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Warum die Amerikaner glauben, dass die Bombe auf Hiroshima sein musste

Von Gary G. Kohls, MD. Übersetzung ins Deutsche von Hubert von Brunn

Am 06. August 2015 jährt sich der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima zum 70. Mal. Ungeachtet der Behauptungen von Präsident Truman, als er das Ereignis dem amerikanischen Volk verkündete, war Hiroshima eine zivile Stadt von geringer militärischer Bedeutung.

Die ganze Wahrheit dessen, was die Nürnberger Prozesse später halfen, als Internationale Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu definieren, wurde hochgradig zensiert und mythologisiert, seitdem die kriegsmüden Amerikaner 1945 die Propaganda akzeptiert hatten. Jene Propaganda, die behauptete, dass die Bombardements notwendig seien, um den Krieg zu verkürzen und vor dem Verlust von einer Million US-Soldaten im Zuge der angeblich geplanten Invasion im November 1945 zu bewahren.

Der Grund, weshalb die Vereinigten Staaten dafür nicht verurteilt wurden, so wie die Deutschen für den Holocaust, ist ganz einfach. Amerika war Sieger und Besatzer und sah sich in dieser Eigenschaft verpflichtet, die Regeln für eine Neue-Welt-Ordnung zu schaffen und durchzusetzen.

Drei Tage später hat das amerikanische Militär die gleichermaßen wehrlose Stadt Nagasaki aus dem Hinterhalt überfallen – mit der zweiten Atombombe, die je gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurde, (gegen Menschen die für Japan ohnehin keinen militärischen Wert mehr hatten). Noch ehe die japanische Führung so richtig begriffen hatte, was in Hiroshima passiert war, ist die Plutonium-Bombe „Fat Man“ – benannt nach Winston Churchill – gezündet worden.

Die Lügen meiner Geschichtslehrer

Meine Geschichtslehrer an der High School waren anscheinend alle College- Sportler, bei denen das athletische Talent nicht ausgereicht hat, um Profi zu werden. Die einzige Chance für sie, um Sport zu betreiben und dafür bezahlt zu werden, bestand darin, Lehrer zu werden und High School-Athleten zu trainieren. Amerikanische Geschichte war an vielen High Schools in kleineren Städten eher zweitrangig, aber sie stand doch gerade noch auf der Interessenliste für Trainer, die widerwillig ihren Job machten. Und so „lernten“ meine Klassenkameraden und ich unsere Lektionen von sehr uninspirierten, sehr gelangweilten und/oder sehr uninformierten Lehrern, die sehr viel lieber auf dem Sportplatz gewesen wären.

Zur Verteidigung meiner Trainer ist zu sagen, dass die Geschichtsbücher, die sie für ihren Unterricht zur Verfügung hatten, in hohem Maße zensiert waren, um den Patriotismus zu stärken. Also „lernten“ wir, dass nahezu alles, was die „edlen“ britischen Kolonialisten und die „ehrenwerten“ Erbauer des US-Imperiums jemals in der Geschichte der Kriegsführung getan haben, stets selbstaufopfernd, demokratiefördernd und christianisierend war – und dass alles, was die nach Freiheit dürstenden, revolutionären Opfer des Kolonialismus getan haben, barbarisch, atheistisch und böse war. Jeder, der sich den kolonialen Unterdrückern widersetzte, wurde als Terrorist behandelt.

Aus diesen Geschichtsbüchern erfuhren wir vom „glorreichen“ Ende des Krieges gegen Japan durch nukleare Einäscherung. Jeder in meiner High School, mich eingeschlossen, schluckte den Nachkriegs-Propaganda-Haken, inklusive Schnur und Senker.

