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Islam – Nicht enden wollender Glaubenskrieg nach innen und nach außen

von Felix Weinmacher

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht über die Medien zum unfreiwilligen Zeugen eines widersinnigen Glaubenskrieges werde. Seit nunmehr über 1380 Jahren (!) schlagen sich Sunniten und Schiiten inklusive ihrer unzähligen sektenhaften Untergruppierungen im Namen Allahs die Schädel ein – nur weil sie sich nach dem Tod Mohammeds (632) nicht einigen konnten, wer der rechtmäßige Nachfolger des Propheten sein sollte. Wenn man es in fast 14 Jahrhunderten nicht schafft, diesen theologischen Dissens in einen friedlichen und für beiden Seiten akzeptablen Konsens zu bringen, dann steht zu befürchten, dass es den religiösen Eiferern auch in den nächsten tausend Jahren nicht gelingen wird, Frieden zu schließen.

Jeden Tag Bilder von zerfetzten Autos, brennenden Gebäuden, verstümmelten Leichen, blutende Menschen, Männer, Frauen Kinder… Bilder aus Beirut, Bagdad, Kabul, Kairo, Wolgograd… Diese radikalen Islamisten – welcher Seite auch immer sie sich zugehörig fühlen – machen vor nichts Halt. Religiöser Fanatismus und ideologische Verbohrtheit sind so unabdingbar in ihrem Denken und Fühlen manifestiert, dass es keinen Raum mehr gibt für rationales Denken, Empathie oder gar Mitleid. Im Gegenteil: Die Männer mit den langen Bärten und der Kalaschnikow im Arm gefallen sich in der Pose des unerschrockenen Glaubenskriegers, der jederzeit bereit ist, im Namen Allahs zu töten und dabei in Kauf nimmt, selbst ins Gras zu beißen. Wunderbar! Als „Märtyrer“ fährt er dann ohne Umwege ein ins Paradies, wo die Huris (Paradiesjungfrauen) schon sehnsüchtig auf ihn warten. Na, wenn das nichts ist? – Aber wie steht es mit der 15-Jährigen, die man so lange indoktriniert hat, bis sie sich den Bombengürtel um den Leib schnallen lässt, um damit sich selbst und möglichst viele unschuldige Menschen auf einem Markt, in einem Bus, vor einer Polizeistation in die Luft zu sprengen? Welche paradiesischen Freuden warten wohl auf sie? Ich habe keine Ahnung, welche Belohnung der Koran, der ja insgesamt nicht so besonders frauenfreundlich daherkommt, für Märtyrerinnen vorsieht. Ich weiß nur eines, dass es mich anwidert, wenn junge Menschen, männlich oder weiblich, missbraucht werden als Handlanger für religiös motivierten Terrorismus.

Allahu akbar (Gott ist groß)! Das brüllen sie alle, bei jeder Gelegenheit, auf allen Seiten. Ja, gut, meinetwegen. Aber welcher Allah ist denn jetzt nun der richtige? Der der Sunniten, der Schiiten, der Wahabiten, der Salafisten, und wie sie alle heißen? Wenn ihr schon die ganze Welt missionieren und alle „Ungläubigen“ zu Anhängern des Islam machen wollt, dann werdet euch doch erst einmal einig, welchen Allah wir dann anbeten sollen. So lange ihr „Gotteskrieger“ euch gegenseitig umbringt, ist mir das ehrlich gesagt ziemlich egal. Mein Mitleid und tiefes Bedauern gilt den unzähligen Opfern, die ihr mit eurer menschenverachtend faschistoiden Vorgehensweise in den Tod reißt. Die Anmaßung, die ihr mit euren Terroraktionen an den Tag legt, ist durch nichts zu rechtfertigen, und eines Tages werdet ihr alle dafür bezahlen. Allahu akbar!

Kampf nach innen und nach außen

Damit ist schon angesprochen, dass es sich bei diesem nicht enden wollenden Zerstören und Morden keineswegs nur um eine interne Angelegenheit des Islam handelt. Nein, da sind all diese radikal islamistischen, extrem militanten Gruppierungen wie Taliban, Al Quaida, Hisbollah, Hamas, Abdullah-Assam-Brigaden, Moslembrüder (um nur die zu nennen, die am häufigsten in Erscheinung treten ), die neben dem Kampf gegen ihre Glaubensbrüder im jeweils anderen Lager den Dschihad, den „heiligen“ Krieg, gegen alle Menschen, die nicht dem islamischen Glauben angehören, zu ihrem höchsten Lebensziel erklärt haben. Wenn es nach ihnen ginge, sollte die ganze Welt mit der Scharia überzogen werden und nach den Gesetzen des Koran leben. Na danke schön, das fehlte mir gerade noch.

