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Afrika wendet sich vom Westen ab

Von Peter Haisenko 

Immer mehr afrikanische Staaten verlangen den Abzug französischer Truppen und anderer westlicher Länder. Stattdessen heißen sie Chinesen und Russen willkommen. Afrika befreit sich vom kolonialen Erbe.

Während des 20. Jahrhunderts wurde die Kolonialherrschaft über die „Dritte Welt“ beendet. Zumindest nominal. Tatsächlich wurde sie durch einen schlimmeren Status ersetzt. Die entkolonialisierten Staaten waren fortan für ihr Schicksal selbst verantwortlich. Zumindest nominal. Die Wahrheit ist aber, dass die Ausbeutung jetzt noch brutaler betrieben werden konnte und wurde. War man für seine Kolonien vorher noch verantwortlich, musste man für die Zustände dort noch Verantwortung übernehmen, so entfiel das seither. Korrupte Herrscher wurden installiert, die mit der Finanzwaffe, den aufgezwungenen Schulden, kontrolliert werden. Diese gehen noch rücksichtsloser mit der eigenen Bevölkerung um, als es sich die Kolonialherren hätten erlauben können.

Vergessen wir nicht: An Afrika ist der Humanismus vorbeigezogen, ohne Spuren zu hinterlassen. Das ist kein Wunder, denn zum Einen ist die afrikanische Grundmentalität anders gestrickt als die europäische und zum Anderen haben sich die Kolonialherren dort aufgeführt, als hätten sie noch nie etwas vom Humanismus gehört. Die Massaker der Briten sind Legion und der belgische König hat um 1900 die Hälfte der Bevölkerung des Kongo, „Belgisch Kongo“, umgebracht, weil sie nicht eifrig genug für den König gearbeitet haben. Im Fall des belgischen Königs waren das zehn Millionen. Die „klassischen“ Kolonialländer haben ihre Kolonien gnadenlos ausgebeutet.

Hier ein Beispiel, wie die Briten in Indien gewütet haben:
https://www.welt.de/geschichte/article207819569/Indischer-Aufstand-1857-Die-Frauen-wurden-vergewaltigt-und-ermordet.html

Es ging auch anders

Einzig das Deutsche Reich, das seine Präsenz in der Welt erst sehr spät aufgebaut hatte, hat sich anders verhalten. Seinen „Schutzgebieten“ brachten sie einen Mehrwert. Sie haben die Ureinwohner respektvoll behandelt, brachten Bildung und die Ausbildung zu neuen Fähigkeiten ins Land. Sie haben Infrastruktur aufgebaut und sogar die Schulpflicht eingeführt. So konnten sie innerhalb kurzer Zeit einen ausgeglichenen Handel mit den Schutzgebieten aufbauen, von dem beide Seiten profitierten. Deswegen sind in allen ehemaligen deutschen Schutzgebieten bis heute Deutsche willkommen und hoch angesehen.

Vergessen Sie dazu die Geschichte von den Hereros in Deutsch-Südwest, denn sie ist extrem aufgeblasen worden und wurde von den Engländern inszeniert, um dem Deutschen Reich Schaden zuzufügen. Die Waffen der Hereros wurden von den Briten geliefert. Ach ja, darf man da eine Parallele zur Ukraine ziehen? Man bedenke: Die ehemaligen deutschen Schutzgebiete sind die einzigen Staaten Afrikas, die während der letzten 100 Jahre einigermaßen unauffällig und unbeschadet durchgekommen sind. Das ist das deutsche Erbe in Afrika und darauf waren schon damals alle anderen Kolonialländer neidisch. Wohl auch deswegen haben sie nach dem Ersten Weltkrieg alle deutschen Schutzgebiete dem Deutschen Reich weggenommen. Es sollten keine positiven Beispiele existieren, auf die sich andere Kolonien berufen könnten.

Kinderarbeit und andere Ausbeutungsmechanismen

Die Ausbeutung der entkolonialisierten Länder Seitens der ehemaligen Kolonialherren geht bis heute weiter. Bodenschätze werden zu Billigpreisen abgepresst und es gibt keine ernsthafte Initiative, einen Schutz der Kinder vor unmenschlicher Arbeit aufzubauen. Als Libyens Gaddafi die Initiative ergriffen hatte, Afrika aus dem Elend zu führen, wurde er ermordet und sein Land ins Chaos gebombt. Er wollte Afrika mit einer goldgestützten Währung aus dem Finanzdiktat des Westens befreien und so in die echte Unabhängigkeit führen. Federführend für diese Schandtat war der US-Präsident Obama, der Friedensnobelpreisträger, und Frankreichs Präsident Sarkozy. Das geschah 2011 und Russland war da noch zu schwach, um seine Stimme dagegen wirkungsvoll erheben zu können.

Dann kamen die Chinesen nach Afrika. Mindestens zum zweiten Mal. Die Chinesen hatten schon lange vor Kolumbus oder Vasco da Gama Handel mit Arabien und Ostafrika geführt. Aber anders als die dann folgenden europäischen Kolonialmächte hat China seine Handelspartner nicht dominiert oder unterworfen. China hat sich auch nicht in die Staats- oder Regierungsformen eingemischt. Sie brachten ihren Handelspartnern einen Mehrwert, zum beiderseitigen Vorteil. Nachdem sich während der letzten Jahrzehnte auch innerhalb Afrikas eine Bildungsschicht entwickelt hat, wenn auch eine kleine, ist es nicht verwunderlich, dass sich Länder Ostafrikas an den Umgang der Chinesen mit afrikanischen Ländern erinnern und China willkommen hießen, als es begann, sich dort neuerlich zu etablieren.

