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Russlands Geduld und unaufgeregte Diplomatie schützen uns vor dem großen Krieg

Von Peter Haisenko 

Putin-Bashing ist ein beliebtes Spiel in den deutschen Leitmedien. Die Diktion ist einfach gestrickt: Putin ist der “böse Bube” und alles, was der Westen tut, ist wohl getan. Aber ganz so einfach liegen die Dinge nicht und bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die USA es sind, die nichts auslassen, um Russland zu unbedachten Handlungen zu verleiten. – Und was macht Moskau? Die Reaktionen sind zurückhaltend, stets im Einklang mit diplomatischer Kunst und deeskalierend. Sogar der deutsche Außenminister Steinmeier hat das erkannt, indem er das NATO-Manöver in Ostpolen als “nicht hilfreich” klassifiziert und dafür plädiert hat, zu einem konstruktiven Dialog mit dem Kreml zurückzufinden. Natürlich musste er dafür Prügel einstecken.

Syrien. Seit einem dreiviertel Jahr bittet Moskau Washington, Kartenmaterial zu übermitteln, welche Teile der “gemäßigten Opposition” in ihrem Interesse handeln und demgemäß geschont werden sollen. Diplomatisch sehr geschickt, denn die Obama-Administration weigert sich konsequent, diesem Begehren aus Moskau nachzukommen. Dann müssten sie ja offenbaren, wer in Syrien in ihrem Auftrag und mit ihrer Unterstützung agiert. Im Gegenzug wird von Washington Moskau immer wieder vorgeworfen, Zivilisten und Krankenhäuser zu bombardieren, ohne dass jemals schlüssige Beweise vorgelegt wurden. Dass das US-Militär zweifelsfrei Krankenhäuser gezielt in Afghanistan, Saudi-Arabien im Jemen angegriffen hat, wird dem Vergessen überlassen. Russland tritt hier diplomatisch nicht nach.

Doping und Hooligans – Ein rein russisches Problem?

Sport. Schon die Winterolympiade in Sotschi ist im Vorfeld massivst diskreditiert worden. Aktive Teilnehmer durften anschließend nicht darüber berichten, wie unkompliziert und angenehm der Verlauf tatsächlich war. Nun ist Olympia in Brasilien dran. Die amtierende Regierung ist in altbekannter Manier gestürzt worden und russische Sportler sollen von den Spielen ausgeschlossen werden. Systematisches Doping ist der Vorwurf, noch dazu staatlich gefördert. Wenn das das Kriterium für einen Ausschluss sein soll, dann hätte Deutschland – West und Ost – seit 1970 überhaupt nicht teilnehmen dürfen. Hatte doch Spiegel Online am 3.8.2013 eine Studie der Humboldt-Universität Berlin veröffentlicht, die den Nachweis bringt, dass in der BRD seit 1970 offenbar in zahlreichen Sportarten systematisch und organisiert gedopt worden ist. Verantwortlich dafür war das 1970 gegründete und mit Steuermitteln finanzierte Bundesinstitut für Sportwissenschaften, das bis heute dem Bundesinnenministerium untersteht. ( http://www.spiegel.de/sport/sonst/studie-der-humboldt-universitaet-systematisches-doping-in-der-brd-a-914597.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://m.facebook.com/ ) Russlands Reaktion? Keine Ausfälle, nur der Hinweis, man wolle den Rechtsweg beschreiten.

Dann die Geschichte mit dem Tennisstar Marija Scharapowa. Sie hat Meldonium eingenommen. Erst zum 1.1.2016 ist dieses Mittel auf die Dopingliste gesetzt worden. Bis dahin durfte es jeder benutzen. Im Januar hat man dann Restspuren des Mittels bei Scharapowa gefunden und natürlich sofort einen Bann über sie verhängt. Ihre Aussage, dass sie spätestens mit dem 1.1.2016 die Einnahme gestoppt hat, lässt man nicht gelten. Die Reaktion? Keine Ausfälle, der Rechtsweg ist beschritten und Scharapowa stellt sich Anhörungen vor dem ITF. Ein Freispruch erscheint möglich.

Die Fußball-EM. Seit jeher fürchtet man die englischen Hooligans. Allerdings gibt es solche Idioten auch in Russland und es war zu erwarten, dass es Ärger gibt, wenn diese gewaltbereiten Ultras in Frankreich aufeinander treffen. Die Berichterstattung aus Marseille indes war recht einseitig, denn immer wieder wurden nur die russischen Marodeure gezeigt und benannt. Dass die ersten Auseinandersetzungen zwischen Nordafrikanern und Engländern den Reigen der Gewalt eröffnet hatten, blieb unerwähnt. Ganz neu war dann die Androhung des Ausschlusses der russischen Mannschaft. Die UEFA hat sich in eine dumme Situation manövriert. Jetzt muss sie ähnlich unverhältnismäßig reagieren, wenn so genannte „Fans“, die nur auf Randale aus sind – auch deutsche – im Stadion oder davor ihrer Gewalt freien Lauf lassen. Russlands Reaktion? Die Mannschaft hat sich mit uninspiriertem Schlafwagenfußball – möglicherweise angeordnet – „diplomatisch“ aus der EM verabschiedet. Damit haben sich die russischen Kicker der Gefahr entzogen, für das Fehlverhalten ihrer „Fans“ unfair diskreditiert zu werden.

