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Verrat der abendländischen Kultur und der schändliche Kotau vor dem Islam

Von Hubert von Brunn

Einer Berliner Lehrerin wird das Tragen einer Halskette mit einem kleinen Kreuz daran während des Unterrichts verboten. Als sie das Kreuz durch einen stilisierten Fisch – kann als christliches Symbol gedeutet werden – ersetzt, bekommt sie wieder Ärger. Eine „Stiftung Zukunft Berlins“ regt sich darüber auf, weil auf der Kuppel des nach historischem Vorbild wiedererbauten Stadtschlosses ein 4,50 Meter hohes, vergoldetes Kreuz angebracht werden soll. – Ja was denn sonst? Wie weit wollen wir mit der Verleugnung unserer christlich-abendländischen Kultur denn noch gehen?

Obwohl katholisch erzogen, bin ich alles andere als ein gläubiger Christ und schon gar kein Kirchgänger. Nachdem ich mich in jungen Jahren eingehend mit der Inquisition und der Geschichte der Päpste (ein Franziskus war damals noch nicht dabei) beschäftigt hatte, war die Katholische Kirche als Institution für mich nicht mehr tragbar und ich bin aus dem Verein ausgetreten. Das heißt aber nicht, dass ich die nach christlicher Tradition erfahrene Erziehung und Bildung verleugne. Der Wertekanon der Zehn Gebote ist mir allemal näher als der des Koran und „Vater unser, der Du bist im Himmel…“ kommt mir fraglos eher über die Lippen als „allahu akbar“. Und weil ich mich voll und ganz als Kind der abendländischen Kultur verstehe, ist für mich das Kreuz selbstverständlicher Ausdruck eben dieser 2000-jährigen Tradition, die die Zivilisation des Abendlandes geprägt hat. Der Halbmond ist es nicht!

Das Kreuz mit dem Fisch und ein verlogenes Neutralitätsgesetz

In seinem so genannten „Kopftuchurteil“ hat das Bundesverfassungsgericht 2003 die Verantwortung für ein Kopftuch-Verbot im Öffentlichen Dienst an die Länder abgeschoben. Mit dieser feigen Haltung des Gerichts gegenüber renitenten Kopftuchträgerinnen wurde der Grundstein gelegt, für das nicht enden wollende Hin und Her um dieses um Frauenhäupter gewickelte Stück Stoff. Hätte das BVG damals entschieden: ‚Das Tragen eines Kopftuchs entspricht nicht der christlich-abendländischen Tradition, sondern ist vielmehr augenfälliger Ausdruck einer religiös/politisch motivierten Haltung. Da in den meisten muslimischen Ländern Frauen ohne Kopftuch nicht auf die Straße gehen dürfen (selbst Touristinnen nicht), muss es auch als Zeichen der Unterwerfung der Frau gewertet werden. Weil nach dem Grundgesetz in Deutschland aber vollkommen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrscht, kann das Tragen eines Kopftuchs bei der Erfüllung hoheitlicher Aufgaben nicht gestattet werden.’ – Das wäre eine klare Ansage gegenüber dem orthodoxen Islam gewesen und hätte deutlich gemacht, dass sich das oberste deutsche Gericht auch als Bewahrer abendländischer Kultur und Tradition versteht. Aber leider kriechen auch die Damen und Herrn in den roten Roben unter dem Teppich, wenn es um den Islam geht.

Kommen wir also zurück zu unserer Lehrerin und dem Berliner Neutralitätsgesetz von 2005. Der Senat hat in vorauseilendem Gehorsam in seinem Gesetz ein generelles Verbot für das Tragen religiöser Symbole für Lehrer, Polizisten und Justizbeamte festgeschrieben. Ziel sei es nach Aussage des damaligen Innensenator Körting (SPD) gewesen, „die Schüler zu schützen“. Schützen? Wovor? Vor einem kleinen Kreuz um den Hals einer Lehrerin? Zumal – und jetzt wird es richtig komisch – das Berliner Gesetz durchaus eine Ausnahmeregelung für „Schmuckstücke“ mit christlicher Symbolik vorsieht. Nicht geklärt ist allerdings, wann ein „Schmuckstück“ zum „christlichen Symbol“ wird und auch nicht, wie groß das Schmuckstück sein darf.

