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Der Massenmord an Kindern folgt einer perversen Logik
Von Peter Haisenko
Der erste beschriebene Massenmord an Kindern fand im Jahre Null statt. So jedenfalls wird es im Matthäusevangelium berichtet. Angeblich soll der Judenkönig Herodes in Jerusalem alle Kinder im Alter bis zwei Jahre töten lassen haben, weil sich der prophezeite König der Juden darunter befinden sollte. Das war schon damals nicht zielführend. Jesus hat überlebt.
Es ist ein alter Traum der Kriminologen Verbrechen zu verhindern, bevor sie stattfinden. Auch Hollywood hat sich damit beschäftigt mit dem Film „Minority Report“. Da wird aber auch aufgezeigt, wie zweifelhaft dieses Streben an sich ist. Allerdings beschäftigt sich dieser Film mit dem rein zivilen Bereich. Geht es um militärische Inhalte, begibt man sich auf Pfade, die nur schwer zu rechtfertigen sind. Die UNO erlaubt zwar präventive Angriffe, aber die Richtlinien dafür sind eng gesteckt. Menschenrechte als solche dürfen nicht verletzt werden. Wer bestimmt darüber, was noch kriegsverhindernd ist oder bereits Völkermord? Wie weit darf man gehen, um die eigene Sicherheit für die Zukunft herzustellen? Und was ist die effektivste Maßnahme, einem angenommenem Feind die Zukunftsfähigkeit zu nehmen, kriegerische Handlungen durchzuführen? Welche Rolle spielen Kinder da?
Die Zukunft eines Volks hängt ab von den Kindern und, nicht zu vergessen, deren Bildung. Auch der Herzensbildung. Deutschland ist hierzu ein interessantes Beispiel. England und die USA haben während des Zweiten Weltkriegs Millionen Zivilisten ermordet mit ihren Flächenbombardements deutscher Städte. Wahllos Frauen und Kinder. Dann die Vertreibung nach Kriegsende und die gezielte Aushungerung der Deutschen Bevölkerung. Das hat 13,4 Millionen Deutsche das Leben gekostet. Wohlgemerkt nach Kriegsende. Darin enthalten sind etwa zwei Millionen junge Männer, ausgebildete Facharbeiter und Lehrpersonal, die in den grausamen illegalen Lagern auf den Rheinwiesen zum Verrecken verurteil waren.
Das konnte nur mit den Deutschen gelingen
Die Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat war ein Völkermord, denn die Kulturen der deutschen Ostprovinzen sind so unwiederbringlich ausgelöscht worden. Sechs Millionen fanden so auch direkt den Tod. Es ist wohl deutschen Charaktereigenschaften geschuldet, dass es den USA gelungen ist, die Deutschen derart umzuerziehen, dass sie ihre „Befreier“ fortan liebten. Das war ein Geniestreich der Herzensbildung, der sonst noch nie so beobachtet werden konnte. Insgesamt ist eines gelungen: Deutschland war auf Jahrzehnte nicht mehr kriegsfähig und auch wirtschaftlich als Konkurrent stark beschädigt. Die deutsche Jugend wurde zu Amerika-Fans. Kriegsziel erreicht.
Ist es aber vorstellbar, ja nur vorstellbar, dass Ähnliches gelingen könnte in einem Kulturbereich, der von der Idee der Blutrache geprägt ist? Ich meine hier den arabischen Raum des Nahen- und Mittleren Ostens, inklusive Israel. Blutrache als solche ist ein Teufelskreis, denn es kann kein Ende finden. Es sei denn, eine Seite löscht die andere vollständig aus. Oder installiert die vollständige Kontrolle, also eine Gewaltherrschaft, die dem „Feind“ jegliche Fähigkeit nimmt, erlittenes Unrecht zu rächen. Das ist aber kein zukunftsfähiges Modell, solange die Unterdrückten noch Kinder groß ziehen können. Diese Kinder werden natürlicherweise Erwachsene, die den Hass auf den Unterdrücker mit der Muttermilch aufgesaugt haben. Ihr logisches Lebensziel wird immer sein, den Usurpator zu bekämpfen und letztlich zu besiegen, zu vernichten. Damit sind wir mitten im Konflikt zwischen dem Khararenstaat und den Ureinwohnern, den Palästinensern.