Militärische und rhetorische Einkreisung Russlands

NATO-Osterweiterung. Seit mindestens einem Jahr transportiert die NATO Gerät und Mannschaften in Richtung russische Grenze. Sie tut das unter Missachtung gültiger Verträge. Schon lange wird in Osteuropa ein Raketenabwehrschirm aufgebaut. Zunächst angeblich gegen Iran gerichtet. Wer aber diesen Unsinn glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Vor allem jetzt, wo die Bezeichnung „aggressives Russland“ zu einem Mantra geworden ist. Überhaupt die Rhetorik. Man müsse sich gegen eine Bedrohung aus dem Osten schützen, Verteidigungsbereitschaft und Stärke demonstrieren. Wem gegenüber denn? Russland, das „in aggressiver Weise“ zugelassen hat, dass sich die NATO bis an seine Grenzen ausdehnt? Die rhetorische Einkreisung Russlands geht weiter. Der „Große Preis von Europa“ (Formel 1) in Baku, Aserbaidschan. Seit wann gehört Aserbaidschan an der Südflanke Russlands zu Europa?

Was haben NATO-Flugzeuge und Schiffe im Schwarzen Meer verloren? Oder in der östlichen Ostsee? Sie provozieren gefährliche Begegnungen mit der russischen Luftwaffe und Marine, und nicht nur dort. Im Chinesischen Meer und im Osten Sibiriens führen die Amerikaner „Patrouillen-Flüge“ durch, immer gefährlich nahe an der russischen oder chinesischen Grenze. Man stelle sich vor, Russland würde andauernd Militärflugzeuge nahe der amerikanischen Grenze „patrouillieren“ lassen. Zum Beispiel von Kuba aus. Das würde zweifellos als aggressiver Akt eingestuft und die USA würden massiv protestieren. Aber es wird noch schlimmer. Die US-Neocons wollen eine Erlaubnis, über Syrien russische Flugzeuge abzuschießen. Geht’s noch? Die Russen sind die Einzigen, die legal, nach Völkerrecht, in Syrien operieren. Hat irgendjemand in Moskau auch nur angeregt, illegal in Syrien operierende Flugzeuge der NATO oder der USA abzuschießen? Nein, im Gegenteil sucht Russland auch dort die konfliktfreie Zusammenarbeit – aktiv.

Die U-Boot-Spiele in den schwedischen Schären. Eine Dokumentation von Dirk Pohlmann in Arte hat bewiesen, dass bereits zu Sowjetzeiten, Ende der 1980-er Jahre, die Regierung Reagan dort ein falsches Spiel gespielt hat. Der unbequeme Olof Palme sollte beseitigt werden – und ist dann auch ermordet worden, bis heute unaufgeklärt. Die USA haben italienische Klein-U-Boote in die schwedischen Schären geschickt, um die Stimmung anzuheizen. Dasselbe ist im Spätherbst 2014 wiederholt worden. U-Boot-Sichtungen, die angeblich russische Boote zeigen. Gerade vor wenigen Tagen hat der schwedische Verteidigungsminister zugegeben, dass es sich in Wirklichkeit um schwedische und deutsche(!) Boote gehandelt hat. Wieder eine bewusst gefälschte Provokation gegenüber Russland, das wieder bemerkenswert unaufgeregt und diplomatisch reagiert hat.

Wer ruft Kiew zur Ordnung?

Zu guter Letzt die Ukraine. Die Sanktionen gegen Russland dürfen erst aufgehoben werden, wenn Minsk II vollständig durchgesetzt ist, sagt Merkel. Als ob Russland darauf einwirken könnte, dass sich Kiew endlich an die Vereinbarungen von Minsk hält. Und es ist Kiew, das nichts, aber auch gar nichts Konstruktives dazu tut. Alle Termine sind nicht eingehalten worden und der Westen schickt fleißig Milliarden, um das korrupte System zu stützen, das routinemäßig immer wieder Wohngebiete, Krankenhäuser und Schulen im Donbass mit schweren Waffen beschießt. Es liegt ausschließlich in der Hand des Westens, Kiew zur Ordnung zu rufen, endlich die Vereinbarungen von Minsk umzusetzen.

Wieder einmal Krieg als Wirtschaftsmotor für die USA?

