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Der Preisdeckel auf russische Energie ist die Krönung des Wahnsinns

Von Peter Haisenko 

Die Verteidiger von Demokratie, Marktwirtschaft, Freiheit und freiem Handel, die G 7, zeigen ihr wahres Gesicht. Sie wollen der Welt befehlen, russische Energie nur noch zu Preisen einzukaufen, die sie bestimmt haben. So behandeln die ehemaligen Kolonialisten Russland, als ob es ihre Kolonie wäre.

Alle Staaten, die sich Kolonien angeeignet und Sklavenhandel betrieben haben, befinden sich westlich des Rheins. Die größten von ihnen sind heute vereinigt unter dem Begriff G 7. Deutschland gehört in diesem Sinn nicht dazu, weil es nie am Sklavenhandel beteiligt war. Den industriellen Aufstieg und die wirtschaftliche Blüte verdanken die Kolonialisten der Piraterie, dem Sklavenhandel und der Ausbeutung ihrer Kolonien. Östlich des Rheins, also auch in Deutschland, haben sich die Menschen aus eigener Kraft ihren Fortschritt erarbeitet und der war so entsprechend nachhaltig und für die Kolonialisten bedrohlich. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde Sklaven-Handel und -Haltung mehr und mehr verpönt. Vor allem England, das British Empire, musste neue Modelle entwickeln, um seinen Luxus auf Kosten anderer fortführen zu können. Da kamen die Gebiete östlich des Rheins ins Visier.

Sogar den selbstherrlichen Briten war klar, dass man aus Deutschland oder Russland nicht so einfach eine Kolonie machen konnte. Daran war schon Napoleon gescheitert. Eben weil die Länder östlich des Rheins aus eigener Kraft florierten, sah man gegen Ende des 19. Jahrhunderts in London die Gefahr, dass dieser Wirtschaftsraum das British Empire in den Schatten stellen wird, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden. Die zwei größten und bevölkerungsreichsten Staaten, Deutschland und Russland, nicht zu vergessen die österreichische K&K-Monarchie, wurden gegeneinander aufgehetzt und das Ergebnis hieß dann Erster und Zweiter Weltkrieg. Das Zarenreich wurde als wirtschaftlicher Wettbewerber ausgeschaltet, indem man den Aufstieg Lenins gefördert und dieses Riesenreich mit dem Kommunismus in die „östliche Wüste“ verwandelt hatte. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde aber auch erreicht, Deutschland doch noch in den Zustand einer Quasi-Kolonie zu zwingen.

Unter Jelzin war Russland beinahe eine Kolonie des Westens

Mit dem Jahr 1990, dem Zerfall der Sowjetunion, war Modell eins zwar gescheitert, aber mit der Marionette des Westens, Boris Jelzin, war man auf dem Weg, Russland doch noch in den Status einer Kolonie zu zwingen. Dann kam Putin und auch dieser feuchte Traum der Angelsachsen endete mit einem bösen Erwachen. Gleichzeitig mussten diese Kolonialisten beobachten, dass sich Deutschland und Russland immer besser verstanden. Kanzler Schröder hatte erkannt und danach gehandelt, dass eine freundschaftliche Verbindung zwischen Moskau und Berlin für beide inklusive ganz Europa förderlich sein wird. Schröder war sogar so frech, die Teilnahme am Angriffskrieg der USA gegen den Irak zu verweigern. In London und Washington schrillten die Alarmglocken.

Mit Frau Merkel war dann eine Russlandhasserin etabliert, die offensichtlich auch keine Sympathien für unser Land hat. Sie hat die Sanktionspolitik gegen Russland mehr als bereitwillig mitgetragen und immer wieder dafür gesorgt, dass das nicht abreißt. Sie ist auch gut Freund mit dem Putschisten Poroschenko, mit dem sie ihren Russlandhass gemein hat. Jetzt aber hat sich gezeigt, dass die fortschreitenden Sanktionen gegen Russland vor allem uns selbst und ganz Europa mehr schaden als dem, gegen den sie gerichtet sind. Jedem denkenden Menschen müsste klar sein, dass diese Sanktionen sofort beendet werden müssen, um die eigene Haut zu retten. Aber es wären nicht die Angelsachsen, die diesen Akt der Vernunft vollzögen. Das Einzige, was denen einfällt, sind die nächsten Stufen des Sanktionswahnsinns, der schon bisher nicht funktioniert hat.

Die Definition von Wahnsinn

Es war Einstein, der sinngemäß gesagt hat: Wenn man immer wieder dasselbe tut und dann ein anderes Ergebnis erwartet, ist das Wahnsinn. Aber genau so handelt der Wertewesten. Jetzt zeigt er seine häßliche Fratze, indem die G 7 der Welt vorschreiben wollen, für Energie aus Russland nur noch so viel zu bezahlen, wie sie selbst bestimmen. Sie wollen Transportschiffen verbieten über die freien Meere zu fahren, wenn sie russische Energie transportieren, für die mehr bezahlt wird, als sie erlauben.

