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Botschaft an das iranische Volk: „DANKE“

Von Hans-Jürgen Geese 

Wir erleben in diesen Tagen, Wochen und Monaten eine historische Zeitenwende. Das mächtigste Land auf Erden, die Vereinigten Staaten von Amerika, haben, im Verbund mit den mächtigen Streitkräften von Israel, den Iran hinterhältig angegriffen, brachen einen Krieg vom Zaun, den sie jetzt verloren haben. Daher mussten sie den Iran um Frieden anbetteln. Ja, der Iran hat diesen Krieg gewonnen. Es konnte gar nicht anders kommen. So stand es schließlich geschrieben.

Denn wenn wir die Bibel bemühen, können wir dort Passagen finden, die ganz klar aussagen, auf wessen Seite Gott der Herr in diesem Konflikt stand. Seit langer, langer Zeit. Also steht doch geschrieben im Buch Esra im Ersten Kapitel: „Im Ersten Jahr des Cyrus, des Königs von Persien, erweckte der Herr – damit erfüllt würde das Wort des Herrn, das durch den Mund Jeremias gesprochen war – den Geist des Cyrus, des Königs von Persien, dass er in seinem ganzen Königreich mündlich und auch schriftlich verkünden ließ: „So spricht Cyrus, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu Jerusalem in Juda zu bauen.“

Es war der persische König Cyrus der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft befreite, der sie zurück nach Jerusalem brachte und der ihnen half, einen neuen Tempel zu bauen. Und was ist die Dankbarkeit der Juden nach etwa 2.500 Jahren? Haben die Juden vergessen, dass Gott Cyrus und sein Volk segnete? Die Juden sind trotzdem drauf und dran, das Volk der Perser vernichten zu wollen.

Es muss doch wohl zumindest einen Rabbiner in Israel geben, der den Juden verklickern kann, dass es nun wirklich keine gute Idee war und ist, sich mit dem lieben Gott selbst und seinem gebenedeiten Schützling, dem Iran, anzulegen.

Mit der Bibelkundigkeit der Juden scheint es in der Tat nicht mehr weit her zu sein, denn neben dem Buch Esra hätten sie doch unbedingt auch auf das Buch Samuel, Kapitel 17 bei ihren Überlegungen über den Krieg stoßen müssen.

David und Goliath

„Da trat aus den Reihen der Philister ein Riese heraus mit Namen Goliath aus Gath, sechs Ellen und eine Handbreit groß. Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen Schuppenpanzer an.... Die eiserne Spitze seines Spießes wog sechshundert Lot.“

„Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn..., fluchte dem David bei seinem Gott und sprach: „Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde...“

„Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David nahte..., tat David seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an der Stirn..., und er zur Erde fiel auf sein Angesicht... Da lief er hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und tötete ihn vollends und hieb ihm den Kopf ab.“

Wir alle kennen diese Geschichte von David gegen Goliath. Und natürlich sahen/ sehen sich die Juden seit mehr als zweitausend Jahren immer in der Rolle des Davids, der sich gegen eine bösartige Übermacht auf Erden zu behaupten hat.

Aber im Jahre 1967, 19 Jahre nach Gründung des Staates Israel, mit dem großen Sieg im Sechstagekrieg, vertauschten die Juden erstmals die Rollen. Von nun an waren sie im Nahen Osten, mit Unterstützung des mächtigsten Landes auf Erden, der Goliath. Die umliegenden Völker gerieten in die Rolle des Davids.

Auch der Iran. Doch jetzt, nach 73 Jahren Sanktionen, nach Kriegen, nach Elend und Not unter dem Volk, jetzt hat das arme Land Iran, hat David, gegen die vereinte Macht von zwei militärischen Superarmeen, den U.S.A. plus Israel, gegen den Goliath, den Sieg davongetragen. Jedoch niemand frohlockt mehr in Israel.

