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Schwarz oder weiß? Rassismus? – Das Geld macht den Unterschied

Von Peter Haisenko 

Es ist leider eine Tatsache, dass Menschen dunkler Hautfarbe zu oft Vorurteilen und ungerechter Behandlung ausgesetzt sind. Haben dieselben aber viel Geld, sieht die Sache schon anders aus. Geht es also überhaupt um die Hautfarbe oder vielmehr darum, ob man sich von einem Menschen (finanzielle) Vorteile verspricht?

„Rassismus“ im weiteren Sinn ist eine urmenschliche Verhaltensweise. Man fühlt sich wohl im Kreise der – weiteren – Verwandtschaft und steht dem Eindringen Fremder skeptisch gegenüber. Das ist unabhängig von der Hautfarbe und gilt in gleichem Maße für Menschen aller Hautfarben. Das zeigt die bekannte Geschichte der letzten Jahrtausende. Ob ein Fremder allerdings als Bedrohung oder als nützlich, gewinnbringend eingeschätzt wird, hängt ab von seinem Erscheinungsbild. Wie ist er gekleidet, was führt er mit sich, trägt er Waffen? Dazu kommt, je seltener ein Fremder vorbeikommt, desto eher wird ihm mit freundlichem Interesse begegnet. Das erklärt, warum in den abgelegenen Randgebieten Europas Gastfreundschaft ausgeprägter ist als im Zentrum, wo zu oft Fremde durchgezogen sind, die sich nicht freundlich benommen haben.

Eine Uniform vermittelt Seriosität und Macht

Kleider machen Leute, sagt ein altes Sprichwort. Das trifft den Kern. Wer zerlumpt daherkommt, muss erst beweisen, dass er nützlich sein kann. Wer sich in Kreisen der „höheren Gesellschaft“ bewegen will, tut sich leichter, wenn er die Kleiderordnung beachtet. Positiv wie negativ. Ein niedrigerer Rang darf auch nicht auffallen durch Kleidung, die offensichtlich teurer ist als die, die die Chefs tragen. So ist festzustellen, dass auch im zivilen Bereich eine gewisse Art der Uniformierung verlangt wird, um nicht negativ aufzufallen. Wer „korrekt“ gekleidet ist, wird entsprechend eingeordnet und hat einen „Startbonus“. Das heißt, er wird von Beginn an ernst genommen und darf sich in dem Bereich bewegen, der seiner Kleidung entspricht. Ist er aber „nonkonformistisch“ gekleidet, muss er sich erst beweisen.

In diesem Sinn sind Uniformen zu sehen. Begegnet uns ein nachlässig gekleideter, gar schmuddeliger Mensch, der eine Waffe trägt, wird der zunächst als Bedrohung eingestuft. Trägt der Waffenführer aber eine Uniform, erwarten wir von ihm Schutz und Hilfe. Auch in diesen Fällen spielt die Hautfarbe kaum eine Rolle. Eine Uniform garantiert aber keineswegs, dass es sich beim Träger um eine integre Person handelt, der man per se Vertrauen schenken sollte. Es ist vielmehr so, dass eine Uniform anzeigt, dass der Träger Repräsentant einer mehr oder weniger mächtigen Organisation ist, mit der man sich besser nicht anlegen sollte und die im Normalfall für unseren Schutz zuständig sein sollte. Auch die normierte Bekleidung im Berufsleben dient der Demonstration, dieser Firma, dieser „Klasse“ anzugehören. Auch hierbei spielt die Hautfarbe eine untergeordnete Rolle.

Die Sprache ist ein wichtiger Faktor für Akzeptanz oder Ablehnung

Während meiner jahrzehntelangen Reisen durch alle Kontinente habe ich gelernt, dass es nicht die Hautfarbe ist, die einen Vertrauensvorschuss gewährt oder verweigert. Es ist vielmehr die Kleidung, der Habitus, ein Titel und vor allem der Umgang der anderen mit dieser Person. Die Essenz daraus ist aber, dass es letztlich daran hängt, ob die Umwelt glauben darf, dass man über genügend Geld verfügt. So viel Geld, dass andere daran teilhaben wollen und sich von einem freundlichen Umgang mit dieser Person Vorteile erwarten dürfen. Wieder gilt: Die Hautfarbe spielt kaum eine Rolle. Ganz gleich, ob Neger, Araber, Chinese oder eben Weißer, wer Geld und Macht in unterschiedlichen Abstufungen vermuten lässt, wird entsprechend zuvorkommend behandelt. Der Umgang mit Ölscheichs belegt das trefflich.

