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Einigkeit und Recht und Freiheit… - Horror vacui

Eine Polemik von Felix Weinmacher

Einigkeit und Recht und Freiheit, dieser in unserer schönen Nationalhymne inbrünstig besungene Dreiklang für ein glückliches Vaterland hat in der Vergangenheit so manche Dissonanz erfolgreich überstanden. Inzwischen aber muss man konstatieren: Die Misstöne mehren sich und wenn sich die atonalen Tendenzen in der Gesellschaft weiter verstärken, wird man sich in Bälde nach einer neuen Hymne umsehen müssen. Der naiv-patriotische Optimismus eines Hoffmann von Fallersleben hat sich überlebt und kann der Komplexität (oder sollte ich Zerrissenheit sagen?) unserer Gesellschaft nicht mehr Rechnung tragen.

Ich empfehle deshalb, vorsorglich schon jetzt einen Ideenwettbewerb auszuschreiben, in den alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen einbezogen sind, denn am Ende muss der Text ja auch allen gefallen und von allen akzeptiert werden. Dementsprechend muss er unbedingt gentrifiziert und politisch korrekt nach allen Seiten sein und darf auf gar keinen Fall zu deutsch daherkommen. Das ist nicht einfach, da muss jedes Wort genau bedacht werden. Schließlich soll die neue Hymne dann nicht wieder nur von Hooligans und anderen rechtsradikalen Elementen bei Länderspielen der Fußball-Nationalmannschaft und ähnlichen Proleten-Veranstaltungen gegrölt werden. Nein, der neue Text muss so gestrickt sein, dass ihn dann auch die fußballspielenden Millionäre mit Migrationshintergrund bedenkenlos und ohne Scham mitsingen können.

Aber kommen wir auf des Pudels Kern und damit auf die Frage, weshalb ich mir Sorgen mache um den Fortbestand unserer Noch-Nationalhymne, die sich textlich um die drei Schlüsselbegriffe Einigkeit und Recht und Freiheit rankt. Das Thema beschäftigt mich schon seit längerem, aber bestimmte Rand- und Folgeerscheinungen im Zusammenhang mit dem von islamistischen Fanatikern verübten Attentat von Paris haben mir doch sehr zu denken und meinen latent vorhandenen Befürchtungen neue Nahrung gegeben.

Mord – auch in Allahs Namen – ist ein Verbrechen

Unmissverständlich und eindeutig vorneweg: Dieses von religiös indoktrinierten Faschisten, von selbsternannten Gotteskriegern im Namen Allahs verübte Verbrechen, dem letztlich 17 unschuldige Menschen zum Opfer fielen, ist durch und durch verdammenswürdig und kann bei jedem halbwegs zivilisierten Zeitgenossen nichts als tiefste Abscheu hervorrufen. Mord ist das schlimmste Verbrechen, das ein Mensch begehen kann, und dafür gibt es keine Entschuldigung. Überhaupt keine! Auch nicht die angeblich durch Mohamed-Karikaturen tief verletzten religiösen Gefühle der ach so zart besaiteten Seelen der „Rächer des Propheten“.

„Allahu Akbar“ (Gott ist der Größte) riefen die Attentäter von Paris, während sie ihr Teufelswerk verrichteten. „Allahu Akbar“ skandieren fanatisierte Mordgesellen aber auch, wenn sie andere Muslime zu Tausenden in Syrien, im Irak, in Nigeria, in Pakistan und anderswo auf brustalte Weise massakrieren, nur weil sie einer anderen Glaubensrichtung angehören – z.B. Sunniten gegen Schiiten und umgekehrt. – Wenn sich dann Angehörige unserer derzeitigen Regierung wie Innenminister de Maizière und Justizminister Maas zu der völlig verblödeten Feststellung versteigen, die Morde in Paris hätte „nichts mit dem Islam zu tun“ greift man sich an den Kopf und fragt: Ja womit denn sonst? Nicht Jahwe, nicht Jesus, nicht Shiva, nicht Buddha und auch nicht Ché Guevara oder Stalin mussten herhalten als „Auftraggeber“ für dieses Verbrechen. Allah war es, den sie anriefen, und der ist nun mal untrennbar mit dem Islam verbunden. Das dürfte selbst den beiden Herren Minister nicht entgangen sein.

