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Amerikanische Ukrainer schießen auf Ukrainer

Von Peter Haisenko 

Mittlerweile werden sie „grüne Männer“ genannt – die muskelbepackten Männer in paramilitärischen Anzügen, vermummt mit schwarzen Gesichtsmasken, wie sie gerne von Bankräubern getragen werden, und schwer bewaffnet. Sie treiben ihr Unwesen vor allem im Osten der Ukraine, waren aber auch schon auf dem Maidan präsent. Wer sind diese Hasardeure, die perfekt russisch oder ukrainisch sprechen, und mit ihrer rücksichtslosen Vorgehensweise den Konflikt schüren? – Ganz offensichtlich kann es sich doch nur um Männer aus Russland handeln, von Putin als Provokateure entsandt. Wirklich?

Blicken wir zurück. In den 1990er Jahren waren die Armeen des ehemaligen Warschauer Pakts in einem jämmerlichen Zustand. Gerade in der Ukraine und Russland blieb der Sold oft monatelang aus und wurde sowieso von Inflation aufgefressen. In dieser Zeit haben viele junge Männer die Armee verlassen, sind reihenweise desertiert – zu Zehntausenden. Diese Männer haben nichts anderes gelernt als das Kriegshandwerk. Welche Alternative für ihren Lebensplan hatten sie also? Gut, dass es die USA gibt.

Zeitgleich haben die USA in den 90ern „private Armeen“ aufgebaut, die sie für die ganz dreckigen Aufgaben brauchten. Teilweise für verdeckte Operationen, die der amerikanische Kongress nicht genehmigt hätte. Die privaten Milliardenunternehmen heißen Blackwater – heute Greystone und neuerdings Academy. Blackwater war nach dem zweiten Irakkrieg mit bis zu 70.000 Mann im Irak. Die Männer von Blackwater haben zum Beispiel gezielt irakische Spezialisten für Ölförderung ermordet, damit die amerikanischen Ölfirmen keine lokale Konkurrenz beim Aufbau ihres Monopols fürchten mussten. Aber nicht nur dort. Für ein durchschnittliches Monatssalär von etwa 8.000,- $ haben diese Söldner im (verdeckten) Auftrag der US-Regierung zuverlässig überall dort die Drecksarbeit erledigt, wo destabilisiert und gemordet werden sollte. Afrika, Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien, Süd- und Mittelamerika.

Russischsprachige Söldner im Dienste der USA

Eine Vielzahl jener Ex-Soldaten des Ex-Ostblocks hat sich massenhaft als Söldner in den Dienst der privaten amerikanischen „Sicherheitsunternehmen“ gestellt. Besonders gefragt waren „Spezialisten“ wie zum Beispiel Scharfschützen. Die französische Fremdenlegion war kaum eine Alternative, denn die Amis zahlen viel besser. Halten wir also fest: Die USA verfügen seit den 90ern über Söldnerheere, die sich durch russisch-ukrainische Sprachkompetenz auszeichnen – in muttersprachlicher Qualität. Aus eben dieser Söldnertruppe rekrutieren sich die eingangs beschriebenen „grünen Männer“, die jetzt in der Ostukraine – under cover im Auftrag der USA – ihr Unwesen treiben. Jüngsten Medienberichten zufolge sollen es mehr als 300 sein.

Die ARD hat Anfang April 2014 mit einem Bericht in der Sendung „Monitor“ keinen Zweifel daran gelassen, dass die ersten Schüsse auf dem Maidan von Scharfschützen ausgegangen sind, die nicht, ich wiederhole, nicht zu Regierungstruppen gehörten. Wer diese Schützen waren, musste offen bleiben. Dass es ausgebildete Scharfschützen waren, stellte der Bericht außer Frage. Wer waren also diese Männer, in wessen Auftrag haben sie gehandelt, und wer bezahlt sie? Putin? Oder waren auch hier schon vermummte „Greystone“-Männer im Einsatz? Das erscheint inzwischen mehr als wahrscheinlich.