Der nächste Faktor ist die Sprache. Auch ein korrekt Gekleideter wird angezweifelt, wenn er sich nicht in einer gepflegten und anerkannten Sprache artikulieren kann. In gewissen Kreisen gehört es geradezu zur Pflicht, mit Fremdwörtern und (bei uns) mit Anglizismen zu glänzen. Früher war es der Gebrauch von lateinischen und noch besser altgriechischen Fremdwörtern, die die eigene intellektuelle Überlegenheit demonstrieren sollten. Kaum jemand wagt es, eine allgemein verständliche Sprache einzufordern. Man würde sich ja als „ungebildet“ offenbaren und so nicht zur Clique gehören. Mit dieser Betrachtung sind wir am Kern der Probleme angelangt: Der Bildung und der Chance, diese zu erhalten.

Hier müssen wir speziell die USA betrachten, denn dort ist es eine Frage des Geldes, welche Bildung man sich leisten kann. Wer nicht über die Mittel verfügt, ein gutes College oder gar eine „Eliteuniversität“ zu besuchen, wird auch den Weg in höhere Schichten der Gesellschaft nicht finden können. Es ist ein Teufelskreis. Wer nicht einigermaßen begütert in die Welt geboren wird, hat kaum eine Chance, in die Welt der „Schönen und Reichen“ aufzusteigen. Fakt in USA ist, dass nahezu alle „Afro-Amerikaner“ von Sklaven abstammen. Das bedeutet, dass sie nach Erlangen der Freiheit eben nicht auf „altes Familiengeld“ zurückgreifen konnten, um ihren Kindern eine elitäre Ausbildung bezahlen zu können. Das setzt sich über Generationen fort und vergessen wir nicht, dass bis in die 1960-er Jahre die besten Universitäten Schwarzen den Zugang ganz verwehrt hatten. Es sei denn, es wurde auch damals schon mit genügend Geld nachgeholfen.

Kostenlose Bildung erhöht die Chancen für die ärmeren Schichten

Aus dieser Betrachtung erschließt sich auch, warum es in Ländern mit kostenfreien Bildungssystemen kaum Probleme mit Rassismus gibt. Obwohl auch dort die Herkunft ein wesentlicher Faktor für das Erreichen eines gehobenen Bildungsstandards ist, ist die Durchlässigkeit des Systems erheblich besser. Auch die Schulpflicht, eingeführt im Deutschen Reich im 19. Jahrhundert, trägt erheblich dazu bei, das Potential ärmerer Schichten zu heben und so in der zweiten Generation und folgend große Köpfe hervorzubringen, die dann zur „Elite“ gehören. Wiederum ist festzustellen, dass die Hautfarbe dabei kaum eine Rolle spielt. Es ist vielmehr das „Geburtsgeschenk“ ausreichender Intelligenz, die auch Sprösslingen der Eliten oftmals nicht zuteil wird. Aber Letztere verfügen über Geld, Verbindungen und die passende Kleidung, um sich von „niederen Schichten“ zu unterscheiden.

In diesen Überlegungen sollte die „Emanzipation“ nicht vergessen werden. Es war schon immer so, dass manche Frauen aus niederen Schichten den Weg zu hervorgehobenen Positionen gefunden haben, die als Geburtsgeschenk einen begehrenswerten Körper bekommen haben. Wie viele Großbürger, Fürsten und sogar Könige haben ihre Frau aus niederen Schichten erwählt, wenn sie sich verliebt haben? Die Aufzählung von Männern, die so ihrem Stand entkommen konnten, ist dagegen zu vernachlässigen. Damit beende ich meinen Exkurs zu Emanzipation und „Gleichberechtigung“.

Wer ganz unten sitzt, hat nichts zu verlieren

Betrachten wir dazu noch die Zuwanderung der letzten Jahre in Deutschland. Es sind nur sehr wenige, die eine Aussicht haben, zu gehobenen Schichten aufzusteigen. Es fehlt einfach an Bildung und Sprachkompetenz. Die wenigen Beispiele, die uns immer wieder vorgehalten werden, weil sie aufsteigen konnten, sind bereits als Kinder gekommen oder mit abgeschlossener höherer Bildung. Der Rest aber wird in Zukunft auch bei uns in prekären, mindestens sehr bescheidenen Verhältnissen bleiben, über Generationen. So schaffen wir uns auch in Deutschland eine Schicht wie in den USA, die als „Verbrauchsmaterial“ für niedere Arbeiten mit schlechter Bezahlung zur Verfügung stehen, um dem Luxus der Oberschicht zu dienen. Ich denke hier auch an polnische Putzfrauen oder Pflegekräfte.

