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Auch die deutsche Kolonialgeschichte muss richtiggestellt werden

Von Peter Haisenko

Es musste wieder mal erst ein Amerikaner kommen, korrekt über die deutsche Kolonialgeschichte zu berichten. Bruce Gilley, Politologe an der Portland University in Oregon, USA. Er sagt, warum sich die Deutschen nicht für die Kolonialzeit entschuldigen und erst recht nicht dafür bezahlen müssen. Deutschland hat allen seinen Kolonien einen Mehrwert gebracht.

In meinem letzten Video zur deutschen Geschichte habe ich das Thema deutsche Kolonien in Afrika kurz angerissen. Ich habe kurz ausgeführt, dass alle ehemaligen deutschen Kolonien bis heute von der deutschen Kolonialzeit profitieren. Es sind die Länder, von denen man nichts hört, weil sie einfach unauffällig funktionieren. Das steht im Gegensatz zu den ehemaligen Kolonien, die England und Frankreich verwaltet haben. Während in Deutschland auch ein Schuldkult betrieben wird bezüglich seiner Kolonialzeit, zum Beispiel mit den Hereros in Namibia, werden die Gräueltaten des belgischen Königs im Kongo völlig ausgeblendet. Dieser hat nämlich in seiner Privatkolonie Kongo mindestens zehn Millionen Menschen grausamst umbringen lassen, was etwa die Hälfte der Bevölkerung war.

Gänzlich ausgeblendet aus dem deutschen Bewusstsein werden die deutschen Schutzgebiete im Pazifik. Als da waren Deutsch-Neuguinea mit dem Bismarck Archipel, Nauru, Tonga etc. Auch für die gilt nämlich, dass sie bis heute gut und unauffällig durch alle Zeiten gekommen sind, selbst nachdem sie die Briten den Deutschen abgenommen haben. Nur das Bismarck Archipel ist jetzt ein wenig im Gespräch, weil sie die Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea anstreben. So kann auch für die deutschen Schutzzonen im Pazifik festgestellt werden, dass die Deutschen auch den Menschen im Pazifik einen Mehrwert gebracht haben.

Auf meinen kurzen Anriss im Video habe ich diverse Zuschriften erhalten. Die zeugten von Detailwissen und waren alle zustimmend. Einer beschreibt ganz besonders aktuelle Informationen aus Kamerun und den will ich Ihnen nicht vorenthalten:

Jens B. schreibt:

Sehr geehrter Herr Haisenko,

durch einen Link des Kopp-Verlages bin ich heute auf Ihren Beitrag "Nicht nur die NATO ist hirntot" gestoßen. Ich habe bereits öfter Artikel Ihrer Seite gelesen (auch den über den MH 17-Abschuss, der sehr erhellend war), aber dieser Beitrag zur Nato hat mich begeistert. Eine ähnlich klare Analyse der jetzigen Situation der Nato sucht man in der sonstigen deutschen Presse leider vergeblich.

Daran anknüpfend bin ich auf Ihr Youtube-Video vom 4.12. gestoßen, welches ebenfalls sehr interessant ist. Sie schildern ja, wie Sie durch den Gerichtsprozeß zu Katyn historisch "erweckt" wurden. Mir ging es auf andere Weise ähnlich: ich hatte jahrelang einen heftigen Disput mit meinem Vater über die Kriegsschuldfrage zum 2. Weltkrieg, wobei ich die Schulmeinung vertrat, mein Vater aber (Geburtsjahr 1932) eine durchaus andere Auffassung hatte. Geläutert wurde ich durch das Buch von Schultze-Rhonhof (der Krieg, der viele Väter hatte), in dem von gefälschten alliierten Dokumenten berichtet wurde, was ich mir bis dato nicht hatte vorstellen können.

Ein anderer Punkt in Ihrem Video hat mich aber veranlasst, Ihnen jetzt zu schreiben, nämlich das Afrika-Thema. Ich war vor wenigen Jahren mit einer Frau aus Kamerun liiert, bei der sich dann herausstellte, dass es sich um eine Prinzessin handelte. Sie ist nämlich die Tochter des Stammeskönigs der Eton, des größten kamerunischen Stammes. Wir haben auch ihre Familie in Kamerun besucht und das Land bereist und ich habe Erstaunliches, Unglaubliches erlebt. Man kann sich nicht vorstellen, mit welch einer Hochachtung dort über Deutschland gesprochen wird (es gibt ja auch eine Umfrage, wonach die Kameruner sich die deutsche Kolonialverwaltung heute zurückwünschen!). Es ist genauso, wie Sie es in Ihrem Video schildern: die Kameruner sind stolz auf ihre deutsche Vergangenheit und auf das, was die Deutschen damals initiiert und hinterlassen haben. Auf die Franzosen sind sie hingegen gar nicht gut zu sprechen, weil sie (immer noch) das Land aussaugen. Ich sah dort Kameruner in T-Shirts mit Deutschland-Aufdruck.

