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Luis Trenker: Der schmale Grat der Wahrheit – Champagner-Kino vom Feinsten!

Von Dieter M. Knesebeck 

Obwohl dieser „Grat“, auf dem sich Luis Trenker bewegt hat, breit genug war, um sich im „Dritten Reich“ zu behaupten und sich seinen Platz in der NS-Diktatur wie auch in der Nachkriegszeit zu sichern – die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Zu den stärksten Filmen auf dem diesjährigen Münchner Filmfest 2015 gehörte die Koproduktion von ORF und BR über die Südtiroler Bergsteigerlegende, Regisseur Schauspieler, Schriftsteller und Journalist Luis Trenker, der beim Filmfest auch seine Weltpremiere feierte: „Der schmale Grat der Wahrheit“. Ein packender künstlerischer Kampf zweier linientreuer NS-Protagonisten: Luis Trenker und Leni Riefenstahl – in den 30er Jahren auch die „Gletscherspalte“ des deutschen Reichs genannt – verkörpert von Tobias Moretti und Brigitte Hobmeier. Luis Trenker, Anfang der 30er Jahre schon ein bekannter Mann, lernt die noch junge Tänzerin Leni Riefenstahl bei Dreharbeiten in den 20er Jahren kennen und verliebt sich in sie. In den folgenden Jahren entbrennt ein gnadenloser Machtkampf zwischen den beiden rivalisierenden Filmemachern, der bis in die Nachkriegszeit anhält.

Grandiose Vorlage für Tobias Moretti

Ungehemmt und mit dem Schalk im Nacken greift Moretti die geliebten Klischees des „Macho-Bergsteigers“ auf und verteilt sie mit einem Tiroler Selbstverständnis, das nie in den Kitsch abzugleiten droht, wenn er zu seiner Frau Hilda sagt, die ihn nach einer nächtlichen Eskapade mit Riefenstahl zur Rede stellt: „Du weißt, ich kann alleine nicht schlafen“ und liegt unter der Decke von Leni. Da hat er die Lacher auf seiner Seite und dennoch wirken seine Äußerungen nie peinlich! Dass dabei vor allem die Dialoge hervorstechen, liegt gewiss daran, dass der Autor Peter Probst diese grandiose Vorlage, dem außergewöhnlichen Tiroler Schauspieler Tobias Moretti auf dem Leib geschrieben hat, und dieser nicht zuletzt auch durch seine Gestik überzeugt.

Trenker war ein glänzender Erzähler, dem man stundenlang zuhören könnte. Er hatte eine saftige, unverbildete und natürliche Sprache und seine Phantasie war unerschöpflich. Wer hätte das eindrucksvoller transportieren können als Moretti – ohne dabei seine eigentümliche, unverwechselbare Individualität als Schauspieler zu opfern? Und dennoch hatte man bei einigen Szenen den Eindruck, als erschiene der wahrhaftige und unverwechselbare „Bergfex“ Luis Trenker persönlich auf der Leinwand und erzählte seine Geschichten. Ich habe selten eine so gelungene Arbeit gesehen, die sich als eine geglückte „Beziehungsarbeit“ auf Zeit zwischen Regisseur Wolfgang Murnberger, dem Autor Peter Probst und den Schauspielern offenbart. Die Geschichte ist relativ einfach gestrickt, ohne jedoch den historischen Hintergrund zu vernachlässigen.

NS-Propagandisten Trenker und Riefenstahl

Die Südtiroler Bergsteigerlegende Luis Trenker reiste im Sommer 1948 zu den Filmfestspielen nach Venedig und trifft dort den aus Deutschland nach den USA emigrierten Hollywood-Agenten Paul Kohner (Anatole Taubman). Dem will er die von ihm gefälschten Tagebücher Eva Brauns zur Verfilmung anbieten, doch daraus wird nichts – der Inhalts war Kohner zu banal. Regisseurin Riefenstahl will die Echtheit des Tagebuchs vor einem Münchner Landgericht klären lassen. Sie fühlt sich von Trenkers Behauptung, sie sei Hitlers Geliebte gewesen, verunglimpft und tritt als Nebenklägerin auf.

Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass er historische Gegebenheiten realitätsnah wiedergeben kann und dabei Tobias Moretti in die Rolle des Erzählers (Voice Over) Luis Trenker schlüpft, er spielt diesen Part mit der Stimme des Schauspielers Moretti. Regie, Handlung, Drehbuch, Darsteller, Ton – alles ist sehr gut gelungen. Bravo! Und überhaupt die Dialoge zum Ende hin, tausendfach gehört, wenn Riefenstahl sagt: „Ich habe immer nur für meine Kunst gelebt“ und fast in zynischer Weise hinzufügt: “Ich habe auch gelitten, (…) ich habe Juden geholfen.“ So hatte jeder dieser NS-Protagonisten seinen Vorzeige-Juden in der Nachkriegszeit! Trenker selbst sah sich selbst lieber als Regimegegner, ja sogar als einen „passiven Widerstandskämpfer“, die NS-Akten im Berliner Document Center indes zeigen den Südtiroler in einem ganz anderen Licht. Trenker im Film: „Mich hat der Führer nicht zum Strandspaziergang eingeladen.“ Fakt ist: Im September 1933 war er Gast in Führers Berghof am Obersalzberg (siehe Bericht unten).

Mehr TV-Filme zum Nachdenken

An die Produktionsleiter und Redakteure von ARD und ZDF gerichtet, fordere ich: Wir brauchen mehr intelligente Drehbücher und Filme mit Highlights, Fernsehproduktionen, bei denen man auch mal nachdenken muss und nicht nur stupide in die Röhre glotzt. Genau das aber ist von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht gewünscht, wie mir ein bekannter Deutscher Schauspieler ins Ohr flüsterte. Wir sind eine von seichten „Tatort“- Produktionen überschwemmte Nation, die wenig Tiefe, wenig Realität, viel Schund, viel Quote und wenig Qualität vorweisen kann! Verschwenden die Redakteure eigentlich auch irgendwann einmal einen Gedanken daran, dass all diese Produktionen von uns allen per Zwangsabgabe bezahlt werden?! Wie man eindrucksvoll bei „Trenker“ nachvollziehen kann, gibt es durchaus auch Autoren, die uns mit ausgezeichneten Material versorgen können.

Filminformation zu: "Luis Trenker - Der schmale Grat der Wahrheit"

Eine Produktion von Roxy Film und EPO Film in Koproduktion mit BR und ORF.

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Peter Probst

Darsteller: Tobias Moretti, Brigitte Hobmeier, Barbara Romaner, Arndt Schwering-Sohnrey, Anatole Taubman u.a.

Innenansichten eines Hitler-Fans

Luis Trenker privat, auf seiner Terasse seines Hauses am Lebensberg in Kitzbühel, Winter 1939.

Wer waren diese beiden Protagonisten wirklich? Sie waren die menschliche Haut eines mörderischen NS-Regimes, keine Statisten, vielmehr glänzende Akteure auf der Bühne der Nationalsozialisten. Trenkers Nähe Anfang der 30er Jahre zum NS, insbesondere zur SA, ist nicht zu leugnen. Viele seiner Kollegen, Ärzte, Mediziner, Journalisten, Dichter, Autoren und Schauspieler… sie waren alle keine Nazis, sie fühlten sich nur wie gute Volksgenossen und jeder war jeweils auf seine Art ein verkappter „Widerstandskämpfer“: Heinrich George, Leni Riefenstahl, Arno Breker, Luis Trenker, Christina Söderbaum, Agnes Miegel, Elisabeth Flickenschild (NSDAP-Mitglied seit 1932, auf der Liste der unersetzlichen Schauspieler 1944), Hans Filbinger, Willi Geiger (NSDAP-SA-Mitglied, Dissertation: „Die Rechtsstellung des Schriftleiters nach dem Gesetz vom 4. Oktober 1933“; 1951 Senatspräsident am BGH und BverfG), Kurt Georg Kiesinger, Kurt Waldheim, Waldemar Bonsels, Hans Hinkel, Erwin Wickert . . .