Wer ganz unten sitzt, hat nichts zu verlieren. Warum sollte man sich dann an Regeln halten, die für den Schutz der „Reichen“ aufgestellt sind? Welche Motivation sollte ein abgelehnter Asylant haben, sich im Gastland anständig zu benehmen, wenn er täglich mit seiner Abschiebung rechnen muss? In dem Wissen, dass er aus eigener Kraft kaum etwas an seiner Situation verbessern kann? Das sind wandelnde Zeitbomben und das gilt auch für die farbigen Unterschichten in den USA. Wer wegen des Systems kaum eine Chance hat, sich ein angenehmes Leben einzurichten, verliert den Glauben ans System und wird es ausnutzen bis bekämpfen. Nur wer etwas zu verlieren hat, wird sich so benehmen, dass er nicht aus dem System fällt. Ach ja, so werden zum Beispiel auch Journalisten diszipliniert.

Wer wie ich die Gelegenheit hatte zu beobachten, wer in der ersten Klasse fliegt oder in renommierten Hotels absteigt, weiß, dass es nicht auf die Hautfarbe ankommt, wie man behandelt wird. Wer nach Geld „stinkt“, oder den Eindruck erwecken kann wie ein Hochstapler, der wird entsprechend hofiert. Selbst dann, wenn er sich vollkommen daneben benimmt. Einmal wird das als „unmöglich“ gewertet und dann wieder mit Geld und Macht als „exzentrisch“ schön geredet.

Den „Priestern“ des Mammons die Macht nehmen

Vor fünfhundert Jahren, mit der Einführung des „ewigen Pfennig“, wurde Geld zum neuen Gott gemacht. Während früher Priester einer Religion per se einen hohen Stand beanspruchen konnten, sind es heute die „Priester“ des Mammons, die die Spitze der Gesellschaft für sich als selbstverständlich besetzen und sich Dinge erlauben, die Ärmere ins Gefängnis bringen würden.

Rassismus als solcher ist der englischen Denkart immanent. Menschenleben zählen nur, wenn sie englisch oder amerikanisch sind. Wohingegen man in Deutschland, im Deutschen Reich, fremden Kulturen und Erscheinungen eher unvoreingenommen positiv gegenüber stand. Erst Hitler hat das mit seinem Rassenwahn geändert. Aber nach Ende dieser dunklen Zeit, 1945, haben die Schwarzen aus USA einen respektvollen, menschlichen Umgang in Deutschland erfahren. Dieses Erlebnis war denn auch ein wesentlicher Faktor, der zur Befreiung in den USA mit Martin Luther King führte. Aber vergessen wir auch hierbei nicht, dass auch die schwarzen Amerikaner in Deutschland über Mengen an Geld und Macht – und Schokolade - verfügten, im Verhältnis zum Nachkriegsdeutschen.

Das Rassismus-Geschrei ist eine Schimäre. Jeder, gleich welcher Hautfarbe, Benehmen oder Bildung wird hofiert, wenn er auf einer „Ölquelle“ sitzt. Wer aber arm ist, darf nicht erwarten, gleichberechtigt behandelt zu werden. Unabhängig von der Hautfarbe. Wer also wirklich etwas gegen „Rassismus“ unternehmen will, der muss sich vorrangig für Chancengleichheit in Bildung und Beruf einsetzen. Der muss aufhören, Leute ohne Ansehen der Person selbst zu hofieren, die nichts anderes als Geld und damit Macht in die Waagschale legen können. Und nein, alle Menschen sind nicht gleich, aber der Maßstab darf nicht sein, wie viel Geld Menschen (ererbt) haben. Würde ist unbezahlbar.

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Kann es einen Weg geben, weg vom Gott Geld, zurück zu Anstand, Moral und Gemeinsinn als Kriterium für den „Wert“ eines Menschen? Ich denke ja. Dazu muss als erstes die Macht des Kapitals gebrochen werden, die Betrug und Gier fördert. Wir müssen zurückkehren zu einem System, das das Wohlergehen aller in sich trägt. So ein System haben wir erarbeitet, mit unserer „Die Humane Marktwirtschaft“. Wer sich damit beschäftigt hat weiß: Es ist möglich! Und zwar erstaunlich einfach und für jeden nachvollziehbar. Es kann der Weg sein, sogenannten „Rassismus“ zu überwinden, weil es einfach mehr Chancengleichheit für alle bietet, ohne dem Sozialismus auch nur entfernt ähnlich zu sein. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und sichern Sie sich Ihr Exemplar „Die Humane Marktwirtschaft“ im Buchhandel oder bestellen Sie es einfach beim Verlag hier. 

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