Ah ja, damit sind wir nun bei der von Politikern, Kommentatoren, Islam-Funktionären, Religionswissenschaftlern etc. gebetsmühlenhaft vorgetragenen Unterscheidung von Islam und Islamismus. Natürlich gibt es da einen gewaltigen Unterschied, den jeder halbwegs denkende Mensch – und ich unterstelle einmal, selbst die Mehrheit der Pegida-Demonstranten – erkennt und akzeptiert. Die Frage ist, wie diese Seuche der extremen, mordlüsternen und menschenverachtenden Salafisten und Dschihadisten überhaupt ausbrechen konnte. Ursache und Wirkung stehen immer in einem untrennbaren Abhängigkeitsverhältnis und man wird ein Krebsgeschwür nicht ausrotten können, wenn man nur an den Symptomen herumdoktert. Man muss die Wurzel des Übels erkennen und bekämpfen – damit werden wir uns in einem gesonderten Beitrag demnächst einmal eingehend beschäftigen. Vorerst wollen wir aber bei der Wirkung bleiben, bei dem, was dieser islamistische Faschismus schon angerichtet hat und noch weiter anrichten wird. Paris war nicht der Anfang, aber auch bei weitem noch nicht das Ende!

Islam ist nicht Islamismus, aber Islamismus ist auch Islam

Halten wir also fest: Islamismus ist nicht gleichzusetzen mit dem Islam an sich, aber diese radikalen Auswüchse haben sehr wohl etwas mit dieser Religion zu tun. Warum also sind die anständigen, wohlmeinenden, auf ein friedliches Zusammenleben und jegliche Gewalt ablehnenden Muslime in Deutschland nicht schon längst auf die Straße gegangen, um stimmgewaltig und mit entsprechenden Transparenten ihren deutschen Mitbürgern unmissverständlich deutlich zu machen, dass sie die Gewaltexzesse der islamistischen Mörderbanden verabscheuen, dass sie sich durch jene, die ihren Religion, den Islam, für ihre Untaten kidnappen, missbraucht fühlen und das nicht länger hinnehmen wollen? Warum kriegen über vier Millionen in Deutschland lebende Muslime es nicht hin, wenigsten ein oder zwei Prozent ihrer Mitbrüder und -schwestern (auch wenn Letztere weniger zählen) für eine Demo zu mobilisieren, in der sie deutlich machen, dass ein Generalverdacht gegen alle Muslime nicht zulässig ist, sondern dass sie bei aller Pflege ihrer kulturellen und religiösen Eigenheit bereit und willens sind, sich in diese freiheitlich-demokratische Gesellschaft zu integrieren, deren Werte zu akzeptieren und die geltenden Gesetze zu achten? Wäre das schon vor ein paar Jahren passiert, wäre eine Pegida-Bewegung vermutlich nie zustande gekommen.

Wo bleibt der Protest der Muslime?

