lauter junge Leute ausstiegen. Ich hörte, dass sie russisch sprachen und das weckte mein Interesse. Ich fragte sie, woher sie kämen und warum sie hier sind. Freimütig erklärten sie mir, dass sie erst kürzlich aus Russland zugewandert sind und eigentlich keine Ahnung hätten, was es bedeutet, Jude zu sein. Deswegen wurde ihnen eine Tour verordnet durch das Land, damit sie lernen, was sie nicht wussten. Dazu sollte man wissen, dass schon Jahre früher die russische Sprache in Israel sehr verbreitet war. Die Speisekarten sind mehrsprachig und die Russische ist überall. Auch wenn man mit dem Taxi fahren will, ist es in Israel förderlich, wenigstens ein wenig Russisch zu können. Heutzutage besteht die Mehrheit der Israelis aus Khasaren aus Polen, Russland und der Ukraine. Soviel zum Heimatrecht der „Juden“ in Palästina. Und nein, die Khasaren aus der Ukraine sprechen nicht ukrainisch, sie sprechen russisch.
Die Oberklasse wohnt in den alten deutschen Vierteln
Jerusalem selbst hat wirklich schöne Viertel. Wie mir israelische Freunde sagten, sind die schönsten und begehrtesten Viertel diejenigen, die von den deutschen Einwanderern vor 1945 gebaut worden sind. Auch das schöne Herzlia am Meer ist eine deutsche Stadtgründung. In Haifa befindet sich eine Gedenktafel mit diesem Text: „Im Jahr 1903 hat der Sultan des Osmanischen Reichs Abdul Hamid II seinem Freund Wilhelm II das Protektorat über Palästina gegeben.“ Haifa ist auch sehr schön, mit dem Park, der sich den ganzen Berg hinauf zieht und das haben auch deutsche Einwanderer gebaut. Klar, dass das den Engländern gar nicht gepasst hat. Da kommen Deutsche ohne Kanonenboote und sind einfach so willkommen. Konsequent hat England dann nach 1945 alle deutschstämmigen aus Israel ausgewiesen, selbst wenn sie in der dritten Generation dort lebten. So, wie bei den deutschen Ostgebieten „musste“ auch Israel/Palästina „vom deutschen Element gereinigt werden“. In jedem Fall hatten diese deutschstämmigen dort mehr Heimatrecht als jeder Khasare. Ach ja, in Jerusalem hörte ich ein Wort, das man in Deutschland nicht mehr kennt. Meine israelischen Freunde nannten die khasarischen Zuwanderer abfällig „Ostjuden“.
Die hässlichen Seiten der USA
Ich denke, ich habe ausreichend dargelegt, dass ich mit Carlsons Beschreibung, Israel sei eines der hässlichsten Länder, nicht konform gehe. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mehr von der Welt gesehen habe als Carlson. Allerdings hat sich Carlson wohl zu wenig in seinem eigenen Land, den USA, umgesehen. Viele US-Großstädte sind in einem jämmerlichen Zustand. Müll türmt sich auf und die hässlichen Feuertreppen aus Eisen an den Fronten können nun wirklich keinen Schönheitspreis gewinnen. Ganz schlimm empfinde ich aber die „Trailer-Parks“. Da leben oder vegetieren Menschen in Wohnwagen in Zuständen wie im Mittelalter. In Dreck und Staub, der sich bei Regen in Schlamm verwandelt. Nur mit dem Unterschied zum Mittelalter, dass sie Autos, Strom und Fernsehen haben. Wie in Israel gibt es sehr schöne Gegenden, aber die sind nicht für Menschen mit wenig Geld. Ja, Herr Carlson, bereisen Sie mal das eigene Land!
Alles andere, was Carlson über Israel verlauten lässt, kann ich nach meinem Erleben nur bestätigen. Da sollte man darüber nachdenken, wie ein geplantes „Groß-Israel“ aussehen und und wie es sich benehmen wird. Selbst wenn Jordanien von Israel okkupiert werden sollte, wird Jerusalem nicht zulassen, dass Beirut zu alter Schönheit zurückfinden kann. Israel ist zu einem Gottesstaat geworden und in diesem Sinn wird jedes Israel, egal wie groß, immer ein Apartheidsstaat bleiben. Erinnern Sie sich noch, wie diesbezüglich auf Südafrika eingeschlagen worden ist? Aber das waren Buren, keine Khasaren. Die Welt muss Israel zur Ordnung rufen, wenn es der Iran jetzt nicht ganz schaffen sollte. Und mit Israel die USA. Zu beobachten ist immerhin schon, dass der größte Teil der Welt kein gutes Wort mehr für Israel hat. Wie lange kann die BRD da noch ihre von Merkel verordnete Staatsräson aufrechterhalten, die genau genommen Israel zumindest die Meinungshoheit über die BRD garantiert. Da kann man nur hoffen, dass Deutschland nicht mit Israel zusammen untergehen wird und dass Israel daran gehindert wird, noch mehr Schönes im Nahen Osten zu zerstören.
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