Wie ein David gegen einen Goliath heute gewinnen kann

Die Amerikaner haben viele Panzer, Kampfflugzeuge, große Kriegsschiffe und viel anderes imponierendes Kriegsgerät. Das Problem mit fast all diesem U.S. Kriegsgerät liegt darin, dass es obsolet, veraltet ist. Es ist nicht mehr, wie früher, neueste Technik und kriegsentscheidend. Flugzeugträger liegen wie Entlein auf dem See und sind leicht auf den Meeresgrund zu befördern. Kampfflugzeuge sind sehr teuer und auch relativ einfach mit moderner Technik aus dem Himmel zu schießen. Und wer braucht noch Panzer? Das Geheimnis des Sieges des Irans liegt in der Formel „asymmetrische Kriegsführung“, eine unkonventionelle Art von Kriegsführung, bei der überlegene Innovation zum Einsatz kommt.

In der Geschichtsschreibung kennen wir das berühmte Beispiel des englischen Langbogens, ein mächtiger, meist aus Ebenholz gefertigter Bogen mit Pfeilen von enormer Durchschlagskraft, die die französische Ritterschaft von ihren Pferden schossen. Trotz der schimmernden Rüstung. Wir lernen: Jede Technologie wird eines Tages durch eine wirkungsvollere Technologie abgelöst. Das Maschinengewehr veränderte das Kräftegleichgewicht auf dem Schlachtfeld. Ebenso der Panzer. Ebenso die Kampfflugzeuge.

Und heute sind es die Raketentechnik und die Drohnentechnologie. Auf beiden Gebieten sind die Iraner den Amerikanern überlegen. Zudem haben sich die Iraner tief in ihren Bergen eingegraben, wohingegen die Militärstützpunkte der Amerikaner und der Israelis durch Satelliten leicht auszumachen und leicht auszuschalten sind. Es konnte also bei nüchterner Betrachtung der Kräfteverhältnisse eigentlich von Anfang an nur einen vorhersehbaren Ausgang dieses Krieges geben. Ohne auch nur zu berücksichtigen, dass den Amerikanern schon bald die Munition ausging und ohne auch nur zu berücksichtigen, dass der Iran die Unterstützung von Russland und China genießt. Trump und die Amerikaner wussten dem lediglich Arroganz und Dummheit entgegenzustellen. Das reichte dieses Mal allerdings nicht. Trotz all der großen Worte. Denn man kann mit Propaganda allein keinen Krieg gewinnen. Die Amerikaner hatten keine Strategie. Sie bombten einfach drauf los. Die Iraner hingegen verfolgten konsequent eine sehr überzeugende Strategie, die ihnen den Sieg brachte. Welche Strategie?

Die „Wilde Mann“ Strategie

Die „Madman-Theorie“ besagt, dass eine Regierung absichtlich den Eindruck erweckt, unberechenbar, irrational, psychisch instabil zu handeln, schwach zu sein. Durch diese Zurschaustellung von „Wahnsinn“ soll verhindert werden, dass der Gegner das Verhalten des Gegenübers kalkulieren kann. Aber das ist lediglich Ablenkung. In Wahrheit ist der „Wilde Mann“ außergewöhnlich berechnend und rational. Das wilde Getue ist eine bewusste Inszenierung. Diese simulierte Irrationalität wurde von den Amerikanern und Israelis als Schwäche interpretiert.

Also feierte Trump in den ersten Wochen seine Siege über die iranische Luftwaffe, die iranische Marine und die iranischen Raketenstellungen. Tausende von Ziele wurden vernichtet. Der Iran stand angeblich kurz vor dem Zusammenbruch. Die konnten doch einfach nicht anders, als sich zu ergeben. Oder?

Nun, es zeigte sich, dass eine Zivilisation von über 5,000 Jahren sich nicht einem dahergelaufenen Cowboy ergeben oder gar unterwerfen wird. Die Iraner standen vor der existentiellen Frage: Fürchteten sie den Tod mehr als Kapitulation und Unterwerfung? Die Antwort: Nein. Sie würden lieber sterben als zu Sklaven von Amerika oder Israel zu werden. Sie waren bereit, einen sehr hohen Preis für ihren Sieg zu zahlen. Und das mussten sie wahrlich tun. Die Infrastruktur liegt in Trümmern. Tausende von Menschen starben, darunter viele Kinder.

