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Die nächsten 30 Milliarden € fließen aus Deutschland in amerikanische Kassen

Von Peter Haisenko

Die Meldung sollte wohl positiv sein: Trotz sinkender Gewinne schütten Deutschlands Börsenschwergewichte in der Summe so viel Geld an ihre Aktionäre aus wie nie zuvor: 36,5 Milliarden Euro. Es fehlt der Hinweis, wohin dieses Geld fließt.

Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber allgemein wird davon ausgegangen, dass mindestens 80 Prozent der Aktien der DAX-Konzerne in der Hand von amerikanischen Finanzkonzernen sind. Wie es bei kleineren Aktiengesellschaften aussieht, wird ebenfalls nicht publiziert. Man darf aber vermuten, dass es da nicht viel anders ist. Das bedeutet, dass 80 Prozent der Dividenden aus Deutschland abfließen und in privaten Taschen in Übersee landen. Es ist kein Geheimnis, dass Pensionsfonds in USA deutsche Aktien sehr schätzen. Das wiederum bedeutet, dass die Früchte der Arbeit und des Erfindungsgeistes deutscher Arbeitskräfte zu 80 Prozent von amerikanischen Pensionären genossen werden. Allein aus den Dividenden der DAX-Konzerne fließen dieses Jahr so etwa 30 Milliarden € in die USA.

US-Investoren gehen mit wertlosen Dollars auf Einkaufstour

In Zeiten der Bankenrettungen mit Hunderten von Milliarden erscheinen 30 Milliarden € nicht viel. Legt man diese Summe aber um auf Individuen, ergibt sich ein anderes Bild. Von diesen 30 Milliarden können die Pensionsfonds in diesem Jahr je 30.000 € an eine Million US-Pensionäre ausschütten. Von 30.000 € Rente pro Jahr können die meisten deutschen Rentner nur träumen und wenn es nur 15.000 wären, können bereits zwei Millionen US-Pensionäre bedient werden. Natürlich fließt nicht alles aus den deutschen Dividenden an US-Pensionäre, aber das Geld ist in jedem Fall in den USA, also nicht mehr in Deutschland, wo der Gewinn erarbeitet worden ist.

Wie funktioniert dieses System? Wie kann es überhaupt sein, dass sich deutsche Aktien im Besitz einer Nation befinden, die seit Jahrzehnten das größte Außenhandelsdefizit hat? Wieso kann ein solches Land überhaupt Eigentum im Ausland erwerben? Ginge es mit rechten Dingen zu, müsste es genau anders herum sein. Die USA müssten jedes Jahr Eigentum im eigenen Land ans Ausland verkaufen, um ihre Importe bezahlen zu können. Die Realität ist aber, dass US-Investoren mit aus dem Nichts geschaffenen Dollars in der ganzen Welt auf Einkaufstour gehen und die Welt akzeptiert das. Wer dem Einhalt gebietet, wie es Putin für Russland getan hat, wird umgehend zum Feind erklärt, mit Sanktionen oder direkter militärischer Aggression angegriffen.

Die Welt finanziert die US-Armee, von der sie letztlich dominiert wird

Wer also diesen Jahrhundertbetrug durchziehen will, braucht eine übermächtige Armee, was aber extrem kostspielig ist. Im Fall der USA kostet diese Armee in etwa soviel, wie das Außenhandelsdefizit beträgt. Wir haben folglich die perverse Situation, dass die Welt, die Waren für wertlose Dollars an die USA liefert, den Amerikanern ihre Armee finanziert, mit der sie von den USA dominiert wird. Würden alle Länder auf einer ausgeglichenen Handelsbilanz mit den USA bestehen, könnte sich Washington eine Armee für die “full spectrum dominance” gar nicht leisten. Es würde gerade für einen einfachen Küstenschutz genügen, was für diese Insel zwischen Atlantik und Pazifik völlig ausreichend wäre. Niemand will die USA angreifen oder gar erobern.

