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Corona-Krise? Die Autokonzerne sagen danke!

Von Peter Haisenko 

In Zeiten des permanenten Überflusses muss es auch zu Überproduktionen kommen. Einfach so Überkapazitäten abbauen, ist jedoch kaum durchführbar. Da braucht es schon eine massive Krise, damit Strukturen transformiert werden können.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als der einmillionste Käfer vom Band gelaufen ist. Das ist jetzt etwa 60 Jahre her und es wurde groß gefeiert. Im Jahr 2018 haben deutsche Automobilhersteller in ihren Werken, die über die ganze Welt verteilt sind, 16.355.832 Autos produziert, wie der VDA bekannt gibt. Das waren schon 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Inlandsproduktion allein betrug 5.120.409 (2018) und ging 2019 um 8,9 Prozent zurück auf 4.663.749. Der Höhepunkt der Inlandsproduktion fällt auf das Jahr 2011 mit 5.871.918. Von da an ging´s bergab. Erst langsam, aber bereits von 2017 bis 2018 um 9,3 Prozent und bis 2019 nochmals um 8,9 Prozent. Das sollte nicht verwundern.

Noch in den 1960-er Jahren hat kaum ein PKW länger als sechs Jahre gehalten. Sie haben sich schlicht in Rost aufgelöst. Auch die Fahrleistung war bescheiden, nach heutigen Standards. Die Kilometerzähler hatten nur fünf Stellen und es war geradezu sensationell, wenn der „Tacho einmal rum“ war, also die Gesamtleistung mehr als 100.000 Kilometer betrug. Seit langer Zeit ist der Rost kaum noch ein Faktor und mit 100.000 Kilometern Laufleistung steht das gute Stück heutzutage da wie neu. Mein Benz ist jetzt 14 Jahre alt mit 170.000 km und ich kann noch keinen Grund erkennen, warum er mir nicht weitere zehn Jahre dienen soll. Das ist ein Problem für die Autoindustrie, die es allerdings noch besser, noch haltbarer, machen könnte.

Es wird gearbeitet um der Arbeit willen und für maximalen Profit

So kann man zum Beispiel bei Mercedes zwei unterschiedliche Versionen der E-Klasse kaufen. Die „normale“ beginnt ab etwa 220.000 Km mit den größeren Mucken. Für die andere legt man etwa 5.000 € drauf, also etwa 10 Prozent, und erhält ein Auto, dessen Laufzeit auf 500.000 km ausgelegt ist. Und nein, „man“ kann das nicht, diese Wagen können nur Taxiunternehmen erwerben. Und ja, in gewisser Weise reden wir hierzu auch über Obsoleszenz, denn es wäre kein Problem, Autos langlebiger zu bauen. Das allerdings würde das Konzept des ewigen Wachstums in schwere Bedrängnis stürzen, denn mit dieser Lebensdauer wäre die Nachfrage nach Neuwagen auf die Hälfte reduziert. Natürlich müsste dann auch entsprechend weniger Arbeit geleistet werden und schon wieder sehen wir, dass das Wirtschaftsmodell alles andere als am Menschen orientiert ist. Da wird gearbeitet um der Arbeit willen und natürlich für maximalen Umsatz und Profit.

Nur in wenigen Ländern ist der Bedarf an Kraftfahrzeugen noch nicht gedeckt. Es geht folglich nicht mehr um die Erhöhung der Gesamtzahl, sondern vielmehr um Ersatz für abgenutzte Vehikel. Die halten aber immer länger, woran auch die modernen Schmierstoffe ihren Anteil haben. So ist es nur logisch, dass die Nachfrage weltweit zurückgehen muss. Das zeigt sich auch in der weltweiten Produktion aller Hersteller, die allein von 2018 auf 2019 um 6.0 Prozent gesunken ist, von 84 Millionen auf 79. Das liegt im Trend seit 2011.

Die Autoindustrie muss schrumpfen, das steht außer Frage. Aber wie wollen das unsere auf Wachstum getrimmten Manager überhaupt begreifen? Wie damit umgehen? DAS haben sie nie gelernt! Also wird mit Marketing und anderen Tricks fortwährend versucht, die anderen zu übertrumpfen und die eigene Produktion möglichst noch zu steigern. Dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, ist gerade in diesem angefangenen Jahr nicht mehr zu übersehen. Allein in Deutschland stehen einige hunderttausend Pkw auf Halde, auf riesigen Parkflächen, die am Bedarf vorbei produziert worden sind. Das ist ein Problem und kostet auch richtig Geld, denn stehen sie dort länger als ein Jahr, dürfen sie nicht mehr als „Neuwagen“ angeboten werden.

Die gesamte Konsumgüterindustrie plagt sich mit Überkapazitäten

Ich habe schon die Frage in den Raum gestellt, ob die Corona-Krise eine Erfindung der Greta-Jünger sein könnte. So viel CO2, wie jetzt nicht ausgestoßen wird, wäre ohne Corona nicht erreichbar. Betrachtet man aber die Autoindustrie, könnte man auch annehmen, die Corona-Krise wäre ihre Erfindung. Die Produktion steht nahezu weltweit still und die Konzerne werden dafür auch noch Geld vom Staat erhalten. Besser kann es kaum kommen für die Autobauer. Zwei Monate ohne Neuproduktion, das sind knapp 20 Prozent der Jahreskapazität, und schon ist der Nachfragerückgang um erwartete weitere 10 Prozent überkompensiert und man kann die Halden auch noch räumen mit einer großen Rabattschlacht. Aber auch damit ist das Grundproblem nicht gelöst.

