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European Song Contest – eine Farce!

Von Hubert von Brunn

Alle Jahre wieder kommt er über uns, der European Song Contest (ESC) – ein furchtbar aufgeblasenes Spektakel für nichts. Da werden in den jeweiligen Ländern irgendwelche Möchtegern-Stars aus der Versenkung geholt, werden Liedchen komponiert, die man, nachdem die letzte Note verklungen ist, schon wieder vergessen hat, werden Bühnenshows inszeniert, die an Blödheit nicht zu überbieten sind, und am Ende heißt es: Douce points Aserbeidschan. Was soll denn dieser Unsinn?

Wenn man dann noch miterlebt, wie sich die europäischen Randerscheinungen wie Kasachstan, Moldawien, Aserbeidschan, Weißrussland etc. sich gegenseitig die Punkte zuschieben, dann gerät diese Veranstaltung endgültig zur Farce. Deutschland (in diesem Falle der NDR) ist, wie könnte es anders sein, der größte Geldgeber zur Finanzierung dieser Idiotenveranstaltung. Zum Dank dafür landete Natalie Horler, die Sängerin, die für Deutschland in diesem Jahr ins Rennen gegangen war, auf Platz 21 von 26 möglichen. Nun gut, der Song war nicht weniger belanglos als die meisten anderen auch, aber doch deutlich besser als viele der davor Platzierten. Klarer Fall: Hier ging es keinesfalls nur um die Musik, hier musste die arme Natalie von „Cascada“ (kein Mensch hat bis dahin jemals von dieser Band gehört) ihren Kopf hinhalten für Angela Merkel. Dafür, dass die Kanzlerin den Wohlfühlstaaten in Süd- und Osteuropa einen rigiden Sparkurs aufgezwungen hat, dass sie klar gestellt hat, dass Hilfszahlungen nur dann erfolgen können, wenn abstruse Privilegien im Lande abgestellt und konsequente Reformen durchgeführt werden. Das mögen die dort nicht.

Die Kanzlerin wird für diese ihre Haltung in vielen Boulevardblättern jener Länder mir Hitlerbärtchen und Hakenkreuzbinde am Ärmel verunglimpft, und die gute Natalie musste es beim ESC ausbaden. Das ist widerlich. Wenn Europa und das, was gerne dazu gehören möchte (Wie europäisch ist eigentlich Aserbeidschan?) in der Form politisch agitiert, dann sollten die Verantwortlichen vom NDR auch mal den Arsch in der Hose haben, um adäquat darauf zu reagieren. Und das könnte nur eines heißen: Wir verabschieden uns vom ESC. Macht Ihr Ostmischpoke Euren Scheiß alleine, ohne Deutschland. Vielleicht machen die anderen Großen und Hauptsponsoren Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien mit – dann können sich diese osteuropäischen Schmarotzer die Karten legen. Dann wird das ganze Ding nur noch zwischen Lettland, Serbien, Slowenien und der Ukraine ausgespielt. So what!

Liebe Verantwortliche beim NDR: Setzt die Millionen, die ihr für diesen Schwachsinn Jahr für Jahr ausgebt, lieber für eine Stiftung ein, die dafür sorgt, dass Krankenschwestern, Altenpfleger, Feuerwehrleute und Polizisten – Menschen, die für unser Gemeinwohl wirklich Großartiges leisten – ein ordentliches Gehalt bekommen, wenn der Staat dazu schon nicht in der Lage ist. Das wäre mal eine richti gute Tat.

Vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet verdient diese Show sowieso nur noch ein müdes Lächeln. Die Älteren unter uns erinnern sich noch gerne an Udo Jürgens, Abba oder Nicole. Das waren Gewinner-Songs, die hängen blieben. Aber die wirklich Guten machen da ja nicht mehr mit. Wer kann es ihnen verdenken? Was da am vergangenen Samstag in Malmö präsentiert wurde, war durchwegs nur Billigware – belanglos und dem schnellen Vergessen preisgegeben – auch der dänische Siegertitel. Also, lieber Ralf Siegel: Sie haben in der Vergangenheit ein paar wirklich gute Songs geschrieben. Lassen Sie es dabei bewenden. Sie haben keine Chance mehr – es sei denn, Sie komponieren für Kasachstan oder Moldawien.                   

                

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