50.000 amerikanische Soldaten desertierten im 2. WK

Natürlich ist mir heute bewusst, dass meine Klassenkameraden und ich, ebenso wie die meisten Amerikaner (die freiwilligen und eingezogenen Angehörigen der Armee eingeschlossen), naive Opfer der „Lügen, die uns unsere Geschichtslehrer lehrten“ waren. Zu deren Verteidigung ist anzumerken, dass jene Lehrer in ihrer Ausbildung selbst fehlgeleitet wurden von gleichermaßen falsch informierten Lehrern, die ihr Wissen wiederum von einer Vielzahl von Falschinformanten hatten, die diese Bücher schrieben. Jene Autoren waren Militaristen, die Krieg und Imperium rechtfertigten, ausgesuchte hyper-patriotische Pseudo-Historiker, die man betrogen hat in ihrem Glauben an den Mythos vom Auserwähltsein Amerikas.

In diese Gruppe der wahrhaft Gläubigen nicht eingeschlossen sind 50.000 amerikanische WK-2-Soldaten der „Ruhmreichsten Generation“, die, in vielen Fällen nachvollziehbar, während ihrer Dienstzeit desertiert oder einfach abgehauen sind. Eine Tatsache, die passenderweise aus unserem Bewusstsein ausradiert wurde.

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit

Eine der ersten Aktionen von Douglas MacArthur nach der Übernahme Japans als Vizekönig war, alles fotografische Beweismaterial über den Horror der Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu beschlagnahmen bzw. zu vernichten. Er verhängte eine totale Zensur über Journalisten, die der Welt berichten wollten, was wirklich an „Ground Zero“ geschah und bestätigte damit erneut das alte Sprichwort: „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“. In das USA-Militär eingebundene Journalisten, durch die nur Amerika-freundliche Reportagen veröffentlicht werden, war also keinesfalls die originäre Idee von General „Stormin’“ Norman Schwarzkopf im Ersten Golfkrieg.

Im Jahr 1995 war das „Smithsonian Institut“ bereit, einige der 50 Jahre alten pseudo-patriotischen Mythen über den Pazifikkrieg zu korrigieren und ein ehrliches, historisch stimmiges Bild über die Atombomben aus der Perspektive japanischer Zivilisten zu präsentieren.

Schnell, heftig und wohl-orchestriert kamen die Missbilligungen von rechtsgerichteten, den Krieg befürwortenden Veteranen-Organisationen gegen den Plan der Smithsonian-Historiker, unliebsame Wahrheiten über den Krieg zu veröffentlichen. (…) Newt Gingrich hat sogar damit gedroht, die staatliche Förderung für die Smithsonians zu stoppen und hat damit das Institut gezwungen, alle in diesem Zusammenhang wichtigen Teile der wahren Geschichte zu eliminieren. Auf diese Weise werden die pseudo-patriotischen Mythen über Hiroshima und Nagasaki aufrechterhalten – bis zum heutigen Tag.

Nationale Unwissenheit in Amerika ist eine nationale Eigenheit

Wieder und wieder werden wir historisch unwissenden Amerikaner daran gehindert geschichtliche Wahrheiten über das amerikanische Imperium zu erfahren – und über die Kontrolle, die das Militär und multinationale Vereinigungen darüber haben. Alles, was das Vertrauen der Wähler erschüttern könnte – oder eine volksnahe Revolution anstacheln könnte gegen nicht gewählte Machteliten wie das Pentagon oder gewissenlose transnationale Vereinigungen (jene, die unsere Zwei-Parteien-Politiker und die Mainstream-Medien kontrollieren sowie die „unsichtbare Hand des Marktes“) ist verboten.

Die Smithsonian-Historiker hatten tatsächlich eine Waffe in der Hand, doch in dem Handgemenge ist uns Wählern versagt geblieben, eine wichtige historische Tatsache zu lernen, und zwar: Der Krieg im Pazifik hätte im Frühjahr 1945 zu Ende sein können, ohne die Notwendigkeit der Atombomben im August. Das Blutbad von Okinawa, bei dem Tausende von amerikanischen Marines sinnlos ihr Leben verloren haben, hätte es nicht gegeben. Und es hätte keine Notwendigkeit bestanden für eine Land-Invasion Japans im November. Tatsächlich wurden in den 1980-er Jahren „top secret“ Unterlagen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die Pläne für den Eventualitätsfall einer groß angelegten US-Invasion (geplant für frühestens 1. November 1945) absolut unnötig waren.