Seit 1935 arbeitete Trenker mit dem bekennenden Nationalsozialisten Karl Springenschmid aus Salzburg zusammen. Erst 1940 fiel Trenker beim NS-Regime in Ungnade, und weitere Produktionen seiner Filmfirma wurden abgelehnt. 1942 spielte er die Hauptrolle im Propagandafilm „Germain-Bayer 205“, von einem Berufsverbot zu sprechen entspricht nicht ganz den Tatsachen. Luis Trenker konnte sich ungehindert bis 1945 als Romanautor und Journalist zu den tages- und kulturpolitischen Themen äußern, die sich in den überaus zahlreichen Veröffentlichungen von Roman und Erzählungen im gesamten Reich niederschlug. Er war ein Vielschreiber, die er geschickt und loyal zum NS- Regime verpacken konnte.

Patriotisch-katholische Camouflage

Im Zeichen des Politischen sich dem Regime dienlich zu machen, bediente er sich durchaus der Camouflage einer unverdächtig-patriotischen, katholisch-gottesfürchtigen Traditionslinie, wie sein Aufsatz „Volk im Film“ eindrucksvoll vermittelt, wo er schreibt: „Es ist keine neue Wahrheit, dass jede Kunst, und sei es auch nur jene elementarste Sprache, die nur durch das Volk und nur im Volk leben kann. Wie soll es beim Film anders sein. Er ist heute schon viel mehr als jene Erscheinungen, die man zum leichtesten mit 'Ausdruck der Zeit' bezeichnet…; diese Auffassung kam in meinen letzten zwei Filmen 'Berge in Flammen' und 'Der Rebell' klar zum Ausdruck. Es kommt dabei im großen, allgemeinen Geschehen die Landschaft und das Volk als Träger des ganzen Geschehens allein nur in Frage, denn mit zwei Darstellern oder einem Tanzparkett ist es nicht getan. Das Volk als Träger des ganzen Geschehens. Es gibt da nur ein Gesetz: Volk und Landschaft müssen echt sein. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob ich eine Tiroler Tallandschaft mit Bauern, eine rheinische Industriestadt mit Arbeitern oder eine in Berlin um den Sieg ihres Glaubens kämpfende SA-Gruppe sehe.“ Hier spielt Trenker auf den SA-Mann und Sturmführer Hans Eberhard Maikowski, Angehöriger des berüchtigten „Sturm 33“ in Berlin an.

Triefendes Bekenntnis zu Blut und Boden

Haus Trenker auf dem Lebensberg, mit Blick auf das Städtchen Kitzbühel, Winter 1939.

„Das Allerwichtigste ist, dass Regisseur und Autor auch um die Seelen und um die Geschichte und Tradition seiner im Bild erscheinenden Menschen weiß… Er darf kein 'Filmregisseur' sein, der 'Komparsen' kommandiert. Er muss Tiroler sein von Herz und Blut und sein Volk müssen Tiroler sein, die mit ihm fühlen. Er muss SA-Mann sein und Kamerad. Er muss wissen, was deutsche Arbeit und deutsches Eisen ist, wenn er einen Film im Ruhrgebiet spielen lässt, und er muss selber gespürt haben, was die Soldaten in den Schützengräben erlebt haben, wenn er einen Soldaten- oder gar Kriegsfilm drehen will.“ Die Seele des dargestellten Bildes überträgt sich auf das Filmband und dieses unsichtbare Seelische geht im Zuschauerraum auf alle Menschen über. Einfachheit und Wahrheit muss Grundsatz sein.