Genau das aber ist nicht geschehen. Warum? Weil der Islam eine in sich heillos zerstrittene Glaubensgemeinschaft ist, in der es keine Autorität gibt, die von den unterschiedlichen Strömungen anerkannt und respektiert wird. Weil Hassprediger in unzähligen Moscheen nach wie vor ihr ketzerisches Unwesen treiben können, ohne dass der Zentralrat der Muslime entschieden dagegen vorgeht. Weil sich die meisten Muslime – auch die gutwilligen – letztlich sehr wohl fühlen in ihrer Parallelwelt, die den Deutschen in aller Regel verschlossen bleibt, da sie deren Sprache(n) nicht verstehen. Weil sie überhaupt nicht in der Lage sind, eine qualitativ und quantitativ überzeugende Demonstration in welcher Stadt auch immer überhaupt zu organisieren. Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime ist sicherlich ein auf Verständnis und Annäherung bedachter Mann, aber er hat es noch nicht gewagt, zu einer großen Demonstration aufzurufen. Weil er weiß, dass ein solches Unterfangen in einem Desaster enden würde. Wenn seinem Aufruf nämlich nur ein paar hundert, vielleicht auch ein paar tausend seiner Glaubensbrüder folgen würden, wäre das Signal, das damit in die deutsche Gesellschaft hineinwirken würde, ausgesprochen fatal. Dann kämen nämlich nicht einmal die Mainstream-Medien umhin zu konstatieren: ‚Islam-Demo ging leider in die Hose. Die Gräueltaten von IS, Al-Quaida, Taliban und Boko Haram sind den Muslimen in Deutschland egal. Integrationsversuch gescheitert.’

Bei der Kundgebung am vergangenen Dienstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin haben die Muslime größten Wert darauf gelegt, dass sie die Initiatoren dieser Veranstaltung seien. War es doch das erste Mal, dass sie dergestalt in Erscheinung getreten sind – flankiert von der Bundeskanzlerin und ihrem gesamten Kabinett, vom Bundespräsidenten, von Vertretern der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde. Was sollte da noch schief gehen? – Nüchtern betrachtet ist es schief gegangen, denn gerade mal 10.000 Teilnehmer (wohlwollend gezählt) ist für die Hauptstadt mit mehr als 3,4 Millionen Einwohnern ein Witz. Die wenigsten darunter waren Muslime, und hätte es die hochrangige Schützenhilfe nicht gegeben, wäre dieser Aufruf des Zentralrats zu einer peinlichen Veranstaltung geworden.

Der Islam kann nicht zu Deutschland gehören

Ganz anders sieht es aus, wenn der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine Propaganda-Shows in Deutschland abzieht. Da pilgern seine muslimischen Landsleute in Scharen hin und spenden frenetischen Applaus, wenn der Kalif von Ankara verkündet „Assimilation ist ein Verbrechen“ und buhen aus vollem Halse als er den Namen unserer Kanzlerin ausspricht. (So geschehen im Mai 2014 in der Köln-Arena.) Machen wir uns nichts vor: Die Muslime in Deutschland tun mehrheitlich nichts Böses, leben nach deutschem Recht und Gesetz, arbeiten fleißig, machen gute Geschäfte und zahlen brav ihre Steuern – doch sich klar positionieren f ü r unsere Gesellschaft und g e g e n ihre radikalen, mordlüsternen und menschenverachtenden Glaubensbrüder der Salafisten und Dschihadisten wollen sie nicht. Immerhin gehören die ihrer Religion an und halten ständig den Koran in die Höhe, während wir eben doch am Ende Ungläubige sind, mit denen man sich zwar arrangieren, aber niemals solidarisieren kann.

Umso unsinniger, geradezu lächerlich und jener viel beschworenen Einigkeit in unserer Gesellschaft in keiner Weise zuträglich erscheint da Frau Merkels Statement: „Der Islam gehört zu Deutschland“. Warum sie sich diesen von ihrem einstigen Protegé und Kurzzeit-Präsidenten Christian Wulff schon vor Jahren behaupteten Schwachsinn zu Eigen gemacht hat, bleibt ihr Geheimnis. Ihr Gehirn hat sie dabei jedenfalls nicht benutzt.

Abendland = Christentum + Aufklärung + Humanismus

Historisch betrachtet ist diese Aussage schlicht falsch. Die abendländische Kultur, der wir uns in Deutschland zugehörig fühlen, ist geprägt von Christentum, Aufklärung und Humanismus. Daraus haben sich unsere fundamentalen Werte wie Menschenwürde, Toleranz, Gedankenfreiheit, Respekt vor dem Leben jedes Einzelnen usw. geformt. Mit dieser philosophischen Weiterentwicklung des Menschen hin zu einem vernunftbegabten, im Grunde friedliebenden und kompromissfähigen (Demokratie!) Wesen hat der Islam nicht das Geringste zu tun. Diese Religion ist per se statisch und das Selbstverständnis seiner Anhänger hat sich seit der Zeit des Propheten Mohamed (6./7. Jh. n. Chr.) überhaupt nicht verändert. Frühes Mittelalter also, das mit den real existierenden Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts in keiner Weise kompatibel ist.