Doch das wird euch Hasspredigern und Demagogen nicht gelingen. Dafür ist die geistig-intellektuelle Entwicklung der überwiegenden Mehrheit der Menschen auf unserem Planeten schon zu weit fortgeschritten. Um weltweit auf euch aufmerksam zu machen und um eure Terroranschläge möglichst effektiv zu koordinieren, bedient ihr euch zwar der modernsten Technik (ein unfreiwilliges Geschenk derer, die ihr verachtet und bekämpft), geistig seid ihr jedoch im tiefsten Mittelalter stecken geblieben. Niemand, wirklich niemand, der die Segnungen der Aufklärung und des Humanismus verstanden hat und als Individuum davon profitiert, wird jemals wieder zurückkehren wollen in mittelalterliche Strukturen. Daran werden auch eure Bomben nichts ändern.

Hier sind die friedliebenden und wohlmeinenden Muslime aufgerufen, dagegenzuhalten und dafür zu sorgen, dass nicht der Islam als Ganzes pauschal in Misskredit gerät. Denn es steht außer Frage, dass die überwiegende Mehrheit der rd. 1,8 Milliarden Menschen islamischen Glaubens auf der Welt – genau wie wir – nichts anderes will, als in Frieden und Freiheit zu leben. Sie müssen sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dagegen wehren, dass extremistische Minderheiten weiter Tag für Tag ihre Blutspuren hinterlassen und damit dem Ansehen ihre Religion schaden.    

Die Christen haben es in 130 Jahren geschafft

Das Christentum (Hauptfeind des Islam) war, wie wir wissen, auch nicht frei von religiös motivierten kriegerischen Auseinandersetzungen. Das begann im Wesentlichen 1517 mit dem Anschlag von Luthers Thesen an die Kirchentür in Wittenberg und war am Ende des Dreißigjährigen Krieges mit dem Westfälischen Frieden 1648 weitestgehend erledigt. Wobei festzuhalten ist, dass der Dreißigjährige Krieg nur zweitrangig ein Religionskrieg war. In erster Linie ging es bei diesen Auseinandersetzungen um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa. Die islamische Welt hatte mit dem Leid und der Not, die dieser Krieg (inklusive Seuchen und Hungersnöte) über die Menschen in Europa gebracht hat, nichts zu tun und wurde damit auch nicht behelligt.

Bleibt festzuhalten: Die Christen haben gerade mal rund 130 Jahre gebraucht, um ihren internen Zwist beizulegen und danach überwiegend zu einem friedlichen Neben- und Miteinander zu finden. Davon ist der Islam selbst nach 1380 Jahren des Kampfes nach innen und nach außen noch weit entfernt – trotz Satellitentechnik und moderner Kommunikation.

Reichtum unterm Wüstensand – Kamelscheiße wäre besser

Und noch eines dürfen wir bei der Betrachtung der islamischen Welt nicht außer Acht lassen: Geld, sehr viel Geld! Würde unter dem Wüstensand auf der Arabischen Halbinsel statt Unmengen von Öl und Gas nur Kamelscheiße lagern, müsste so mancher Scheich erheblich kleinere Brötchen backen. Die Quellen, aus denen sich die islamistischen Extremisten bedienen können, um Waffen, Bomben, Logistik, Ausbildungscamps etc. zu finanzieren, würden dann vermutlich nicht so üppig sprudeln. So mancher groß angelegte Terroranschlag könnte dann wohl nicht mehr stattfinden.  

Gleichzeitig wäre das Interesse der Industriestaaten an Ländern wie Saudi Arabien, Kuweit, Dubai, Libyen, Irak etc. um ein vielfaches geringer. Mit komprimierter Kamelscheiße könnten sie nicht viel anfangen. Aber nach den Segnungen Allahs in Form von Rostoffen gieren sie alle. Die modernen Gesellschaften der westlichen Welt können ohne Öl und Gas nicht existieren, ganze Industrien – und damit das Wohl der Bevölkerung – hängen davon ab.

Das wissen natürlich auch die Scheichs, und so können sie nicht nur die Preise diktieren, wie es ihnen gefällt, sondern sie können auch mit der ihnen eigenen Arroganz gegenüber dem Westen auftreten, mit ihrem märchenhaften Reichtum zusammenkaufen, worauf sie gerade Lust haben, und auf diese Weise ihre Macht in unserer globalisierten Wirtschaft ausdehnen und festigen. Nach vorne die Milliarden-Deals, nach hinten die Finanzierung der islamistischen Terroristen. Eine ziemlich perfide Strategie, der der Westen derzeit nicht viel entgegen zu setzen hat. Schade, dass unter dem Wüstensand keine Kamelscheiße lagert.

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