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Mit Flugzeugen wie dieser B 47 sind die USA immer wieder in den sowjetischen Luftraum eingedrungen, bis sie abgeschossen wurden. 

Merz – Russland testet unsere Verteidigungsfähigkeit

Von Peter Haisenko 

Kanzler Merz spielt wieder das notorische Spiel des Westens, Russland das vorzuwerfen, was es nicht tut, der Westen aber andauernd. Hätte Merz ein wenig Geschichtswissen wüsste er, wie die USA jahrelang die Verteidigungsfähigkeit der UdSSR „getestet“ haben, mit illegalen Einflügen in den sowjetischen Luftraum.

Präsident Putin hat Jura studiert und er achtet streng darauf, keine international anerkannten Rechtsnormen zu verletzen. Dazu zählt nicht die „wertebasierte Ordnung“ der USA, denn diese ist andauernder Willkür ausgesetzt und kein international anerkannter Rechtszustand. Russische Schiffe und Flugzeuge bewegen sich nur innerhalb der russischen Grenzen oder in international freien Luft- und Seeräumen. Auch was die Ostsee betrifft. Russland hat das Recht darauf und das gilt für alle Arten von Flügen, auch für militärische. So, wie sich NATO-Schiffe und Flugzeuge auch im Ostseeraum tummeln, manchmal sehr nahe der russischen Grenzen in aggressiver Weise. So ist es die NATO, die die russischen Aufklärungs- und Verteidigungskapazitäten testet. Auch das ist rechtlich nicht zu beanstanden.

Etwas anders sieht es über dem Schwarzen Meer aus im Zusammenhang mit der Ukraine. Dort patrouillieren amerikanische Aufklärungsdrohnen und reichen die Erkenntnisse an Kiew weiter. Auch die Flüge von AWACS-Flugzeugen der NATO nahe der Ukraine und den russischen Grenzen sammeln Daten über den Luftraum bis tief nach Russland hinein und geben die Erkenntnisse an Kiew weiter. Das ist auch notwendig im Sinn der unbedingten Hilfe für Kiew, denn ohne diese Daten könnten die westlichen Abwehrsysteme in der Ukraine nur sehr eingeschränkt arbeiten. Nicht zu vergessen die Satelliten, ohne deren Daten Kiews Militär ziemlich hilflos dastünde. Diese Aktionen testen die russischen Aufklärungs-, Früherkennungs- und Abwehrfähigkeiten. So ist es wieder einmal genau anders herum, als Merz behauptet. Es ist die NATO, die Russlands Verteidigungsfähigkeit testet. Ja mehr noch, greift der Westen mit der Weitergabe von Informationen direkt in den Krieg in der ehemaligen Sowjetrepublik ein.

Die USA sind in den russischen Luftraum routinemäßig eingedrungen

Nachdem das nun klargestellt ist, werde ich Ihr Geschichtswissen mit Informationen erweitern, die der strengen Geheimhaltung unterliegen. Die belegen, wie frech, ja arrogant, die USA während der 1950er Jahre die Verteidigungsfähigkeiten der UdSSR testeten. Ich zitiere aus dem Werk „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“. Das gesamte Werk können Sie hier bestellen oder in Ihrem Buchhandel erwerben.

Zitat Anfang:
“Die Militärs dieser Zeit wollten ihre neuen Spielzeuge ausprobieren. Das haben sie auch immer wieder getan. Das belegen die Ereignisse der 50er Jahre, die der Öffentlichkeit verborgen geblieben sind.

Die USA haben damals immer wieder drastische Verletzungen des russischen Luftraums begangen. Sie nutzten ihre technische Überlegenheit aus, mit ihren Flugzeugen Aufklärungsflüge über das russische Territorium durchzuführen. Das ging immer so lange gut, bis die Russen mit neuen Entwicklungen in der Lage waren, die amerikanischen Aufklärer abzuschießen. Das prominenteste Beispiel ist hier der Fall von Gary Powers mit seiner U2. Das war das Ende der amerikanischen Aufklärungsflüge über der UdSSR. Aber bis dahin, war die vorsätzliche Verletzung des russischen Luftraums durch die USA geradezu Routine. Es war ein kindisches Katz und Maus Spiel. Eine echte Notwendigkeit dafür gab es nicht. Es war sowieso bekannt, dass die russischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Militärtechnologie weit hinter denen der USA zurückgeblieben waren.