Israel schafft sich ewige Feinde
Israel hat den Palästinensern fortlaufend ungeheuerliche Gewalt angetan, mordet nach Belieben. Natürlich immer unter dem pharisäerhaften Mäntelchen, nur irgendwelche bösen Anführer des Widerstands gegen die Besatzung auszulöschen. Kollateralschäden in mehrfacher Höhe inbegriffen. Das kann im Übrigen nicht für die Gewalt und die Morde der khasarischen Besatzer im Westjordanland gelten, die von der Regierung in Jerusalem gebilligt und nicht bestraft werden. Die benehmen sich in etwa so, wie die Einwanderer nach Amerika, die die Indianer, die Ureinwohner, sukzessive ausgelöscht und den Rest in „Reservate“ verbannt haben. Allerdings sind vom Khasarenstaat nicht einmal Reservate vorgesehen. In diesem Sinn kann die Besatzungspolitik Israels als eine „Endlösung“ gesehen werden, die aber nach allen internationalen Regeln unzulässig ist.
Im Jahr 2001 erfuhr ich von einem Israeli, dass es eine Anweisung für das israelische Militär gab, jeden Tag einen zwölfjährigen Palästinenserjungen zu erschießen. Das wollte ich zuerst nicht glauben, bis die Geschichte von einem heldenhaften Palästinenser publik wurde, der seinen Sohn mit seinem Körper vor dem Gewehr eines Israelis schützte. Er stellte sich zum Schutz vor ihn. Offensichtlich wusste dieser Vater um den Mordbefehl an Palästinenserjungen. Er wusste, dass er selbst nicht in Gefahr war, nur sein Sohn. Welchem Ziel dienten diese grausamen Kindermorde? Zunächst muss man annehmen, dass auf diese Weise verhindert werden sollte, dass sich Israelis und Palästinenser positiv annähern. Wer einen Sohn umbringt, der schafft so wieder Menschen, die nach Blutrache dürsten und entsprechend handeln werden. Wer gezielt Kinder umbringt, will keinen Frieden.
Ist Massenmord an Kindern eine Zukunftsinvestition?
Allerdings führen die Ermordungen von 364 Knaben pro Jahr nicht zu einem Zustand, der den Feind ein für alle mal in die Knie zwingen kann. Um das zu erreichen, müssen es mehr sein und dem Feind muss die Lebensgrundlage entzogen werden. Damit kommen wir zur vollständigen Zerstörung des Gasa-Streifens. Dort hat das israelischen Militär nicht nur alle Wohngebäude zerbombt, sondern auch die Krankenhäuser und Bildungsstätten. Damit haben die Khasaren den Palästinensern dort die Zukunft genommen, das Recht auf Bildung. Da kommen aber oben drauf die mindestens 20.000 ermordeten Kinder. Mädchen wie Jungen. Manche Quellen sprechen von 64.000 toten Kindern. Die schwer verletzten nicht mitgezählt. Und natürlich die aktuellen Lebensumstände, die wegen Mangels an allem lebenswichtigen dazu führen, dass dort weiterhin Tausende Zivilisten täglich versterben. Selbst Flotten aus kleinen Booten, die wenigstens etwas Hilfe bringen sollen, werden schon in internationalen Gewässern in piratischer Weise aufgebracht, was auch nach internationalem Seerecht zu verurteilen ist. Die Menschen in Gasa sollen verrecken, wie die Gefangenen in den Rheinwiesenlagern. Wundert sich da jemand, warum die USA nicht einschreiten?
Die massenweise Ermordung von Feindeskindern folgt einer perversen Logik. Ein Kind, das nicht zu einem Erwachsenen werden kann, kann auch nicht zu einem gefährlichen Kämpfer werden. Ermordete junge Frauen können keine Kinder bekommen, also weitere zukünftige Freiheitskämpfer aufziehen. Massenhafter Kindermord ist folglich eine Investition in die Zukunft, nach dieser menschenverachtenden Logik. Wenn keine Feinde nachwachsen, werden sie aussterben. Je nachdem, auf welcher Seite man steht, könnte man sagen, dieses Vorgehen dient einem dauerhaften Frieden in der Zukunft. Einer Zukunft, in der die Feinde ausgestorben sind. Tatsächlich handelt es sich um einen Völkermord, im wahrsten Sinn des Wortes. Erinnern wir uns dazu auch an die Amerikanerin Albright, die Khasarin, die doch tatsächlich gesagt hat, die 500.000 Kinder, die im Irak wegen der US-Sanktionen verstorben sind, waren es wert. Ja, schon, eben nach dieser perversen Logik: Feinde ermorden, bevor sie ernsthafte Gegner werden können. Damit sind wir zurück bei Herodes und auch da hat es nicht funktioniert. Im Fall Palästina wird das nur ewigen Hass zementieren.
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Gasa vorher und nach den israelischen Bombardements.