Abgesehen davon, dass diese Anmaßung allen Prinzipien freier Marktwirtschaft widerspricht, gleicht das einer Seeblockade, die schon eine Kriegserklärung an sich ist. Erinnert man sich da an das Vorgehen Englands gegen das Deutsche Reich wird erkennbar, wie sehr das jetzige Vorgehen gegen Russland dem Geschehen vor und um den Ersten Weltkrieg gleicht. Mit dem Unterschied, dass diesmal hauptsächlich Russland im Visier steht. Aber ist es nicht doch genauso, wie 100 Jahre zuvor, dass es sowohl gegen Russland als auch gegen Deutschland geht? Allerdings mit dem Unterschied, dass diesmal deutsche Politiker selbst gegen die Interessen des eigenen Lands und gegen Russland handeln.

Hochmut kommt vor dem Fall

Der Größenwahn der G 7 ist beispiellos. Glauben diese machtgierigen Wahnsinnigen ernsthaft, dass sich Russland vorschreiben lässt, zu welchen Preisen und Konditionen sie ihre Energie verkaufen? Mit Lieferanten aus dem arabischen Raum hat das eher funktioniert, weil England und die USA jeden Staat, der sich ihrem Diktat widersetzen wollte, entweder mit einer Revolution „bestraft“ haben (1952 Regierung Mossadeq in Persien gestürzt) oder gleich das ganze Land platt gemacht haben, wenn sie ihr schwarzes Gold für etwas anderes als US-Dollar verkaufen wollten. Glauben die also wirklich, mann könne mit dem größten Land der Erde, einer Atommacht, genauso umspringen, wie mit wehrlosen Arabern?

Wie sich schon mit Gas und Getreide gezeigt hat, ist Russland konsequent und verkauft seine Güter nur zu den Bedingungen, die Moskau vorgibt. Dazu haben sie jedes Recht, denn auch nach dem Völkerrecht darf niemand gezwungen werden, sich Verkaufsdiktaten zu unterwerfen. Eine Atommacht schon gar nicht. Zudem gibt es schon lange einen „grauen Markt“, auf dem unkontrolliert Energie und auch Waffen gehandelt werden. Eben vorbei an Sanktionen und Embargos, wie am Beispiel des Iran sichtbar wird. Glaubt also wirklich jemand, dass sich China oder Indien an die Vorgaben der G7 halten werden? Es ist ja jetzt schon so, dass Deutschland russische Energie auf dem Umweg über Indien einkauft, natürlich zu wesentlich höheren Preisen, als direkt von Russland.

Der Westen wird untergehen

Die OPEC+ hat gerade bekanntgegeben, dass sie ihre Förderkapazitäten nicht erhöhen werden. Das bedeutet, dass auch die Ölpreise durch die Decke gehen werden, sobald russisches Öl nicht mehr am Markt ist. Nicht nur das. Es wird weltweiten Mangel geben und als Folge ein Hauen und Stechen um die knappen Güter. Das wird nicht nur das Öl betreffen, sondern auch alle anderen energieintensiven Produkte. Bei Düngemitteln ist das jetzt schon zu beobachten. Wenn dann noch China die Konsequenzen aus den feindlichen Handlungen des Westens gegen sein Land zieht und Exporte seiner Produkte einschränkt oder gar einstellt, steht bei uns alles still. Betroffen davon werden aber nur die Paladine des US-Imperiums sein, während der Rest der Welt sich an billiger Energie und Produkten aus China erfreuen kann.

Die G 7 führen sich auf, wie die Kolonialherren über den Rest der Welt. Wobei allerdings Deutschland kein vollwertiges Mitglied der G 7 ist, denn es befindet sich selbst im Zustand einer Kolonie der Angelsachsen. Es darf keine eigenständigen Entscheidungen treffen. In den USA selbst steht man unmittelbar vor der Gefahr eines Bürgerkriegs. Der Wertewesten ist zerrissen wie noch nie. Sogar in Deutschland folgen die Bürger dem Vorbild aus Nachbarländern und gehen auf die Straße, um gegen die irrsinnige Sanktionspolitik zu demonstrieren. „Rechts“ und „Links“ vereint.

Mit der Äußerung Baerbocks zu ihrem Demokratieverständnis haben die westlichen Politiker ihre Legitimation verloren. In den Städten sind die Lichter schon ausgeschaltet worden, aber kritisch wird es werden, wenn wegen Gasmangels die Menschen frieren müssen. Da kann man nur noch hoffen, dass das alles einigermaßen unblutig abgeht und die Hasardeure aus den Ämtern gejagt werden, damit der arrogante Sanktionswahnsinn ein Ende finden kann und wir zurückfinden, zu einer vernünftigen Politik, zum Wohl unseres Landes und jedes einfachen Einwohners. Meine persönliche Hoffnung dazu ist, dass uns Russland hilft, den Status einer Kolonie abzulegen, auch wenn das einen Bruch mit unseren „Befreiern“ bedeuten sollte.

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