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Unser Buchtipp zu Weihnachten: STRANDGUT

Wenn es draußen stürmt und schneit, wenn es kalt und ungemütlich ist – was gibt es dann Schöneres, als es sich im Sessel gemütlich zu machen, ein gutes Buch zur Hand zu nehmen und sich entführen zu lassen in fremde Welten und teilzuhaben an aufregenden Abenteuern? – Die Novelle STRANDGUT ist ein solches Buch. Von der ersten Seite an zieht es den Leser hinein in eine höchst bemerkenswerte (Liebes-)Geschichte, die sich in exotischer Umgebung entwickelt und durch unerwartete Wendungen immer spannender wird – bis zur letzten Seite.

​Eine Laune des Schicksals hat den Schiffbrüchigen Oliver Mertens an die Gestade einer tropischen Insel gespült. In einem einsamen Haus am Strand, das von zwei Frauen bewohnt wird, findet er Aufnahme und Pflege, doch die Dankbarkeit des Mannes über seine glückliche Rettung hält sich in Grenzen. Vielmehr ist er, der als umtriebiger Geschäftsmann gewohnt ist zu bestimmen, wo es lang geht, ungehalten über die Notwendigkeit, sich den Gegebenheiten in dem Haus und auf der Insel anpassen zu müssen. Die Abgeklärtheit der älteren Frau verunsichert ihn, die Scheu des stummen Mädchens empfindet er als Herausforderung und die Nachricht, einen ganzen Monat auf der Insel gefangen zu sein, wertet er als einen miesen Trick, um ihn festzuhalten.

Er unternimmt einen Fluchtversuch, der kläglich scheitert, und gerät dadurch bei dem Dorfältesten in ein sehr schlechtes Licht. Er hatte sich arrogant über die auf der Insel geltenden Gesetze hinweggesetzt und muss mit Konsequenzen rechnen. Wieder zurück im Haus am Strand herrschen zunächst Sprachlosigkeit und Misstrauen unter den Bewohnern. Doch allmählich findet man zurück zu einem entspannten Umgang miteinander, mehr noch, latent vorhandene erotische Assoziationen kommen ins Spiel, die von den drei Beteiligten allerdings völlig unterschiedlich interpretiert werden. Die Situation steuert unweigerlich auf einen Höhepunkt zu mit einem höchst verblüffenden Ergebnis – für die Protagonisten im Buch wie für den Leser.

Die ebenso unerwartete wie ungewollte Begegnung, aus der es kein Entrinnen gibt, wird für alle Beteiligten zu einer emotionalen Zerreißprobe. Es ist der ewig aktuelle Kampf der Geschlechter, der Widerstreit von Distanz und Nähe, Ablehnung und Akzeptanz, Verstand und Gefühl… Sicher geglaubte Positionen geraten ins Wanken, erotische Spannung baut sich auf – die vermeintlich heile Welt des Gewohnten und Vertrauten gerät völlig aus den Fugen. Was bleibt, ist die Ahnung (oder das Wissen?), dass nichts ohne Grund geschieht und nichts im Leben von Bestand ist.

Dem Autor Hubert von Brunn ist es gelungen, in dieser Novelle die Kernaussagen seines Sachbuchs „Strategie der Sieger oder Wer, wenn nicht ICH?“ (ebenfalls erschienen im AnderweltVerlag) auf beeindruckende Weise literarisch zu verarbeiten. Eingebettet in eine äußerst spannende und hoch emotionale Story wird das Kaleidoskop zwischenmenschlicher Beziehungen mit all seinen Bedürfnissen, Missverständnissen und Widersprüchlichkeiten kongenial transportiert. Die nach eigenem Bekunden des Autors zentrale Fragestellung für seine literarische Arbeit: ‚Wie verhalten sich Menschen in Ausnahmesituationen?’ wird in der Novelle STRANDGUT verdichtet und auf den Punkt gebracht. Wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird fasziniert sein von der tieferen Wahrheit hinter der Wirklichkeit der vordergründigen Geschichte. Das Ganze erzählt in einer Sprache, die wunderbar leichtfüßig daher kommt, mit der es von Brunn gelingt, eindringliche Bilder zu zeichnen, in die er den Leser als Teilnehmer am Geschehen hineinzieht und festhält. Ein Buch, das keinen Leser – und insbesondere keine Leserin – unberührt entlässt.

"Strandgut" ist erhältlich im Buchhandel oder direkt vom Verlag bestellen hier.