Die weltweit aufgebauten Überkapazitäten sind nicht auf den Automobilsektor beschränkt. Die gesamte Konsumgüterindustrie plagt sich hier auch mit etwa 30 Prozent Waren, die eigentlich niemand braucht. Auch hier wird es mit dem Stillstand zumindest vorübergehende Entlastung geben. Aber auch hier ist das keine dauerhafte Lösung, denn die Nachfrage wird nach der Krise nicht neue Höchststände erreichen. Die Märkte sind einfach übersättigt und die Produktionskapazitäten müssen gesundgeschrumpft werden. Auch in der Textilindustrie. Das Problem ist aber, dass dafür in den Lehrbüchern der Ökonomen keine Verfahren auch nur angedacht sind. Die Religion des ewigen Wachstums lässt das gar nicht zu und genau deswegen braucht es eine umfassende Krise. Nur so können die fehlgeleiteten Ökonomen und Manager verbergen, dass sie seit Jahrzehnten einer untauglichen Lehre huldigen. Nein, wir haben nichts falsch gemacht, es war das böse Höllenvirus, das unsere unfehlbaren Lehren und die Weisheit der Märkte völlig unerwartet in eine Krise gestürzt hat.

Es gibt allerdings noch einen Bereich, der unerwartet eine Sättigung aufgezeigt hat. Wider Erwarten ist die große Welle an Bestellungen im Internet nicht eingetroffen. Es sieht so aus, als ob derjenige, der bis jetzt schon im Internet einkauft, das auch weiterhin tut, aber kaum jemand in der Krise zugreift, der das bislang schon verweigert hat. Natürlich zeigt sich auch in diesem Bereich wie die Märkte ganz allgemein übersättigt sind. Da ist auch im Onlinehandel kaum Luft nach oben. Das große Drama wird aber sein, dass eine unübersehbare Anzahl an kleinen Geschäften die Corona-Krise nicht überleben werden. Das bedeutet, dass erst nach der Krise diese Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft wirksam werden. Auf lange Sicht wird der Onlinehandel also doch noch profitieren, einfach weil er alternativlos sein wird. Die Weltkonzerne sind die Gewinner und das könnte auch für die Gastronomie gelten, wo sich dann noch mehr Gastro-Ketten und Systemrestaurants breit machen werden.

Die Großindustrie kann ihre Lager räumen – den Produktionsausfall ersetzt der Steuerzahler

Die Corona-Krise kommt der gesamten Großindustrie sehr gelegen. Man kann für immerhin etwa zwei Monate alles stilllegen und wird dafür vom Staat – also wieder einmal vom Steuerzahler – entschädigt. Gleichzeitig können Arbeitnehmer zu Sonderkonditionen entlassen, „entsorgt“ werden, die dann auch dem Steuerzahler zur Last fallen. Die schon lange überfällige Neuorientierung der gesamten Industrie kann angegangen werden, ohne zugeben zu müssen, dass man über zu lange Zeit alles falsch gemacht hat. Die Super-Manager werden im Gegenteil behaupten, wie toll sie sind, weil sie nach der Krise alles wieder so fein reguliert haben. Genauso wie die Regierungen behaupten werden, sie hätten die Menschheit mit ihren „wohlausgewogenen“ Maßnahmen vor dem Aussterben bewahrt. Das alles mit einem Virus, das auf jeden Fall ungefährlicher als eine „normale“ Grippe ist, aber mit einer riesigen Propagandaschlacht zu einem Monster aufgeblasen wurde.

Nicht nur die Automobilindustrie sagt danke zur Corona-Krise. Die gesamte Großindustrie mit ihren Überkapazitäten stimmt hier ein, ebenso wie die Politiker, die so verschleiern können, dass sie nicht fähig genug sind, rechtzeitig zu erkennen, dass die Religion des ewigen Wachstums nur der Gier der Kapitaleigner dient und nicht dem Mensch und einem guten Leben. Die Corona-Krise gibt allen Häuptlingen die Gelegenheit, ihr Versagen auf das Virus abzuwälzen. Die Welt wird nach dieser künstlich hergestellten Krise eine andere sein. Ob es besser wird für uns, die „kleinen“ Leute, hängt davon ab, wer aus dieser Krise als Gewinner hervorgeht. Wird es der „Deep State“ sein mit dem MIK, oder wird es Donald Trump gelingen, eben diesen und damit das Kapital zu entmachten und so den Weg für die Menschheit zu ebnen, hin zu einer Welt, die ohne Krieg und Ausbeutung weiter leben darf. Man kann nur hoffen, dass Letzteres eintrifft.  

Die Lösung liegt auf dem Tisch: „Die Humane Marktwirtschaft“

Auch wenn es unsere Stammleser jetzt langweilen könnte, erlaube ich mir nochmals den Hinweis auf unsere Humane Marktwirtschaft. Jetzt, nachdem der Finanzcrash schon da ist, wäre die beste Gelegenheit, unser revolutionäres Finanz- und Wirtschaftssystem nicht nur zu diskutieren, sondern einzuführen. Wie wir in unserem Werk aufzeigen, wäre eine umfassende Krise, der Zusammenbruch des Systems, die beste Gelegenheit, ein wirklich neues und dann nachhaltiges System zu etablieren. Ein System, das dem Mensch dient und nicht einer Handvoll Oligarchen, die mit ihrer Geld- und Machtgier ein menschenverachtendes Spiel treiben. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild, indem Sie sich mit unseren Ideen vertraut machen. Sie werden nicht die ersten sein, die mit Erstaunen feststellen, wie einfach es gehen könnte. Bestellen Sie ihr Exemplar direkt beim Verlag hier. Wir liefern schnell und unkompliziert. 

Quelle: "Auto Bild"

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