Man kann nur bewundern, wie zurückhaltend Moskau bislang reagiert. Schließlich ist die Situation vergleichbar damit, wenn der Schulrektor den Schulhofschläger protegiert, den Geschlagenen bestraft und dann sagt, dass er die Strafen erst aufheben wird, wenn der Geschlagene dafür sorgt, dass er nicht mehr geschlagen wird. Er muss sich also dem Terror widerstandslos ergeben, damit er der ungerechten Bestrafung entkommen kann. So produziert man unbändige, hilflose Wut und genau das ist das Ziel. Russland soll bis aufs Blut gereizt werden, bis es eine unbedachte Aktion startet, die dann als Aggression bezeichnet und als „gerechter“ Kriegsgrund herhalten wird. Es ist dasselbe Verfahren, mit dem die USA 1941 Japan zum Angriff verleitet, oder besser gezwungen haben.

Die USA sind wirtschaftlich am Ende und sie brauchen den großen Krieg, der selbstverständlich traditionell amerikanischen Boden nicht berühren wird. Dieser von den USA vorangetriebene Krieg wird aber nicht nur Russland betreffen, sondern vielmehr Europa, und zwar vom Osten bis an den Rhein. Frankreich, das kein Vollmitglied der NATO ist, wird sich heraushalten. Man hat ja auch die „Force de Frappe“, seine Atombomben. Es geht den USA wieder einmal darum, Deutschland und Russland aufeinander zu hetzen und dann als unbeschädigter Sieger in einem „gerechten“ Krieg wie Phönix aus der Asche endgültig die Welt zu beherrschen.

In der Sendung „Die Anstalt“ von Max Uthoff hat ein österreichischer Kabarettist etwas Bemerkenswertes sagen dürfen. „Die Wahrheit ist, dass wir um Gaddafi und Saddam weinen müssen und dass wir dankbar sein müssen, dass es Putin gibt.“ Das ist die Wahrheit, hat er angefügt und es ist die Wahrheit. Hätten die Kriegsverbrecher in Washington diese Länder nicht zerstört, die Präsidenten nicht ermordet, hätten wir keine Flüchtlingskrise und auch das laizistische Syrien wäre unbeschädigt; Millionen Menschen könnten noch leben. Es ist den Amis noch nie um Demokratie oder Menschenrechte gegangen. Es geht um Macht und Öl, letztlich um die Weltherrschaft.

Moskau reagiert besonnen – hoffentlich bleibt es so

Wir müssen wahrhaft dankbar sein, dass in Moskau jemand regiert, der sich durch all diese gezielten Provokationen nicht zu Handlungen hinreißen lässt, die sein Land und Europa in die Katastrophe versinken ließen. Es ist schwer vorstellbar, dass die US-Marionette Merkel und Konsorten nicht wissen, was hier gespielt wird. Man kann nur hoffen, dass die jüngsten Ansätze der Herren Steinmeier und Gabriel nicht nur Wahltaktik geschuldet sind. Dass sie begriffen haben, dass es unser Untergang sein wird, wenn das amerikanische Ziel eines Kriegs in Europa Wirklichkeit werden sollte. Wenn George Friedman von STRATFOR gesagt hat, das Ziel der USA sei seit 100 Jahren die deutsch-russische Freundschaft und Zusammenarbeit zu verhindern, dann muss man sich fragen, ob es nicht auch auf dem Weg erreicht werden soll, beide Länder zu zerstören. Genau darauf zielt die US-Merkel-Politik hin, und dass wir noch nicht mitten im europäischen Dritten Weltkrieg sind, verdanken wir Putin, der sich trotz größter Anstrengungen von USA/NATO nicht ultimativ provozieren lässt. Es ist eine Minute vor Zwölf, der Regierung Merkel und allen Transatlantikern die Rote Karte zu zeigen, wenn wir weiterhin in Frieden leben wollen.

 

"Die perfiden Strategien des British Empire" ist der Untertitel des Buchs "England, die Deutschen, die Juden und das 20.Jahrhundert". Die USA haben diese Strategien voll adaptiert, wie ich in diesem Werk nachweise.


Einige geschichtliche Wahrheiten sind in den letzten Jahren ans Licht gekommen, die die offiziell vorgeschriebene Geschichtslehre in Deutschland als Lüge entlarven. Zum Beispiel, dass laut George Friedman von Stratfor in Chicago das vornehmliche Ziel der USA war und ist, die deutsch-russische Zusammenarbeit und Freundschaft zu verhindern. Wie sich diese perfiden Pläne durch das gesamte 20. Jahrhundert ziehen, wird in dem Buch “England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert” schlüssig dargestellt. Gerade heute, im Angesicht der Kriegsvorbereitungen gegen Russland, die Im Kriegsfall auch Deutschland schwer beschädigen werden, sollte man sich mit den Fakten aus diesem Werk vertraut machen. Im Buchhandel oder direkt vom Verlag hier.

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