Und wie ist das mit dem Fisch? Da der Fisch im Wasser lebt, gilt er als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit und wird als solches in vielen Kulturen und Religionen verehrt. Die frühen Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und hingerichtet wurden, verwendeten diese zwei sich zu einem stilisierten Fisch überschneidenden Linien als geheimes Erkennungszeichen. Der Fisch ist also von jeher auch ein Symbol der Menschlichkeit und des Friedens. – Wenn die Schwachköpfe in der Berliner „Bildungsverwaltung“ ein wenig mehr Bildung hätten, müssten sie über diese Fakten Bescheid wissen und könnten nicht derart unsinnige Verbote gegenüber einer Lehrerin aussprechen.

Wir bewegen uns nicht im Kulturkreis des Halbmondes, sondern in dem des Kreuzes

Um dieser Absurdität die Krone aufzusetzen, will ich nicht unerwähnt lassen, dass der in der islamischen Welt weit verbreitete Talisman „Die Hand der Fatima“ bei uns selbstverständlich nur als „Schmuckstück“ gewertet wird und problemlos an einem Kettchen um den Hals getragen werden darf. Dazu ist festzuhalten: 1. Fatima war die jüngste Tochter des Propheten Mohammed, Begründer des Islam. 2. Im islamischen Volksglaubens in Nordafrika und im Nahen Osten ist „Die Hand der Fatima“ zum einen ein magisches Abwehrmittel gegen böse Geister und den „bösen Blick“, zum anderen die Segen spendende Hand, ein Symbol für Kraft und Glück. Schlichter Aberglaube oder doch ein religiöses Symbol? Die Namensgeberin hat in jedem Falle etwas mit Religion zu tun – im Gegensatz zum Fisch.

Eine hier lebende Muslima mag in ihrer Freizeit oder zuhause das Kopftuch tragen, wenn es ihr gefällt, oder wenn sie ihrem Ehemann damit zu Gefallen sein muss. Das ist ihre Privatsache und interessiert mich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht. Jene aber, die so beharrlich darauf pochen, das Kopftuch unbedingt auch bei der Arbeit im Dienste des deutschen Staates tragen zu wollen/zu müssen, geben damit zum Ausdruck, das es sich eben nicht um ein beliebiges Kleidungsstück handelt, das man trägt oder auch weglassen kann, sondern um eine ganz bewusste Hervorhebung einer religiösen/politischen Weltanschauung. In Teheran, Bagdad, Riad und anderswo sollen sie das getrost tun – dort müssen sie es tun –, hierzulande ist es nicht angebracht. Wenn Europäerinnen oder Amerikanerinnen dorthin reisen, wird ihnen nahegelegt, sich den Gepflogenheiten des Landes anzupassen und das Kopftuch zu tragen. Und sie tun es, weil sei keinen Ärger mit der Sittenpolizei bekommen wollen. Eine Sittenpolizei gibt es bei uns gottseidank nicht, aber es sollte klare Regeln geben, die diesen Menschen unmissverständlich deutlich macht, dass sie sich hier nicht im Kulturkreis des Halbmondes bewegen, sondern in dem des Kreuzes.

Berlins Zukunft kann mit dem Kreuz auf dem Schloss anscheinend nicht gelingen

Nicht weniger hanebüchen ist die von der „Stiftung Zukunft Berlin“ ausgelöste Diskussion um das golden Kreuz auf der Kuppel des wiedererbauten Stadtschlosses. Nach Fertigstellung sollen in dem Gebäude unter anderem außereuropäische völkerkundliche Sammlungen untergebracht werden. Deshalb passt nach dem Verständnis der Kritiker „heute kein religiöses Symbol auf das Ganze“. Weiter heiß es in einer Verlautbarung der Stiftung (sinngemäß): ‚Das Kreuz steht für eine christliche Leitkultur und damit für eine Hierarchisierung der Kulturen’; und: ‚Der wilhelminische Geist zieht damit wieder in das Haus…– deshalb weg damit’. Dieser unsäglichen Argumentation zufolge kann die Zukunft unserer Hauptstadt – die Beschäftigung damit ist schließlich der Auftrag der Stiftung – nur gelingen, wenn das markanteste Symbol der christlich-abendländischen Kultur, das Kreuz, möglichst aus dem Stadtbild verschwindet.