Wiederum ist dabei zu vermerken, dass dieses „Spiel“ Hunderte von Menschenleben kostete. Es waren dies die Besatzungen der amerikanischen Flugzeuge, die die Erfahrung mit ihrem Leben bezahlen mussten, dass die UdSSR einen neuen Fortschritt bei ihren Abwehrwaffen erreicht hatte. Das ganze unterlag strengster Geheimhaltung. Die Besatzungen, die Kenntnis des Vorgangs und vor allem von Misserfolgen hatten, wurden mit Haft bis zu zehn Jahren und hohen Geldstrafen zum Schweigen gezwungen. Viele von ihnen leiden noch heute vor allem darunter, dass sie den Witwen und Familien ihrer umgekommenen Kameraden nicht erzählen durften, wie und warum ihre Liebsten tatsächlich gestorben sind.

Zwei Dinge halte ich in diesem Zusammenhang für wichtig: Die Militärstrategen der USA haben es vorsätzlich in Kauf genommen, das Leben von Menschen aufs Spiel zu setzen. Nur um zu testen, wie weit sie gehen könnten, bis sie sich eine blutige Nase holen.

…....Zum zweiten waren die UdSSR weitgehend über die Aktionen in ihrem Luftraum informiert. Diese Informationen wurden ihnen von englischer Seite zugespielt. Auch das kann man in den Büchern von Guido Knopp nachlesen. Was kann England dazu veranlasst haben, seinen Partner zu verraten und das Leben befreundeter Besatzungen in Gefahr zu bringen? Ich sehe nur eine Möglichkeit: Die englischen Geostrategen waren nicht daran interessiert, zu diesem Zeitpunkt die amerikanische Überlegenheit zu deutlich werden zu lassen. Das hätte das Tempo der westlichen Aufrüstung bremsen können. Es ist bis 1990 so geblieben, dass das Ausmaß und die Qualität der sowjetischen Rüstung stets übertrieben worden ist, um genug Geld in die eigene Rüstung stecken zu können. Nach 1990 hat die amerikanische Rüstung dann eine Eigendynamik entwickelt, die nur noch mit der vollständigen Beherrschung der Welt zu begründen ist. Bei all dem sollte man daran denken, dass sich die UdSSR nicht aktiv an diesen Spielen beteiligt hat. Die UdSSR hat nicht regelmäßige Verletzungen der territorialen Integrität der Nato-Staaten begangen. Ob das nun aus Überzeugung oder wegen mangelnder technischer Möglichkeiten so war, lasse ich dahingestellt.”
Zitat Ende. 

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese Abschüsse von amerikanischen Flugzeugen über Russland keinerlei diplomatische Folgen hatten. Die USA haben es einfach hingenommen, weil sie wussten, dass sie gegen internationales Recht verstoßen. 

Russland braucht keine weitere Aufklärung über NATO-Waffen

In der Gegenwart sieht es anders aus. Die russische Militärtechnik ist der der NATO mittlerweile in weiten Bereichen überlegen. Dazu kommt, dass mit den umfangreichen Waffenlieferungen an Kiews Ukraine Russland die Stärken und Schwächen des NATO-Materials und der NATO-Ausbildung am aktiven Objekt studieren kann. In erstaunlich kurzer Zeit konnte Russland Methoden entwickeln, die die NATO-Waffen weitgehend wirkungslos machen. Raketen aus amerikanischer Produktion werden reihenweise abgeschossen oder ihre Steuerung elektronisch gestört. Wirkung zeigen noch vor allem Neuentwicklungen von Drohnen, die allerdings nicht aus NATO-Beständen stammen. Viele von diesen sind ukrainische Eigenentwicklungen. Russland hat folglich keinen Anlass, die westlichen Verteidigungsfähigkeiten außerhalb der Ukraine zu testen. Die NATO hat das “Testmaterial” direkt an die Front, an die russische Grenze geliefert. Russland hingegen hat noch lange nicht alles gezeigt, was es mittlerweile militärisch kann. Ein Hinweis war der einmalige Einsatz der “Oreschnik-Rakete”.

Mehr über diese Waffe, gegen die der Westen keinerlei Abwehrmöglichkeiten hat, erfahren Sie hier:
https://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/wissenschaft-und-technik-2024/mit-der-oreschnik-rakete-endet-die-aera-der-flugzeugtraeger/

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