Der Sieger kriegt die Beute und die amerikanischen Sieger waren jene, die die Tribunale gegen Kriegsverbrechen angeführt und damit auch die Inhalte meiner Geschichtsbücher bestimmt haben.

Die amerikanische Führung wusste, dass Japan Monate vor Hiroshima eine ehrenhafte Kapitulation herbeiführen wollte

Mit Wissen der Regierungen von Präsident Roosevelt und Präsident Truman waren die amerikanischen Geheimdienste davon unterrichtet, dass Japan nach Wegen für eine ehrenhafte Kapitulation gesucht hat – Monate bevor Truman den schicksalhaften Befehl gegeben hat, Hiroshima in Schutt und Asche zu legen.

Schon ab April 1945 hat Japan über seinen Botschafter in Moskau versucht, Friedensverhandlungen aufzunehmen und die Fühler für eine Kapitulation auszustrecken. Truman wusste von dieser Entwicklung, denn die USA hatten den japanischen Geheimcode schon vor Pearl Harbour geknackt und alle militärischen und diplomatischen Nachrichten der Japaner sind abgefangen worden. Am 13. Juli 1945 schrieb Verteidigungsminister Togo: „Bedingungslose Kapitulation (Aufgabe jeglicher Souveränität einschließlich Entthronung von Kaiser Hirohito) ist das einzige Hindernis für den Frieden.“

Trumans Berater wussten von diesen Bemühungen und der Krieg hätte auf diplomatischem Wege mühelos beendet werden können, wenn man dem Kaiser (der in Japan als göttlich angesehen wurde) nach Kriegsende einen Repräsentanten-Status zugestanden hätte. Dieses annehmbare Zugeständnis wurde – anscheinend ohne logischen Grund – von den Amerikanern mit ihrer Forderung nach bedingungsloser Kapitulation verweigert. Erstmals wurde diese Forderung 1943 auf der Konferenz von Casablanca von Roosevelt und Churchill erhoben und dann auf der Konferenz von Potsdam von Truman, Churchill und Stalin erneuert. Doch auch dann haben die Japaner weiterhin versucht, einen ehrenhaften Frieden durch Verhandlungen zu erreichen.

Sogar Kriegsminister Henry Stimson stellte fest: „Die eigentliche Frage war nicht, ob eine Kapitulation hätte erreicht werden können ohne die Bombe einzusetzen, sondern ob ein anderer diplomatischer und militärischer Kurs eine frühere Kapitulation herbeigeführt hätte. Im Frühjahr 1945 war ein Großteil des japanischen Kabinetts bereit, substanziell eben diesen Bedingungen zuzustimmen, die sie dann schließlich akzeptiert haben.“ Anders ausgedrückt: Stimson wusste, dass die USA den Krieg vor Hiroshima hätten beenden können.

Die unannehmbare Forderung nach Japans bedingungsloser Kapitulation hat den Krieg verlängert

Nachdem Japan am 15. August 1945 offiziell kapituliert hatte, erlaubte MacArthur dem Kaiser, als spirituelles Oberhaupt Japans im Amt zu bleiben – genau die Bedingung, die die japanische Führung zuvor gezwungen hatte, die erniedrigende Forderung nach einer „bedingungslose Kapitulation“ abzulehnen.

Also gilt es, zwei essentielle Fragen zu beantworten, um zu verstehen, was hinter den Kulissen vonstatten ging: 1. Warum haben sich die Amerikaner geweigert, Japans einzige Forderung im Zuge einer Kapitulation, nämlich die Bewahrung des Kaiserthrons, zu akzeptieren und 2. warum wurden die Atombomben eingesetzt, als der Sieg im Pazifik schon gesichert war?

Die Faktoren, die zu der Entscheidung geführt haben, die bösartigste Massenvernichtungswaffe in der Geschichte der Kriegsführung einzusetzen

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Trumans schicksalhafte Entscheidung, die Atombombe einzusetzen, wesentlich beeinflusst haben.

1. Investment. Die USA hatten massiv investiert in Zeit, Intellekt und Geld (gigantische 2 Milliarden Dollar), um drei Bomben zu produzieren und es gab keine Neigung – und nicht den Mumm – hier den aufgenommenen Schwung herauszunehmen.

