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Läutet das neue Nordstream-Märchen das Ende des Kiew-Regimes ein?

Von Peter Haisenko 

Seit dem Anschlag auf das World-Trade-Center in New York 2001 ist es zu einer seltsamen Tradition geworden, dass Terroristen Ausweise im Umfeld des Tatorts zurücklassen. So will man jetzt wieder Ausweise, wenn auch gefälschte, auf einem polnischen Schiff gefunden haben, mit dem der Angriff auf Nordstream begangen worden sein soll. Aber welchem Zweck dient dieses Märchen?

Nach den Veröffentlichungen von Seymour Hersh sollte für jeden, der noch über etwas Resthirn verfügt, klar sein, wer die Sprengung von Nordstream durchgeführt und wer den Befehl dazu gegeben hat. Schließlich hat der US-Präsident selbst gesagt, er wolle und könne das tun. Kanzler Scholz stand dabei neben ihm und hat das nicht hinterfragt. Schon zu diesem Zeitpunkt hätte die Frage behandelt werden müssen, inwieweit Scholz Landesverrat begangen hat, weil er nicht sofort gegen diesen Angriff auf die deutsche und europäische Energieversorgung protestiert hatte. Man kann also sagen, der Fall ist aufgeklärt und es fehlt nur die juristische Aufarbeitung. Das sollte einfach sein, denn der Täter hat im Vorfeld mit seiner Tat geprahlt. Was kann da noch die übliche Dementi-Lüge der US-Regierung wert sein?

Allerdings dürfte es auch in Washington erkannt worden sein, was dieser Kriegsakt gegen angeblich Verbündete für den Bestand der NATO bedeuten wird. Dass es in Washington auch kluge Mahner gab, die sich dieser möglichen Folgen bewusst waren, ist dem Bericht von Hersh ebenfalls zu entnehmen. Nun ist es aber doch geschehen und die Welt blickt mit Entsetzen auf die Skrupellosigkeit der US-Regierung. Nicht die ganze Welt. Der Hauptbetroffene, Deutschland, tut alles, um die Täterschaft seiner „Schutzmacht“ abzuleugnen. Da springt man sofort auf die absurdesten Theorien auf und die amerikahörigen Medien machen selbstverständlich mit. Es sind dieselben Medien, die sich nicht darüber empören, dass in den US-Plänen zum „Schutz“ der BRD immer noch der Abwurf von Atombomben auf deutsches Gebiet vorgesehen ist. 
Hier können Sie die Enthüllungen von Seymour Hersh in deutscher Übersetzung einsehen: 
https://www.nachdenkseiten.de/?p=93548 

Warum wird Kiew jetzt der schwarze Peter zugeschoben?

Aber ist diese neue Volte so einfach zu erklären? Steckt nicht viel mehr dahinter? Dazu sollte man einen Blick auf die allgemeine Stimmung in den USA werfen. Dort werden die Stimmen immer lauter, die die Unterstützung der Ukraine kritisieren. Nicht nur Veteranenverbände zeigen kein Verständnis dafür, dass für sie kein Geld übrig ist, manche auf der Straße leben müssen, aber Milliarden in die Ukraine gepumpt werden. In ein Land, von dem die meisten nicht einmal wissen, wo es überhaupt ist. Wieder nur in der BRD wird kein Protest zugelassen darüber, dass die Menschen im Ahrtal immer noch in ihren Ruinen auf (finanzielle) Hilfe warten müssen und derweil die Milliarden nach Kiew verbracht werden. In den USA selbst hat Selenskij seine Sympathien verspielt mit der koks-seligen Ansage, die Kinder und Frauen der USA müssten in der Ukraine für die Ukraine auf dem Schlachtfeld sterben.

Die NATO hat sich bereits ihrer Reserven an Waffen und Munition entledigt, die aber in der Ukraine keine Wende im Kriegsverlauf gebracht haben. Der Zustand ist, dass die NATO-Länder nicht in der Lage sind, ihre Waffenbestände innerhalb der nächsten drei Jahre wieder aufzufüllen. Geschweige denn, die immer frecheren Forderungen Kiews nach noch mehr Waffen und Munition zu erfüllen. Die Arsenale sind erschöpft. So gibt es besonders für Washington das Problem, wie man sich ohne Gesichtsverlust aus der Hilfe für die Ukraine zurückziehen kann. Ich denke, deswegen wurde das Märchen von der „pro-ukrainischen Gruppe“ erfunden, die Nordstream gesprengt haben soll. Das gilt auch für die Regierung der BRD. Kanzler Scholz ist wohl einer der wenigen, die die Gefahr erkannt haben, dass Moskau die Unterstützung Kiews als Bruch des Waffenstillstands instrumentalisieren könnte. Die Folgen sind nicht absehbar, aber sie könnten den Bestand der BRD in ihrer bisherigen Form beenden.