Ist Polens „Angst vor Russland“ berechtigt?

Abgesehen von den Privatarmeen der Oligarchen gibt es in Russland und der Ukraine keine Söldnerarmeen, schon gar nicht unter staatlicher Kontrolle. Russland braucht so etwas nicht, denn das Ende der Sowjetunion war auch das Ende des sowjetischen Expansionsdrangs. Hier ist ein Exkurs zur „Kriegsangst“ angebracht. Nur ein krankes Gehirn kann die Befürchtung äußern, Russland, Putin könnte osteuropäische Länder militärisch angreifen.

Das wird nicht geschehen. Wer auch nur einen Funken Verstand hat, wird erkennen, dass Russland keinen Vorteil daraus ziehen kann, wenn es Nachbarstaaten militärisch angreift. Russland hat eine Verteidigungsarmee mit nuklearem Abschreckungspotential, mehr nicht. Damit steht dieses Land im Gegensatz zur großen Insel zwischen Pazifik und Atlantik, die eigentlich überhaupt keine Armee bräuchte, weil definitiv niemand die USA angreifen wird. Der Unterschied ist offenkundig: Das amerikanische (und britische) Militär ist ausgerichtet für weltweite Einsätze. Einsätze, die mit dem „Krieg gegen den Terror“ fadenscheinig gerechtfertigt werden sollen. Drohnenmorde weltweit, wegen der „nationalen Sicherheit“.

Die schmutzige Historie der Hitmen

Amerikanische Söldner, auch „Hitmen“ genannt, haben eine lange Historie, was die Destabilisierung von Ländern anbelangt, die sich dem Diktat des angelsächsischen Kapitals widersetzten. Inklusive der mittlerweile zweifelsfrei nachgewiesenen Ermordung der Präsidenten von Ecuador und Panama. Spätestens mit dem Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadeq – Persien 1952 – haben die USA mit Großbritannien im Rücken systematisch Regierungen destabilisiert und gestürzt, die sich nicht bedingungslos unterwerfen wollten. Russland unter dem Trunkenbold Jelzin sollte mit Hilfe der Finanzwaffe unter Kontrolle gebracht werden. Der „böse“ Putin hat das verhindert.

Ein Land wie Russland, noch dazu mit einem starken Präsident Putin, kann nicht direkt militärisch angegriffen werden, auch nicht offensiv ökonomisch. Das wäre zu offensichtlich. Also brauchte es einen Plan B, um Russland wirtschaftlich klein zu halten und so die Kontrolle des westlichen Kapitals wiederherstellen zu können. Hier bot sich die verarmte und latent instabile Ukraine an. Es herrscht Einigkeit bei allen Diskussionen darüber, dass der Westen, also eigentlich die USA, die Unruhen in der Ukraine ausgelöst hat. Und zwar durch „ungeschicktes“ Verhalten, indem versäumt wurde, Russland in die Vertragsprozesse mit der Ukraine einzubinden. Hier gehe in einen Schritt weiter.

In der Politik geschieht nichts zufällig

Die Vorgehensweise des Westens war keineswegs „ungeschickt“. Wie schon Roosevelt, der amerikanische Präsident (FDR) erläutert hat, geschieht in der Politik nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, so sagte er, dann können Sie sicher sein, dass es genau so geplant war. Der aktuelle Plan heißt: Putin, der Spielverderber, muss weg! Wie kann man also Putin an den Pranger stellen und isolieren? Ganz einfach: Söldner in die Ukraine schicken, mit dem Auftrag, das Land vom friedlichen Protest in den Bürgerkrieg zu führen. Und dann natürlich mit der Macht der Medien Putin zu beschuldigen, er hätte diese Söldner geschickt, und sie agieren unter seiner Kontrolle.

Wer einmal lügt...