2. Rache. Das Militär und die politische Führung der USA hatten – wie viele ganz normale Amerikaner – einen außerordentlichen Appetit auf Rache wegen des „überraschenden“ Angriffs auf Pearl Harbour. Gnade gab es weder in der Gedankenwelt der Militärs, noch bei der kriegsmüden Bevölkerung, nicht einmal bei den durchschnittlichen amerikanischen Christen und ihren Kirchen. Die Einsätze gegen Hiroshima und Nagasaki wurden als notwendig akzeptiert, ohne hinterfragt zu werden von jenen, die lediglich die „gesäuberte“ von der Nationalen Sicherheit verbreitete Version der Ereignisse kannten. Die meisten Amerikaner wollten die geschickt eingefädelte Propaganda glauben.

3. Eine „benutze es oder verliere es“-Mentalität und wissenschaftliche Neugier. Das spaltbare Material in der Hiroshima-Bombe war Uran. Die (dritte) Testbombe, die am 16. Juli 1945 gezündet wurde, und die Nagasaki-Bombe waren Plutonium-Bomben. Wissenschaftliche Neugier war ein signifikanter Faktor, der das Projekt zu seiner tödlichen Vollendung getrieben hat. Die Leiter des Manhattan-Projekts wollten wissen: „Was passiert, wenn eine Stadt von einer einzigen Uran-Bombe platt gemacht wird?“ „Was passiert, wenn Plutonium eingesetzt wird?“ Jetzt als der Krieg gegen Nazi-Deutschland (was das ursprüngliche Ziel war) zu Ende war, hatten die Wissenschaftler mit Gewissen das Gefühl, die Bombe sollte nicht gegen zivile Ziele eingesetzt werden.

Atombombenopfer in Hiroschima

4. „Befehle sind Befehle“. Tatsächlich ist die militärische Entscheidung, beide Bomben abzuwerfen, weit vor August 1945 getroffen worden. Wenn das Experiment zu Ende gebracht werden sollte, war eine Kapitulation Japans vor dem Einsatz der Bomben keine Option. Es sollte jedem klar sein, dass der Abstand von drei Tagen zwischen den beiden Bombenabwürfen unverschämt kurz war, wenn der Zweck der ersten Bombe der gewesen sein sollte, die sofortige Kapitulation zu erzwingen. Japans Kommunikations- und Transport-Einrichtungen lagen in Trümmern und niemand, weder das US-Militär, noch das Oberkommando der Japaner haben in vollem Umfang begriffen, was in Hiroshima geschehen war. (Es ist eine faszinierende Tatsache, dass das Manhattan-Projekt so top secret war, dass selbst MacArthur, der kommandierende General des gesamten Pazifik-Theaters, außen vor war – bis zum 01. Juli.)

5. Die Russen. Stalin hatte seinen Plan verkündet, 90 Tage nach dem V-E-Day (Victory in Europe Day, 08. Mai 1945) in den Krieg mit Japan einzusteigen, was zwei Tage nach dem Abwurf der Bombe auf Hiroshima der Fall gewesen wäre. Tatsächlich hat Russland Japan am 08. August den Krieg erklärt und bewegte sich ostwärts durch die Mandschurei, als Nagasaki, das Zentrum der japanischen Christen, in Schutt und Asche fiel.

Die USA wollten nicht, dass Japan den Russen gegenüber kapituliert und man so die Kriegsbeute hätte teilen müssen. Bald sollte Russland eine von zwei Supermächten auf der Welt sein und damit ein künftiger Feind der USA: So wurden am 6. und 9. August 1945 die ersten „Botschaften“ des Kalten Krieges von den USA an die UdSSR geschickt, die sagten: „Stalin, halte dich fern vom Kadaver Japans. Er gehört uns. Und außerdem haben wir die Bombe.“

Die Russen erhielten nicht die Beute aus dem Pazifik-Krieg, die sie sich erhofft hatten und die beiden Supermächte steckten unvermittelt im Sumpf eines viele Billionen Dollar teuren, ausweglosen nuklearen Wettrüstens und einer Vielzahl von Stellvertreterkriegen, bei denen regelmäßig die Vernichtung der gesamten Menschheit auf dem Spiel stand. Was dabei gleichzeitig noch von statten ging, war die moralische Bankrotterklärung der beiden paranoiden Supermächte, die darauf bestanden einen unsinnigen Kalten Krieg zu führen, einen Krieg, der genährt wurde von Kriegsprofiteuren, Pump und sich verzehrender Wirtschaften.