Jahrhundertelang haben die Europäer mit vereinten Kräften gegen den Ansturm der Osmanen und für die Bewahrung des christlichen Abendlandes gekämpft (Türkenbelagerungen Wiens; Prinz Eugen). Gott sei dank, kann man nur sagen, sonst wäre es in Europa nichts geworden mit französischer Revolution, Aufklärung und Humanismus. Bestimmte historische Wahrheiten sollten auch der studierten Physikerin Merkel geläufig sein.

Welcher Islam ist wohl gemeint, der nach Auffassung der Kanzlerin zu Deutschland gehört? Der Islam der Wahabiten (Salafis), die in Saudi Arabien das Sagen haben und nach deren Vorstellungen es völlig in Ordnung ist, wenn ein Mensch, der zu einem offenen Dialog über Politik und Religion aufruft, zu 1000 (!) Peitschenhieben verurteilt und damit in Raten auf brutalste Weise umgebracht wird? Der Islam der Taliban in Afghanistan und der Mullahs im Iran, der angebliche Ehebrecherinnen eingraben und öffentlich zu Tode steinigen lässt? Den Islam der Salafisten, die sich hierzulande ungestraft als „Scharia-Polizei“ aufspielen dürfen und Rattenfängern gleich, frustrierte und fehlgeleitete Jugendliche für den „Heiligen Krieg“ in Syrien, Irak usw. rekrutieren. Den Islam, der Sport- und Schwimmunterricht für Mädchen ablehnt und Ehrenmorde innerhalb der Familie für durchaus angebracht hält, wenn’s denn sein muss?

Eine Religion, die derartige Auswüchse zulässt oder sogar von ihren Gläubigen fordert, läuft meinem humanistischen Selbstverständnis völlig zuwider. Eine solche Religion hat nichts mit Deutschland zu tun, jedenfalls nicht mit dem pluralistischen, freiheitlich-demokratischen Deutschland, in dem ich groß geworden bin, das ich liebe und in dem ich weiterhin in Frieden leben möchte.

Treffliches Schema von Gut und Böse

Nach dem Attentat von Paris herrscht nun wenigstens Klarheit, wer im Lande die Guten und wer die Bösen sind. Die Muslime gehören mit dem Segen der Kanzlerin grundsätzlich zu den Guten, die Juden sowieso und nun ganz augenfällig alle, die bekennen „Ich bin Charlie“ und sich einen Bleistift ans Revers heften. Die Bösen sind in jedem Fall die Pegida-Demonstranten und alle, die eine gewisse Sympathie für deren Beweggründe hegen. Da wird kein großes Federlesen gemacht, da muss man nicht unterscheiden zwischen unbescholtenen Bürgern, die ihren Missmut über eine seit Jahrzehnten vernachlässigte und verfehlte Zuwanderungs-, Flüchtlings- und Asylpolitik auf die Straße tragen, und Trittbrettfahrern aus dem rechten und rechtsradikalen Spektrum. Da kommen alle in einen Sack, auf den man bedenkenlos eindreschen kann. Man wird schon die Richtigen treffen. Um zu illustrieren, wovon ich spreche, nur zwei Zitate aus jüngster Zeit:

Michel Friedmann in der BZ: „Und es gibt einen furchtbaren Rassismus. Und einen islamfeindlichen Extremismus in ganz Deutschland, der seine menschen- und demokratieverachtende Fratze aber hauptsächlich in Dresden demonstrativ zur Schau trägt.“ (…) „Es ist der Demokratie zu verdanken, dass selbst Demokratiefeinde wie die Pegida-Anhänger demonstrieren dürfen.“