Wir waren zu Besuch beim Provinz-Gouverneur Kamerun-Süd-West und er sagte mir, wann immer ich in Kamerun Probleme haben sollte, sollte ich lediglich auf meine deutsche Nationalität hinweisen, dann würde sich eine Lösung finden (als weißer Mensch wird man dort normalerweise für einen Franzosen gehalten). Die Deutschen hätten Straßen, Brücken, Eisenbahnschienen gebaut, die heute immer noch leidlich funktionieren, die Franzosen hätten dagegen lediglich den Rotwein, schicke Anzüge und die Korruption gebracht. Der Vater meiner damaligen Freundin, der alte Stammesfürst (er hat übrigens eine sehr interessante Vergangenheit, hat in Paris studiert und war mit seinem Kommilitonen Jacques Chirac bis zu seinem Tod befreundet. Er sollte auch zum Kameruner Präsidenten gemacht werden, wurde dann aber inhaftiert.) war auch zum Gegenbesuch in Hannover gewesen und ich habe sehr anregend mit ihm über alle politischen Themen sprechen können. Er und alle anderen in der dritten Welt wissen sehr genau, wer im ersten und zweiten Weltkrieg wirklich der Underdog und wer der Bösewicht war, und deshalb identifiziert man sich und sympathisiert mit Deutschland (welches sich aber längst verändert hat und davon gar nichts mehr wissen will).

All diese Erfahrungen haben meine Sicht auf Deutschland total verändert. Während man ja in Deutschland und beim Urlaub in den europäischen Nachbarstaaten lernt, sein Deutschsein geringzuschätzen, ja zu verachten, habe ich in Kamerun eine direkt entgegengesetzte Haltung kennengelernt, was ich wie eine Befreiung empfunden habe. Um so schwerer ist nun das tägliche Leben in Deutschland zu ertragen.

Ich hoffe, ich habe Sie nicht gelangweilt, aber ich hatte das Bedürfnis, Ihnen eine positive Rückmeldung zu Ihrer wichtigen, sicherlich auch sehr zeitintensiven und dem Zeitgeist widersprechenden Tätigkeit zu geben.

Jens B.

Auch ich habe auf meinen vielen Reisen sehr schnell gelernt, dass man sich als Deutscher identifizieren sollte, auch wenn man sich der englischen Sprache bedienen muss. Da erfährt man dann ein viel freundlicheres Entgegenkommen, denn außer in Deutschland sind Briten und Amerikaner nirgendwo wirklich willkommen. Vergessen wir nicht: Die Deutschen wurden eingeladen und willkommen geheißen, Mehrwert in Regionen zu bringen. Russland, Kaukasus, Palästina und eben Afrika. Die Briten und Franzosen kamen stets mit Waffengewalt, Unterdrückung und Ausbeutung. Wo sie waren, haben sie Unruhen und Verderben hinterlassen. Oder andauernden Krieg, wie im Nahen Osten, Kaschmir, Afghanistan und Pakistan. Es waren auch die Briten, die 1952 mit Hilfe der CIA die demokratische gewählte Regierung Mossadeq in Persien gestürzt haben. Der Ärger dauert bis heute an.

So kann ich nur jedem empfehlen, sich mit den Büchern des AnderweltVerlags über die wahre Geschichte des 20. Jahrhunderts kundig zu machen um zu erkennen, wie sehr wir von unserer eigenen Regierung mit einer gefälschten Geschichtsschreibung verunglimpft werden.

Über Afrika haben wir bislang nur „Tripolie Charlie“ von Florian Stumfall, das im neuzeitlicheren Bereich handelt. Aber auch dieses Werk zeigt auf, wie Engländer, Franzosen und Amerikaner nach wie vor kolonial ausbeuterisch handeln. Aber dieses Werk ist nicht nur lehrreich, es ist ein sehr spannender Roman, den man kaum aus der Hand legen wird. 

Für die deutsche und europäische Geschichte empfehle ich: „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“ und die drei Bände von Reinhard Leube. Alle Bücher sind direkt bestellbar im Verlag oder natürlich im Buchhandel zu erwerben. Hier noch der Link zu meinem Video über die deutsche Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=EscvuzFuZ30 

Mehr über Bruce Gilley und die deutschen Reaktionen dazu erfahren Sie hier:
https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/kolonialismus-experte-im-bundestag-warum-sich-die-deutschen-nicht-fuer-die-kolonialzeit-entschuldigen-muessen-a3086444.html

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