Die Realität für die unschuldigen Kriegsopfer

Schätzungsweise 80.000 unschuldige Zivilisten und weitere 20.000 unbewaffnete japanische Wehrpflichtige sind bei dem Bombenanschlag auf Hiroshima unmittelbar zu Tode gekommen. Hunderttausende mussten einen langsamen Tod und Behinderungen durch qualvolle Verbrennungen, Verstrahlung, Leukämie, Anämie, Thrombozytopenie und unheilbare Infektionen erleiden. Die japanischen Überlebenden und deren Nachkommen erlitten ein Schicksal, vergleichbar dem der Überlebenden und Nachkommen der amerikanischen „Atom-Soldaten“. Das waren jene Soldaten, die in Ausübung ihres Dienstes Hunderten von Atomtest in den 1950-er und 1960-er Jahren ausgesetzt waren oder auch dem abgereicherten Uran, das später vom US-Militär in den Golfkriegen verwendet wurde. Alle diese Gruppen hatten schreckliche, durch Strahlung hervorgerufene Krankheiten, angeborenen Anomalien, genetischen Mutationen, Immunschwächen, Krebserkrankungen und vorzeitigen Tod zu erleiden – und das hält an bis zum heutigen Tag. (Eine weitere beschämende Tatsache, die aufgedeckt wurde, ist, dass zwölf amerikanische Marine-Piloten – von deren Existenz das US-Kommando vor dem Bombenabwurf sehr wohl Bescheid wusste – an jenem schicksalhaften Tag in einem Gefängnis in Hiroshima pulverisiert wurden.)

Militärische Mythen, die uns unsere Lehrer vermittelten

So wurde die vom Kriegsministerium abgesegnete, hochgradig zensierte Version vom Kriegsende im Pazifik angefügt an eine immer länger werdende Liste von Mythen, mit denen wir Amerikaner fortwährend gefüttert werden von unserem übergreifend kontrollierten Militär sowie von den Meinungsführern in Politik und Medien. In diesem Prozess sind die Schauderhaftigkeiten und die Brutalität des Krieges mit derartiger Hinterlist propagiert worden, dass wir Konsumenten von Informationen lediglich die Verherrlichung des amerikanischen Militarismus erkennen können.

Zu den anderen Wahrheiten, die der Zensur zum Opfer fielen, gehören Fakten zur Beteiligung der USA an den Destabilisierungs- und Eroberungskampagnen und Staatsstreichen in der Ukraine, in Honduras, Venezuela, Libyen sowie an den blutigen Invasionen und/oder Besetzung von Korea, Iran, Vietnam, Laos Kambodscha, Libanon, Grenada, Haiti, Kolumbien, Kuwait, Irak, Afghanistan etc. Diese Liste beinhaltet natürlicherweise nicht die unzähligen verdeckten Operationen und Mord-Komplotts von Pentagon und CIA im Rest der Welt, wo rund 150 „souveräne“ Staaten genötigt wurden, die Einrichtung von amerikanischen Militärbasen zuzustimmen (die Erlaubnis erkauft mit großzügigen Bestechungsgeldern oder mit der Androhung von wirtschaftlichen oder militärischen Sanktionen).

Aber irgendwie hängen die meisten von uns immer noch an jenem fragwürdigen „mein Land, recht oder schlecht“-Patriotismus und wollen voller Verzweiflung an die großzügig orchestrierten Mythen glauben, die uns sagen, dass die vereinte Elite der Kriegsgewinnler (sowie die Politiker, militärischen Führer und Sprachrohre der Medien, die alle von ihnen beschäftigt werden) einzig und allein für Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit arbeiten und „die Welt sicher machen“ – nicht für die Demokratie, sondern für räuberischen Kapitalismus.