Justizminister Heiko Maas (SPD) in der Bild: „Jeder hat das Recht zu demonstrieren. Aber: Wie heuchlerisch ist das denn? In Dresden wollen Menschen mit Trauerflor am Arm eben jener Opfer in Paris gedenken, die sie vor einer Woche noch als Lügenpresse beschimpft haben. Es ist einfach nur widerlich, wie die Hintermänner dieser Demos das abscheuliche Verbrechen von Paris jetzt ausschlachten wollen.“

Fassen wir zusammen: Die menschen- und demokratieverachtenden Extremisten identifiziert Herr Friedmann nicht etwa in den Reihen der mit Kalaschnikows, Panzerfäusten und Sprengbomben bewaffneten und jederzeit mordbereiten Islamisten, sondern unter den gewaltfreien Demonstranten in Dresden. Dort sind die Feinde der Demokratie und die sind Schuld, wenn „Deutschland einig Vaterland“ nicht mehr so recht funktionieren will. Und damit ist auch klar, dass Leute wie diese niemals wirklich den gewaltsamen Tod der Redakteure und Zeichner von „Charlie Hebdo“ betrauern können, sondern ausgemachte Heuchler sind, die das Attentat von Paris für ihre niederen Zwecke missbrauchen. Eines, Herr Maas, ist ganz sicher: Mit „Lügenpresse“ haben die Demonstranten ganz bestimmt nicht das französische Satire-Magazin gemeint, von dem sie bis zum 7. Januar vermutlich noch nie etwas gehört hatten. Das „Unwort des Jahres“ galt und gilt ganz anderen Medien.

Horror vacui!

Ich bin weit davon entfernt, mich hier als advocatus diavoli für die Pegida-Bewegung zu positionieren, aber ich will deutlich machen, in welcher Weise und von wem (auch) Spaltpilze in die Gesellschaft getragen werden. Es ist immer hilfreich, das Hirn einzuschalten, ehe man den Mund aufmacht, erst recht, ehe man pauschale Diffamierungen millionenfach in die Welt setzt. Bei der letzten Montagsdemo in Dresden waren 25.000 Menschen auf der Straße: alles Neonazis, alles rechtsradikale Spinner, alles Feinde der Demokratie, alles Extremisten? – Nicht wirklich. Einer Untersuchung der TU Dresden zufolge kommt der „typische“ Pegida-Demonstrant aus der Mittelschicht, ist gut ausgebildet und berufstätig und seine Motive entspringen keineswegs einem islamfeindlichen Extremismus, wie Herr Friedmann meint, sondern einer generellen „Unzufriedenheit mit der Politik“.

„Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen“. Dieses Zitat von George Orwell hat sich jetzt der „stern“ zu Eigen gemacht. Wohl wahr, Kollegen, so sollte es sein. Aber in unserer Gesellschaft hat sich da leider einiges verschoben. Manche „Auserwählte“ dürfen alles sagen, und wenn es der größte Schwachsinn ist, andere, insbesondere die üblicherweise „schweigende Mehrheit“, hat gefälligst auch weiterhin die Klappe zu halten, selbst wenn das, was sie zu sagen hat, keineswegs nur dumm und einfältig ist. Es tut mir leid, es so deutlich sagen zu müssen: Mein Vertrauen in den staatstragenden Dreiklang von Einigkeit und Recht und Freiheit ist ziemlich erschüttert. Und wenn sich unsere Volksvertreter und Meinungsbildner an den Stellen, wo es dem Volk unter den Nägeln brennt, weiterhin in Schönfärberei, Beschwichtigung und faulen Ausreden ergehen, anstatt endlich eine ehrliche, gerechte und wirklich demokratische Politik zu betreiben, dann wird der schon vorhandene Riss in der Gesellschaft von Tag zu Tag größer werden. Wohin das führen kann, weiß jeder, der sich mit der europäischen Geschichte der letzten hundert Jahre einigermaßen beschäftigt hat. Horror vacui!

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