Das alles nützt ihm nichts, wenn er kein Gefühl für die Wirkung, den Aufbau und die Führung der Massen hat … Er muss auch das im Herzen haben, was man Kunstgefühl nennt, (…) die Beherrschung der Massen im Bild wird im dann keine Schwierigkeiten mehr machen, im Gegenteil, er wird aus hundert Mann tausend auf der Leinwand erstehen lassen und viertausend, fünftausend… Ich sprach hier lediglich von Filmen, in welchen das Volk als Erscheinung und Ausdruck den großen Eindruck vermittelt“, so der O-Ton von Luis Trenker. Ob es ihm bewusst war, das er mit diesem Aufsatz eine Regieanweisung für Leni Riefenstahls Zukunft geschrieben hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen – man könnte es annehmen. Beide, Luis Trenker und Leni Riefenstahl, waren überzeugte Protagonisten und Profiteure des Hitler-Regimes.

Der „Rebell für A. H. mit „Gottes Segen“

Luis Trenker überreichte Adolf Hitler im April 1933 seinen Freiheitsroman „Der Rebell aus den Bergen Tirols„ mit den Worten: „Gottes Segen begleite Sie auf allen Ihren Wegen!“ Wenige Monate später erfolgte die Einladung zum „Führer“ auf den Obersalzberg. Goebbels bezeichnete den Film „Der Rebell“ als Spitzenleistung des deutschen Films. So ergibt sich im am 7. September 1933 aus einem Gespräch und einem Glas Bernkasteler in einer Pfälzischen Weinstube in Berlin Mitte mit Dr. Hanfstaengel aus einem Wort das andere: „Trenker, Sie fliegen morgen mit zum Führer, er will Sie kennenlernen!“. Am nächsten Morgen, 8. September, erfolgt der Abflug vom „…Flughafen Tempelhof mit der viermotorigen Hindenburg. Mittags sind wir in München, wo uns der wackere Skikämpe und Kamerad (…), der Kommandant des Münchener Flughafens, Major Karl Hailer“, begrüßt. Vorbei am Königssee und Watzmann geht es über die breite Straße auf den Obersalzberg. Die Straße selbst ist für den Autoverkehr gesperrt, bleiben doch einige Spaziergänger stehen und glauben der Führer oder ein Minister komme daher. Anstatt dessen aber ist es nur ein Bergführer, schlimmstenfalls ein Rebell, der neben des Kanzlers Freund Dr. Hanfstaengel sitzt und Pfeife raucht.

Der Führer-Verehrer am Obersalzberg

Wundervoll liegt das Haus des Führers am Hang. Kräftig und behaglich, breit und gut fundiert liegen die Terrassenvorplätze in den Bergeinschnitten. Steine beschweren das alte silberglänzende Schindeldach. Das Haus selbst, das böse Zungen einmal zum üppigen Palais umgelogen haben, birgt weder Geheimnisse noch ‚Sehenswürdigkeiten’. Die Nachbarn betrachten, wie alle Berchtesgadener, den Kanzler als Salzberger, (ausgenommen die Bauern, die ihren Grund an den Führer abtreten mussten) als einen der ihrigen, der wie sie, unlösbar mit der schönen, freien Scholle für immer verbunden ist. Hier im Anblick der Berge hat Dietrich Eckard, der Rufer deutscher Freiheit, die Verse niedergeschrieben: ‚ die Berge stehen still und warten, sie wissen wohl: es kommt die Zeit …’

Er hat es mit der Sorgfalt des Heimatliebenden selber so umgebaut, wie es jetzt ist. Wir sind für zwei Tage seine Gäste. Adolf Hitler gibt mir die Hand, wir schauen uns an. Es ist, als kennen wir uns schon lange Zeit. Ich bin überrascht, als ich die Augen des Kanzlers sehe – sie sind viel heller, als dies auf den Bildern zum Ausdruck kommt, und sie sind von einer ungemein starken Ausdrucksfähigkeit und Offenheit.“

Hitler zu Trenker: „Trenker, Sie haben einen guten Film gemacht, ich habe ihn viermal angesehen, Sie müssen so weiter machen – wenige Dialoge – starke Bildwirkung – lassen Sie die Phantasie der Zuschauer mitarbeiten. – „Wie gefällt Ihnen der Platz, den ich mir hier ausgesucht habe?“