Zwar entspricht es der Wahrheit, dass das US-Militär so manchen Gelegenheits-Despoten eingeschüchtert hat, mit den notwendigen Opfern von gefallenen und unheilbar verwundeten (an Körper, Geist und Seele) amerikanische Soldaten und Veteranen, doch viel öfter war es so, dass die nicht vernunftbegabte Überlegung, in den Krieg zu ziehen, zum gleichen Ergebnis führten wie bei den „gottlosen Kommunisten“, den anti-amerikanischen „Rebellen“ und „Freiheitskämpfern“, die nichts anderes wollen, als dass wir Yankees nach Hause gehen, wo wir hin gehören.

Der 6. und der 9. August 1945 sind zwei weitere Beispiele für die Gehirnwäsche, die auf jeder politischen Agenda des „totalen Kriegs“ steht, stets begleitet von unvermeidlichem Tod und Zerstörung, euphemistisch etikettiert als „großartiges Blutbad“, „Kollateralschaden“ oder „freundliches Feuer“.

Was ist mit dem menschlichen, friedliebenden Amerika geschehen, so wie wir es kennen und lieben?

Womöglich komme ich zu spät, um das in den letzten Zügen liegende menschenfreundliche, friedenschaffende Amerika zu retten und wiederzubeleben, so wie wir es kennen und lieben. Womöglich komme ich zu spät, um der vereinten unrechtmäßigen Inbesitznahme der liberalen Demokratie in Amerika wirksam entgegenzutreten. Womöglich komme ich zu spät, um die arroganten und gierigen Führungseliten zur Strecke zu bringen, die aus purem Eigennutz unseren Planeten auf die Bahn der Zerstörung herunterziehen. Die laufenden Staatsstreiche, die von den Kriegsgewinnlern – ich nenne sie „Freundliche Amerikanische Faschisten“ – initiiert wurden, haben ihre Ziele möglicherweise schon erreicht.

Aber ich denke, es gibt immer Hoffnung. Anstatt zu schweigen zu den destabilisierenden Konflikten, die die Kriegshetzer überall auf der Welt provozieren (mit der sehr bereitwilligen Unterstützung von Wall Street, Pentagon, der Rüstungsindustrie und ihren Schoßhündchen im Kongress), sollten Menschen mit Gewissen damit beginnen, die ganze Wahrheit über die Geschichte zu lernen – trotz des psychologischen Missbehagens, das aufkommen mag (cognitive Dissonanz), wenn man den Lügen, die man gelenkt wurde zu glauben, nicht länger Glauben schenken kann. Wir müssen anfangen, uns zu den unzähligen Kriegsverbrechen zu bekennen, die Amerika in unserem Namen begangen hat.

Und so sollen sich die „Whistle-blower“ unter uns mit ihrer Gegenmeinung erheben, protestierend auf die Straße gehen und sich entschlossen weigern, mit jenen Soziopathen zusammenzuarbeiten, die Amerika schrittweise in einen kriminellen Schurkenstaat verwandelt haben. Wie Nazi-Deutschland oder das faschistische Japan waren Schurkenstaaten stets dem Untergang geweiht durch die Milliarden von wütenden, angewiderten, leidenden Opfern innerhalb und außerhalb der eigenen Grenzen. Dieses Schicksal wird Amerika erwarten, wenn seine Führer nicht bereit sind, ihre Sünden zu bekennen, ehrlich um Vergebung bitten und aufrichtig versprechen, sich der friedvollen menschlichen Rasse anzuschließen.

Einen Wandel herbeizuführen, der der gesamten Menschheit zugute kommt, anstatt nur das zu tun, was profitabel oder von Vorteil ist für unseren über-privilegierten, über-konsumorientierten, vergifteten und unhaltbaren amerikanischen „way of life“ wäre ehrenvoll, wirklich patriotisch und bedeutete einen grundlegenden Neuanfang in Richtung eines wahren Friedens.

 


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