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Gigantische Verluste der US-Wirtschaft: 3 Milliarden $ – täglich!

Von Peter Haisenko

Seit Jahrzehnten schreiben die USA ein monströses Außenhandelsdefizit fort. Auch im abgelaufenen Jahr 2013 betrug es mehr als 1.000 Milliarden $. Das sind flotte 3 Milliarden $ jeden einzelnen Tag. Oder – statistisch gesehen – Waren im Wert von 10 $ für jeden einzelnen Bürger der USA, die er jeden Tag verbraucht, ohne dafür gearbeitet zu haben. ( 3 Milliarden geteilt durch 300 Millionen Amerikaner )

Anders herum betrachtet gibt jeder Bürger der Welt – statistisch gesehen – alle zweieinhalb Tage einen $ an die USA ab, ohne dafür einen realen Gegenwert zu erhalten. Aber das ist nur ein Zahlenspiel, die Realität sieht etwas anders aus. Die Gaben für den amerikanischen Luxus werden nämlich nur von den Ländern hergeschenkt, die einen andauernden Außenhandelsüberschuss produzieren. Es sind dies allen voran China, Deutschland, Japan und andere asiatische Staaten. Allerdings ist hier ein gravierender Unterschied zu beachten.

Während alle anderen Länder für ihre Außenhandelsüberschüsse $-Reserven aufbauen können, gilt das für Deutschland nicht. Die akkumulierten Außenhandelsüberschüsse Deutschlands sind für immer verloren. Es gibt nach Auskunft der Bundesbank kein Konto, auf dem diese Überschüsse verbucht wären und unsere Volkswirtschaft kann im Bedarfsfall nicht darauf zurückgreifen, bezieht nicht einmal Zinsen daraus. Es handelt sich mittlerweile um mehr als 2.700 Milliarden €. Anders als China zum Beispiel erhält Deutschland dafür keine $-Anleihezertifikate. Wegen des verlorenen Kriegs ist das so – bis heute.

Auf deutscher Seite stellt sich die Sache wie folgt dar: Der Außenhandelsüberschuss für 2013 beläuft sich auf 220 Milliarden € (knapp 300 Milliarden $). Statistisch gesehen heißt das: Jeder Deutsche hat im zurückliegenden Jahr Arbeit geleistet für 2.750 €, die er nicht verbraucht hat, nicht verbrauchen konnte/durfte. Auf den einzelnen Arbeitnehmer bezogen sind das 450 € jeden Monat. Oder 15 € jeden Tag. ( 220 Mrd. € / 40 Millionen Arbeitnehmer / 12 Monate / 30 Tage ) Für ganz Deutschland gilt: Jeden einzelnen Tag schenken wir den Bürgern der USA Waren im Wert von 600 Millionen € (rd. 800 Millionen $). Oder so: Jeder einzelne US-Amerikaner erhält jeden Tag 2 Euro von uns geschenkt.

Dieses Geld, diese Arbeit ist für immer verloren, hergeschenkt für $, die die amerikanische Notenbank FED aus dem Nichts zaubert und behauptet, sie wären noch etwas wert.

Kann gar nicht sein! – höre ich jetzt den Einwand der Zweifler. Eben doch! Das ist möglich – und so gewollt – mit dem Finanzsystem von Bretton Woods, das 1944 der Welt aufgezwungen worden ist und nach einer fatalen Änderung 1971 bis heute fortbesteht. Dieses System erlaubt es exklusiv zwei Staaten, ein andauerndes Außenhandelsdefizit fortzuschreiben: USA und Großbritannien. Diese Länder dürfen Geld drucken und in der Welt verteilen, so viel sie wollen. Alle anderen dürfen das nicht. Jedenfalls nicht, ohne den sofortigen Verfall des Werts ihrer Währungen zu erleben.

Aber es wird noch schlimmer. Die USA und Großbritannien beziehen jeweils etwa 30 Prozent ihres BIP aus der „Finanzindustrie“. Finanzindustrie heißt: Geld und „Finanzprodukte“ werden verwendet, um Gewinne zu erzielen, die nichts mit wertschöpfender Arbeit zu tun haben. Dazu zählen der Handel mit Währungen, die Manipulation des LIBOR und die betrügerische Weitergabe von faulen Krediten, die zu Paketen gebündelt, falsch – zu gut – bewertet, an blöde Banken und ihre Kunden außerhalb der USA verkauft werden. Siehe „Lehman Brothers“ und die anderen Auslöser der „Finanzkrise“ 2007. Der (außeramerikanische) Steuerzahler kommt dafür auf.

Der Gewinn aus diesen betrügerischen Transaktionen verkürzt das nominale Außenhandelsdefizit der USA auf etwa die Hälfte, obwohl keine reale Leistung zu Grunde liegt. Wenn der reine Warenaustausch gerechnet wird, ohne die Gewinne aus der Finanzindustrie, dann ist das tatsächliche Außenhandelsdefizit der USA zweimal so groß, also 2.000 Milliarden $/Jahr. Man muss also getrost die oben vorgestellten Zahlen bezüglich der Geschenke der Welt an die USA noch einmal verdoppeln.

Es bedarf nicht viel an Phantasie sich vorzustellen, was mit den USA passieren wird, wenn das immer noch gültige Finanzsystem von Bretton Woods von der Welt nicht mehr akzeptiert wird; wenn die endlos gedruckten $ als das bezeichnet werden, was sie sind: grün bedrucktes Papier. Hierin ist dann auch der Grund zu sehen, warum die Lösung der „Finanzkrise“ nicht energisch vorangetrieben wird. Ein neu aufgestelltes Finanzsystem ohne die Privilegien zu Gunsten der USA wäre der Untergang des amerikanischen Imperiums und die Gefahr besteht, dass der Staat mit der mächtigsten Militärmaschinerie nicht allein untergehen will.

Allerdings sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die USA ihr übergroßes Militär nur leisten können, weil die Welt ihnen dafür das Geld gibt. Die Kosten für dieses Militär belaufen sich auf etwa dieselbe Höhe, wie das nominale Außenhandelsdefizit der USA. Die Kommunisten haben einst gesagt: Die Kapitalisten werden uns den Spaten verkaufen, mit dem wir ihr Grab schaufeln. Nun, das ist nicht passiert. Die Kapitalisten sind schlauer. Sie lassen sich das Geld und die Waren schenken, mit denen sie dann die Welt dominieren. Eben 6 Milliarden $ täglich.

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Wer genauer wissen will, wie das alles funktioniert und zusammenhängt, welche Probleme die USA dadurch intern haben und was wir dagegen tun könnten, dem seien folgende Artikel empfohlen:

Wie sind die deutschen Goldreserven entstanden, und warum haben wir heute so wenig davon?

Die verschwiegenen Ursachen der Jahrhundertkrise

Deutschland kann und muss den Euro retten 

Wie wirken sich Außenhandelsbilanzen auf Touristen aus? Die Antwort finden Sie hier:

Gute Touristen – schlechte Touristen

 

Das Buch zum Thema: Bankraub globalisiert

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