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Sport? Geld gewinnt!

Von Peter Haisenko

Nein, es war nicht Dietmar Hopp mit seinen SAP-Milliarden, der es erfunden hat. Aber er war es, der es in Reinkultur vorgeführt hat: Genügend Geld bringt jeden unbedeutenden Fußballklub in kürzester Zeit in die Bundesliga. Ja, ich spreche von Hoffenheim.

Es war wohl nicht mal eine Wette, die Dietmar Hopp zu seinem Experiment mit Hoffenheim bewegt hatte. Vielmehr wird berichtet, Hopp wollte einfach beweisen, dass auch die Bundesliga mit genügend Geld auszuhebeln ist. Das Experiment ist geglückt und beendet. Hoffenheim wird absteigen und mangels neuer Geldspritzen genauso schnell durch die Ligen abwärts durchgereicht werden, wie sie aufgestiegen sind.

Der FC-Bayern: Wie sportlich ist das denn, wenn dem schärfsten Konkurrent der Spitzenstürmer einfach weggekauft wird? Mario Götze. So sehr man sich über die sportlichen Erfolge des FCB freuen mag – das Geheimnis des Erfolgs heißt schlicht: Geld! Die Bayern haben so viel davon, dass sie sich quasi zwei Mannschaften mit Spitzenspielern leisten können. So, und nur so können sie die Titanen-Aufgabe meistern, auf allen Ebenen vorn mitzuspielen. Bei mittlerweile mehr als einem Spiel pro Woche können sie immer mit ausgeruhten Spielern punkten.

Die Formel 1: Dietrich Mateschitz hat mit Red-Bull-Racing eindrucksvoll bewiesen, dass auch hier der Erfolg vom Portemonnaie abhängt. Wer über genügend Geld verfügt, kann die Besten zusammenkaufen und triumphieren. So sehr ich Mateschitz schätze, sollte nicht vergessen werden, dass auch sein persönlicher Erfolg nur möglich war, weil ein weitsichtiger Thai-Tycoon Geld vorgelegt hat. Ohne dessen Kohlen hätte sich auch Mateschitz in die Legionen genialer, aber erfolgloser Erfinder einordnen müssen.

Jeder Spitzensportler braucht einen Sponsor, also Geld, um sich ganz auf seinen Erfolg konzentrieren zu können, wenn er nicht von Haus aus genügend im Kreuz hat. Der Weg an die Spitze ist immer mit Geld gepflastert. Je nachdem, wie viel Geld im Umfeld einer Sportart abgegriffen werden kann, ist die Höhe der Saläre der Akteure und Profiteure – und natürlich die Versuchung, durch Betrug den Gewinn zu maximieren. Wettskandale etc..

„Ohne Moos nix los“! Diese lapidare Feststellung trifft auf den Sport ebenso zu wie auf fast alle Bereiche in unserer Gesellschaft. Die gebetsmühlenartig vorgetragene Lüge, man müsse sich nur genügend anstrengen, um Erfolg zu haben, verschleiert die Wahrheit. Ob ein Projekt Erfolg hat oder untergeht, hängt in allererster Linie davon ab, wie viel Geld hineingesteckt wird. Der größte Unsinn kann vermarktet werden, wenn nur genügend Kohle in die Werbung gepumpt wird. Mit Marktwirtschaft hat das rein gar nichts mehr zu tun.

Nachdem nun das Beispiel Hoeneß wieder einmal gezeigt hat, mit welch krimineller Energie im Umfeld des großen Gelds agiert wird, muss die Systemfrage gestellt werden. Wollen wir weiterhin hinnehmen, dass restlos alles von durch und durch undemokratischen Märkten und der Habgier der Herren des Gelds bestimmt und manipuliert wird? Auch und gerade im Profisport? Mir ist der globale Hexentanz um den „Gott Mammon“ zutiefst zuwider.

Fußball soll wieder Fußball sein, und nicht das Riesengeschäft. Die Vereine sollen wieder in Stadien spielen, die „Fritz Walter“ heißen und nicht „Allianz-Arena“. Die Spieler eines Vereins sollen nicht aus aller Welt eingekauft werden, sondern aus der eigenen Vereinsjugend heraus rekrutiert und aufgebaut werden. Dann sind sie auch wieder durch den Stolz auf ihre Heimat motiviert und nicht nur durch die Millionen, die sie undifferenziert überall auf der Welt als Söldner reingeschoben bekommen.

Um das zu erreichen, müssten die „Spielregeln“ grundlegend reformiert werden – im Sport wie in allen anderen Bereichen, in denen das Diktat des Geldes überhand genommen hat. Aber das wird wohl auf unabsehbare Zeit ein schöner Traum bleiben, denn zu viele kassieren im kommerziellen Umfeld des Sports, der Kunst, der Musik etc. abartig hohe Summen, die in keinem Verhältnis stehen zu den tatsächlich erbrachten Leistungen.

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