Das System ist so einfach wie perfide. Mit der Macht der größten Armee, ausgerüstet mit Flugzeugträgern und Landungsbooten für Überfälle weltweit, haben die USA den ölproduzierenden Ländern befohlen, ihr Öl nur gegen US-Dollar zu verkaufen. Das ist die Grundlage für die Dominanz des Dollars, des “Petro-Dollars”, der eigentlich seit der Abkoppelung vom Gold 1971 keinen realen Wert mehr hat. Länder, die auch nur andachten, ihre Bodenschätze auch für andere Währungen zu verkaufen, sind entweder zerstört oder zu Schurkenstaaten erklärt worden. Seit 1971 kann die Zentralbank der USA, das FED, Dollar in beliebiger Menge drucken und damit gehen Hedgefonds und andere Finanzkonstrukte weltweit auf Einkaufstour. So werden aus “Fiat-Money”, aus “Micky-Maus-Geld”, reale Besitztümer, die dann “rechtmäßige” Einkommen generieren. Eben allein im letzten Jahr 30 Milliarden aus deutschem Aktienbesitz. Höchstwahrscheinlich ist diese Summe aber mindestens doppelt so hoch, wenn man die US-Anteile an kleineren Aktiengesellschaften in Deutschland mit einbezieht. Das bedeutet, dass rechnerisch mehr als vier Millionen US-Pensionäre Einkommen von 15.000 €/Jahr aus der Arbeit beziehen können, die nur in Deutschland geleistet wurde.

Kein Land der Welt kann und wird seine Schulden jemals begleichen

Einem funktionsfähigen Denkapparat ist nicht zu vermitteln, dass das Land mit den größten Schulden, intern wie extern, alles in fremden Ländern aufkaufen darf, was anschließend Gewinn abwirft. Diesem Thema haben wir uns in unserer Humanen Marktwirtschaft auch gewidmet und ein Verfahren entwickelt, wie das zurückgeführt werden kann. Es ist ja so, dass im Falle des Zusammenbruchs des aktuell praktizierten Betrugssystems die USA ihre Importe nicht mehr bezahlen können – und auf Importe sind sie angewiesen, wie kaum ein anderes Land. Amerika wäre auf dann freiwillige Hilfsleistungen angewiesen, die sie bislang mit ihrer Militärmacht einfach einfordern. So stellen wir ein Modell vor, das in einer Übergangsphase – so lange, bis die USA ihre Wirtschaft wieder auf Vordermann gebracht haben – den sukzessiven Verkauf der ergaunerten Güter im Ausland vorsieht, damit die USA nicht im Chaos enden und weiterhin Importe tätigen können. Und zwar ohne sie mit Warenlieferungen aus Inlandsproduktion in gleicher Höhe auszugleichen – also ohne eine ausgeglichene Handelsbilanz zu haben. Für eine Übergangszeit.

Natürlich widerstrebt ein solches Verfahren jedem Gerechtigkeitssinn, – Schulden sollten bezahlt werden – aber im humanistischen Sinn muss ein Verfahren angewendet werden, mit dem alle überleben können. Dazu sollte man sich vergegenwärtigen, dass sowieso kein Staat seine Schulden jemals begleichen kann und wird. Abgesehen von der unbeantworteten Frage, wer wem überhaupt das viele Geld schuldet. Vergessen wir nicht, dass alle Schulden der Welt ein Mehrfaches dessen betragen, was eine Jahresproduktion aller Länder auf dem Globus ausmacht. In dem Sinn muss auch festgestellt werden, dass die Welt und ihre Wirtschaft ja grundsätzlich funktionieren. Allerdings in einer Weise, die die meisten Länder ausbeutet und vor allem den USA unbillige, unverdiente Vorteile und Luxus beschert, die jenseits der realen Leistung ihrer Bürger und ihrer Industrie liegen.