Und was hat olle Kaiser Willem mit dem Kreuz zu tun? Nichts, aber auch gar nichts. Hier hat sich die Stiftung die Argumentation der die DDR verklärenden Ostalgiker zu Eigen gemacht, die den hässlichen Palast der Republik unbedingt erhalten wollten, und mit der Wiedererstehung des Schlosses im neobarocken Stil automatisch die Wiedergeburt der im Kaiserreich hoch gehaltenen Werte von Zucht und Ordnung befürchten. Abgesehen davon, dass dies nicht dem Konzept der Organisatoren und Betreiber des neuen Humboldt-Forums entspricht – manches davon würde unserer Gesellschaft nicht schaden. – Aber das darf ja nicht sein. Die abendländische Tradition muss weg, damit sich der Orient hier ungestört ausbreiten kann, und vor allem muss alles Deutsche verschwinden. Deutsch ist ganz schlecht. Wenn wir so weiter machen, werden in nicht ferner Zukunft Lessing, Goethe und Schiller, Leibniz, Kant und Hegel und noch so manch andere Dichter und Denker, die nicht nur die Fahne des Humanismus’, sondern auch die der deutschen Sprache und des deutschen Selbstverständnisses in der Tradition des christlichen Abendlandes hochgehalten haben, aus den Bibliotheken und aus den Lehrbüchern an Schulen und Universitäten verbannt sein. Deren Werke werden dann ersetzt durch Übersetzungen von arabischen, iranischen, türkischen Philosophen und Dichtern, in denen unseren Kindern dann die Werte der „wahren Religion“ vermittelt werden.

Nebenbei sei noch erwähnt: Wie der gesamte Fassadenschmuck, wird das Kreuz auf der Kuppel des Berliner Schlosses aus privaten Spenden finanziert. Ausnahmsweise muss der Steuerzahler dafür also einmal nicht herhalten. Maren Otto, die Witwe des Versandhauskönigs, hat für das Kreuz eine Million Euro aus ihrer Portokasse zur Verfügung gestellt. Das ist doch mal eine nette Geste.

Wenn es um den Islam geht, schleimen die Italiener nicht weniger

Wäre dieser schändliche Kotau vor dem Islam – andere Religionen reklamieren ja keine Sonderbehandlung oder gar Vormachtstellung in Europa – ein rein deutsches Phänomen, könnte man sagen: Na ja, typisch deutsch, klein machen, Asche aufs Haupt und unter dem Teppich kriechen. Aber – man mag es nicht glauben – die Italiener sind als Verleugnungskünstler der eigenen Kultur nicht besser. Bei einem Besuch des iranischen Staatspräsidenten Hassan Rohani im Januar 2016 wurden mehre Marmorstatuen im Kapitolinischen Museum hinter Holzverschlägen versteckt. Der fromme Mann aus Teheran sollte nicht mit der Nacktheit der 2500 Jahre alten Kunstwerke irritiert oder gar geschockt werden. Im antiken Griechenland, dessen Erbe das Römische Reich – auch was Kunst und Kultur anlangt – angetreten hat, war Nacktheit etwas völlig Selbstverständliches. Im antiken Persien übrigens auch. Der von Ayatollas geführte iranische Gottesstaat indes hat sich entschieden, die islamische Verklemmtheit als Staatsdoktrin zu erklären. Ob die Bretterverschläge um die Statuen von den Iranern verlangt wurden oder ob sie in vorauseilendem Gehorsam von den Museumsleuten angebracht wurden, ist bis heute nicht geklärt.

Ein anderes Beispiel italienischer Unterwürfigkeit unter die Befindlichkeiten des Halbmondes ist der Besuch einer iranischen Delegation im Oktober 2015. Hier hatten die Gäste im Vorfeld die „Bitte“ geäußert, dass bei dem abschließenden Festbankett kein Wein serviert wird. Für jeden Italiener gehört ein gutes Glas Wein so selbstverständlich zum Essen wie das Basilikum zu Mozzarella-Tomate. Bei dieser Gelegenheit mussten leider auch die italienischen Gäste mit Wasser über den Abend kommen. Würde man umgekehrt bei einem Festbankett in Teheran neben den Wasserkaraffen auch Weinflaschen auf den Tisch stellen, weil man um die Trinkgewohnheiten der Italiener weiß und Gastfreundschaft an den Tag legen will? – Ganz bestimmt nicht!

Warum hat der Okzident sein Selbstbewusstsein verloren?