Einschub:
Wer oder was ist eine „pro-ukrainische Gruppe“? Das können Menschen sein, aus aller Herren Länder. Hauptsache, sie betreiben die Ziele Kiews und damit letztlich der NATO. Es können also auch Spezialisten der US-Navy sein inklusive des US-Präsidenten. So erleben wir wieder einmal eine Formulierung, die beliebig interpretiert werden kann und und so keinerlei konkrete Aussagekraft hat. Letztlich muss gelten, dass die US-Regierung selbst Teil einer "pro-ukrainischen Gruppe" ist, ebenso wie die Regierung der BRD. 

Der Krieg ist verloren für die NATO

Nachdem nun allen Fachleuten klar geworden ist, dass Kiew auch mit Hilfe der NATO diesen Krieg nicht gewinnen kann, ist das Dilemma groß. Eine Wende könnte nur erreicht werden, wenn die NATO aktiv mit eigenen Truppen eingreift und das soll auf alle Fälle vermieden werden. Aber wie kann man aus diesem Schlamassel wieder rauskommen? Ohne Gesichtsverlust? Wie kann man sich aus den Lobhudeleien für das korrupte Kiew wieder herauswinden, mit denen die Unterstützung den mediengeschädigten Konsumenten verkauft wird? Der verzweifelte Weg wird die Umkehr der bekannten Lügen sein, mit denen die USA ihre großen Angriffs- und Vernichtungskriege immer begründet haben.

Die USA haben bislang oft ihren auserkorenen Feinden einen kriegerischen Akt vorgeworfen, den sie nicht begangen haben, um dieses Feindland anzugreifen und zu zerstören. Es sieht so aus, dass sie diesmal in ihrer Not den Spieß umdrehen wollen. Sie haben der Welt ein Märchen serviert, mit dem sie begründen wollen, warum sie die Unterstützung der Ukraine einstellen werden; warum sie Kiew genauso skrupellos fallen lassen, wie sie ihren Krieg gegen Russland in der Ukraine begonnen haben. Wie könnte man ein Land noch unterstützen, das einen Terrorakt gegen verbündete NATO-Länder begangen hat? Wie kann die BRD noch Kiew hofieren und unterstützen, wenn die Verbrecher dort die Energieversorgung ganz Europas sabotiert haben? Klingt weit hergeholt? Betrachten wir dazu, was die RAND-Corporation, ein einflussreicher „Think tank“ der USA, im Januar 2023 der Regierung in Washington empfohlen hat:

Die RAND-Corporation empfiehlt sofortigen Rückzug

Sie möge sich „schnellstmöglich aus dem Ukraine-Abenteuer zurückziehen, weil es nicht gelungen ist, Russlands Wirtschaft mit den Sanktionen zu zerstören und Russland international zu isolieren. Die Unterstützung der Ukraine ist jedoch sehr teuer und laut RAND können die USA dabei nichts gewinnen, was den Preis wert ist, denn wie die Grenze zwischen der Ukraine und Russland verläuft, ist für die USA unwichtig. Daher empfahl RAND sogar, die russischen Gebietsgewinne anzuerkennen und die Russland-Sanktionen zu lockern, um ein Ende des teuren Abenteuers zu erreichen." RAND waren dieselben, die zuvor für eine Provokation und Überdehnung Russlands plädiert haben. Also folgt man offensichtlich ihrem Rat und damit bin ich zurück bei der Frage, wie man das ohne Gesichtsverlust durchführen könnte. Wohl eben mit diesem neuen Märchen.

Mit dieser Volte werden mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Zunächst wollen die USA damit „beweisen“, dass sie nicht die Täter waren. Dann kann behauptet werden, dass man vor diesem Terrorakt Kiews nicht wissen konnte, welch Geistes Kind Selenskij & Co wirklich sind, denn dieser Akt wurde selbstverständlich durchgeführt, ohne sich die Genehmigung aus Washington eingeholt zu haben. Man war völlig überrascht ob dieser Ungeheuerlichkeit und so kann man ebenso überraschend alle NATO-Staaten aus diesem Schlamassel herausziehen. Weiterhin müssen die NATO-Staaten dann die sowieso nur halbherzig versprochenen Lieferungen von schwerem Gerät nicht mehr durchführen, die die Mittel zur Selbstverteidigung sowieso schon gefährlich reduziert haben. Das Ukraine-Abenteuer kann beendet werden und man kann sich dann auf den geplanten Krieg gegen China konzentrieren. Auch die BRD kann aufatmen, indem man gegenüber Russland erklärt, man sei den Lügen Kiews genauso aufgesessen, wie Moskau auch. War ja nicht so gemeint.... Dennoch haben die USA erreicht, die Wettbewerbsfähigkeit der Konkurrenten in Europa massiv zu beschädigen.