Ein Amerikaner wird sich schwer tun, überhaupt in die Mentalität eines Iraners einzudringen und zu verstehen, wie diese Menschen denken und fühlen. Die Amerikaner haben in ihrer Naivität ein Gefühl der Überlegenheit, ohne zu wissen, dass die Iraner viel höher gebildet sind als sie und dass sie die Gene von vielen Generationen ihrer Vorfahren in sich tragen. Ihr Bewusstsein ist von der Verantwortung gegenüber ihren Vorfahren geprägt. Und von ihrem Glauben. Für ihren Glauben zu sterben ist ein Martyrium, eine Ehre. Dieser Glaube gibt ihnen die Kraft, schweres Leid auf sich zu nehmen. Gegen solch ein Volk kann man keinen Krieg gewinnen. Jemand hätte das dem Donald Trump erklären müssen.

Eine Kulturnation denkt in tausenden von Jahren. Amerika hat gerade mal 250 Jahre hinter sich gebracht. Davon abgesehen: Die Amerikaner vor 250 Jahren haben keine Beziehung zu den Amerikanern von heute, denn die permanente Einwanderung hat eine fortwährende Durchmischung der Bevölkerung bewirkt. In dem Sinne gibt es gar kein amerikanisches Volk. Das ist ein Kuddelmuddel.

Warum hat Amerika den Iran angegriffen?

Nun, Amerika hat den Iran angegriffen, weil Israel das wollte. Der Iran stellt keine Bedrohung für Amerika dar. Aber der Iran stellt eine Bedrohung für die Allmachtsallüren der Israelis dar. Der Iran unterstützt die Hamas und Hisbollah, deren Freiheitskämpfer in Gaza und im Libanon, die sich Israels Machtansprüchen widersetzen. Das Ziel dieses Krieges war nicht die Verhinderung einer iranischen Atombombe, die der Iran ohnehin bisher nicht gewollt hat. Ziel dieses Krieges war und ist ein Wechsel in der iranischen Regierung und die Zersplitterung des Landes in feindliche Fraktionen. Also eine Variation von Demokratie, mit vielen Parteien, unter der Kontrolle Israels. So in der Art wie diese komische Demokratie in der Bundesrepublik unter der Kontrolle der U.S.A. funktioniert.

Israel ist eine Hegemonialmacht, die eine unangefochtene Führungsrolle in der Region anstrebt. Dieser Anspruch steht diametral entgegen der Vereinbarung mit der UNO, die Israel in der Resolution 181 im Jahre 1947 rund 56 % von Palästina für einen jüdischen Staat zusprach.

Im Jahre 1948, dem Jahr der Gründung des Staates Israel, befanden sich etwa 7 % des Territoriums in jüdischem Besitz. Über 80 % gehörte Palästinensern. Der Rest war staatliches Land.

Heute gehören de facto etwa 78 % des historischen Gebietes von Palästina den Juden. Der Rest von 22 % (Westjordanland und Gaza) ist von Israel besetzt.

Was in Palästina passierte und passiert ist purer Kolonialismus. Dieses Verhalten Israels war nur mit Hilfe der Unterstützung der Amerikaner möglich. Wie haben die das gemacht? Den Juden ist es gelungen, die Vereinigten Staaten von Amerika zu infiltrieren, zu okkupieren, zu usurpieren und zu korrumpieren. Ohne die Unterstützung Amerikas wäre der Staat Israel überhaupt nicht überlebensfähig.

Israel neu betrachten

Als Donald Trump kürzlich in Paris Hof hielt und die Unterzeichnung des Moratoriums mit dem Iran rechtfertigte, stellte sich sein Vizepräsident in Washington der Presse. Dabei sagte J. D. Vance folgendes hinsichtlich der Kritik, die aus dem israelischen Kabinett gegenüber Trump geäußert wurde:

„Meine Mitteilung an sie (das israelische Kabinett) umfasst zwei Teile. Erstens: Donald J. Trump ist der einzige Staatsmann auf der ganzen Welt, der in der jetzigen Zeit der israelischen Nation verständnisvoll gegenübersteht. Und zufälligerweise ist er auch das Staatsoberhaupt der Supermacht dieser Welt.

Wenn ich im Kabinett der israelischen Regierung wäre würde ich vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich noch auf der ganzen Welt habe.

Und die zweite Mitteilung, die ich einigen dieser Kabinettsmitglieder mit auf den Weg geben würde: Während der drei letzten Monate wurden zwei Drittel der Defensivwaffen, die euer Heimatland beschützten, von amerikanischen Händen hergestellt und von den Steuergeldern der Amerikaner bezahlt.