Genau hier liegt der Unterschied. In den muslimischen Ländern wird das, was der Koran, die Scheichs, die Mullahs oder sonst wer vorschreiben, gnadenlos durchgezogen und alle „Ungläubigen“ woher auch immer sie kommen mögen, haben sich gefälligst danach zu richten. Warum hat der Okzident dieses selbstverständliche und natürliche Selbstbewusstsein verloren? Warum kriechen wir den Vertretern des Islam – im Großen wie im Kleinen – in den Hintern, anstatt klarzumachen: Du bist unser Gast, es soll dir an nichts mangeln, aber unsere Spielregeln sind andere als die, die du von zuhause kennst.

Diese Spielregeln sind so wie sie sind, weil die Menschen, die in unserem Kulturkreis groß geworden sind, sich entschieden haben, so leben zu wollen. Entweder du akzeptierst dieses vorherrschende Recht des Gastgeberlandes – meinetwegen auch die Leitkultur des christlichen Abendlandes (nicht den Quatsch, den de Maizière von sich gegeben hat) – oder du gehst dorthin zurück, wo deine Wurzeln sind. Um das Tragen des Kopftuchs musst du dich dann nicht mehr streiten. Man wird es dir verordnen, wie so vieles andere, über das du in unserer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft frei entscheiden kannst. Mit deinem arroganten Insistieren auf das Tragen des Kopftuchs bewegst du dich außerhalb unserer Tradition. Auf dieser Tradition gründet die Identität der Menschen, die hier geboren sind, hier leben und die gesellschaftlichen Errungenschaften im Geiste des Humanismus durchaus zu schätzen wissen. Um das Kopftuch wird es in deinem Heimatland keine Diskussion geben – du musst es tragen – und um das Thema „persönliche Freiheit“ musst du dir dort auch keine Gedanken mehr machen. Das erledigen dann andere für dich.

Lasche Feigheit war noch nie ein Mittel zu überzeugen

Die Auslöser für meine Kulturschelte: Kreuz, Fisch, Die Hand der Fatima, Kopftuch… mag manchem Leser als marginal und letztlich unbedeutend erscheinen. Sind sie aber leider nicht. Die zunehmende Verleugnung unserer christlich-abendländischen Kultur findet schleichend auf allen Ebenen statt und ist keineswegs ein rein deutsches Problem. Wie soll denn ein junger Flüchtling, der nichts anderes kennt, als die strenge Hand des Vaters, der seine Erziehung nach dem Koran ausrichtet, hier Respekt und Hochachtung vor der Staatsgewalt haben, wenn er sehr schnell feststellt: Die kämpfen nicht um ihre Traditionen und um ihre kulturelle Identität; die schämen sich ihrer Herkunft; die machen alles, was ich will. Auf der anderen Seite wollen sie, dass ich mich integriere. Ja wohin denn? Was sind denn die Richtlinien, die mir klar sagen, was von mir erwartet wird und wie ich mich in meiner neuen Heimat zu verhalten habe? Vor einem solchen schwachen Staat habe ich keine Achtung, auch nicht vor der Polizei oder vor dem Gericht oder vor Lehrern. Das sind alles Schwächlinge und von Schwächlingen lasse ich mir nichts sagen. 

Das ist das Problem, das mit einem Kreuzchen oder einem Fisch um den Hals einer Lehrerin beginnt, mit dem Kreuz auf dem Berliner Schloss (zum Beispiel) seine Fortsetzung findet und mit sexuellen Übergriffen, Diebstahl, Drogendelikten und Gewalt gegenüber der einheimischen Bevölkerung endet. Die Sozialisation dieser Menschen ist eine fundamental andere und sie verstehen nur schwarz oder weiß. Mit den verwaschenen Grauzonen der Gutmenschen, die meinen, mit dem Kotau vor dem Islam könne man die Annäherung und das Verständnis der Kulturen herbeiführen, wissen diese Leute überhaupt nichts anzufangen. Je mehr wir unsere christlich-abendländische Kultur verleugnen, umso schwächer erscheinen wir in den Augen der Muslime, umso weniger wird uns Integration gelingen. Lasche Feigheit war noch nie ein Mittel, das überzeugen konnte.

 

 

Nach dem Krieg ist den Deutschen von den Alliierten eine rezessive „Kultur“ verordnet worden. Das zeigt sich nicht nur im Umgang mit dem Islam, sondern in allen kulturellen Bereichen. So empfehlen wir zum Thema das bissige und unterhaltsame, aber dennoch brutal aufklärende Werk von Hans Jürgen Geese: „Die Deutschen – Das klügste Volk auf Erden verabschiedet sich von der Geschichte“. Erhältlich im Buchhandel oder direkt zu bestellen vom Verlag hier.

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