Moskau glaubt dem Westen nichts mehr

Allerdings wird das nicht so einfach funktionieren. Russland hat das Imperium der Lügen durchschaut und wird sich nicht so einfach dem Westen zuneigen und in eine Konfrontation mit China treiben lassen. Die Welt wird erkennen, welchen Verrat die USA am Kiew-Regime begangen hat. Ja, es ist ein Verrat, denn Washington hat Kiew zunächst in diesen Krieg hineingetrieben, hat Selenskij verboten, den Krieg schnell mit einem Verhandlungsfrieden zu beenden, hat andauernd versprochen, solange zu helfen, wie es eben nötig sein würde. Mit Waffen, Geld, militärischer Aufklärung und natürlich mit umfassender Propaganda. Besonders in Arabien hat man nicht vergessen, dass die USA erst Saddam Hussein im Irak aufgerüstet, in den Krieg gegen den Iran getrieben hat, um dann das Land endgültig zu zerstören. Man erkennt dort die Parallelen.

Das größte Problem wird aber sein, wie man dann mit Russland umgehen will und wie man den propaganda-erzogenen Bürgern beibringen will, dass es jetzt plötzlich in Ordnung ist, wenn große Teile der ehemaligen Ukraine zu Russland gehören dürfen. Nicht zu vergessen, dass dann auch alle Sanktionen gegen Russland nicht mehr begründet werden können, wie RAND sagte, korrigiert werden müssen, wenn Kiew zum Schurkenstaat erklärt wird. Und genau das ist unumgänglich, wenn man sich da aus der Verantwortung stehlen will. Natürlich weiß man in Washington bescheid über die (Kriegs-)Verbrechen Kiews ebenso wie darüber, dass es in der Ukraine so etwas wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Pressefreiheit schon lange nicht mehr gibt. Das Problem dabei wird aber sein, wie man den Bürgern erklären will, dass man all das erst jetzt erkannt hat. Aber das ist nichts neues. Erinnern wir uns nur an die Philippinen und an Ferdinand Marcos, den man auch wie eine heiße Kartoffel hat fallen lassen.

Das US-Imperium zerbröselt an seiner Hybris

Das amerikanische Jahrhundert ist zu ende und in Washington weiß man das. Man weiß auch, dass es nach dem Ukraine-Abenteuer nicht mehr möglich sein wird, eine Allianz gegen China zu schmieden. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es die NATO in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben wird. Auch weil niemand außerhalb des Propagandagetöses an das neue Märchen über die Nordstream-Sprengung glaubt. Der US-Dollar verliert seine Macht immer mehr und die Folge wird sein, dass der unverdiente Luxus in USA ein Ende finden wird. Die USA werden sich mit dem Problem beschäftigt sehen, einen Bürgerkrieg und den Zerfall der Union zu vermeiden. Das Putsch-Regime in Kiew wird es nicht mehr geben und die neue Regierung wird sich mit dem zufrieden geben müssen, was Russland, Polen, Rumänien und Ungarn übrig lassen. Dann aber kann die neue, kleinere, nach Ethnien aufgeteilte, Ukraine aufblühen, als neutraler Handelsweg zwischen Westeuropa und Russland.

Die USA haben sich in ihrem arroganten Imperialismus, ihrer Selbstüberschätzung, verzockt. In dem Glauben, dass sie der Welt jede Lüge auftischen können. Ihre „Weltbeherrschungsarmee“ musste sich bisher noch nie mit einem ernsthaften, potenten Gegner messen. Wehrlose Staaten ins Chaos bomben, ja, das können sie. Einen Krieg gewinnen, Frieden schaffen, das können sie oder wollen sie nicht. Wenn sie sich jetzt tatsächlich mit China anlegen wollen, werden sie das nicht überstehen. Was wird von der US-Industrie übrig bleiben, wenn China und dann auch noch Russland Sanktionen gegen die USA verhängen? Wenn keine Teile mehr für die Autoindustrie geliefert werden und Boeing keine Kohlefaserteile mehr aus China erhält? Da kann ich nur an die Weisheit der alten Römer erinnern: Ein Imperium im Niedergang tut alles, um diesen zu beschleunigen. In diesem Sinn kann die Welt neue Hoffnung schöpfen, auf Weltfrieden in einer multipolaren Welt, wie sie Putin versprochen hat.

Nachtrag:
Gerade wird gemeldet, dass sich Saudi-Arabien und der Iran wieder annähern. Botschafter sollen ausgetauscht werden, nach langen Jahren der Feindseligkeiten. Der Mediator für diesen Fortschritt Richtung Frieden sind nicht die USA. Die haben seit Jahrzehnten dafür gesorgt, dass eben kein Frieden einkehrt. Es war China, das den Kontrahenten ins Gewissen geredet hat und so zeigt, wer wirklich den „Weltfrieden“ in einer multipolaren Welt vorantreibt. Da kann es nur noch als pervers bezeichnet werden, wie jetzt deutsche Medien die Friedensinitiative Chinas als Gefahr bezeichnen.

Nachtrag 2:
Auch in Deutschland tauchen jetzt prominente Stimmen auf, die einen Wechsel im Umgang mit der Ukraine-Krise fordern. Wolfgang Ischinger ist nicht irgendjemand. Siehe Bild unten.

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