Das ist genauso frech gelogen, wie damals vor der UNO der Krieg gegen Irak begründet worden ist. Wieso wollen immer noch so viele den USA glauben? Ein deutsches Sprichwort sagt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…!“ Sollte man wirklich nicht, denn die USA haben nicht nur einmal gelogen, sie tun es systematisch und fortwährend. Diesbezüglich hat der amerikanische Politikberater Andrew B. Denison am 8. Mai bei Maybritt Illner dem Fass den Boden ausgeschlagen. Er vertrat die Meinung, dass die USA Völkerrechtsverletzungen wie im Irak begehen dürfen, weil sie dafür nicht gerügt werden, ja sogar angeblich mehrheitliche Unterstützung erfahren. Russland dürfe das nicht, so seine Argumentation, weil Russland mehrheitlich nicht die Rückendeckung anderer Staaten hat. Maybriit Illner hat verhindert, dass diese ungeheuerliche Meinung des Amerikaners zu dem Skandal werden konnte, der an dieser Stelle fällig gewesen wäre. Sie hat Egon Bahr und Gregor Gysi nicht gestattet, auf diese perfide Offenbarung des Amerikaners einzugehen.

Es ist immer dasselbe: Vorgänge, die allzu offensichtlich erscheinen, sollten besonders genau hinterfragt werden. So offensichtlich wie vielfach behauptet, die russisch-ukrainisch-sprachigen bewaffneten Muskelprotze mit ihren Waffen und paramilitärischen Anzügen können nur von Putin entsandt worden sein, ist es eben nicht. Man muss erst einmal auf die Idee kommen, dass es die USA sind, die genau über diese Klasse von Männern verfügen und diese nicht zum ersten Mal in fremde Länder entsandt haben. Natürlich „weiß“ die US-Regierung nichts davon. Es sind ja Angestellte privater Sicherheitsfirmen, die natürlich nur privaten ökonomischen Interessen dienen. Obama kann ruhig schlafen, er weiß die Medien hinter sich.

Blick zurück: Wir Deutsche sollten es besser wissen

1917 haben die USA Deutschland den Krieg erklärt. Die offizielle Begründung für den schon lange beschlossenen Kriegseintritt der USA war die Versenkung der Lusitania. Wie der amerikanische Kongress 1923 festgestellt hat, war die Versenkung der Lusitania „nicht zu beanstanden“, weil die Briten gegen das Kriegsrecht verstoßen hatten. Sie hatten auf dem als zivil deklarierten Schiff große Mengen an Waffen und Munition aus amerikanischer Produktion geladen. Das war der Grund, warum die Lusitania explodiert und so schnell gesunken ist und rund tausend Passagiere mit in den Tod gerissen hat.

Selbstverständlich wusste die US-Regierung bereits 1917, dass die Lusitania Kriegsgerät geladen hatte. Schließich hatten die Amerikaner das Material selbst ans Schiff geliefert. Präsident Wilson hat diese Tatsache ignoriert, um Deutschland den Krieg erklären zu können, gegen den Willen der amerikanischen Mehrheit. Auch der Propagandakrieg gegen Deutschland wegen der Versenkung eines britischen „Lazarettschiffs“ war auf Lügen gebaut. Heute wird von englischen Historikern diese Versenkung als rechtmäßig anerkannt. Auch auf diesem Schiff hatten die Briten Waffen und Soldaten transportiert, was als Kriegsverbrechen verpönt ist. Ja, wer einmal lügt...



Ausführlich gehe ich auf die Lügen und Finten des British Empire zusammen mit den USA seit 1914 bis heute in meinem Buch ein: "England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert". Zu bestellen hier versandkostenfrei direkt beim Verlag oder im Buchhandel. In diesem Buch habe ich auch die weltweiten Aktivitäten der NSA und ihre Geschichte seit 1944 ausführlich beschrieben – bereits 2010.

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