Ausländische Aktionäre sind nur an maximalen Dividenden interessiert

Aus dem Umstand, dass der überwiegende Teil der deutschen Aktien in fremder Hand ist, ergibt sich noch ein weiterer für uns negativer Effekt. Die Aktionäre haben keinerlei Interesse am Wohlergehen der deutschen Arbeitnehmer. Sie sind allein an maximalen Dividenden interessiert. Das erklärt dann auch, warum die Vorstände ohne Rücksicht auf die deutsche Nationalökonomie und Arbeitsplätze vorgehen. Nein, sie sind nicht den Arbeitnehmern oder gar dem deutschen Gemeinwesen verpflichtet. Sie sind den Aktionären verpflichtet, maximale Dividenden zu erwirtschaften. So ist es nur logisch, dass die Soziale Marktwirtschaft seit 1990 Stück für Stück abgeschafft worden ist und heute kaum noch in Resten erkennbar ist.

Das einzige deutsche Großunternehmen, das noch nicht restlos vom Ausland kontrolliert wird, ist der VW-Konzern. Und zwar wegen des “VW-Gesetzes”, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität garantiert. In dem Wissen wird auch verständlich, warum die USA nur VW wegen der Manipulationen der Dieselmotoren mit Strafen belegt hat. Aber der neue Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns Dr. Herbert Diess arbeitet schon an diesem “Problem”. Er will den Konzern in einzelne eigenständige Einheiten aufteilen. Die können dann vom ausländischen Kapital aufgekauft werden, denn nur der (kleine) verbleibende Rumpfkonzern wird weiterhin dem VW-Gesetz unterliegen.

Deutsche Unternehmen werden in kolonialer Weise ausgebeutet

Die Meldung über die Rekordausschüttungen der DAX-Konzerne hat noch einen Zusatz: Der Gewinn als solcher, also nach Steuern, ist um zehn Prozent geschrumpft. Trotzdem sind die Dividenden auf Rekordniveau. Auch das deutet darauf hin, dass hier von den ausländischen Aktionären auf maximal mögliche Gewinnausschüttung bestanden wird. Dass all das nicht im Sinn der deutschen Arbeitnehmer und ganz und gar nicht zukunftsorientiert sein kann, versteht sich von selbst. So kann ich nicht umhin festzustellen, dass nicht nur die deutschen Unternehmen in kolonialer Weise vom angelsächsischen Kapital ausgebeutet werden. Aber das war ja bereits zum Ersten Weltkrieg das Ziel.

Wie kann man dem Einhalt gebieten? Nur mit einem Finanz- und Wirtschaftssystem, das von Grund auf neu konstruiert ist und die Macht des Kapitals über die Politik bricht, ja unmöglich macht. Wie ich bereits angeführt habe, ist unser System der Humanen Marktwirtschaft komplett durchkonstruiert, eben bis hin zu einem sanften Übergang, der es sogar den maroden USA ermöglicht, in Würde zu gesunden. Ein System, das es “Dritte-Welt-Ländern” ermöglicht, auf die Beine zu kommen, indem es faire Bezahlung zu fairen Wechselkursen garantiert. Damit werden nicht zuletzt “Fluchtursachen” vielerorts einfach beseitigen.

Ja, ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass unser System der Humanen Marktwirtschaft alle Probleme lösen, Frieden, Freiheit und allgemeinen Wohlstand bringen und gierige Ausbeutung unmöglich machen wird. Noch dazu weisen wir nach, dass “Die Humane Marktwirtschaft” innerhalb kürzester Zeit, weniger Monate, eingeführt werden kann. Es ist höchste Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie es weiter gehen soll, nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch des alten Systems. Wie ein System aussehen kann, das nicht bereits in sich von Anfang an das unausweichliche Scheitern trägt. Machen Sie sich selbst ein Bild und sehen Sie an, wie wir uns eine optimale Welt vorstellen, die tatsächlich möglich ist. “Die Humane Marktwirtschaft” nach Haisenko/von Brunn ist erhältlich im Buchhandel oder direkt zu bestellen beim Verlag hier.

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