Afrika beobachtet die Weltpolitik

Sie wurden nicht enttäuscht. Obwohl China nicht uneigennützig handelt, haben die Chinesen wieder Mehrwert in diese Länder gebracht. Sie haben Infrastruktur aufgebaut und Fachkräfte ausgebildet, die jetzt die Produkte herstellen können, die China aus Afrika importieren will. China importiert nicht nur Rohstoffe aus Afrika, wie es der Westen tut. Der Handel mit China ist in etwa so ausgewogen, wie der des Deutschen Reichs mit seinen Schutzgebieten. Das spricht sich rum in Afrika. Aber Afrikas Politiker betrachten auch die Weltpolitik. So haben sie erkannt, wie sehr sich auch die Politik des modernen Russland von der des Westens unterscheidet. Auch Russland will keinem Land vorschreiben, welches politische System Länder übernehmen müssen. Genauso wie China. So wissen die afrikanischen Länder, dass sie keinen Umsturz zu befürchten haben, wenn sie Chinesen oder Russen ins Land holen. Sie wissen aber auch, dass ihnen beide Länder Mehrwert bringen, zu fairen Bedingungen. Im Fall Russland wissen sie auch, dass sie von dort zuverlässig mit wichtigen Gütern beliefert werden, die nicht nur Lebensmittel sind, ohne einen politischen Preis dafür bezahlen zu müssen.

Neuerdings hat sich in Afrika rumgesprochen, wie nonchalant die USA sich einfach Vermögen anderer Staaten aneignen, was sie euphemistisch „Konten einfrieren“ nennen. So muss jetzt beobachtet werden, dass sogar Südafrika Sanktionen gegen Russland ablehnt und sich den BRICS-Staaten angeschlossen hat, die ein Zahlungssystem jenseits des US-Dollar aufbauen. Man will sich aus der Finanzdiktatur der USA befreien. Nicht nur das. Die Afrikaner haben auch nicht vergessen, wieviele Umstürze und Massaker vom Westen angezettelt worden sind. Wer Waffen geliefert hat, ohne die Millionen Afrikaner noch leben könnten. Und sie wissen auch, dass auf den Westen kein Verlaß ist, wenn Konflikte befriedet werden müssen. Sie haben gelernt, dass sich die ehemaligen Kolonialmächte nie von ihrer Dominanz- und Ausbeutungspolitik verabschiedet haben.

Die Ukraine liefert Waffen nach Afrika

Afrika ist für den Wertewesten verloren. Russland und China sind willkommen, ebenso wie alle anderen Mitglieder der BRICS-Staaten. Für Afrika ist das „amerikanische Jahrhundert“ schon beendet und es beginnt das chinesisch-russische. Was braucht Afrika, was nicht auch China oder Russland liefern könnte? Zu anständigen Konditionen! Das sind besonders für Europa keine guten Aussichten. Das Europa, besonders Deutschland, das sich gerade in seinem Russlandhass deindustrialisiert. Ja, man könnte sagen, „ukrainisiert“.

Wenn Europa, die USA, in der Krise versinken, wird Afrika davon kaum berührt sein. Im Gegenteil wird es aufblühen können, denn mit einem Verfall des Werts des US-Dollar werden auch die Schulden dahinschmelzen, mit denen Afrika seit Jahrzehnten gequält wird. Afrika hat eine Zukunft, zusammen mit China und Russland. Europa hingegen wird zu kämpfen haben, um nicht in Armut, Mord und Totschlag zu versinken.

Zum Abschluss will ich noch kurz auf die Rolle eingehen, die die Ukraine bei den Konflikten in Afrika spielt. Bereits in den 1990-er Jahren, also direkt nach Gründung dieses irrsinnigen Staatsgebildes, wurden aus der Ukraine Waffen nach Afrika geliefert, an jeden, der bezahlen konnte. Das waren Waffen aus Sowjetbeständen und diese Lieferungen waren eine der Grundlagen, für den plötzlichen Reichtum der ukrainischen Oligarchen, die seither das Land beherrschen und ausbeuten. Florian Stumfall, ein intimer Kenner Afrikas, hat in seinem dreiteiligen Roman beschrieben, was diese Waffenlieferungen aus der Ukraine mit den Menschen und der Politik angerichtet haben.

Einschub: Es war auch die Ukraine, die Raketentechnik und Triebwerke an Nordkorea verhökert hat, weswegen Nordkorea jetzt eine Interkontinentalrakete bauen konnte.

Was Stumfall beschreibt und wie er es beschreibt, ist nicht nur spannend, sondern deckt sich mit den Erfahrungen, die ich selbst während knapp fünfzig Jahren in Afrika erleben musste. Dieser Roman ist ein Augenöffner für die Zustände in Afrika, für die der Westen verantwortlich ist. Stumfall deckt mit seiner Erzählung den Süden Afrikas ab bis hin zur Ermordung Gaddafis und welche Rolle und Motivation für Obama und Sarkozy dabei maßgeblich waren. Bestellen Sie Ihr Exemplar von „Tripoli Charlie – Feuer der Hochfinanz in Afrikadirekt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrem Buchhandel. Nach dieser Lektüre werden Sie besser verstehen, worum es in Afrika geht und warum sich Afrika von Westen abwendet. Eine Rezension zu diesem Werk können Sie hier einsehen:
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20202/von-warlords-und-buergerrechtlern/
Und hier:
https://www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2017/tripoli-charlie-feuer-der-hochfinanz-in-afrika/

Hier noch ein Beispiel, wie frech wir belogen werden, auch bezüglich der ukrainischen Getreideexporte.

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