Das Problem für Israel ist nicht Donald J. Trump. Und wer auch immer in Israel denkt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ihr größtes Problem darstellt, muss unbedingt aufwachen und die Realität der Situation erkennen, in der sich das Land befindet.“

Undank ist der Welten Lohn

Im Jahre 1916 teilten Großbritannien und Frankreich in einem Geheimabkommen (Sykes-Pikot-Abkommen) den Nahen Osten unter sich auf. Irak, Jordanien und der Raum um Haifa sollten zur britischen Zone gehören. Syrien, der Libanon und Teile der heutigen Südtürkei wurden Frankreich zugesprochen. Für Palästina sollte eine internationale Verwaltung eingerichtet werden. Die Grenzziehungen geschahen völlig willkürlich, um neue Staaten zu schaffen, die zuvor nie existiert hatten. Das den Arabern gegebene Wort für einen unabhängigen, großen arabischen Staat wurde gebrochen.

Als die Kommunisten 1917 in Russland an die Macht kamen ließen sie die Bombe platzen, veröffentlichten das Abkommen, das sie im Archiv fanden, am 23. November 1917 in den russischen Zeitungen Iswestija und Prawda.

Zu spät. Denn kurz zuvor, am 2. November 1917 wurde die Balfour-Erklärung gegenüber Lord Walter Rothschild seitens der britischen Regierung abgegeben, in der den Juden ein eigenständiger Staat in Palästina zugesagt wurde.

Da hatten die Araber auf Seiten der Briten gegen das osmanische Reich im Ersten Weltkrieg gekämpft (siehe Lawrence von Arabien) und wurden dann von der britischen Regierung betrogen. Die Briten und Franzosen setzten Herrscher ein, die ihre Interessen vertraten und von ihnen gelenkt werden konnten. Zu dieser illustren Schar gesellten sich dann noch die Vereinigten Staaten von Amerika.

Im Jahre 1953 stürzten die britische und amerikanische Regierung die in freien Wahlen auserkorene iranische Regierung von Mohammad Mosaddegh. Eine wahre demokratische Regierung war nicht erwünscht. Der Schah wurde eingesetzt.

Von 1953 bis 2026

Es brauchte also etwa 73 Jahre des Kampfes bis der Iran endlich seine politische und wirtschaftliche Freiheit erlangte. Der Kampf gegen Israel insbesondere mag noch nicht zu Ende sein, aber es steht wohl außer Frage, dass der Iran bis auf weiteres militärisch nicht zu besiegen sein wird, und dass der Iran die Kontrolle über die Strasse von Hormus ausübt. Die Amerikaner werden hoffentlich eingesehen haben, dass sie einen riesigen Fehler begingen und werden daraus lernen.

Möge der Iran in Frieden und Wohlstand leben. In Dankbarkeit gedenken wir der Opfer, die den Preis zahlten, um der Welt und allen freiheitsliebenden Menschen aufzuzeigen, dass jede Supermacht zu besiegen ist und dass der Wille zur Freiheit, gepaart mit überlegener Intelligenz, gegen jeden Gegner siegen kann. 

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Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Ist es nicht beeindruckend, wie Hans-Jürgen Geese vom anderen Ende der Welt die Lage auch in Deutschland treffend analysiert? Da können wir Ihnen nur empfehlen, das Werk desselben Autors zu genießen. Mit dem Titel „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ spannt Geese den Bogen von Neuseeland zu Deutschland. Seine messerscharfen Analysen zeigen auf, wie die Bürger weltweit von den immer gleichen Akteuren mit den immer gleichen Methoden unterdrückt und ausgebeutet, ja zu Sklaven gemacht werden. Täuschen Sie sich nicht. Was Geese in Neuseeland wie unter dem Brennglas aufzeigt, findet auch in Deutschland statt. Es ist nur nicht so leicht zu erkennen. „Ausverkauf vom Traum Neuseeland“ ist erhältlich im Buchhandel oder bestellen Sie Ihr Exemplar direkt beim Verlag hier. 

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https://www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2020/ausverkauf-vom-traum-neuseeland-wie-ein-bluehendes-land-verramscht-wurde/ 

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