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Das Privatvermögen der 500 reichsten Deutschen beträgt inzwischen mehr als 692 Mrd. Euro – und es wächst und wächst und wächst…

Von Hubert von Brunn 

Wieder einmal hat das “Manager Magazin” die Liste der reichsten Deutschen veröffentlcht. An der Spitze stehen jetzt die Geschwister Quandt (BMW-Großaktionäre) mit 30 Mrd. Privatvermögen. Dann kommt die Familie Reimann (29 Mrd.), danach die Schaefflers mit 21,5 Mrd und die Aldi-Eigentümer, die früher die Rangliste angeführt haben, mussten sich jetzt mit dem vierten Platz (20 Mrd.) begnügen. Nun gut, für den Normalbürger, der sich 1000 Millionen Euro – eine Zahl mit neun Nullen – sowieso nicht vorstellen kann, ist die Reihenfolge da vorne letztlich vollkommen irrelevant.

Die wirklich interessante Zahl wurde am Ende des Beitrags genannt: Das Vermögen der 500 (!) reichsten Deutschen ist im vergangenen Jahr dank hoher Unternehmensbewertungen und Immobilien-Boom um 5,9 % auf sage und schreibe 692,25 Mrd. Euro gestiegen. Stellen wir dem gegenüber das Brutto-Inlandsprodukt (BPI) – also den Gesamtwert aller im Jahr 2015 im Inland erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen – in Höhe von 3.026,6 Mrd. Euro, dann kommen wir zu einem recht bemerkenswerten Ergebnis: Das Privatvermögen von 0,000625 % der Bevölkerung ist deutlich höher als ein Fünftel dessen, was das 80-Millionen-Volk der Deutschen in der Lage ist, mit klugem Kopf und fleißigen Händen in einem Jahr zu erarbeiten. Diese irrsinnige Diskrepanz ist nicht neu, nur: Die Schere von Reich und Arm, von Oben und Unten geht immer weiter auseinander.

Nach der Wiedervereinigung 1990 hat man sich entschieden, den tugendhaften und für die BRD sehr erfolgreichen Pfad der Sozialen Marktwirtschaft zu verlassen und stattdessen dem menschenverachtenden Turbokapitalismus nach amerikanischem Vorbild zu frönen, einem System, bei dem korrupte Bankster und noch korruptere Börsenspekulanten à la Soros das finanzpolitische Geschehen auf der Welt bestimmen. Seitdem muss der leistungsfähige Mittelstand in unserem Land immer mehr bluten, damit diejenigen, die ganz unten auf der Sozialskala abgekommen sind, überhaupt noch eine Überlebenschance haben. Dem gegenüber steht eine hauchdünne Schicht, die nicht einmal mehr in Promille zu quantifizieren ist, mit einem irrsinnigen Privatvermögen, das sich immer weiter vermehrt, ohne dass die Inhaber dafür auch nur einen Finger rühren müssen. Sie schwelgen im Schlaraffenland der „wundersamen Geldvermehrung“ und scheren sich einen Dreck darum, wie es „denen da unten“ geht.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich muss diese Geldelite vor voreiligen Beschimpfungen in Schutz nehmen. Es ist nicht ihre Schuld. Es ist die Schuld des Systems und einer verfehlten, sprich: schwachen Politik. Wenn sich die Politik das Primat des Handelns vom Kapital aus den Händen nehmen und von Banken gängeln lässt, dann hat sie versagt und die Superreichen haben nur die Möglichkeiten genutzt, die ihnen das kaputte Wirtschafts- und Finanzsystem bietet. Peter Haisenko und ich haben diese Zusammenhänge in unserem Buch „Die Humane Marktwirtschaft“ ausführlich dargestellt und wir haben realistische Alternativen für eine bessere und gerechtere Welt dargestellt, in der tatsächlich die Mehrheit der Bevölkerung von dem erarbeiteten Wohlstand profitiert.

Wen wundert’s, dass dieses Buch von den Politikern und den Systemmedien zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht kommentiert wird. Würde man sich dazu äußern, müsste man eingestehen, dass das real existierende System des Turbokapitalismus zutiefst ungerecht ist und deshalb unweigerlich seinem Ende entgegen strebt. Und man müsste zugeben, dass der heutige Zustand eben nicht „alternativlos“ ist, sondern dass es durchaus Wege gibt in eine bessere, friedlichere Zukunft. Aber wer will schon freiwillig bekennen, dass er jahrzehntelang auf dem Holzweg war. Eher geht das Kamel durchs Nadelöhr. Und so werden die Vermögen der 500 Reichsten im nächsten Jahr wieder wachsen, und soundso viele kleine und mittelständische Firmen werden inzwischen ihren Laden dicht gemacht haben, weil sie mit all den Steuern, Sozialabgaben, Kreditzinsen etc. nicht mehr gewinnbringend arbeiten können. – Diese Perspektive ist nicht erfreulich, aber wahr. Irgendwann wird das Ende der Fahnenstange erreicht sein und dieses ganze verlogene, korrupte System bricht zusammen. Dann solle aber keiner daher kommen und das auch den Kriegsflüchtlingen aus Syrien in die Schuhe schieben. Nein, um die Urheber des Desasters zu identifizieren, muss man den Blick über den Atlantik richten: Ibi jacet lepus in pipere!

 


Die Grundlage der “Humanen Marktwirtschaft” nach Haisenko/von Brunn ist ein revolutionäres Wertaufbewahrungssystem, das niemandem etwas wegnimmt, niemandem etwas schenkt, nichts in sozialistischer Manier umverteilt und dennoch die Macht des Kapitals bricht, indem sie die wundersame eigenständige Selbstvermehrung des Kapitals unmöglich macht. Gibt’s nicht? Unmöglich? Lesen Sie “Die Humane Marktwirtschaft” nach Haisenko/von Brunn und entscheiden Sie selbst. Im Buchhandel oder direkt vom Verlag hier.

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