Munterer Plausch um die „österreichische Frage“

Ich bin von der ausgesprochenen Liebenswürdigkeit des Kanzlers geradezu verblüfft und fühle mich sofort zu Hause. Wir stehen auf der Terrasse. Weit und unendlich schön ist der Blick von hier aus… Ich beglückwünsche den Kanzler. Er schmunzelt: ’Sie müssen etwas vom Wohnen und Bauen in den Bergen verstehen,’ meint er und dann erklärt er mir, warum er sein Haus ausgerechnet auf einen Nordhang gebaut hätte. Die Sonne brennt nicht so senkrecht heiß und unentwegt wie auf jeden Südhang, und die Sicht vom Bergland hinaus in die Weite und Ferne des Landes sei naturgemäß reicher, freier und unbegrenzter als der Blick hinein. Der Kanzler erzählt, wie er sich hier, losgelöst von allem Störenden und Beschwerenden immer wieder erholen und sammeln könne, wie nirgends sonst auf der Welt.

Draußen liegt Salzburg. Man sieht deutlich und schön die alte Bischofsstadt, das Schloss und die Gärten… ’Es ist so nahe heute und doch so weit!’ – Der Kanzler geht sofort auf meine Anspielung ein und entwickelt seine Einstellung zur „österreichischen Frage.“

Ein Wagen schnurrt die steile Straße herauf. Ministerpräsident Hermann Göring sitzt darin. Wir setzen uns zum Abendessen. Göring ist Bayer, das hatte ich gar nicht gewusst. Er trägt Leinenjoppe und Lederhosen, (…) sieht viel jünger aus, als ich ihn mir vorgestellt habe. Auch der Reichspressechef Dr. Dietrich und Baldur v. Schirach sind mit ihren Frauen da. Der Vertreter des Führers, Rudolf Heß, geht gerade im Wald mit seinen beiden Schwestern spazieren. Ich kenne ihn schon. Ruhig beherrscht, fast versonnen ist sein äußerst sympathisches Wesen. Er war schon unzertrennlicher Freund und Begleiter des Führers, als sie in Landsberg hinter Festungsmauern ihre Gedanken von einem neuen Deutschland schmiedeten.

Bergluft, die wie Brot schmeckt“

Nach dem Abendessen, das im Freien eingenommen wurde, sitzen wir noch lange in der kühlen Bergluft, die wie Brot schmeckt. Die freundliche Halbschwester des Führers, Angela Hamitzsch (geborene Hitler, die bis 1935 den Berghof führte), die mit Liebe und Umsicht das Haus des Gastgebers verwaltet, erzählt lustige Anekdoten vom Bau des Hauses. Immer wieder fesselt mich die ungemein starke, klare, einfache Volks- und Bodenverbundenheit des Führers selbst, die in ihrer Kraft und Einfachheit, in ihrer Güte und strengen Entschlossenheit ein Phänomen ist. – Es ist weit über Mitternacht, als wir schlafen gehen.

Drüben vor dem Tore geht die SS-Wache auf und ab, weit und fern rauschen aus dem Tal die Wälder. Noch einen Tag bin ich Gast auf Haus Wachenfeld. Die Zeit vergeht zu rasch und schon am nächsten Morgen, es ist der 10. September 1933, trägt uns die dreimotorige Junkers‚ ‚Joachim von Schröder’ mit einem bayerischen ‚Grüß Gott’ Karl Hailers nach Berlin – und es war mir wie ein Besuch daheim in den Bergen und bei vertrauten deutschen Menschen.“ – Die Reise zum Führer ist gekürzt wiedergegeben.

Die Zitate stammen aus „Volk im Film“ und die „Reise zum Führer“, „Der Deserteur“, „Nächtlicher Steinschlag“ ein Kriegserlebnis, von Luis Trenker, oder über Trenker „Trenker – der deutsche Mensch“. Die zahlreichen Homestorys, die Luis Trenker für NS-Illustrierten absolvierte, gaben einen kleinen Einblick in sein privates Leben, wie seine ansprechende Villa am Lebensberg mit Blick auf das Städtchen Kitzbühel. Die hier angeführten Aufsätze befinden sich im Archiv des Autors.

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